Wortneuschöpfung: Grundlagen, Beispiele und Prüfverfahren

Wortneuschöpfung: Bedeutung, Beispiele und Abgrenzung zum Neologismus

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. September 2026 · Wortbedeutungen und Abkürzungen im Überblick

Eine Wortneuschöpfung ist ein neu gebildetes Wort. Sie ist mit dem Neologismus verwandt, aber nicht identisch: Ein Neologismus kann auch eine neue Bedeutung eines vorhandenen Wortes meinen.

Definition und grundlegende Bedeutung

Eine Wortneuschöpfung ist ein neu gebildetes Wort, das im Deutschen früher noch nicht vorhanden war. Das DWDS verzeichnet Wortneuschöpfung als feminines Substantiv und nennt Neuwort, Wortneubildung sowie Wortschöpfung als verwandte Ausdrücke. Dort erscheint Neologismus als fachsprachliche Bezeichnung. Damit lässt sich eine Wortneuschöpfung zunächst als einzelnes neues Wort beschreiben. Ein Neologismus kann weiter reichen: Das DWDS fasst darunter eine neu gebildete lexikalische Einheit, die von der Sprachgemeinschaft eine gewisse Zeit als neu wahrgenommen wird. Zur lexikalischen Einheit können neben Wörtern auch Redewendungen oder Ähnliches gehören. Die Quelle bezieht zudem neue Bedeutungen bereits vorhandener Wörter ein.

Für die Unterscheidung hilft es, zwei Fragen getrennt zu betrachten: Ist ein neues Wort gebildet worden, und hat ein schon bekanntes Wort eine neue Bedeutung erhalten? Die erste Frage richtet den Blick auf die Wortneuschöpfung. Die zweite Möglichkeit gehört nach der DWDS-Beschreibung ebenfalls zum Neologismus. Daraus folgt keine feste Frist für die Wahrnehmung als neu, denn das DWDS nennt keine Zeitspanne. Auch aus der bloßen Form eines Ausdrucks lässt sich diese Einordnung nicht ableiten. Ein eigener Ratgeber zu Neologismus als Stilmittel vertieft diesen Punkt.

Die grammatischen Angaben stehen unabhängig von dieser Bedeutungsfrage fest: Wortneuschöpfung ist im DWDS als Femininum mit Genitiv Singular Wortneuschöpfung und Nominativ Plural Wortneuschöpfungen geführt. Wer eine Schreibfrage klären möchte, kann die jeweilige Wörterbuchangabe prüfen. Hinweise für unsichere Schreibweisen stehen unter Rechtschreibung von Fremdwörtern.

Wortneuschöpfung: Bedeutung und Beispiele: der Ablauf in drei Schritten

Grammatikalische Merkmale und Deklination

Wortneuschöpfung und Neologismus sind Substantive, haben jedoch nicht dasselbe grammatische Geschlecht. Das DWDS führt Wortneuschöpfung als Femininum. Beim Neologismus nennt der Duden die maskuline Form. Entsprechend stehen die Artikel die Wortneuschöpfung und der Neologismus. Die Angaben betreffen die Wörterbuchformen der beiden Begriffe. Sie entscheiden nicht darüber, ob ein anderer Ausdruck bereits als Neologismus eingeordnet wird. Für Wortneuschöpfung weist das DWDS den Genitiv Singular Wortneuschöpfung und den Nominativ Plural Wortneuschöpfungen aus. Der Duden nennt beim Neologismus den Genitiv des Neologismus sowie den Plural die Neologismen.

  • Wortneuschöpfung ist feminin: die Wortneuschöpfung.
  • Der Genitiv Singular lautet Wortneuschöpfung.
  • Der Nominativ Plural lautet Wortneuschöpfungen.
  • Die Worttrennung lautet Wort-neu-schöp-fung.
  • Die Wortzerlegung besteht aus Wort und Neuschöpfung.
  • Neologismus ist maskulin: der Neologismus; der Plural lautet die Neologismen.

