Mittwochnachmittag richtig schreiben: groß, zusammen und klar abgegrenzt
Mittwochnachmittag: Rechtschreibung, groß und zusammen
Mittwochnachmittag wird zusammen und groß geschrieben, weil es ein Substantiv ist. Das davon abgeleitete Adverb mittwochnachmittags hingegen steht durchgehend klein. Dieser Artikel erklärt die Regel, zeigt alle Schreibweisen im Vergleich und ordnet die abweichende Schweizer Empfehlung ein.
Mittwochnachmittag: Grundregel und amtliche Regelung
Mittwochnachmittag wird zusammen und groß geschrieben, weil es ein Substantiv aus Mittwoch und Nachmittag ist. Die Verbindung zweier Substantive ergibt ein neues, eigenständiges Wort mit eigener Bedeutung und eigenen Flexionsformen.
Im Duden ist das Wort als maskulines Substantiv verzeichnet. Die Bedeutung wird dort als Nachmittag des Mittwochs angegeben, und die Worttrennung lautet Mitt-woch-nach-mit-tag. Den Genitiv Singular nennt der Duden in den Formen des Mittwochnachmittags beziehungsweise des Mittwochnachmittages, den Nominativ Plural als die Mittwochnachmittage. Der Duden behandelt das Wort damit als ein einheitliches, zusammengeschriebenes Substantiv und nicht als Wortgruppe aus zwei nebeneinanderstehenden Nomen.
Die Regel dahinter steht im amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung. Paragraf 37(1.1) legt fest, dass Zusammensetzungen mit einem Substantiv als Erstglied zusammengeschrieben werden. Das Wörterverzeichnis des Regelwerks belegt das am Beispiel Dienstagabend, das in Verwendungen wie am Dienstagabend und jeden Dienstagabend auftritt. Mittwochnachmittag folgt genau diesem Muster: Mittwoch ist das substantivische Erstglied, Nachmittag das Zweitglied, und beide bilden zusammen ein neues Wort.
Am Mittwochnachmittag fällt der Unterricht aus. Dieser Beispielsatz zeigt das Wort in einer typischen Situation: Es steht nach einer Präposition, und der bestimmte Artikel vor dem Substantiv macht deutlich, dass kein Adverb, sondern ein konkretes Nomen vorliegt. Solche Konstruktionen mit am oder jeden sind das sicherste Anzeichen für die Substantivform.
Getrennt- und Zusammenschreibung im Überblick zeigt, dass Paragraf 37(1.1) für Zusammensetzungen mit einem Substantiv als Erstglied gilt. Bei ähnlich gebauten Wörtern aus Wochentag und Tageszeit lohnt sich ein Blick in den Duden oder in das amtliche Regelwerk, um die dort verzeichnete Schreibung zu prüfen. Entscheidend ist stets die Frage, ob das Erstglied ein Substantiv ist.

Alle Schreibweisen im Überblick: Tabelle mit Beispielen
Mittwoch oder mittwochs: groß oder klein ist eine Frage, die von der Wortart abhängt, nicht von einer beliebigen Entscheidung. Der Duden und das amtliche Regelwerk unterscheiden mehrere Schreibweisen, die unterschiedliche grammatische Funktionen erfüllen.
Der Duden führt das Adverb mittwochnachmittags als eigenständigen Eintrag: in einem Wort, durchgehend kleingeschrieben, mit der Bedeutung mittwochs nachmittags. Diese Form steht neben dem Substantiv Mittwochnachmittag als eigene Wortart im Wörterbuch. Beide Formen teilen zwar den Wortstamm, unterscheiden sich aber in Wortart, Schreibweise und Verwendung grundlegend.
Das amtliche Regelwerk regelt in Paragraf 56(3) die Kleinschreibung von Adverbien auf -s wie dienstags. Als Beispiele nennt das Regelwerk dienstags abends, aber auch die zusammengesetzte Form dienstagabends. Diese Formen werden klein geschrieben, weil sie Adverbien sind und keine Substantive.
