Alles Gute groß oder klein? Die einfache Regel

Warum Gute in Wünschen als Nomen gebraucht wird

Lesezeit ca. 8 Min. · aktualisiert: 3. August 2026 · zur Akademie

Die richtige Schreibweise lautet alles Gute. Das Wort Gute wird großgeschrieben, weil das Adjektiv gut hier substantiviert ist und die Funktion eines Nomens übernimmt. Formen wie alles gute sind in diesem Gebrauch falsch. Die Regel gilt nicht nur für Glückwünsche, sondern auch für vergleichbare Verbindungen wie etwas Neues und nichts Wichtiges.

Die Kurzregel für den Glückwunsch

Nach alles steht in dieser Wendung kein sichtbares Nomen. Gute bezeichnet selbst das, was gut ist, und wird deshalb substantiviert. Substantivierte Adjektive schreibt man groß: Ich wünsche dir alles Gute. Dasselbe Prinzip gilt in alles Liebe, alles Schöne und alles Wissenswerte.

Du kannst die Nominalisierung daran erkennen, dass ein gedankliches Nomen ergänzt werden könnte, etwa ein guter Verlauf im Leben oder bei einer Prüfung. Das Wort Gute bleibt trotzdem selbstständig. Ein nachgestelltes Nomen ist für die Großschreibung nicht erforderlich.

Warum die Kleinschreibung falsch ist

Die fehlerhafte Form mit kleinem g behandelt gute wie ein gewöhnliches Adjektiv vor einem Nomen. Genau dieses Nomen fehlt jedoch. In alle guten Wünsche wird guten kleingeschrieben, weil es das sichtbare Nomen Wünsche begleitet. In alles Gute übernimmt die Form dessen Aufgabe und steht groß.

Der Vergleich hilft bei der Korrektur: Ich sende dir alle guten Wünsche, aber Ich wünsche dir das Beste. Die Bedeutung ist ähnlich, die grammatische Konstruktion verschieden. Entscheidend ist daher nicht, ob der Satz freundlich klingt, sondern ob ein Adjektiv ein Nomen begleitet oder ersetzt.

Substantivierte Adjektive erkennen

Begleiter wie alles, etwas, nichts, wenig und viel können eine Nominalisierung anzeigen. Beispiele sind etwas Gutes, nichts Neues, wenig Brauchbares und viel Interessantes. Die Endung des substantivierten Adjektivs richtet sich nach der grammatischen Umgebung.

Eine sichere Probe lautet: Kann die Form für eine Sache, Eigenschaft oder Person stehen, ohne dass direkt danach ein Nomen folgt? Dann ist Großschreibung wahrscheinlich. Die Probe ersetzt keine Satzanalyse, hilft aber bei häufigen Glückwünschen und festen Wendungen sehr zuverlässig.

Substantivierung erkennen
Alles Gute groß oder klein? Die einfache Regel im Überblick.

Glückwünsche zum Geburtstag

Der klassische Glückwunsch lautet Alles Gute zum Geburtstag! Am Satzanfang wird Alles ohnehin großgeschrieben, Gute zusätzlich wegen der Nominalisierung. Innerhalb eines Satzes kann dieselbe Wendung nach dem Verb wünschen stehen. Die Schreibung des zweiten Wortes bleibt unverändert.

Auch Varianten sind möglich: Alles Liebe zum Geburtstag, Nur das Beste oder Für das neue Lebensjahr wünsche ich dir nur Gutes. Achte darauf, dass die Formulierung zur Beziehung passt. Die Rechtschreibregel ist bei einer formellen Karte und einer privaten Nachricht dieselbe.

Wünsche für Prüfung, Genesung und Zukunft

Die Wendung ist nicht auf Geburtstage beschränkt. Du kannst sie für eine Prüfung, einen neuen Job, eine Genesung oder einen gemeinsamen Weg verwenden. Die Ergänzung mit für benennt den Anlass oder den kommenden Abschnitt.

Bei einer konkreten Situation wirkt eine persönliche Ergänzung meist stärker als die Formel allein. Ergänze etwa Ruhe, Zuversicht oder Erfolg für das Gespräch. Die Großschreibung von Gute bleibt auch in einer längeren Formulierung bestehen.