Die Worttrennung und die Zerlegung sind beim DWDS für Wortneuschöpfung angegeben. Beim Neologismus sind im Duden Artikel, Genitiv und Plural ausgewiesen; außerdem trennt der Duden das Wort als Neo|lo|gis|mus. Wer beide Begriffe in einem Satz verwendet, kann daher Artikel und Zahl getrennt prüfen. Die feminine Form bleibt auch dann Wortneuschöpfung, wenn sie im Genitiv Singular steht. Die maskuline Form Neologismus erhält im Genitiv den Artikel des. Im Plural stehen Wortneuschöpfungen und Neologismen. Diese Formen beschreiben die Grammatik der Begriffe und nicht den Zeitpunkt, zu dem eine lexikalische Einheit als neu empfunden wird. Ein eigener Ratgeber zu Stilmittel-Beispiele vertieft diesen Punkt. Für einzelne Schreib- oder Formfragen ist ein Abgleich mit dem jeweiligen Wörterbucheintrag möglich.

Abgrenzung zum Fachbegriff Neologismus

Wortneuschöpfung benennt ein einzelnes neu geschaffenes Wort. Das DWDS führt den Ausdruck als bedeutungsnah zu Neologismus und ordnet Neologismus dabei der Fachsprache zu. Beim fachsprachlichen Begriff ist der Blick weiter: Der Duden beschreibt damit eine sprachliche Neuerung, die in den allgemeinen Gebrauch gelangt ist. Gemeint sein kann ein neues Wort, aber auch eine neue Bedeutung für ein bereits bekanntes Wort. Das DWDS berücksichtigt bei Neologismus ebenfalls beide Möglichkeiten. Für die Einordnung ist daher entscheidend, ob die Neuerung in der Wortform liegt oder ob sich die Bedeutung eines vorhandenen Wortes verändert hat.

Tabelle: Begriff, Wortart, Kernmerkmal
BegriffWortartKernmerkmal
Wortneuschöpfungfeminines Substantivein neu gebildetes Wort
Neologismusmaskulines SubstantivNeuwort oder neue Bedeutung eines vorhandenen Wortes

Die Gegenüberstellung trennt damit zwei eng verbundene Beschreibungen. Wortneuschöpfung richtet die Aufmerksamkeit auf ein neu gebildetes Wort. Neologismus kann zusätzlich eine Bedeutungsneuheit betreffen, obwohl die Wortform bereits vorhanden ist. Nach dem DWDS wird eine neu gebildete lexikalische Einheit für eine gewisse Zeit als neu wahrgenommen. Eine feste Dauer wird dort nicht angegeben. Deshalb lässt sich aus einer bloßen Beobachtung weder eine bestimmte zeitliche Einordnung noch ein Wörterbuchstatus ableiten. Wer einen Ausdruck betrachtet, kann zunächst unterscheiden, ob ein neues Wort entstanden ist oder ob ein bekanntes Wort anders verstanden wird. Diese Unterscheidung beschreibt nur den passenden Blick auf den Ausdruck und ersetzt keinen Wörterbuchabgleich. Ein eigener Ratgeber zu Liste der Stilmittel vertieft diesen Punkt.

Konkrete Illustrationen am Beispiel

Für Beispiele lassen sich selbst erfundene Wörter verwenden. „Fensterpause“ könnte eine kurze Unterbrechung bezeichnen, in der jemand ans Fenster tritt und den Blick nach draußen richtet. Das Wort setzt sich aus Fenster und Pause zusammen. Es beschreibt nur eine mögliche Benennung und behauptet nicht, bereits im Sprachgebrauch erfasst zu sein. Als zweites Beispiel kann „Klangkarte“ für eine Technik stehen, die Töne an einem Ort in einer Übersicht ordnet. Die Bestandteile sind Klang und Karte. Auch dieses Wort ist frei erfunden und zeigt eine Zusammensetzung aus vorhandenen Wörtern.

Solche Beispiele dienen dazu, die Bildung eines neuen Ausdrucks sichtbar zu machen. Sie liefern für sich allein keinen Nachweis, wie ein Wort sprachwissenschaftlich eingeordnet wird. Beim ersten Beispiel lassen sich die beiden Bestandteile Fenster und Pause benennen. Beim zweiten Beispiel sind es Klang und Karte. Eine neue Bedeutung eines vorhandenen Wortes wäre davon zu unterscheiden, weil dabei kein neues zusammengesetztes Wort entstehen muss. Für die Einordnung bleibt daher offen, ob ein erfundener Ausdruck über die bloße Bildung hinaus als Neologismus wahrgenommen würde.

