Gendern Unternehmer: Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Sprache für die Bezeichnung Unternehmer
Beim Gendern Unternehmer stehen mehrere korrekte Varianten zur Verfügung: die Doppelnennung Unternehmerinnen und Unternehmer, verkürzte Formen wie Unternehmer*innen, Unternehmer:innen, Unternehmer_innen oder UnternehmerInnen sowie geschlechtsneutrale Umschreibungen, da eine kurze etablierte neutrale Einzelform für dieses Wort fehlt. Welche Variante passend ist, hängt vom Kontext ab: In wissenschaftlichen Arbeiten gelten häufig Vorgaben der Hochschule, im allgemeinen Sprachgebrauch ist die Doppelnennung die am weitesten akzeptierte Lösung. Dieser Ratgeber erklärt alle Formen im Überblick, ordnet die neutrale Alternative ehrlich ein und zeigt typische Fehler beim Formulieren.
Gendern Unternehmer: kurze Antwort
Das Wort Unternehmer ist im Deutschen die grammatisch männliche (generische) Form und bezeichnet ursprünglich nur männliche Personen, wird im allgemeinen Sprachgebrauch aber häufig auch für gemischte Gruppen verwendet. Wer gendern Unternehmer möchte, kann zwischen mehreren Wegen wählen: der Doppelnennung Unternehmerinnen und Unternehmer, einer verkürzten Schreibweise mit Genderzeichen wie Unternehmer*innen oder einer neutralen Umschreibung, da eine ebenso kurze, etablierte neutrale Einzelform für dieses Wort fehlt. Alle Doppel- und Kurzformen sind fachlich korrekt, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit, Aussprache und Akzeptanz je nach Textformat. Für Studien- und Abschlussarbeiten empfiehlt sich, vorab die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen, da diese festlegen, welche Form verlangt oder ausdrücklich ausgeschlossen ist.

Alle Genderformen für Unternehmer im Überblick
Für die Personenbezeichnung Unternehmer existieren mehrere anerkannte Genderformen, die sich in Schreibweise und Funktion unterscheiden. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten für Singular und Plural:
- Doppelnennung: Unternehmerinnen und Unternehmer, die ausgeschriebene Nennung beider Formen, uneingeschränkt akzeptiert
- Gendersternchen: Unternehmer*innen, schließt auch nichtbinäre Personen mit ein
- Doppelpunkt: Unternehmer:innen, gilt als besonders screenreader-freundlich
- Unterstrich (Gender-Gap): Unternehmer_innen, markiert bewusst eine Lücke zwischen den Formen
- Binnen-I: UnternehmerInnen, ältere Schreibweise, schließt nichtbinäre Personen nicht ein
Welche Form gewählt wird, hängt vom Zielmedium ab: Für Fließtext in Unternehmenskommunikation, Presseartikeln oder Studien ist die Doppelnennung meist die sicherste Wahl, während Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich häufiger auf Webseiten, in sozialen Medien oder internen Dokumenten vorkommen.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Unternehmer
Anders als bei manchen anderen Berufsbezeichnungen gibt es für Unternehmer keine wirklich gute, kurze geschlechtsneutrale Einzelform. Das naheliegende Partizip Unternehmende ist zwar grammatisch bildbar, in der Praxis aber missverständlich: Das Adjektiv unternehmend bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch bereits tatkräftig oder wagemutig und beschreibt eine Charaktereigenschaft, nicht die Tätigkeit, ein Unternehmen zu führen. Die Form die Unternehmenden wird deshalb selten verwendet und kann Leserinnen und Leser verwirren. Für die Gruppe insgesamt bietet sich stattdessen der Sammelbegriff Unternehmerschaft an, etwa in Sätzen wie die Unternehmerschaft der Region wurde befragt. Für eine einzelne Person bleiben ansonsten nur Umschreibungen wie Person, die ein Unternehmen führt oder Unternehmensinhaberin oder Unternehmensinhaber, die im Fließtext oft umständlicher wirken. Einen weiteren Überblick über solche Strategien bietet unser Beitrag zu gendergerechte Sprache.
Beispielsatz im Studien- und Uni-Kontext
In einer wissenschaftlichen Arbeit zur Gründungsforschung könnte ein Satz mit Doppelnennung so aussehen: Die befragten Unternehmerinnen und Unternehmer gaben an, dass ihnen der Zugang zu Fördermitteln in der Startphase besonders wichtig war. Mit Gendersternchen lautet die gleiche Aussage: Die befragten Unternehmer*innen gaben an, dass ihnen der Zugang zu Fördermitteln wichtig war. Wird eine Umschreibung bevorzugt, lässt sich formulieren: Die befragten Personen, die ein Unternehmen führen, gaben an, dass ihnen der Zugang zu Fördermitteln wichtig war. Alle drei Sätze sind inhaltlich identisch und unterscheiden sich nur in der gewählten Genderform, sodass Studierende die für ihre Hochschule passende Variante konsequent im gesamten Text anwenden sollten.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen mehreren Genderformen innerhalb derselben Arbeit, etwa wenn im ersten Kapitel Unternehmer*innen und im letzten Kapitel Unternehmerinnen und Unternehmer steht. Ebenso problematisch ist eine uneinheitliche Zeichensetzung, etwa ein großes I direkt nach dem Sternchen, was den meisten Stilrichtlinien widerspricht. Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie in ihren eigenen Leitfäden dennoch. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich daher, zuerst die Vorgaben des Fachbereichs oder der Prüfungsordnung zu prüfen und andernfalls konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Formulierung zu bleiben. Ausführliche Hinweise zu Regeln und Vorgaben verschiedener Hochschulen liefert unser Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum Gendern von Unternehmer
Für die Personenbezeichnung Unternehmer stehen mit Doppelnennung, Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich, Binnen-I und passenden Umschreibungen mehrere fachlich korrekte Wege zur Verfügung, auch wenn eine kurze neutrale Einzelform fehlt. Keine der Formen ist grundsätzlich falsch, sie unterscheiden sich jedoch in Lesbarkeit und Akzeptanz je nach Kontext. In der allgemeinen Kommunikation ist die Doppelnennung die am breitesten akzeptierte Lösung, in sozialen Medien und internen Dokumenten kommen Genderzeichen häufiger vor, und der Sammelbegriff Unternehmerschaft eignet sich für die Gruppe als Ganzes. Wichtig ist vor allem, eine einmal gewählte Form konsequent im gesamten Text beizubehalten und bei wissenschaftlichen Arbeiten die jeweiligen Vorgaben der Hochschule zu beachten.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Kaufmann gendern, Sekretär gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.