Komma bei Anrede und Namen

Eine direkte Anrede wird mit Komma abgetrennt: Alles Gute, Maria! oder Ich wünsche dir, Tom, alles Gute. Das Komma steht wegen der Anrede, nicht wegen der Wendung alles Gute. Ohne direkte Anrede ist kein Komma nötig: Alles Gute zum Studienabschluss!

Am Ende eines kurzen Glückwunsches sind Ausrufezeichen oder Punkt möglich. Das Ausrufezeichen gibt dem Wunsch Nachdruck, ist aber nicht zwingend. In einer sachlichen E-Mail passt häufig ein Punkt. Mehrere Ausrufezeichen wirken schnell übertrieben und ändern nichts an der Großschreibung.

Satzanfang und Fließtext

Auf einer Karte steht die Wendung oft allein oder am Anfang: Alles Gute! Im Fließtext kann sie Objekt eines Verbs sein: Das Team wünscht Ihnen nur das Beste. Ebenso möglich ist eine Präpositionalgruppe: Mit den besten Wünschen und allem Guten für die Zukunft. Durch den Fall verändert sich die Endung.

In mit allem Guten steht die Form im Dativ. In die Summe alles Guten liegt ein Genitiv vor. Solche gehobenen Formen sind grammatisch möglich, im Alltag aber seltener. Für einen klaren Glückwunsch ist die vertraute Grundform meistens die beste Wahl.

Alles Gute prüfen

Ähnliche Wendungen mit Großschreibung

Nach demselben Muster schreibt man alles Liebe, alles Beste, nichts Besonderes, etwas Schönes und viel Gutes. Auch im Allgemeinen und im Wesentlichen enthalten nominalisierte Adjektive. Der Begleiter und die selbstständige Verwendung sind wichtige Signale.

Nicht jede Verbindung mit alles führt automatisch zur Großschreibung. In alles gut erklären gehört gut zum Verb erklären und bleibt klein. In der Frage Ist alles gut? wird gut prädikativ gebraucht. Erst in der nominalen Bedeutung alles Gute steht ein großes G.

Typische Fehler schnell vermeiden

Prüfe zuerst, ob nach dem Adjektiv ein Nomen folgt. Bei alle guten Ideen lautet die Antwort ja, deshalb bleibt das Adjektiv klein. Bei alles Gute folgt kein Nomen, die Form steht selbstständig und wird großgeschrieben. Diese Gegenüberstellung verhindert den häufigsten Fehler.

Ein weiterer Fehler ist ein unnötiger Apostroph in Grußkarten, etwa Alles Gute für Julia's Geburtstag. Bei gewöhnlichen deutschen Namen steht im Genitiv kein Apostroph: für Julias Geburtstag. Die Schreibweise des Namens ist jedoch eine eigene Regel und verändert die Nominalisierung von Gute nicht.

Amtliche Regel und verlässlicher Beleg

Der Duden-Überblick zur Großschreibung nennt alles Gute ausdrücklich als Beispiel für ein substantiviertes Adjektiv. Die Grundregel steht auch im amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung. Weitere Zweifelsfälle findest du in der Übersicht Groß- und Kleinschreibung.

Groß- und Kleinschreibung lässt sich oft mit einer Satzprobe klären. Der kostenlose Rechtschreibcheck markiert weitere Auffälligkeiten, ein Korrektorat prüft wichtige Texte vollständig.

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Häufige Fragen zur Großschreibung

Schreibt man alles Gute groß?

Ja. Gute ist ein substantiviertes Adjektiv und wird deshalb großgeschrieben.

Warum wird das Wort Gute großgeschrieben?

Weil Gute ohne folgendes Nomen selbst die Funktion eines Nomens übernimmt.

Wie lautet der Geburtstagswunsch korrekt?

Richtig ist: Alles Gute zum Geburtstag. Gute steht hier mit großem G.

Steht vor einem Namen ein Komma?

Bei einer direkten Anrede ja, zum Beispiel: Alles Gute, Maria!

Wird gut in Ist alles gut großgeschrieben?

Nein. Dort wird gut prädikativ als Adjektiv gebraucht und kleingeschrieben.

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