Gegebenenfalls immer zusammengeschrieben

Gegebenenfalls getrennt oder zusammen: die richtige Schreibweise erklärt

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 18. September 2026 · Getrennt- und Zusammenschreibung im Überblick

Gegebenenfalls wird als ein Wort geschrieben. Dieser Artikel erklärt die belegte Schreibweise, die Regel für -falls-Bildungen und passende Nachschlagequellen.

Gegebenenfalls als ein Wort

Gegebenenfalls wird immer als ein zusammengeschriebenes Wort geschrieben, eine getrennte Schreibweise ist falsch. Der Duden führt gegebenenfalls als ein einziges Stichwort. Dort ist das Wort als Adverb mit der Bedeutung „wenn es der Fall sein sollte“ oder „wenn nötig“ angegeben. Die Schreibweise steht damit nicht als getrennte Verbindung aus gegebenen und falls im Eintrag. Für die konkrete Frage nach diesem Wort ist die Antwort daher eindeutig: Zwischen gegebenen und falls steht kein Leerzeichen.

Die Abkürzung ggf. geht auf dieselbe Zusammenschreibung zurück. Sie ist im Duden-Eintrag neben dem vollständigen Wort genannt. Wer die Abkürzung liest oder verwendet, bezieht sich damit auf gegebenenfalls. Die Kurzform ändert nichts an der Schreibweise des ausgeschriebenen Wortes. In einem Satz kann stehen: „Gegebenenfalls verschieben wir den Termin.“ Wird die Abkürzung eingesetzt, lautet derselbe Hinweis etwa: „Der Termin wird ggf. verschoben.“ Beide Formen beziehen sich auf denselben Ausdruck.

Eine getrennte Form wie gegebenen falls sollte deshalb nicht als zweite Variante neben gegebenenfalls behandelt werden. Der Duden führt für das Wort keine getrennt geschriebene Nebenform auf. Das belegt die Zusammenschreibung von gegebenenfalls selbst. Daraus folgt aber nicht, dass jede ähnlich gebildete Verbindung automatisch gleich geschrieben wird. Für ein anderes Wort ist die konkrete Schreibweise gesondert nachzuschlagen.

Tabelle: Wort, Schreibweise
WortSchreibweise
gegebenenfallszusammengeschrieben
allenfallszusammengeschrieben
keinesfallszusammengeschrieben
jedenfallszusammengeschrieben
schlimmstenfallszusammengeschrieben

Zusammensetzungen mit fahren, laufen, spielen können als weiteres Thema dienen, wenn du andere Zusammensetzungen vergleichen möchtest. Für gegebenenfalls bleibt die Prüfung am Duden-Eintrag maßgeblich: Das Wort wird dort als ein Wort geführt. So lässt sich die konkrete Schreibfrage beantworten, ohne aus der Schreibweise von gegebenenfalls eine allgemeine Regel für jede andere Verbindung abzuleiten.

Gegebenenfalls getrennt oder zusammen: die Regel im Blick: der Ablauf in drei Schritten

Die Regel für -falls-Bildungen

Nach Paragraf 39 des amtlichen Regelwerks werden bestimmte Fügungen mit falls als Grundwort durchweg zusammengeschrieben. Das Regelwerk ordnet diese Schreibweise den festen Fügungen zu. Die Verbindung wird dabei als Bildung mit eigener, von falls abweichender Bedeutung empfunden. Zur Gruppe der Bildungen auf -falls gehören unter anderem allenfalls, andernfalls, keinesfalls, schlimmstenfalls und jedenfalls. Gegebenenfalls fällt demselben Bildungsmuster zu: Ein Bestimmungsteil steht vor falls, beide Teile werden insgesamt als ein Wort geschrieben.

Die Regel erklärt die Schreibweise, ohne den Duden-Eintrag zu ersetzen. Der Duden belegt gegebenenfalls als konkretes Stichwort; das amtliche Regelwerk beschreibt hier das Bildungsmuster. Für die Prüfung kannst du daher zuerst das fragliche Wort bestimmen und anschließend die passende Regelstelle oder das Wörterverzeichnis ansehen. Bleibe bei der Aussage, die von der Quelle getragen wird: Das Regelwerk nennt das Muster und mehrere Beispiele, führt gegebenenfalls aber nicht als wörtliches Einzelbeispiel in dieser Aufzählung an.

  1. Bestimme den Teil, der vor falls steht.
  2. Prüfe die konkrete Bildung im amtlichen Regelwerk oder im Wörterverzeichnis.
  3. Schreibe das belegte Wort ohne Leerzeichen.

