Machen Synonym: das präzise Verb finden
Ein Verb für alles heißt ein Verb für nichts
Machen ist das Verb mit der größten Reichweite und der geringsten Aussage. Man macht eine Ausbildung, eine Pause, ein Foto, Fehler, Umsatz und sich Sorgen. Weil es überall passt, sagt es nirgends etwas Genaues, und genau deshalb steht es im ersten Entwurf so oft dort, wo ein präzises Verb hingehört. Die Suche nach einem Synonym führt hier fast immer zu einer besseren Frage: Welche Handlung ist eigentlich gemeint?
Die Alternativen nach Handlung
Beim Herstellen eines Gegenstands oder Texts passen anfertigen, erstellen, erzeugen und produzieren. Erstellen ist in Arbeiten die übliche Wahl für Dokumente und Grafiken, anfertigen für handwerkliche und schriftliche Arbeiten, erzeugen für Daten und Effekte.
Beim Durchführen einer Handlung stehen durchführen, vornehmen, ausführen und absolvieren bereit. Absolvieren gehört zu Ausbildungsabschnitten (ein Praktikum absolvieren), vornehmen zu Prüfungen und Änderungen, durchführen zu Untersuchungen und Verfahren.
Beim Bewirken einer Veränderung sind bewirken, auslösen, verursachen und hervorrufen die präzisen Wörter. Sie unterscheiden sich in der Stärke der Behauptung: Auslösen setzt einen Auslöser voraus, verursachen behauptet Ursächlichkeit und ist damit in wissenschaftlichen Texten belegpflichtig.
Funktionsverbgefüge auflösen
Der häufigste Fall in Arbeiten ist nicht das einfache machen, sondern die Verbindung mit einem Substantiv: eine Aussage machen, eine Angabe machen, eine Untersuchung machen, Gebrauch machen von. In all diesen Fügungen steckt das eigentliche Verb im Substantiv und wartet darauf, befreit zu werden: aussagen, angeben, untersuchen, nutzen.
Der Test ist einfach: Steht nach machen ein Substantiv, das sich in ein Verb zurückverwandeln lässt, ist die kürzere Fassung fast immer besser. Aus „Die Autorin macht die Aussage, dass ...“ wird „Die Autorin sagt aus, dass ...“ oder noch kürzer „Die Autorin argumentiert, dass ...“. Solche Ketten sind der Hauptgrund für schwer lesbare Fachtexte, siehe auch darstellen.
Wo machen unersetzbar ist
In festen Wendungen und Redensarten wird nicht ersetzt: sich Sorgen machen, Schluss machen, sich auf den Weg machen, das macht nichts. Auch in der Mathematik ist machen fest: drei mal drei macht neun. Wer hier ein Synonym einsetzt, erzeugt Sätze, die niemand so sagt.
Ebenfalls unersetzbar ist machen in der Bedeutung ausmachen oder betragen: „Die Gruppe macht ein Drittel der Stichprobe aus.“ Hier ist ausmachen ein eigenes Verb mit eigener Bedeutung, nicht eine Variante von machen.
Machen in Arbeiten und Bewerbungen
In wissenschaftlichen Texten fällt machen vor allem in der Einleitung auf, wo es die eigene Arbeit beschreibt: „In dieser Arbeit wird eine Untersuchung gemacht.“ Präziser ist „untersucht diese Arbeit“, weil das Verb die Handlung selbst benennt. In Methodenteilen gilt dasselbe für „eine Befragung gemacht“ gegenüber „befragt“.
In Bewerbungen ist machen der Klassiker der Aufgabenbeschreibung: „Ich habe die Buchhaltung gemacht.“ Was tatsächlich getan wurde, bleibt offen. Geführt, verantwortet, aufgebaut oder unterstützt sagen jeweils etwas anderes über die Rolle aus, und genau das will ein Personalbereich wissen. Verwandt ist die Unschärfe von gut. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.
Ein eigener Fall ist machen als Hilfsverb der Veranlassung: „Das macht die Auswertung schwierig.“ Hier lässt sich erschweren einsetzen und der Satz wird kürzer. Ebenso „macht deutlich“, wofür verdeutlichen oder zeigen bereitsteht. Solche Fügungen sind die häufigste Form von machen in wissenschaftlichen Texten und zugleich die am leichtesten zu ersetzende.
In der gesprochenen Sprache übernimmt machen zusätzlich die Rolle eines Platzhalters, wenn das genaue Verb gerade fehlt: „Ich mach das dann mal.“ Beim Verschriftlichen von Interviews und Protokollen bleibt diese Verwendung im Text stehen und wirkt dort deplatziert. In wörtlichen Zitaten wird sie trotzdem nicht ersetzt, weil sonst die Aussage verändert würde; die Regeln dazu stehen unter Zitierweisen.
Eine eigene Gruppe bilden die Wendungen mit sich: sich machen (gut aussehen), sich etwas machen aus (Wert legen auf), sich auf den Weg machen. Sie sind idiomatisch und lassen sich nicht durch ein einzelnes Verb ersetzen. „Er macht sich nichts aus Kaffee“ heißt, er legt keinen Wert darauf, und keine der oben genannten Alternativen passt hier.
In Aufgabenbeschreibungen und Stellenanzeigen ist machen außerdem ein Signal für fehlende Abgrenzung. „Sie machen die Korrespondenz“ lässt offen, ob jemand formuliert, ablegt oder nur weiterleitet. Wer die Tätigkeit benennt, zieht damit zugleich die Grenze der Rolle, und genau das ist der Zweck einer Stellenbeschreibung.
Was ist das beste Synonym für machen?
Es gibt keines, weil machen keine bestimmte Handlung bezeichnet. Die Frage lautet, was genau getan wird: herstellen, durchführen, bewirken oder etwas anderes. Die Antwort ist das Verb.
Was sind Funktionsverbgefüge?
Verbindungen aus einem blassen Verb und einem Substantiv, in dem die eigentliche Handlung steckt, etwa eine Aussage machen statt aussagen. Sie verlängern den Satz, ohne etwas hinzuzufügen.
Darf machen in einer Bachelorarbeit stehen?
In festen Wendungen ja. Kritisch ist machen als Ersatz für ein präzises Verb, besonders in Verbindung mit einem Substantiv: eine Untersuchung machen statt untersuchen.
Was gehört zum Überblick „Machen Synonym: das präzise Verb finden“?
Das Thema „Machen Synonym: das präzise Verb finden“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.