Morgen früh groß oder klein? Richtige Schreibweise
Früh wird in der Zeitangabe kleingeschrieben
Die richtige Schreibweise lautet morgen früh. morgen bezeichnet den folgenden Tag, früh den frühen Tagesabschnitt und wird hier adverbial gebraucht. Deshalb beginnt früh mit kleinem f. Steht die Zeitangabe am Satzanfang, wird nur das erste Wort großgeschrieben: Morgen früh fahre ich los. Im Satzinneren lautet sie: Ich fahre morgen früh los. Die Form morgen Früh ist in dieser Verwendung nicht richtig.
Warum früh klein bleibt
früh beantwortet in der Verbindung die Frage wann? und funktioniert als Adverb. Es ist kein Name eines Tagesabschnitts wie der Morgen, der Vormittag oder der Abend. Daher gilt die normale Kleinschreibung.
Die Austauschprobe hilft: morgen früh, heute früh, sehr früh. In allen drei Verbindungen beschreibt früh einen Zeitpunkt. Ein Artikeltest wie das Früh funktioniert nicht in derselben Bedeutung.
Morgen als Adverb oder Substantiv
Auch morgen hat zwei mögliche Funktionen. Kleingeschrieben bedeutet es am folgenden Tag: Wir sprechen morgen. Großgeschrieben bezeichnet der Morgen einen Tagesabschnitt: Der Morgen war kühl.
Am Satzanfang sieht beides gleich aus. In Morgen früh beginnt die Prüfung ist Morgen nur wegen seiner Position groß. In Der morgige Morgen ist es ein Substantiv. Die Bedeutung im Satz löst die Mehrdeutigkeit.
Abgrenzung zu morgen Vormittag
Bezeichnungen wie Vormittag, Mittag, Nachmittag und Abend sind Substantive. Deshalb heißt es morgen Vormittag und morgen Abend. früh gehört nicht in diese Reihe, obwohl es ebenfalls eine Tageszeit eingrenzt.
Genau dieser Vergleich verursacht viele Fehler. Die semantische Ähnlichkeit entscheidet nicht über die Wortart. Wer unsicher ist, prüft, ob ein Artikel möglich ist: der Abend, aber nicht der Früh in der gemeinten Standardsprache.

Getrenntschreibung und Varianten
morgen früh sind zwei Wörter. morgenfrüh und morgen Früh sind falsch. Eine Uhrzeit kann ergänzt werden: morgen früh um sechs Uhr. Zwischen der Zeitangabe und um sechs Uhr steht normalerweise kein Komma.
In Terminangaben ist ein konkretes Datum sicherer. morgen hängt immer vom Zeitpunkt des Lesens ab. In E-Mails oder Dokumentationen sollte daher stehen: am 10. August 2026 um 8 Uhr.
Beispiele und Gegenproben
Richtig: Bitte ruf mich morgen früh an. Richtig am Satzanfang: Morgen früh wird es sonnig. Richtig mit Substantiv: Am frühen Morgen war die Straße leer. Falsch: Wir treffen uns morgen Früh.
Die Umformung am frühen Morgen kann stilistisch passen, ist aber nicht exakt identisch. morgen früh enthält zusätzlich die Information, dass der folgende Kalendertag gemeint ist.
Morgen früh in Brief, Chat und Kalender
In einer privaten Nachricht ist Bis morgen früh! verständlich, wenn Sendezeit und Ort bekannt sind. In einem Brief, der später gelesen werden kann, fehlt dieser Bezug. Ein Datum verhindert, dass der relative Ausdruck mit jedem Lesetag seine Bedeutung ändert.
Kalendereinträge sollten zusätzlich eine Uhrzeit enthalten. Früh kann für eine Person 6 Uhr und für eine andere 9 Uhr bedeuten. 10. August 2026, 7:30 Uhr ist eindeutig. Bei Videokonferenzen über Zeitzonen hinweg gehört auch die Zone zur Angabe.
In indirekter Rede verschiebt sich der Bezug: Sie schrieb am Montag, sie komme am nächsten Morgen früh. Bloßes morgen früh könnte aus heutiger Perspektive falsch verstanden werden. Eine gute Redaktion prüft daher neben Großschreibung auch den zeitlichen Standpunkt des Textes.
Früh, früher und am frühesten
früh bleibt auch in Steigerungen klein: Wir kommen morgen früher und Am Dienstag starten wir am frühesten. Die Formen beschreiben Zeitpunkte adverbial. In der frühe Morgen steht frühe als Adjektiv vor dem Substantiv Morgen und bleibt ebenfalls klein. Groß ist dort nur das Nomen.
Ein Eigenname oder fest übernommener Titel kann eine abweichende Originalschreibung besitzen. Für normale Terminangaben gilt weiterhin die Standardschreibung morgen früh.

Typische Antwort in der Korrektur
Steht in einem Text Morgen Früh treffen wir uns, werden beide Wörter geprüft. Am Satzanfang ist Morgen ohnehin groß, innerhalb des Satzes lautet die Zeitangabe jedoch morgen früh. Früh wird nur dann großgeschrieben, wenn das Wort substantivisch gebraucht wird, etwa in vom frühen Morgen bis zum späten Abend. So lässt sich die Schreibweise aus der grammatischen Funktion ableiten und nicht nur aus der Position im Satz.
Zeitangaben systematisch unterscheiden
Das Deutsche verwendet für Tageszeiten mehrere grammatische Muster. heute Morgen, morgen Vormittag und gestern Abend kombinieren ein Zeitadverb mit einem Substantiv. Die Großschreibung bleibt sichtbar, weil man der Morgen, der Vormittag und der Abend sagen kann. heute früh und morgen früh kombinieren dagegen zwei adverbiale Angaben. Diese kleine Wortartdifferenz erklärt die unterschiedliche Schreibung besser als eine auswendig gelernte Ausnahmeliste.
Auch frühmorgens und morgens früh sind möglich, bedeuten aber nicht exakt dasselbe. morgens kann eine regelmäßige Wiederholung ausdrücken: Morgens früh kontrolliert sie die Geräte. morgen früh bezieht sich eindeutig auf den folgenden Tag. frühmorgens hebt die sehr frühe Tageszeit hervor und wird zusammengeschrieben.
Bei Fristen bleibt eine natürliche Zeitangabe riskant. Eine Nachricht vom Montag mit morgen früh ist am Mittwoch missverständlich. In Kalendern, Protokollen und Übergaben sollte sie durch Datum, Uhrzeit und bei internationalen Vorgängen Zeitzone ersetzt werden. Die orthografisch richtige Form ist dann noch immer nützlich für den Begleitsatz, doch die konkrete Terminangabe schützt vor sachlichen Fehlern.
Regelquelle
Die Einordnung folgt dem Amtlichen Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung und dem amtlichen Wörterverzeichnis. Es unterscheidet Großschreibung von Substantiven und Kleinschreibung anderer Wortarten.
Die Beispiele wurden redaktionell für diesen Zweifelsfall entwickelt und am 9. August 2026 geprüft.