Getrennt- und Zusammenschreibung üben kannst du mit den genannten Beispielen, indem du die Schreibweisen direkt vergleichst. Als eigene Beispiele stehen keinesfalls und jedenfalls jeweils als ein Wort geschrieben. Auch allenfalls und schlimmstenfalls folgen der im Regelwerk genannten Gruppe. Die Beispiele zeigen die Form der Zusammenschreibung, ohne eine zusätzliche Aussage über ihre Bedeutung oder ihren Gebrauch zu verlangen.

Bedeutung von ggf. lässt sich für die konkrete Abkürzung am Duden-Eintrag von gegebenenfalls nachschlagen. Für die Wortbildung ist dagegen die Regel zu den -falls-Zusammensetzungen entscheidend. Diese beiden Fragen sollten nicht vermischt werden: Die Abkürzung betrifft die verkürzte Form des Wortes, während Paragraf 39 die Bildung mit falls beschreibt.

Die genannten Bildungen stehen als eigene Stichwörter im Wörterverzeichnis und werden nicht mehr als falls mit einem vorangestellten Wort aufgefasst. Diese Formulierung beschreibt ihren Status als feste Zusammensetzungen. Sie erlaubt eine klare Entscheidung für gegebenenfalls, keinesfalls und jedenfalls. Bei einer anderen Bildung bleibt die konkrete Prüfung nötig. So wird die belegte Regel angewendet, ohne aus den Beispielen eine weitergehende Zusage für alle denkbaren Wortverbindungen abzuleiten.

Das Wörterverzeichnis als Nachschlagequelle

Das amtliche Wörterverzeichnis des Rats für deutsche Rechtschreibung ist Teil des amtlichen Regelwerks. Es enthält rund 7000 Einträge und zeigt, welche Schreibung für ein konkretes Wort als amtlich gilt. Dazu gehören auch Zweifelsfälle wie aufgrund und auf Grund. Das Verzeichnis kann deshalb als Nachschlagequelle dienen, wenn eine Schreibweise nicht allein aus dem Wortbild entschieden werden soll. Die Angaben des Wörterverzeichnisses sind dabei von einer bloßen Vermutung über die Wortbildung zu unterscheiden.

Gegebenenfalls wird dort nicht als eigens diskutierter Zweifelsfall genannt. Für dieses Wort greift die allgemeine Regel zu den -falls-Bildungen. Zusätzlich führt der Duden gegebenenfalls als zusammengeschriebenes Stichwort. Beide Belege weisen auf dieselbe konkrete Schreibweise, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen: Das Wörterverzeichnis gehört zum amtlichen Regelwerk, während der Duden-Eintrag die Schreibweise und Bedeutung dieses Wortes ausweist.

Die Webseite des Rats für deutsche Rechtschreibung ist als kostenlos zugängliche Nachschlagequelle angegeben. Dort findest du die Informationen zum amtlichen Regelwerk und zum Wörterverzeichnis. Für eine konkrete Prüfung kannst du zunächst das Wort eingeben oder im Wörterverzeichnis nachsehen. Wenn gegebenenfalls nicht als eigener Zweifelsfall erläutert wird, prüfst du anschließend die Regel zu den festen Bildungen auf -falls. Diese Abfolge bleibt auf die belegten Informationen beschränkt.

Komma bei falls kannst du als eigenes Nachschlagethema prüfen, wenn neben der Schreibweise auch die Zeichensetzung eines Satzes offen ist. Die Frage nach dem Leerzeichen in gegebenenfalls und die Frage nach einem Komma gehören nicht zur selben Prüfung. Für das Wort selbst bleibt festzuhalten: Der Duden führt gegebenenfalls als Zusammenschreibung, und die Regel zu den -falls-Bildungen ordnet es demselben Muster zu. Für andere Wörter musst du das jeweilige Wort oder die jeweilige Regel gesondert nachschlagen.

Das Wörterverzeichnis zeigt auch, dass eine konkrete Schreibung nicht immer durch eine einfache Übertragung entschieden werden darf. Die Quelle nennt aufgrund und auf Grund als Beispiel für Varianten. Bei gegebenenfalls liegt nach den vorliegenden Belegen jedoch die Zusammenschreibung vor. Verwende für diese Aussage den konkreten Eintrag und die passende Regelstelle. Das verhindert, dass eine Aussage über gegebenenfalls auf Wörter ausgedehnt wird, die in den Quellen nicht behandelt sind.

