Möglichkeit Synonym: Chance, Option oder Befugnis

Was jemand kann, darf oder zur Auswahl hat

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 5. August 2026 · alle Synonyme

Möglichkeit gehört zu den Wörtern, die einen Satz höflich und lang machen. „Sie haben die Möglichkeit, sich anzumelden“ sagt dasselbe wie „Sie können sich anmelden“, braucht aber vier Wörter mehr. Dazu kommt, dass Möglichkeit drei verschiedene Dinge meinen kann: eine Gelegenheit, eine Auswahl und eine Befugnis. Die passenden Alternativen unterscheiden sich danach, und in Formularen und Verträgen entscheidet die Wahl darüber, ob etwas erlaubt oder nur denkbar ist.

Gelegenheit, Auswahl, Befugnis

Meint der Satz eine Gelegenheit, also einen günstigen Umstand, passen Gelegenheit, Chance und Anlass. Chance trägt dabei einen positiven Beiklang und ist in neutralen Berichten deshalb nicht immer richtig: Eine Gelegenheit kann auch ungünstig sein, eine Chance nicht.

Meint der Satz eine Auswahl, sind Option, Alternative und Variante die genaueren Wörter. Alternative setzt streng genommen genau zwei Möglichkeiten voraus, auch wenn der Sprachgebrauch das längst aufgeweicht hat. Wer drei Wege beschreibt, schreibt besser Optionen oder Varianten.

Meint der Satz eine Befugnis, also ein Dürfen, gehören Erlaubnis, Berechtigung und Spielraum hierher. Diese Gruppe ist in Verträgen und Ordnungen die entscheidende: „Es besteht die Möglichkeit zur Nachbesserung“ lässt offen, ob ein Anspruch gemeint ist. „Nachbesserung kann verlangt werden“ ist eindeutig.

Die Wendung die Möglichkeit haben zu

Der häufigste Fall in Formularen, Mails und Anleitungen ist die Konstruktion „die Möglichkeit haben, etwas zu tun“. Sie lässt sich praktisch immer durch das Modalverb können ersetzen, und der Satz wird dabei kürzer und klarer. Aus „Studierende haben die Möglichkeit, sich anzumelden“ wird „Studierende können sich anmelden“.

Zulässig bleibt die lange Form, wenn die Möglichkeit selbst der Gegenstand ist: „Die Möglichkeit einer Nachprüfung wurde geschaffen“ sagt etwas über eine Einrichtung, nicht über eine einzelne Person. Der Test lautet deshalb: Lässt sich der Satz mit können umschreiben, ohne dass Information verloren geht, ist die kurze Form vorzuziehen.

Verwandte Aufblähungen sind „in der Lage sein zu“ und „die Gelegenheit bekommen zu“. Alle drei gehören zur selben Gruppe wie die Funktionsverbgefüge auf der Seite durchführen.

Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit

In wissenschaftlichen Texten ist die Verwechslung von Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit folgenreich. Möglich ist alles, was nicht ausgeschlossen ist; wahrscheinlich ist, was mit erhöhter Erwartung eintritt. „Es besteht die Möglichkeit eines Zusammenhangs“ sagt fast nichts, weil kaum ein Zusammenhang ausgeschlossen ist.

Belastbar wird der Satz erst mit einer Angabe: „Der Zusammenhang war auf dem Fünf-Prozent-Niveau signifikant.“ Wer keine Zahl hat, sollte die Unsicherheit benennen, statt sie in ein weiches Wort zu verpacken. Dieselbe Prüfung greift bei stark.

Grammatik und Zusammensetzungen

Möglichkeit ist feminin, der Plural lautet die Möglichkeiten. Das zugehörige Adjektiv möglich wird kleingeschrieben, die Substantivierung groß: das Mögliche, alles Mögliche. Achtung bei „möglichst“, das eine Steigerung ausdrückt und nicht mit möglich verwechselt werden darf.

Zusammensetzungen tragen ein Fugen-s: Möglichkeitsform, Nutzungsmöglichkeit, Einflussmöglichkeit. Die Möglichkeitsform ist dabei ein grammatischer Fachbegriff und bezeichnet den Konjunktiv, nicht eine Auswahl.

In Angeboten und Formularen

In Angeboten schwächt Möglichkeit die Zusage ab. „Wir bieten Ihnen die Möglichkeit einer Expressbearbeitung“ klingt unverbindlicher als „Wir bearbeiten Ihren Auftrag auf Wunsch express“. Wer verkaufen will, sollte die Leistung nennen, nicht ihre Denkbarkeit.

In Formularen und Ordnungen ist die Unschärfe dagegen manchmal beabsichtigt, weil sie keinen Anspruch begründet. Wer eine Ordnung liest und dort Möglichkeit findet, sollte prüfen, ob an anderer Stelle ein Anspruch geregelt ist. Umgekehrt sollte niemand aus einer Möglichkeit eine Zusage lesen.

Abgrenzung zu Chance und Risiko

Chance und Risiko sind die bewerteten Gegenstücke: Beide bezeichnen mögliche Ereignisse, das eine erwünscht, das andere unerwünscht. Möglichkeit ist neutral und deshalb in Analysen der sichere Ausdruck, solange die Bewertung nicht feststeht.

In der Risikoanalyse ist die Unterscheidung sogar methodisch: Dort wird zwischen Eintrittsmöglichkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit getrennt, und nur die zweite lässt sich quantifizieren. Alle bearbeiteten Wörter stehen in der Übersicht Synonyme.

Zu unterscheiden ist die Möglichkeit schließlich vom Potenzial. Potenzial bezeichnet eine noch nicht ausgeschoepfte Fähigkeit und traegt damit eine Erwartung, die Möglichkeit nicht hat. In Berichten wird Potenzial deshalb gern verwendet, wo nichts belegt ist: Ein ungenutztes Potenzial laesst sich schwer widerlegen. Wer es benutzt, sollte sagen, woran es gemessen wird.

Was ist ein Synonym für Möglichkeit?

Für einen günstigen Umstand Gelegenheit, für eine Auswahl Option oder Variante, für ein Dürfen Berechtigung. Welche Gruppe passt, entscheidet, ob etwas denkbar, wählbar oder erlaubt ist.

Wie kürzt man „die Möglichkeit haben zu“?

Meist mit können: „Studierende können sich anmelden“ statt „Studierende haben die Möglichkeit, sich anzumelden“. Die lange Form bleibt nur, wenn die Möglichkeit selbst der Gegenstand ist.

Was ist der Unterschied zwischen Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit?

Möglich ist alles, was nicht ausgeschlossen ist. Wahrscheinlich ist, was mit erhöhter Erwartung eintritt. In Ergebnisteilen ist die Angabe einer Wahrscheinlichkeit aussagekräftig, die einer Möglichkeit kaum.

Unsere Partner