Eine abweichende Empfehlung gibt die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK). Bei Fügungen wie Mittwoch morgen oder Mittwochmorgen ohne vorangehenden Artikel räumt die SOK dem Schreibenden die Entscheidung über Getrennt- oder Zusammenschreibung ein, weil laut SOK unterschiedliche Schreibungen unterschiedliche Betonungen ausdrücken können. Die SOK nennt das ausdrücklich als eigene Empfehlung und weist selbst darauf hin, dass sie dabei von der Auslegung des Duden abweicht.
| Schreibweise | Wortart | Beispielsatz |
|---|---|---|
| Mittwochnachmittag | Substantiv (maskulin) | Der Mittwochnachmittag war sonnig. |
| mittwochnachmittags | Adverb | Der Kurs findet mittwochnachmittags statt. |
| mittwochs nachmittags | Adverbfügung (zweiteilig) | Sie arbeitet mittwochs nachmittags von zu Hause. |
| heute Nachmittag | Adverb + Substantiv | Heute Nachmittag kommt Besuch. |
| Mittwoch Nachmittag (SOK-Empfehlung, ohne Artikel) | Substantiv getrennt (Schweizer Empfehlung) | Mittwoch Nachmittag ist die Sitzung. |
Die Tabelle zeigt, dass jede Schreibweise eine eigene grammatische Funktion trägt. Ein Wechsel zwischen den Formen verändert die Bedeutung oder zumindest die Satzkonstruktion.
mittwochnachmittags klein: das -s als Zeichen der Wiederholung
Das angehängte s am Ende verwandelt das Substantiv Mittwochnachmittag in ein Adverb, das eine regelmäßige Wiederholung ausdrückt. Gemeint ist nicht ein einzelner bestimmter Mittwochnachmittag, sondern jeder Mittwochnachmittag in einer wiederkehrenden Folge. Wochentage groß oder klein zu schreiben hängt deshalb auch davon ab, ob ein einmaliger Termin oder eine sich wiederholende Gewohnheit beschrieben werden soll.
Das amtliche Regelwerk unterscheidet diese beiden Fälle ausdrücklich. Paragraf 56(3) schreibt Adverbien auf -s wie dienstags klein, ebenso die zusammengesetzte Form dienstagabends. Paragraf 55 hingegen regelt die Großschreibung von Tageszeiten nach Adverbien wie heute oder morgen sowie nach einem Wochentag ohne s-Form. Die beiden Paragrafen betreffen unterschiedliche Schreibsituationen und dürfen nicht verwechselt werden.
Der Duden führt Substantiv und Adverb als zwei verschiedene Wortarten, jede mit eigener Rechtschreibung, eigener Worttrennung und eigener Bedeutungsangabe. Sie sind im Satz nicht beliebig austauschbar: Das Substantiv steht nach Artikeln und Präpositionen, das Adverb hingegen nie mit einem Artikel davor.
Wir treffen uns mittwochnachmittags im Lesesaal. Dieser Satz beschreibt eine Gewohnheit, die sich jede Woche wiederholt, weshalb das Adverb klein steht. Der Mittwochnachmittag ist für die Sprechstunde reserviert. Hier bezeichnet das Substantiv einen konkreten Zeitpunkt, der Artikel signalisiert das, und die Großschreibung ist zwingend. Wer zwischen diesen beiden Formen wählt, trifft damit zugleich eine inhaltliche Entscheidung darüber, ob etwas einmalig oder wiederkehrend gemeint ist.
Heute Nachmittag getrennt, Mittwochnachmittag zusammen: der Grund
Der Unterschied zwischen heute Nachmittag und Mittwochnachmittag liegt in der Wortart des ersten Bestandteils. Heute, gestern und morgen sind Adverbien. Adverbien können kein substantivisches Erstglied einer Zusammensetzung bilden, weshalb aus heute Nachmittag kein zusammengeschriebenes Substantiv entsteht, sondern eine Fügung, in der Nachmittag groß und getrennt steht. Mittwoch ist dagegen selbst ein Substantiv und kann deshalb als Erstglied mit einem weiteren Substantiv verschmelzen.
Das amtliche Regelwerk behandelt diesen Unterschied in zwei verschiedenen Paragrafen. Paragraf 55(6) führt Fügungen wie heute Abend oder gestern Abend als Großschreibung eigener Art auf und schreibt sie getrennt. Paragraf 37(1.1) hingegen gilt für Zusammensetzungen mit einem Substantiv als Erstglied, und dort wächst ein Wochentag mit der nachfolgenden Tageszeit zu einem neuen Wort zusammen. Der grammatische Unterschied zwischen Adverb und Substantiv im Erstglied erklärt, warum die eine Verbindung zusammengeschrieben und die andere getrennt geschrieben wird.