Das Neologismenwörterbuch des Instituts für Deutsche Sprache umfasst nach seiner eigenen Beschreibung mehr als 2.100 neue Wörter, Phraseologismen und neue Bedeutungen etablierter Wörter. Erfasst werden Einheiten, die seit 1991 in den allgemeinsprachlichen Teil der deutschen Standardsprache gelangt sind. Die Angabe betrifft den Wörterbuchbestand und nicht Fensterpause oder Klangkarte. Für eine eigene Prüfung kann zunächst die Zusammensetzung eines erfundenen Wortes beschrieben und anschließend nachgesehen werden, ob der Ausdruck in einem Wörterbuch vorkommt. Ein eigener Ratgeber zu Fremdwörter-Liste vertieft diesen Punkt.

Prozesse der Lexikon-Erweiterung

Für Wortneuschöpfungen bietet das Neologismenwörterbuch von OWID einen belegbaren Blick auf erfassten neuen Wortschatz. Es beschreibt sein Angebot als Wörterbuch mit mehr als 2.100 neuen Wörtern, neuen Phraseologismen und neuen Bedeutungen bereits etablierter Wörter. Die erfassten Einheiten sind nach der Selbstdarstellung zwischen 1991 und heute in den allgemeinsprachlichen Wortschatz der deutschen Standardsprache eingegangen. Das Wörterbuch ordnet seine Stichwörter zusätzlich Sachgruppen zu. Als Beispiele für Themen nennt die Seite Wortschatz rund um die Coronapandemie und Neologismen der Zehnerjahre.

Neue Wörter können durch die Zusammensetzung bestehender Wörter, durch Ableitung mit Vor- oder Nachsilben oder durch die Übernahme und Anpassung fremdsprachiger Begriffe entstehen. Ein Fehler wäre es, aus dem bloßen Auffallen eines Ausdrucks automatisch auf einen amtlich anerkannten Neologismus zu schließen. OWID beschreibt für Vorschläge einen eigenen Prüfweg über ein Formular und kein automatisches Aufnahmeverfahren. Ein fehlender oder gefundener Eintrag sollte deshalb nur als Ergebnis der jeweiligen Wörterbuchsuche festgehalten werden. Das Neologismenwörterbuch kann neue Wörter, neue Wortverbindungen und neue Bedeutungen erfassen; daraus folgt keine automatische Erfassung jedes auffälligen Ausdrucks. Wer einen Ausdruck einordnen möchte, kann die Schreibweise notieren, die Bedeutung im Fundzusammenhang festhalten und anschließend nach einem passenden Eintrag suchen. So bleiben Beobachtung und Wörterbuchnachweis getrennt.

Die Sachgruppen des Neologismenwörterbuchs bieten eine zusätzliche Ordnung für bereits erfasste Stichwörter. Sie ersetzen keine Aussage über einen Ausdruck, der nicht im Wörterbuch steht. Auch die Angabe von mehr als 2.100 Einheiten beschreibt den Bestand des Wörterbuchs, nicht die Gesamtzahl aller neuen Wörter. Ein eigener Ratgeber zu Rechtschreibung von Fremdwörtern vertieft diesen Punkt. Für eine Schreibfrage kann die konkrete Wörterbuchangabe geprüft werden. Das hält die Beschreibung bei dem fest, was ein Nachschlagewerk zum gesuchten Ausdruck tatsächlich ausweist.

Wortneuschöpfung: Bedeutung und Beispiele: Prüfliste mit vier Punkten

Prüfsystematik für neue Wörter

Ein neuer Ausdruck lässt sich mit drei Schritten geordnet betrachten. Zunächst wird zwischen einer neuen Wortform und einer neuen Bedeutung unterschieden. Danach folgt der Blick auf die Bildung oder Übernahme des Ausdrucks. Zum Schluss wird geprüft, ob ein Wörterbuch den Ausdruck bereits verzeichnet. Diese Reihenfolge hält die Beobachtung eines Wortes und einen lexikografischen Nachweis auseinander. Das DWDS beschreibt Neologismus sowohl für neu gebildete lexikalische Einheiten als auch für neue Bedeutungen vorhandener Wörter. Sein Eintrag zu Wortneuschöpfung bietet außerdem einen Ansatzpunkt für die Suche nach diesem Ausdruck.

