Wofür Okkasionalismus steht: Bedeutung und Gebrauch

Der Okkasionalismus (Maskulinum) hat laut DWDS zwei Bedeutungen

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026 · Wortbedeutungen

Der Okkasionalismus gehört zu zwei Fachgebieten. Hier erfährst du, was das Wort in der Philosophie und was es in der Sprachwissenschaft meint und wie du es im Satz passend einsetzt.

Was Okkasionalismus bedeutet und wohin das Wort gehört

Okkasionalismus ist ein Substantiv im Maskulinum, es heißt also der Okkasionalismus. In der Philosophie steht das Wort für eine Lehre, die auf Descartes zurückgeht und das Zusammenwirken von Leib und Seele mit Eingriffen Gottes erklärt. In der Sprachwissenschaft bezeichnet es, mit dem Zusatz veraltend, ein Wort, das für eine bestimmte Gelegenheit oder Situation gebildet wurde und nicht lexikalisiert ist. Zwei Beispielsätze zeigen den Gebrauch: „Im Seminar sprachen wir über den Okkasionalismus als Lehre über Leib und Seele.“ „Die Autorin nannte ihre spontane Wortschöpfung einen Okkasionalismus.“

Das Wort hat damit zwei Bedeutungen, und keine davon ist die einzige. Welche gemeint ist, zeigt der Fachkontext im Satz: Philosophie oder Sprachwissenschaft. Wenn du den passenden Artikel der, die und das für dieses Wort suchst, wählst du der, weil es ein Maskulinum ist.

Bei der Rechtschreibung lohnt ein genauer Blick auf die Form mit doppeltem k und der Endung auf -ismus. Unter dem Stichwort Wortbedeutungen und Abkürzungen fällt der Okkasionalismus als Begriff auf, dessen Sinn erst durch das Fachgebiet eindeutig wird.

Konkreter Sprachcheck zu Okkasionalismus Bedeutung mit Regel und vollständigem Beispielsatz

So verwendest du den Begriff im passenden Kontext

Ob du die philosophische oder die sprachwissenschaftliche Bedeutung meinst, entscheidet das Umfeld deines Satzes. Geht es um Descartes, um Leib und Seele oder um das Wirken Gottes, gehört das Wort zur Philosophie. Geht es um ein Wort, das für einen einzelnen Anlass entstanden ist und nicht lexikalisiert wurde, bewegst du dich in der Sprachwissenschaft und behältst den Zusatz veraltend im Blick.

Beispiele für die philosophische Bedeutung:

  • „Die Referentin stellte den Okkasionalismus als Lehre vor, die auf Descartes zurückgeht.“
  • „In ihrer Hausarbeit erklärt Lena, wie der Okkasionalismus das Verhältnis von Leib und Seele deutet.“

Beispiele für die sprachwissenschaftliche Bedeutung:

  • „Die Dozentin bezeichnete das spontan gebildete Wort aus dem Gedicht als Okkasionalismus.“
  • „Beim Spielen erfand das Kind ein Wort nur für diesen Moment, einen Okkasionalismus im sprachwissenschaftlichen Sinn.“

Formuliere deinen Satz so, dass der gemeinte Bereich klar erkennbar ist. Wenn du für wissenschaftliches Schreiben diesen Begriff brauchst, prüf, ob dein Satz die gemeinte Bedeutung eindeutig zeigt. Auch bei anderen Textformen wie Referat oder Essay prüf, ob deine Leser Philosophie und Sprachwissenschaft auseinanderhalten können.

Mit einem Relativsatz kannst du die Bedeutung direkt im Satz mitliefern. Achte in solchen Beispielsätzen auf die Kommasetzung vor dem Relativsatz und auf die übrige Zeichensetzung, wenn du ein Wort in Anführungszeichen zitierst.

Verwechslungen und Fehlverwendungen vermeiden

Der häufigste Stolperstein bei diesem Wort ist das Vermischen der beiden Bereiche. Die philosophische Lehre über Leib, Seele und Gott hat nichts mit einem spontan gebildeten Wort zu tun. Ein Satz wie „Der Dichter erfand einen Okkasionalismus nach Descartes“ wirft beide Bedeutungen falsch zusammen.