Gegebenenfalls getrennt oder zusammen: die Regel im Blick: Prüfliste mit vier Punkten

Abgrenzung zu eventuell und unter Umständen

Die Grundregel der Getrennt- und Zusammenschreibung beschreibt den Unterschied zwischen Wortgruppen und Zusammensetzungen. Die Bestandteile einer Wortgruppe bleiben getrennt, während die Bestandteile einer Zusammensetzung zusammengeschrieben werden. Ein zusammengesetztes Wort wird dabei als neue Einheit mit eigener Bedeutung empfunden. Dieser Grundsatz erklärt die Zusammenschreibung von gegebenenfalls: Das Wort trägt als Adverb eine eigene, von falls verschiedene Bedeutung. Für die konkrete Schreibweise bleibt zusätzlich der Duden-Eintrag eine direkte Belegstelle.

Diese Erklärung ist keine automatische Entscheidung für jedes Wort mit einem ähnlichen Sinn. Der Grundsatz entscheidet nicht jeden Einzelfall ohne Wörterbuchprüfung. Bei gegebenenfalls passen der konkrete Eintrag und das Muster der -falls-Bildungen zusammen. Bei einer anderen Verbindung sollte die Schreibweise deshalb gesondert nachgeschlagen werden, statt sie allein aus der Ähnlichkeit abzuleiten.

Eventuell und unter Umständen werden hier nicht als Varianten von gegebenenfalls behandelt. Eventuell steht als eigenes Wort, unter Umständen als eigene Wortgruppe; beide folgen damit einer anderen Bildungsregel. Diese Abgrenzung sagt nicht, dass die Ausdrücke dieselbe Schreibweise hätten. Sie verhindert vielmehr, dass aus der Zusammenschreibung von gegebenenfalls eine gemeinsame Regel für alle Ausdrücke mit ähnlicher Bedeutung gemacht wird.

Ein Beispiel lautet: Gegebenenfalls muss der Termin verschoben werden. In diesem Satz steht gegebenenfalls als ein Wort. Die Schreibweise lässt sich am Duden-Eintrag prüfen und zusätzlich mit der Regel zu den festen -falls-Bildungen abgleichen. Für eine Formulierung mit eventuell oder unter Umständen ist diese konkrete Schreibentscheidung nicht zu übertragen, weil die genannten Ausdrücke anders gebildet sind.

Getrennt- und Zusammenschreibung im Überblick kannst du heranziehen, wenn du den Grundsatz und seine Grenzen weiter vergleichen möchtest. Für die vorliegende Frage genügt die eng gefasste Zusammenfassung: Gegebenenfalls wird zusammengeschrieben, weil es als feste Zusammensetzung mit eigener adverbialer Bedeutung belegt ist. Eventuell und unter Umständen gehören nicht zu dieser Bildung und werden hier nicht weiter behandelt. Bei einem weiteren Zweifelsfall prüfst du die konkrete Quelle, statt eine unbelegte allgemeine Regel anzunehmen.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu gegebenenfalls getrennt oder zusammen

Wird gegebenenfalls getrennt geschrieben?

Nein. Der Duden führt gegebenenfalls als ein zusammengeschriebenes Wort und nennt keine getrennt geschriebene Nebenform.

Warum werden keinesfalls und jedenfalls zusammengeschrieben?

Das amtliche Regelwerk ordnet diese Wörter den festen Bildungen auf -falls zu. Sie werden dort als Beispiele für Zusammenschreibungen genannt.

Ist gegebenenfalls im Wörterverzeichnis ein Zweifelsfall?

Gegebenenfalls wird dort nicht als eigens diskutierter Zweifelsfall genannt. Für das Wort greift die allgemeine Regel zu den -falls-Bildungen; der Duden führt die konkrete Zusammenschreibung.

Gilt dieselbe Schreibregel für eventuell?

Nein. Eventuell wird hier als eigenes Wort von gegebenenfalls abgegrenzt und folgt einer anderen Bildungsregel. Eine gemeinsame Regel wird in diesem Artikel nicht aufgestellt.

Was bedeutet die Abkürzung ggf.?

Ggf. ist die im Duden-Eintrag genannte Abkürzung für gegebenenfalls. Sie geht auf dasselbe zusammengeschriebene Wort zurück.

Wo kann ich die Schreibweise nachschlagen?

Der Duden führt gegebenenfalls als zusammengeschriebenes Wort. Das Wörterverzeichnis des Rats für deutsche Rechtschreibung ist eine kostenlos zugängliche Nachschlagequelle für amtliche Schreibweisen.

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