Machen Synonym: das präzise Verb finden

Ein Verb für alles heißt ein Verb für nichts

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 5. August 2026 · alle Synonyme

Verben besitzt die weiteste Anwendungsbreite, doch seine Aussagekraft ist minimal. Das Verb taugt für Pausen, Fotos, Fehler ebenso wie für Umsatzziele oder Sorgen. Da es nahezu jede Situation abdeckt, fehlt ihm jeder konkrete Bezugspunkt. Folglich findet es sich im ersten Entwurf oft gerade dann wieder, wo Präzision gefragt wäre. Die Synonymsuche zwingt daher zu einer schärferen Perspektive: Welche Handlung ist eigentlich gemeint?

Synonym für Machen: Vergleich zwischen generischem Verb und präzisem Fachterminus
Machen Synonym: das präzise Verb finden im Überblick.

Die Alternativen nach Handlung

Beim Herstellen eines Gegenstands oder Texts passen anfertigen, erstellen, erzeugen und produzieren. Erstellen ist in Arbeiten die übliche Wahl für Dokumente und Grafiken, anfertigen für handwerkliche und schriftliche Arbeiten, erzeugen für Daten und Effekte.

Für das Durchführen einer Maßnahme bieten sich durchführen, vornehmen, ausführen und absolvieren an. Absolvieren verwendet man für Ausbildungsabschnitte wie Praktika, vornehmen betrifft Prüfungen und Änderungen. Durchführen passt zu Untersuchungen und juristischen Abläufen.

Zum Bewirken einer Veränderung dienen bewirken, auslösen, verursachen und hervorrufen. Ihre Nuancen variieren hinsichtlich der Kausalitätsstärke: Auslösen benötigt einen Impuls, während verursachen direkten Zusammenhang postuliert. Daher erfordert es in wissenschaftlichen Texten zwingend Nachweisführung.

Funktionsverbgefüge auflösen

Der häufigste Fall in Arbeiten ist nicht das einfache machen, sondern die Verbindung mit einem Substantiv: eine Aussage machen, eine Angabe machen, eine Untersuchung machen, Gebrauch machen von. In all diesen Fügungen steckt das eigentliche Verb im Substantiv und wartet darauf, befreit zu werden: aussagen, angeben, untersuchen, nutzen.

Prüfungsmethode: Steht nach machen ein Substantiv, das sich in ein Verb zurückverwandeln lässt, ist die kürzere Fassung fast immer besser. So wandelt sich „Die Autorin macht die Aussage, dass ...“ in „Die Autorin sagt aus, dass ...“ bzw. „Die Autorin argumentiert, dass ...“. Gerade solche Verschachtelungen behindern die Lesbarkeit komplexer Texte, siehe auch darstellen.

Checkliste zur Auswahl passgenauer Synonyme für das Verb Machen

Dort, wo machen unersetzbar bleibt

In festen Wendungen und Redensarten wird nicht ersetzt: sich Sorgen machen, Schluss machen, sich auf den Weg machen, das macht nichts. Auch in der Mathematik ist machen fest: drei mal drei macht neun. Wer hier ein Synonym einsetzt, erzeugt Sätze, die niemand so sagt.

Ebenfalls unersetzbar ist machen im Sinne von ausmachen oder betragen: „Die Gruppe macht ein Drittel der Stichprobe aus.“ Hier ist ausmachen ein eigenständiges Verb mit eigener Bedeutung, nicht eine bloße Umformung des Grundworts.

Machen in Arbeiten und Bewerbungen

In wissenschaftlichen Texten fällt machen vor allem in der Einleitung auf, wo es die eigene Arbeit beschreibt: „In dieser Arbeit wird eine Untersuchung gemacht.“ Präziser ist „untersucht diese Arbeit“, weil das Verb die Handlung selbst benennt. In Methodenteilen gilt dasselbe für „eine Befragung gemacht“ gegenüber „befragt“.

Lebenslauf-Einträge leiden typischerweise unter generischem machen: „Ich habe die Buchhaltung gemacht.“ Die tatsächliche Funktion bleibt dadurch diffus. Begriffe wie geleitet, verantwortet, initiiert oder assistiert beschreiben Rollenprofile präziser, und genau jene Information suchen HR-Abteilungen. Ähnlich problematisch ist die Vagheit von gut. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.

Ein besonderer Anwendungsfall betrifft machen als Ausdruck der Kausalität: „Das macht die Auswertung schwierig.“ Hier lässt sich erschweren einsetzen und der Satz wird kürzer. Ebenso „macht deutlich“, wofür verdeutlichen oder zeigen bereitsteht. Solche Fügungen sind die häufigste Form von machen in wissenschaftlichen Texten und zugleich die am leichtesten zu ersetzende.

In der gesprochenen Sprache übernimmt machen zusätzlich die Rolle eines Platzhalters, wenn das passende Verb gerade fehlt: "Ich mach das dann mal." Beim Verschriftlichen von Interviews und Protokollen bleibt diese Verwendung im Text stehen und wirkt dort deplatziert. In wörtlichen Zitaten wird sie trotzdem nicht ersetzt, weil sonst die Aussage verändert würde; die Regeln dazu stehen unter Zitierweisen.

Eigenständige Bildungen ergeben sich bei reflexiven Formen: sich machen (gut aussehen), sich etwas machen aus (Wert legen auf), sich auf den Weg machen. Diese Idiome lassen sich nicht durch ein einzelnes anderes Verb ersetzen. „Er macht sich nichts aus Kaffee“ drückt aus, dass er keinen Wert darauf legt, und keine der genannten Alternativen passt hier.

In Aufgabenbeschreibungen und Stellenanzeigen ist machen außerdem ein Signal für fehlende Abgrenzung. „Sie machen die Korrespondenz“ lässt offen, ob jemand formuliert, ablegt oder nur weiterleitet. Wer die Tätigkeit benennt, zieht damit zugleich die Grenze der Rolle, und genau das ist der Zweck einer Stellenbeschreibung.

Was ist das beste Synonym für machen?

Es gibt keines, weil machen keine bestimmte Handlung bezeichnet. Die Frage lautet, was genau getan wird: herstellen, durchführen, bewirken oder etwas anderes. Die Antwort ist das Verb.

Was sind Funktionsverbgefüge?

Verbindungen aus einem blassen Verb und einem Substantiv, in dem die eigentliche Handlung steckt, etwa eine Aussage machen statt aussagen. Sie verlängern den Satz, ohne etwas hinzuzufügen.

Darf machen in einer Bachelorarbeit stehen?

In festen Wendungen ja. Kritisch ist machen als Ersatz für ein präzises Verb, besonders in Verbindung mit einem Substantiv: eine Untersuchung machen statt untersuchen.

Was gehört zum Überblick „Machen Synonym: das präzise Verb finden“?

Das Thema „Machen Synonym: das präzise Verb finden“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.

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