Das DWDS nennt unter Wortzerlegung ausdrücklich die beiden Bestandteile Mittwoch und Nachmittag und verzeichnet das Wort einheitlich als ein zusammengeschriebenes Substantiv. Das zeigt, dass die Zusammensetzung lexikalisch gefestigt ist und nicht als gelegentliche Wortgruppe behandelt wird.
Heute Nachmittag: richtig schreiben bedeutet also, Nachmittag nach dem Adverb heute groß und getrennt zu lassen, weil kein substantivisches Erstglied vorliegt. Tageszeiten groß oder klein hängt damit unmittelbar von der Frage ab, welches Wort davor steht: ein Substantiv wie ein Wochentag, das nach Paragraf 37(1.1) eine Zusammensetzung bildet, oder ein Adverb wie heute, das nach Paragraf 55(6) eine getrennte Fügung mit großgeschriebener Tageszeit ergibt.

Schreibweise prüfen: vier Schritte und die Schweizer Empfehlung
Wer unsicher ist, welche Schreibweise passt, kann vier Schritte durchgehen. Erstens: Steht ein Artikel oder eine Präposition wie am, jeden oder der vor dem Wort, handelt es sich um das Substantiv Mittwochnachmittag, das zusammen und groß geschrieben wird. Zweitens: Ist eine regelmäßige Wiederholung gemeint, dann passt das Adverb mittwochnachmittags, das durchgehend klein geschrieben wird. Drittens: Steht vor der Tageszeit ein Adverb wie heute, gestern oder morgen, wird die Tageszeit getrennt und groß geschrieben, etwa heute Nachmittag oder gestern Abend. Viertens: Genitiv und Plural des Substantivs bildet man nach dem Wörterbuch.
Das DWDS nennt den Genitiv Singular Mittwochnachmittag(e)s und den Nominativ Plural Mittwochnachmittage. Das Wörterbuch führt zudem typische Verbindungen auf, darunter Verben wie eintreffen, ereignen oder zusammenstoßen. Diese Verbindungen bezeichnet das DWDS ausdrücklich als maschinell berechnete, typische Beispiele aus Nachrichten- und Ereignisberichten. Sie zeigen, in welchem Textzusammenhang das Wort besonders gebräuchlich ist, etwa bei der Beschreibung von Unfällen, Ereignissen oder Terminen, ohne dass diese Liste abschließend wäre.
Für Texte, die in der Schweiz entstehen, gibt die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK) eine abweichende Empfehlung. Die SOK empfiehlt für Tageszeiten nach Zeitadverbien wie heute, gestern oder morgen sowie nach Wochentagen eine konsequente Kleinschreibung. Als Musterbeispiele nennt sie Schreibweisen wie heute abend oder am Dienstag abend. Für Fügungen ohne vorangehenden Artikel, etwa Mittwoch morgen oder Mittwochmorgen, überlässt die SOK die Wahl zwischen Getrennt- und Zusammenschreibung dem Schreibenden. Die SOK weist selbst ausdrücklich darauf hin, dass diese Empfehlung von der Auslegung des Duden abweicht.
Die SOK-Empfehlung ist keine amtliche Regel. Für Texte in Deutschland gelten das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung und der Duden. Wer nach der SOK-Empfehlung schreibt, weicht damit von der in Deutschland gültigen Norm ab. Bei Unsicherheit empfiehlt sich ein Blick in das amtliche Regelwerk oder den Duden, um die jeweils passende Schreibweise für den eigenen Verwendungskontext zu bestimmen.
Quellen und Stand
- Duden online: Eintrag Mittwochnachmittag, Rechtschreibung und Bedeutung: www.duden.de (geprüft am 2026-09-22)
- Rat für deutsche Rechtschreibung: Amtliches Regelwerk 2024, Regeln und Wörterverzeichnis: www.rechtschreibrat.com (geprüft am 2026-09-22)
- DWDS: Eintrag Mittwochnachmittag, Grammatik und Verwendungsbeispiele: www.dwds.de (geprüft am 2026-09-22)
- SOK Schweizer Orthographische Konferenz: Wörtliste Groß- und Kleinschreibung, Tageszeiten: sok.ch (geprüft am 2026-09-22)
Das Thema „Mittwochnachmittag richtig schreiben: groß, zusammen und klar abgegrenzt“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.
