Gendern Gründer: Alle Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Sprache für die Bezeichnung Gründer
Beim Gendern Gründer stehen mehrere korrekte Varianten zur Verfügung: die Doppelnennung Gründerinnen und Gründer, verkürzte Formen wie Gründer*innen, Gründer:innen, Gründer_innen oder GründerInnen sowie die geschlechtsneutrale Bezeichnung Gründende. Welche Variante passend ist, hängt vom Kontext ab: In wissenschaftlichen Arbeiten gelten oft Vorgaben der Hochschule, im allgemeinen Sprachgebrauch ist die Doppelnennung die am weitesten akzeptierte Lösung. Dieser Ratgeber erklärt alle Formen im Überblick, nennt eine neutrale Alternative und zeigt typische Fehler beim Formulieren.
Gendern Gründer: kurze Antwort
Das Wort Gründer ist im Deutschen die grammatisch männliche (generische) Form und bezeichnet ursprünglich nur männliche Personen, wird im allgemeinen Sprachgebrauch aber häufig auch für gemischte Gruppen verwendet. Wer gendern Gründer möchte, kann zwischen mehreren Wegen wählen: der Doppelnennung Gründerinnen und Gründer, einer verkürzten Schreibweise mit Genderzeichen wie Gründer*innen oder der geschlechtsneutralen Form Gründende. Alle drei Varianten sind fachlich korrekt, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit, Aussprache und Akzeptanz je nach Textformat. Für Studien- und Abschlussarbeiten empfiehlt sich, vorab die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen, da diese festlegen, welche Form verlangt oder ausdrücklich ausgeschlossen ist.

Alle Genderformen für Gründer im Überblick
Für die Personenbezeichnung Gründer existieren mehrere anerkannte Genderformen, die sich in Schreibweise und Funktion unterscheiden. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten für Singular und Plural:
- Doppelnennung: Gründerinnen und Gründer, die ausgeschriebene Nennung beider Formen, uneingeschränkt akzeptiert
- Gendersternchen: Gründer*innen, schließt auch nichtbinäre Personen mit ein
- Doppelpunkt: Gründer:innen, gilt als besonders screenreader-freundlich
- Unterstrich (Gender-Gap): Gründer_innen, markiert bewusst eine Lücke zwischen den Formen
- Binnen-I: GründerInnen, ältere Schreibweise, schließt nichtbinäre Personen nicht ein
Welche Form gewählt wird, hängt vom Zielmedium ab: Für Fließtext in Bewerbungen oder Unternehmenskommunikation ist die Doppelnennung meist die sicherste Wahl, während Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich häufiger auf Webseiten, in sozialen Medien oder internen Dokumenten vorkommen.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Gründer
Neben Doppelnennung und Genderzeichen gibt es für Gründer auch eine geschlechtsneutrale Alternative: das substantivierte Partizip Gründende (Singular: eine gründende Person, Plural: die Gründenden). Die Form funktioniert analog zu etablierten Beispielen wie Studierende oder Mitarbeitende und schließt alle Geschlechter ein, ohne Sonderzeichen zu verwenden. Im Plural liest sich Gründende flüssig und wird zunehmend in Gründerszene, Wirtschaftsmedien und Förderprogrammen verwendet. Im Singular wirkt die Form dagegen ungewohnter, weshalb dort häufig auf eine Umschreibung wie Person, die ein Unternehmen gründet ausgewichen wird. Eine vollständig unauffällige neutrale Entsprechung ohne jede stilistische Einschränkung gibt es für dieses Wort nicht, Gründende kommt der gesuchten Neutralität aber am nächsten. Einen weiteren Überblick über solche Strategien bietet unser Beitrag zu gendergerechte Sprache.
Beispielsatz im Studien- und Uni-Kontext
In einer wissenschaftlichen Arbeit zum Thema Unternehmensgründung könnte ein Satz mit Doppelnennung so aussehen: Die befragten Gründerinnen und Gründer gaben an, dass ihnen der Zugang zu Fördermitteln in der Startphase besonders wichtig war. Mit Gendersternchen lautet die gleiche Aussage: Die befragten Gründer*innen gaben an, dass ihnen der Zugang zu Fördermitteln wichtig war. Wird die neutrale Form bevorzugt, lässt sich formulieren: Die befragten Gründenden gaben an, dass ihnen der Zugang zu Fördermitteln wichtig war. Alle drei Sätze sind inhaltlich identisch und unterscheiden sich nur in der gewählten Genderform, sodass Studierende die für ihre Hochschule passende Variante konsequent im gesamten Text anwenden sollten.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen mehreren Genderformen innerhalb derselben Arbeit, etwa wenn im ersten Kapitel Gründer*innen und im letzten Kapitel Gründerinnen und Gründer steht. Ebenso problematisch ist eine uneinheitliche Zeichensetzung, etwa ein großes I direkt nach dem Sternchen, was den meisten Stilrichtlinien widerspricht. Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie in ihren eigenen Leitfäden dennoch. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich daher, zuerst die Vorgaben des Fachbereichs oder der Prüfungsordnung zu prüfen und andernfalls konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Formulierung wie Gründende zu bleiben. Ausführliche Hinweise zu Regeln und Vorgaben verschiedener Hochschulen liefert unser Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum Gendern von Gründer
Für die Personenbezeichnung Gründer stehen mit Doppelnennung, Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich, Binnen-I und der neutralen Form Gründende mehrere fachlich korrekte Wege zur Verfügung. Keine der Formen ist grundsätzlich falsch, sie unterscheiden sich jedoch in Lesbarkeit und Akzeptanz je nach Kontext. In der allgemeinen Kommunikation ist die Doppelnennung die am breitesten akzeptierte Lösung, in sozialen Medien und internen Dokumenten kommen Genderzeichen häufiger vor, und die neutrale Form eignet sich besonders für den Plural. Wichtig ist vor allem, eine einmal gewählte Form konsequent im gesamten Text beizubehalten und bei wissenschaftlichen Arbeiten die jeweiligen Vorgaben der Hochschule zu beachten.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Redner gendern, Zuschauer gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.