Gendern Journalist: Anleitung mit Beispielen
Alle Genderformen für die Berufsbezeichnung im Überblick
Gendern Journalist bedeutet, die Berufsbezeichnung Journalist so zu formulieren, dass Frauen und Männer gleichermaßen benannt werden, etwa durch die Doppelnennung Journalistinnen und Journalisten oder Kurzformen wie Journalist*innen und Journalist:innen. Auch die neutrale Bezeichnung Medienschaffende ist möglich. Welche Form passend ist, hängt vom jeweiligen Kontext ab, etwa von den Vorgaben einer Hochschule, eines Verlags oder einer Redaktion. Dieser Ratgeber stellt die gängigen Varianten vor und erklärt, wie sie in wissenschaftlichen und journalistischen Texten korrekt angewendet werden.
Kurzantwort: Gendern Journalist einfach erklärt
Wer gendern Journalist möchte, hat mehrere korrekte Möglichkeiten. Am gebräuchlichsten ist die Doppelnennung: Journalistinnen und Journalisten. Sie ist in Texten aller Art verständlich und wird von den meisten Stilrichtlinien akzeptiert. Daneben existieren verkürzte Schreibweisen mit Genderzeichen, etwa Journalist*innen, Journalist:innen oder Journalist_innen, die weibliche, männliche und weitere Geschlechtsidentitäten in einem Wort zusammenfassen. Auch das Binnen-I in der Form JournalistInnen ist verbreitet, gilt inzwischen aber als ältere Variante. Wer auf Genderzeichen verzichten möchte, kann auf den neutralen Begriff Medienschaffende ausweichen. Welche Variante im Einzelfall sinnvoll ist, richtet sich nach dem Textformat, der Zielgruppe und etwaigen Vorgaben von Redaktion, Verlag oder Hochschule.

Alle Genderformen im Überblick
Für die Berufsbezeichnung Journalist stehen folgende Formen zur Verfügung:
- Doppelnennung: Journalistinnen und Journalisten
- Gendersternchen: Journalist*innen
- Doppelpunkt: Journalist:innen
- Unterstrich (Gendergap): Journalist_innen
- Binnen-I: JournalistInnen
- Weibliche Form allein: Journalistin, Plural Journalistinnen
Alle verkürzten Schreibweisen folgen demselben Prinzip: An den Wortstamm Journalist wird die weibliche Endung innen angehängt, getrennt durch ein Sonderzeichen. In gesprochener Sprache markiert dabei eine kurze Pause, der sogenannte Glottisschlag, die Stelle des Zeichens. Welche Schreibweise gewählt wird, ist meist eine Frage des Stils oder der Vorgabe einer Institution, nicht der sprachlichen Korrektheit im engeren Sinn. In amtlichen Texten und im Duden gilt bislang nur die Doppelnennung als etablierte Form, während die verkürzten Schreibweisen mit Sonderzeichen vor allem in Redaktionen, Verlagen und an Hochschulen zunehmend verwendet werden.
Geschlechtsneutrale Alternative
Als geschlechtsneutrale Alternative zu Journalist und Journalistin hat sich der Sammelbegriff Medienschaffende etabliert. Er schließt alle Personen ein, die journalistisch arbeiten, unabhängig vom Geschlecht, und wird zunehmend in Redaktionen, Studiengängen und offiziellen Dokumenten verwendet. Auch Umschreibungen wie journalistisch tätige Person oder Person, die im Journalismus arbeitet, sind möglich, wirken im Fließtext aber oft umständlich und eignen sich eher für einzelne Sätze als für den durchgängigen Gebrauch. Eine perfekte, kurze und zugleich vollständig neutrale Einzelbezeichnung wie bei Studierende gibt es für Journalist nicht, da dem Wort ein passendes Partizip Präsens fehlt. Medienschaffende bleibt daher die praktikabelste neutrale Lösung, wenn Doppelnennung oder Genderzeichen vermieden werden sollen.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
Im wissenschaftlichen Schreiben lässt sich das Gendern von Journalist gut in einen Beispielsatz einbetten: Die befragten Journalistinnen und Journalisten gaben in der Studie an, dass sich ihre Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren verändert haben. Alternativ mit Genderzeichen: Die befragten Journalist*innen berichteten von einem gestiegenen Zeitdruck in der Redaktion. Und mit dem neutralen Sammelbegriff: Die befragten Medienschaffenden nannten mehrere Gründe für den Wandel im Berufsfeld. Alle drei Varianten sind in einer Bachelor- oder Masterarbeit denkbar, solange die gewählte Form innerhalb des gesamten Textes konsequent beibehalten wird. Ein Wechsel zwischen den Schreibweisen innerhalb derselben Arbeit gilt als Stilbruch und sollte vermieden werden.

Häufige Fehler und Empfehlung
Ein häufiger Fehler ist der unbedachte Wechsel zwischen verschiedenen Genderformen innerhalb eines Textes, etwa Journalist*innen im ersten Kapitel und Journalistinnen und Journalisten im nächsten. Ebenso problematisch ist eine fehlerhafte Bildung wie Journalistin*innen statt Journalist*innen, da das Sternchen direkt an den gemeinsamen Wortstamm gehört. Für die wissenschaftliche Arbeit gilt: Zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs prüfen, da manche Institutionen Genderzeichen ausdrücklich vorschreiben oder ausschließen. Gibt es keine Vorgabe, empfiehlt sich entweder die konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung wie Medienschaffende, jeweils einheitlich über die gesamte Arbeit hinweg angewendet. Wer unsicher ist, sollte die gewählte Form zu Beginn der Arbeit kurz begründen.
Fazit zum gendern Journalist
Beim gendern Journalist stehen mehrere fachlich korrekte Wege offen: die Doppelnennung Journalistinnen und Journalisten, die verkürzten Formen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie die neutrale Bezeichnung Medienschaffende. Entscheidend ist weniger, welche Form gewählt wird, sondern dass sie im gesamten Text konsequent angewendet wird. Für wissenschaftliche Arbeiten lohnt sich zuerst ein Blick in die Vorgaben der eigenen Hochschule, da Gendersternchen und Doppelpunkt im amtlichen Regelwerk bisher nicht als Standard verankert sind, an vielen Instituten aber dennoch erwartet oder ausdrücklich erlaubt werden. Mehr Hintergrund bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Redakteur gendern, Reporter gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.