  • Eine Bedeutung als die einzige ausgeben: Schreib nicht, Okkasionalismus bedeute nur die philosophische Lehre oder nur das Gelegenheitswort. Beide Bedeutungen bestehen nebeneinander.
  • Den Zusatz veraltend weglassen: Die sprachwissenschaftliche Bedeutung ist als veraltend gekennzeichnet. Stell sie daher nicht als selbstverständlichen aktuellen Fachgebrauch dar.
  • Unbelegte Angaben machen: Behaupte nicht, das Wort sei häufig oder selten. Belegt ist für die philosophische Bedeutung nur der Bezug auf Descartes, eine weitere Herkunftsgeschichte erzählst du besser nicht.

Ein Ersatzwort taugt nur, wenn es wirklich dasselbe meint. Setze Synonyme deshalb nur bei echter Bedeutungsnähe ein; ein ähnlich klingendes Fachwort ohne gesicherte Übereinstimmung ersetzt den Okkasionalismus nicht.

Über Wortart und Genus hinaus macht diese Seite keine formalen Angaben. Zur Pluralbildung des Wortes und zu einer Rolle in der Rechtschreibreform behauptest du darum nichts, was du nicht belegen kannst.

Die Bedeutung ergibt sich aus dem Inhalt deines Satzes, nicht aus einer Software. Auch wenn Rechtschreibprogramme das Wort ohne Markierung durchlassen, prüf selbst, ob Kontext und Bedeutung zusammenpassen.

Ungeeignete und belastbare Vorgehensweise bei Okkasionalismus Bedeutung

Checkliste für die passende Verwendung

Mit diesen Punkten erkennst du, ob du den Okkasionalismus treffend einsetzt:

  • Du hast beide Bedeutungen im Kopf: die philosophische Lehre nach Descartes und, veraltend, das für eine Situation gebildete, nicht lexikalisierte Wort.
  • Du nennst die Wortart korrekt: Substantiv, Maskulinum, der Okkasionalismus.
  • Du ordnest deinen Satz klar der Philosophie oder der Sprachwissenschaft zu.
  • Du beachtest bei der sprachwissenschaftlichen Bedeutung die Kennzeichnung veraltend.
  • Bedeutung und Satzkontext stimmen überein: Leib, Seele und Gott passen zur Lehre, ein Wort für einen einzelnen Anlass passt zur Sprachwissenschaft.
  • Berührt dein Text beide Bereiche, benennst du die Mehrdeutigkeit ausdrücklich und sagst, welche Bedeutung gemeint ist.
  • Die Form des Wortes stimmt: Du hast die Schreibung mit den Rechtschreibregeln abgeglichen und die Groß- und Kleinschreibung des Substantivs kontrolliert.
  • Bildest du eine Zusammensetzung mit dem Wort, hast du die Getrennt- und Zusammenschreibung überprüft.
  • Du schreibst das Wort aus, denn eine Kurzform ist hier nicht belegt; das Thema Abkürzungen richtig schreiben stellt sich bei diesem Begriff also nicht.

So zitieren Sie diese Seite

Stand: 27. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 27. Oktober). Okkasionalismus: Bedeutung in Philosophie und Sprache. korrektur.de. https://korrektur.de/okkasionalismus

Quellen und Stand

Im Zusammenhang „Wofür Okkasionalismus steht: Bedeutung und Gebrauch“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

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Fragen und Antworten zum Thema Okkasionalismus Bedeutung

Welche Wortart hat Okkasionalismus?

Okkasionalismus ist ein Substantiv im Maskulinum. Du sagst also der Okkasionalismus.

Welche zwei Bedeutungen hat Okkasionalismus?

In der Philosophie meint das Wort eine auf Descartes zurückgehende Lehre, die das Zusammenwirken von Leib und Seele auf Eingriffe Gottes zurückführt. In der Sprachwissenschaft bezeichnet es, veraltend, ein für eine bestimmte Gelegenheit gebildetes, nicht lexikalisiertes Wort.

Ist eine der beiden Bedeutungen die wichtigere?

Nein. Beide Bedeutungen stehen gleichrangig nebeneinander. Welche gemeint ist, zeigt dir der Fachkontext deines Satzes.

Ist die sprachwissenschaftliche Bedeutung noch aktuell?

Die sprachwissenschaftliche Bedeutung ist als veraltend gekennzeichnet. Wenn du sie verwendest, nennst du diesen Zusatz mit.

Woran erkenne ich, dass die philosophische Bedeutung gemeint ist?

Achte auf Hinweise wie Descartes, Leib und Seele oder Eingriffe Gottes. Stehen solche Begriffe im Umfeld, geht es um die philosophische Lehre und nicht um ein Gelegenheitswort.

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