Woher das Wort Konto stammt
Konto: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Konto begegnet dir auf jedem Kontoauszug und in jeder Buchhaltung. Das Wort trägt seine Geschichte in sich: von lateinisch putare über spätlateinisch computus und italienisch conto bis zum deutschen Konto.
Woher kommt das Wort Konto?
Konto kam um 1500 aus italienisch conto (Rechnung) ins Deutsche und geht auf spätlateinisch computus (Berechnung) zurück. Das DWDS nennt nach Pfeifer die Entlehnung um 1500 aus italienisch conto, das aus spätlateinisch computus hervorgegangen ist, welches wiederum zu lateinisch computare (berechnen) gehört. Das Wiktionary datiert die Entlehnung aus dem Italienischen ins 15. Jahrhundert und führt computus auf das Verb computare zurück, das aus dem Präfix con- oder com (zusammen) und dem Verb putare (rechnen) gebildet ist. Der Duden nennt dieselbe Kette aus italienisch conto, spätlateinisch computus, lateinisch computare und putare, ohne eine Jahreszahl zu geben.
In einfachen Worten: Konto war ursprünglich ein Begriff der Kaufmannssprache und des Bankwesens für eine laufende Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten, von Einnahmen und Ausgaben. Wer ein Konto führte, hielt eine Rechnung über Zu- und Abgänge fest, so wie es heute eine Bank für Ein- und Ausgänge eines Kunden tut. Das DWDS beschreibt die heutige Bedeutung entsprechend als schriftlich geführte Übersicht, mit der eine Bank für ihren Kunden die Rechnung über Ein- und Ausgänge führt.
Zum Vergleich: Herkunft von Dollar. Konto ist damit ein Wort, das seinen Ursprung direkt im Vorgang des Rechnens trägt: von putare über computare und computus bis zum italienischen conto, das schließlich ins Deutsche überging. Die Grundbedeutung Rechnung ist dabei durch alle Stufen hindurch erkennbar und erklärt, warum das Wort bis heute für Bankkonten und ähnliche Abrechnungen steht.

Welche Stufen führen zu Konto?
Der Weg von Konto führt über mehrere Sprachstufen. Zu lateinisch putare (rechnen) siehe auch Fremdwörter aus dem Lateinischen. Der Duden gibt zu putare zusätzlich die Angabe eigentlich (be)reinigen; diese Angabe nennt der Duden. Das Wiktionary erklärt, dass computare aus dem Präfix con- oder com (zusammen) und putare gebildet wurde.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | putare (rechnen, nach Duden eigentlich (be)reinigen) | lateinisch | ohne Datierung |
| 2 | computare (berechnen) | lateinisch | ohne Datierung |
| 3 | computus (Berechnung) | spätlateinisch | ohne Datierung |
| 4 | conto (Rechnung) | italienisch | ohne Datierung |
| 5 | Konto | deutsch | um 1500 nach DWDS, 15. Jahrhundert nach Wiktionary |
In der Kaufmannssprache und im Bankwesen meinte Konto eine laufende Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten, von Einnahmen und Ausgaben. Diese Bedeutung bezog sich auf die buchhalterische Gegenüberstellung von Soll und Haben. Die Bedeutung als Zugangsberechtigung zu einem Rechner, Webdienst oder einer Webanwendung ist laut DWDS eine spätere Bedeutung, die sich erst nach der ursprünglichen kaufmännischen Verwendung entwickelte.
Lateinisch putare bedeutet rechnen; die Zusatzangabe eigentlich (be)reinigen stammt vom Duden. Nach dem Wiktionary ist con- oder com Bestandteil von computare. Weitere Zwischenstufen oder Jahreszahlen zwischen diesen Stufen sind nicht bekannt, und die Kette bleibt bei diesen fünf Stufen. Diese Abfolge von putare über computare und computus zu conto und schließlich Konto zeigt, wie ein einzelnes lateinisches Verb über das Spätlatein und das Italienische seinen Weg ins Deutsche fand und dabei die Grundbedeutung des Rechnens über alle Stufen bewahrte.
Was ist gesichert und was nicht?
DWDS, Duden und Wiktionary führen Konto übereinstimmend auf italienisch conto und spätlateinisch computus zurück. Diese beiden Stufen sind durch alle drei Nachschlagewerke gedeckt und bilden den gesicherten Kern der Wortgeschichte. Zu Konto siehe auch Lehnwörter. Die Aussagen von DWDS, Duden und Wiktionary lassen sich hier unmittelbar aufeinander beziehen, da alle drei dieselbe Ableitungskette nennen.
Ein Vorbehalt betrifft die Datierung: Sie ist uneinheitlich. Das DWDS nennt um 1500, das Wiktionary das 15. Jahrhundert, und der Duden nennt gar keine Jahreszahl. Die Zusatzangabe eigentlich (be)reinigen zu putare stammt vom Duden.
