Wofür Okkasionalismus steht: Bedeutung und Gebrauch
Der Okkasionalismus (Maskulinum) hat laut DWDS zwei Bedeutungen
Der Okkasionalismus gehört zu zwei Fachgebieten. Hier erfährst du, was das Wort in der Philosophie und was es in der Sprachwissenschaft meint und wie du es im Satz passend einsetzt.
Was Okkasionalismus bedeutet und wohin das Wort gehört
Okkasionalismus ist ein Substantiv im Maskulinum, es heißt also der Okkasionalismus. In der Philosophie steht das Wort für eine Lehre, die auf Descartes zurückgeht und das Zusammenwirken von Leib und Seele mit Eingriffen Gottes erklärt. In der Sprachwissenschaft bezeichnet es, mit dem Zusatz veraltend, ein Wort, das für eine bestimmte Gelegenheit oder Situation gebildet wurde und nicht lexikalisiert ist. Zwei Beispielsätze zeigen den Gebrauch: „Im Seminar sprachen wir über den Okkasionalismus als Lehre über Leib und Seele.“ „Die Autorin nannte ihre spontane Wortschöpfung einen Okkasionalismus.“
Das Wort hat damit zwei Bedeutungen, und keine davon ist die einzige. Welche gemeint ist, zeigt der Fachkontext im Satz: Philosophie oder Sprachwissenschaft. Wenn du den passenden Artikel der, die und das für dieses Wort suchst, wählst du der, weil es ein Maskulinum ist.
Bei der Rechtschreibung lohnt ein genauer Blick auf die Form mit doppeltem k und der Endung auf -ismus. Unter dem Stichwort Wortbedeutungen und Abkürzungen fällt der Okkasionalismus als Begriff auf, dessen Sinn erst durch das Fachgebiet eindeutig wird.

So verwendest du den Begriff im passenden Kontext
Ob du die philosophische oder die sprachwissenschaftliche Bedeutung meinst, entscheidet das Umfeld deines Satzes. Geht es um Descartes, um Leib und Seele oder um das Wirken Gottes, gehört das Wort zur Philosophie. Geht es um ein Wort, das für einen einzelnen Anlass entstanden ist und nicht lexikalisiert wurde, bewegst du dich in der Sprachwissenschaft und behältst den Zusatz veraltend im Blick.
Beispiele für die philosophische Bedeutung:
- „Die Referentin stellte den Okkasionalismus als Lehre vor, die auf Descartes zurückgeht.“
- „In ihrer Hausarbeit erklärt Lena, wie der Okkasionalismus das Verhältnis von Leib und Seele deutet.“
Beispiele für die sprachwissenschaftliche Bedeutung:
- „Die Dozentin bezeichnete das spontan gebildete Wort aus dem Gedicht als Okkasionalismus.“
- „Beim Spielen erfand das Kind ein Wort nur für diesen Moment, einen Okkasionalismus im sprachwissenschaftlichen Sinn.“
Formuliere deinen Satz so, dass der gemeinte Bereich klar erkennbar ist. Wenn du für wissenschaftliches Schreiben diesen Begriff brauchst, prüf, ob dein Satz die gemeinte Bedeutung eindeutig zeigt. Auch bei anderen Textformen wie Referat oder Essay prüf, ob deine Leser Philosophie und Sprachwissenschaft auseinanderhalten können.
Mit einem Relativsatz kannst du die Bedeutung direkt im Satz mitliefern. Achte in solchen Beispielsätzen auf die Kommasetzung vor dem Relativsatz und auf die übrige Zeichensetzung, wenn du ein Wort in Anführungszeichen zitierst.
Verwechslungen und Fehlverwendungen vermeiden
Der häufigste Stolperstein bei diesem Wort ist das Vermischen der beiden Bereiche. Die philosophische Lehre über Leib, Seele und Gott hat nichts mit einem spontan gebildeten Wort zu tun. Ein Satz wie „Der Dichter erfand einen Okkasionalismus nach Descartes“ wirft beide Bedeutungen falsch zusammen.
- Eine Bedeutung als die einzige ausgeben: Schreib nicht, Okkasionalismus bedeute nur die philosophische Lehre oder nur das Gelegenheitswort. Beide Bedeutungen bestehen nebeneinander.
- Den Zusatz veraltend weglassen: Die sprachwissenschaftliche Bedeutung ist als veraltend gekennzeichnet. Stell sie daher nicht als selbstverständlichen aktuellen Fachgebrauch dar.
- Unbelegte Angaben machen: Behaupte nicht, das Wort sei häufig oder selten. Belegt ist für die philosophische Bedeutung nur der Bezug auf Descartes, eine weitere Herkunftsgeschichte erzählst du besser nicht.
Ein Ersatzwort taugt nur, wenn es wirklich dasselbe meint. Setze Synonyme deshalb nur bei echter Bedeutungsnähe ein; ein ähnlich klingendes Fachwort ohne gesicherte Übereinstimmung ersetzt den Okkasionalismus nicht.
Über Wortart und Genus hinaus macht diese Seite keine formalen Angaben. Zur Pluralbildung des Wortes und zu einer Rolle in der Rechtschreibreform behauptest du darum nichts, was du nicht belegen kannst.
Die Bedeutung ergibt sich aus dem Inhalt deines Satzes, nicht aus einer Software. Auch wenn Rechtschreibprogramme das Wort ohne Markierung durchlassen, prüf selbst, ob Kontext und Bedeutung zusammenpassen.

Checkliste für die passende Verwendung
Mit diesen Punkten erkennst du, ob du den Okkasionalismus treffend einsetzt:
- Du hast beide Bedeutungen im Kopf: die philosophische Lehre nach Descartes und, veraltend, das für eine Situation gebildete, nicht lexikalisierte Wort.
- Du nennst die Wortart korrekt: Substantiv, Maskulinum, der Okkasionalismus.
- Du ordnest deinen Satz klar der Philosophie oder der Sprachwissenschaft zu.
- Du beachtest bei der sprachwissenschaftlichen Bedeutung die Kennzeichnung veraltend.
- Bedeutung und Satzkontext stimmen überein: Leib, Seele und Gott passen zur Lehre, ein Wort für einen einzelnen Anlass passt zur Sprachwissenschaft.
- Berührt dein Text beide Bereiche, benennst du die Mehrdeutigkeit ausdrücklich und sagst, welche Bedeutung gemeint ist.
- Die Form des Wortes stimmt: Du hast die Schreibung mit den Rechtschreibregeln abgeglichen und die Groß- und Kleinschreibung des Substantivs kontrolliert.
- Bildest du eine Zusammensetzung mit dem Wort, hast du die Getrennt- und Zusammenschreibung überprüft.
- Du schreibst das Wort aus, denn eine Kurzform ist hier nicht belegt; das Thema Abkürzungen richtig schreiben stellt sich bei diesem Begriff also nicht.
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Stand: 27. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 27. Oktober). Okkasionalismus: Bedeutung in Philosophie und Sprache. korrektur.de. https://korrektur.de/okkasionalismus
„Okkasionalismus: Bedeutung in Philosophie und Sprache.“ korrektur.de, 27. Okt. 2026, korrektur.de/okkasionalismus. Zugriff 27. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Okkasionalismus: Bedeutung in Philosophie und Sprache. Verfügbar unter: https://korrektur.de/okkasionalismus (Zugriff: 27. Oktober 2026).
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korrektur.de. Okkasionalismus: Bedeutung in Philosophie und Sprache [online]. 2026 [Zugriff am 27.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/okkasionalismus
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-27)
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