Definition von Adynaton mit Beispielen
Adynaton ist ein Substantiv der Rhetorik und Stilistik
Ein Adynaton drückt vergebliche Mühe aus, indem es sie mit etwas offensichtlich Unmöglichem vergleicht. Hier findest du Wortart, Plural, Beispielsätze und die Abgrenzung zur bloßen Übertreibung.
Was Adynaton bedeutet
Ein Adynaton ist eine Umschreibung, die vergebliche Mühe sichtbar macht, indem sie diese Mühe mit etwas vergleicht, das erkennbar nicht geschehen kann. Laut Definition handelt es sich um ein Substantiv aus Rhetorik und Stilistik. Zwei Beispiele: „Eher lernen Steine schwimmen, als dass er seinen Schreibtisch aufräumt.“ „Ihn umzustimmen ist, als wolltest du Wasser in einem Sieb tragen.“
Grammatisch ist Adynaton ein Neutrum, es heißt also das Adynaton; mehr zum Genus anderer Wörter findest du unter Artikel der, die und das. Der Plural lautet Adynata, und Hinweise zu weiteren Formen bietet die Seite zur Pluralbildung.
Der Fachkontext ist klar umrissen: Gemeint ist die Umschreibung aus Rhetorik und Stilistik. Eine weitere Bedeutung des Wortes wird auf dieser Seite nicht beschrieben, deshalb bezieht sich alles Folgende auf genau diese stilistische Umschreibung.

Adynaton passend verwenden
Ausgangspunkt ist die Bedeutung aus dem Wörterbucheintrag: Im Kern steht eine Mühe, die vergeblich bleibt, und ein Vergleich mit etwas, das offensichtlich unmöglich ist. Beide Teile gehören zur Definition. Prüf deshalb an jeder Stelle, ob beides im Satz vorhanden ist.
Danach prüfst du den Rahmen. Der Begriff gehört zu Rhetorik und Stilistik, also zur Beschreibung sprachlicher Mittel in einem Text. Ein eigener Satz dazu: „Die Rednerin nutzt ein Adynaton, um zu zeigen, dass ihr Einsatz vergeblich war.“ Ob du eine Analyse oder eine Interpretation schreibst, entscheidest du anhand der Textformen, die deine Aufgabe verlangt.
Mit Beispielen wird der Kontext greifbar. Im Alltag: „Eher wächst Gras auf dem Mond, als dass dieses Formular ohne Rückfrage durchgeht.“ In einer Analyse: „Die Adynata im Gedicht zeigen, wie aussichtslos die Bemühungen des Sprechers sind.“ Achte bei solchen Vergleichen auf die Kommasetzung vor „als dass“.
Auch in Fachtexten bleibt die belegte Bedeutung der Maßstab. Für wissenschaftliches Schreiben über Rhetorik nennst du den Begriff mit dieser Bedeutung und zeigst ihn an der konkreten Textstelle. Zitierst du die Stelle wörtlich, setz die Anführungszeichen nach den Regeln der Zeichensetzung.
Verwechslungen und Fehlverwendungen
Nicht jede Übertreibung ist ein Adynaton. Der Satz „Ich habe tausend Mal angerufen“ übertreibt zwar, vergleicht aber keine vergebliche Mühe mit etwas Unmöglichem. Erst dieser Vergleich mit dem offensichtlich Unmöglichen macht die Umschreibung zum Adynaton.
Ein weiterer Fehler betrifft ähnliche Wörter. Synonyme oder verwandte Fachbegriffe passen nur, wenn ihre Bedeutung wirklich nahe liegt; ein ähnlicher Klang reicht dafür nicht. Andere Einträge unter Wortbedeutungen und Abkürzungen beschreiben eigene Begriffe und sind ohne nachgewiesene Bedeutungsnähe kein Ersatz.
Fehlerhaft ist es auch, dem Wort eine Herkunft oder eine Verbreitung zuzuschreiben, die du nicht belegen kannst. Belegt sind hier Bedeutung, Wortart, Genus und Plural.
Schreibfehler betreffen das Fachwort selbst. Die Rechtschreibung lautet Adynaton, im Plural Adynata. Als Substantiv steht das Wort nach den Regeln der Groß- und Kleinschreibung mit großem Anfangsbuchstaben.

Checkliste für die passende Verwendung
Mit diesen Punkten erkennst du, ob du das Wort passend gebrauchst:
- Bedeutung: Drückt die Stelle vergebliche Mühe durch einen Vergleich mit offensichtlich Unmöglichem aus?
- Wortart: Du verwendest Adynaton als Substantiv, also das Adynaton, im Plural die Adynata.
- Rhetorik: Beschreibst du eine Umschreibung im Bereich Rhetorik oder Stilistik?
- Verwechslung: Liegt nur eine Übertreibung ohne Vergleich mit Unmöglichem vor? Dann passt das Wort nicht.
- Satzkontext: Benennt dein Satz sowohl die vergebliche Mühe als auch den unmöglichen Vergleich?
- Mehrdeutigkeit: Könnte das Wort in deinem Text anders verstanden werden? Dann nenne die gemeinte Bedeutung ausdrücklich.
Zur Schreibung gehört mehr als das einzelne Wort. Bildest du Zusammensetzungen wie Adynatonbeispiel, gelten die Rechtschreibregeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung.
Die belegte Schreibung bleibt dein Maßstab. Markieren Rechtschreibprogramme Adynaton oder Adynata als unbekannt, ändere die Schreibung trotzdem nicht. Weicht ein Zitat aus einem älteren Text von der Schreibung nach der Rechtschreibreform ab, kennzeichne die Abweichung, statt das Zitat stillschweigend zu ändern.
Das Fachwort steht auf dieser Seite stets ausgeschrieben. Kürzt du in einer Arbeit andere Begriffe, findest du Hinweise unter Abkürzungen richtig schreiben.
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Stand: 27. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 27. Oktober). Adynaton: Bedeutung, Definition und Beispiele. korrektur.de. https://korrektur.de/adynaton
„Adynaton: Bedeutung, Definition und Beispiele.“ korrektur.de, 27. Okt. 2026, korrektur.de/adynaton. Zugriff 27. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Adynaton: Bedeutung, Definition und Beispiele. Verfügbar unter: https://korrektur.de/adynaton (Zugriff: 27. Oktober 2026).
korrektur.de. „Adynaton: Bedeutung, Definition und Beispiele.“ Zuletzt geändert 27. Oktober 2026. https://korrektur.de/adynaton.
korrektur.de. Adynaton: Bedeutung, Definition und Beispiele [online]. 2026 [Zugriff am 27.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/adynaton
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.duden.de (geprüft am 2026-10-27)