- Italienisch conto wird von allen drei Quellen genannt
- Spätlateinisch computus wird von allen drei Quellen genannt
- Lateinisch computare nennen Duden und Wiktionary
- Lateinisch putare nennen Duden und Wiktionary
- Um 1500 oder 15. Jahrhundert nennen DWDS und Wiktionary, mit unterschiedlicher Zeitangabe
Die Kernkette von conto und computus trägt die Herkunft von Konto zuverlässig, während Details wie die genaue Jahreszahl oder die Zusatzbedeutung von putare je nach Nachschlagewerk verschieden sind. Die Grundlinie der Wortgeschichte ist durch alle drei Quellen gedeckt; einzelne Randangaben weichen voneinander ab.
Welche verwandten Wörter gibt es?
Konto bildet im Deutschen mehrere grammatische Formen. DWDS und Duden nennen den Genitiv des Kontos und den Plural die Konten, selten auch Kontos, sowie die schweizerische Form Konti. Das Wiktionary führt zusätzlich die Abkürzungen K. und Kto. für das Wort an. Zum Vergleich: Herkunft von Kaffee.
Die Bedeutungen des Wortes reichen laut den Quellen vom Bankkonto über die Buchhaltung mit Soll und Haben bis zum Zugang zu einem Rechner oder Webdienst. DWDS, Wiktionary und Duden nennen diese drei Bedeutungsfelder jeweils mit eigenen Formulierungen, wobei der Kern der laufenden Abrechnung von Ein- und Ausgängen bei allen drei Quellen erhalten bleibt.
- Konten (DWDS, Duden): Plural von Konto
- Kontos (DWDS, Duden): seltener Plural von Konto
- Konti (DWDS, Duden): schweizerische Pluralform
- Kto. (Wiktionary): Abkürzung für Konto
Wie wird das Wort heute verwendet?
Konto ist laut DWDS und Duden ein sächliches Substantiv: das Konto, des Kontos, die Konten. Die Bedeutungen umfassen zum einen die laufende Gegenüberstellung und Abrechnung von Ein- und Ausgängen bei einer Bank, zum anderen die Zugangsberechtigung zu einem Rechner oder Webdienst. Die Wortherkunft von Konto führt vom lateinischen Rechnen zum Bankkonto, das heute bei Banken und bei Webdiensten verwendet wird.
Im Bankwesen zeigt sich die erste Bedeutung etwa in einem Satz wie: Die Überweisung ging auf das Konto der Empfängerin ein. Im Sinn des Zugangs zu einem Dienst lässt sich das Wort so verwenden: Für die Anmeldung im Online-Portal benötigt man ein Konto mit Benutzername und Passwort. Mit dem Plural lässt sich das Nebeneinander der Bedeutungen zeigen: Eine Person verwaltet ein Bankkonto und zugleich ein Konto bei einem Webdienst, beide zusammen als Konten bezeichnet.
Ursprünglich meinte das Wort schlicht Rechnung, wie es italienisch conto und spätlateinisch computus bereits ausdrückten. Aus dieser Grundbedeutung entwickelte sich im Deutschen zunächst die kaufmännische Verwendung für die Gegenüberstellung von Soll und Haben, später die banktechnische Bedeutung für die Verwaltung von Geldern eines Kunden. Die dritte, jüngere Bedeutung als Zugang zu digitalen Diensten erweitert das Bedeutungsspektrum, ohne den ursprünglichen Rechnungsbezug aufzugeben. So verbindet das Wort bis heute die alte kaufmännische Welt des Rechnens mit der modernen digitalen Verwaltung von Zugängen.

Was bleibt offen?
Zur Herkunft von Konto nennen die drei Quellen an einigen Stellen unterschiedliche Angaben. Das DWDS nennt die Entlehnung um 1500, das Wiktionary nennt dafür das 15. Jahrhundert. Die Angabe eigentlich (be)reinigen zu putare führt allein der Duden. Zur Bedeutung als Zugang zu einem Computerdienst nennt das DWDS nur, dass es sich um eine spätere Bedeutung handelt, ohne einen Zeitpunkt dafür zu nennen.
- Das DWDS nennt um 1500, das Wiktionary nennt das 15. Jahrhundert für die Entlehnung
- Die Angabe eigentlich (be)reinigen zu putare führt allein der Duden
- Das DWDS nennt die Bedeutung als Zugang zu einem Computerdienst als spätere Bedeutung, ohne Zeitpunkt
Als Merksatz für die Wortgeschichte gilt: aus lateinisch putare und computare über spätlateinisch computus und italienisch conto zu Konto. Diese Kette bildet das Rückgrat der Herkunft und zeigt, wie ein lateinisches Verb über mehrere Sprachstufen zum deutschen Bankwort wurde. Einzelne Details, wie die genaue Zeitangabe oder die Zusatzbedeutung von putare, nennen die Quellen unterschiedlich; der Kern der Herleitung steht durch alle drei Nachschlagewerke fest.
Quellen und Stand
- DWDS: Konto, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-09)
- Duden: Konto, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-09)
- Wiktionary: Konto, Herkunft: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-09)