  1. Prüfe zuerst, ob ein ganz neues Wort vorliegt. Dann kann es als Wortneuschöpfung beschrieben werden. Hat ein bekanntes Wort eine neue Bedeutung erhalten, kommt Neologismus im weiteren Sinn in Betracht.
  2. Betrachte anschließend die Wortbildung. Notiere, ob eine Zusammensetzung, eine Ableitung oder eine Entlehnung vorliegt. Bei einer Zusammensetzung lassen sich die verbundenen Wörter einzeln festhalten.
  3. Prüfe danach einen Wörterbuchbeleg. Dafür können das DWDS und owid.de herangezogen werden. Ein vorhandener Eintrag ist von einem bloß im Alltag verwendeten Ausdruck zu unterscheiden.

Ein Treffer in einem Nachschlagewerk beantwortet die Frage, ob gerade dieses Werk einen Eintrag enthält. Ohne einen solchen Treffer bleibt nur festzustellen, dass kein Eintrag gefunden wurde. Das Neologismenwörterbuch von OWID beschreibt seinen Bestand als neue Wörter, neue Phraseologismen und neue Bedeutungen etablierter Wörter, die seit 1991 in den allgemeinsprachlichen Wortschatz der deutschen Standardsprache eingegangen sind. Damit ist ein Alltagswort nicht automatisch dasselbe wie ein lexikografisch belegter Neologismus. Ein eigener Ratgeber zu Wirkung von Stilmitteln vertieft diesen Punkt. Die drei Schritte helfen, Wortform, Bedeutung und Fundstelle getrennt festzuhalten, ohne aus einer einzelnen Beobachtung weitere Schlüsse zu ziehen.

Quellen und Stand

„Wortneuschöpfung: Grundlagen, Beispiele und Prüfverfahren“ erscheint auf dieser Seite unter dem Titel „Wortneuschöpfung verstehen: Definition und Ablauf“.

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Häufige Fragen zu Wortneuschöpfung

Was versteht man unter einer Wortneuschöpfung?

Eine Wortneuschöpfung ist ein neu gebildetes Wort, das im Deutschen zuvor nicht existierte. Es handelt sich um ein feminines Substantiv, das eng verwandt mit Begriffen wie Neuwort oder Wortschöpfung ist.

Wie unterscheidet sich ein Neologismus von einer Wortneuschöpfung?

Eine Wortneuschöpfung bezeichnet konkret ein neues Wort. Ein Neologismus kann zusätzlich eine neue Bedeutung eines bereits vorhandenen Wortes bezeichnen.

Welche grammatische Form hat das Wort Neologismus?

Neologismus ist ein maskulines Substantiv. Der Genitiv Singular lautet des Neologismus, der Nominativ Plural lautet die Neologismen.

Entstehen neue Wörter nur durch Übersetzung aus anderen Sprachen?

Nein. Neue Wörter entstehen nicht nur durch Übersetzung, sondern etwa auch durch Zusammensetzung bestehender Wörter oder durch Ableitung. Ob ein neues oder auffälliges Wort als Neologismus in einem Wörterbuch erfasst ist, lässt sich nur anhand eines passenden Wörterbucheintrags prüfen.

Müssen alle neuen Wörter sofort in Wörterbücher aufgenommen werden?

Für eine mögliche Aufnahme in das OWID-Neologismenwörterbuch gibt es einen eigenen Prüfweg über ein Vorschlagsformular; ein automatisches Verfahren beschreibt die Seite nicht.

Warum ist die Trennung zwischen Alltagswort und Neologismus wichtig?

Ein neues Wort ist nicht automatisch ein lexikografisch erfasster Neologismus. Die Einordnung lässt sich durch einen Blick in Wörterbücher wie DWDS oder OWID prüfen.

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