Gendern Kandidat gendergerecht formulieren
Doppelnennung, Sternchen und neutrale Alternativen für Kandidat
Wer beim Gendern Kandidat geschlechtergerecht formulieren möchte, wählt zwischen der Doppelnennung Kandidatin und Kandidat, verkürzten Schreibweisen wie Kandidat*innen, Kandidat:innen, Kandidat_innen oder KandidatInnen und der neutralen Bezeichnung Kandidierende. Alle Varianten sind fachlich nachvollziehbar, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit und Akzeptanz an Hochschulen. Für wissenschaftliche Arbeiten lohnt sich ein Blick in die Vorgaben der eigenen Hochschule, denn nicht jede Prüfungsordnung erlaubt Sonderzeichen im Wortinneren. Wo keine Vorgabe existiert, sorgt eine konsequent durchgehaltene Form für einen einheitlichen und professionellen Gesamteindruck der Arbeit.
Gendern Kandidat: die kurze Antwort
Beim Gendern Kandidat geht es darum, neben der maskulinen Form auch die weibliche Form sichtbar zu machen oder eine neutrale Formulierung zu wählen. Die weibliche Form lautet Kandidatin, im Plural Kandidatinnen, während die maskuline Pluralform Kandidaten heißt. Wer beide Geschlechter ausschreiben möchte, nutzt die Doppelnennung Kandidatin und Kandidat beziehungsweise Kandidatinnen und Kandidaten. Für eine platzsparende, geschlechterübergreifende Schreibweise stehen verkürzte Formen wie das Gendersternchen zur Verfügung. Welche Variante im Einzelfall passt, hängt von der Textsorte, dem Adressatenkreis und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, von den Vorgaben der jeweiligen Hochschule ab.

Alle Schreibweisen im Überblick
Für die Personenbezeichnung Kandidat existieren mehrere gängige Schreibweisen, die sich in Lesbarkeit und Verbreitung unterscheiden. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Varianten für Singular und Plural.
- Doppelnennung: Kandidatin und Kandidat, im Plural Kandidatinnen und Kandidaten
- Gendersternchen: Kandidat*in, im Plural Kandidat*innen
- Gender-Doppelpunkt: Kandidat:in, im Plural Kandidat:innen
- Gender-Unterstrich (Gender-Gap): Kandidat_in, im Plural Kandidat_innen
- Binnen-I: KandidatIn, im Plural KandidatInnen
Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich und Binnen-I sollen alle Geschlechter gleichermaßen einschließen, unterscheiden sich aber in Aussprache, Barrierefreiheit und offizieller Anerkennung. Der amtliche Rechtschreibrat führt keine dieser Formen derzeit als verbindlichen Standard, weshalb die Wahl der Schreibweise meist in der eigenen Verantwortung oder den Vorgaben der jeweiligen Hochschule liegt.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Kandidat
Eine geschlechtsneutrale Alternative vermeidet Sonderzeichen und funktioniert unabhängig vom Geschlecht. Für Kandidat bietet sich das substantivierte Partizip Kandidierende an, gebildet vom Verb kandidieren. Es bezeichnet die Person, die sich um ein Amt, einen Platz oder eine Auswahl bewirbt, ohne eine grammatische Geschlechtsform festzulegen, und lässt sich problemlos im Singular (die Kandidierende, der Kandidierende) und Plural (die Kandidierenden) verwenden. Alternativ eignen sich Umschreibungen wie die Bewerberschaft oder die Person, die zur Prüfung antritt. Ein Nachteil bleibt: In reinen Prüfungskontexten wirkt Kandidierende mitunter etwas formell, da die Person nicht wörtlich für etwas kandidiert, sondern geprüft wird. Mehr Umschreibungsmöglichkeiten liefert der Beitrag zur gendergerechte Sprache.
Beispiele aus dem Studien- und Prüfungsalltag
Im Uni-Kontext lässt sich die Wahl der Schreibweise gut an Beispielsätzen zeigen. Mit Doppelnennung: Die Kandidatin und der Kandidat stellen ihre Abschlussarbeit vor der Prüfungskommission vor. Mit Gendersternchen: Die Kandidat*innen erhalten das Prüfungsergebnis eine Woche nach der mündlichen Prüfung. Mit Doppelpunkt: Die Kandidat:innen reichen ihre Unterlagen bis zum angegebenen Termin ein. Mit der neutralen Form: Die Kandidierenden werden vor Prüfungsbeginn über den Ablauf informiert. Alle Sätze sind inhaltlich identisch und unterscheiden sich nur in der gewählten Bezeichnung. Wichtig ist, dass innerhalb eines Textes durchgehend dieselbe Form verwendet wird, damit der Lesefluss nicht gestört wird und die Arbeit einen konsistenten Eindruck macht.

Häufige Fehler und Empfehlung für die Arbeit
Ein häufiger Fehler ist das Mischen mehrerer Schreibweisen innerhalb derselben Arbeit, etwa Kandidat*innen in einem Kapitel und KandidatInnen im nächsten. Ebenso uneinheitlich wirkt es, wenn Sonderzeichen nur bei manchen Personenbezeichnungen gesetzt werden, bei anderen aber nicht. Das amtliche Regelwerk führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie aber in Haus- und Abschlussarbeiten ausdrücklich. Vor dem Schreiben lohnt sich daher ein Blick in die Prüfungsordnung oder den Styleguide der Hochschule. Liegt keine Vorgabe vor, empfiehlt sich entweder eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung wie Kandidierende. Ausführliche Hinweise liefert der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum Gendern Kandidat
Beim Gendern Kandidat gibt es keine einzige richtige Lösung, sondern mehrere fachlich anerkannte Wege: die Doppelnennung Kandidatin und Kandidat, verkürzte Formen wie Kandidat*innen, Kandidat:innen, Kandidat_innen oder KandidatInnen sowie die neutrale Bezeichnung Kandidierende. Entscheidend ist weniger die einzelne Form als die konsequente Anwendung im gesamten Text. Wer unsicher ist, orientiert sich zuerst an den Vorgaben der eigenen Hochschule oder Institution und wählt erst danach die passende Schreibweise. So bleibt der Text lesbar, einheitlich und geschlechtergerecht formuliert, ohne dass die inhaltliche Aussage darunter leidet. Wer beim Formulieren zusätzlich Unterstützung sucht, kann die gewählte Schreibweise vor der Abgabe noch einmal fachlich gegenprüfen lassen.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Assistent gendern, Rektor gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.