Das Übliche: Groß- oder Kleinschreibung erklärt

Das Übliche: groß oder klein?

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 13. September 2026 · Groß- und Kleinschreibung im Überblick

„Das Übliche“ schreibt man groß. Entscheidend ist, ob „üblich“ als selbstständiges Substantiv gebraucht wird oder ein anderes Substantiv beschreibt.

Das Übliche wird großgeschrieben

Nach dem Artikel das wird Übliche großgeschrieben, weil das Adjektiv als Substantiv gebraucht wird. Der Duden führt dafür unter D 72 den Satz „seine Rede enthielt nur das Übliche“ an. Auch Paragraf 57 des amtlichen Regelwerks beschreibt die Großschreibung von Wörtern, die als Substantive gebraucht werden.

Substantivierung bedeutet, dass ein Wort einer anderen Wortart im Satz die Funktion eines Substantivs übernimmt. „Üblich“ bezeichnet dann nicht mehr unmittelbar ein folgendes Substantiv. In „das Übliche“ steht die Form selbstständig im Satz. Der Artikel „das“ begleitet diese substantivierte Form.

Für die Entscheidung genügt deshalb die Frage nach der Funktion im Satz. Beschreibt „üblich“ ein genanntes Substantiv, bleibt es klein. Steht „Übliche“ dagegen als eigenständiges Satzglied nach „das“, liegt die im Duden belegte Großschreibung vor. Die Schreibweise hängt hier nicht davon ab, ob das Wort am Satzanfang oder an einer anderen Stelle steht.

Die Form „das Übliche“ ist damit von den klein geschriebenen Verwendungen zu trennen. In „die üblichen Ausreden“ beschreibt „üblichen“ das Substantiv „Ausreden“. In „das ist hier so üblich“ steht „üblich“ als Adjektiv. Diese beiden Funktionen führen zur Kleinschreibung.

Zum Weiterlesen können Sie die Seite Groß- und Kleinschreibung heranziehen. Für den Fachbegriff hilft außerdem die Seite Substantivierung. Beide Bezeichnungen stehen hier als Hinweise auf verwandte Themen.

Das Übliche: groß oder klein?: der Ablauf in drei Schritten

Paragraf 57 und seine Signalwörter

Paragraf 57 (1) des amtlichen Regelwerks formuliert den Grund: Wörter anderer Wortarten schreibt man groß, wenn sie als Substantive gebraucht werden. Dazu gehören substantivierte Adjektive und adjektivisch gebrauchte Partizipien. „Das Übliche“ lässt sich nach diesem Muster zusammen mit dem Duden-Beispiel „seine Rede enthielt nur das Übliche“ einordnen.

„Alles Gute“ zeigt ein Adjektiv nach dem unbestimmten Pronomen „alles“. „Das einzig Richtige“ zeigt ein Adjektiv nach dem Artikel „das“. „Nichts Bedeutendes“ zeigt ein Adjektiv nach dem unbestimmten Pronomen „nichts“. In jedem Satz steht das großgeschriebene Wort für sich und wird als Substantiv gebraucht.

Als Signalwörter kommen Artikel wie „das“ und „dem“ infrage. Auch die unbestimmten Pronomen „alles“, „nichts“, „etwas“ und „viel“ können vor einer substantivierten Form stehen. Das Wort „nur“ ist im Duden-Beispiel mit „das Übliche“ ebenfalls Teil des Satzes, ohne selbst die Substantivierung zu bezeichnen.

„Wir wünschen alles Gute.“ enthält das Pronomen „alles“ und die substantivierte Form „Gute“. „Das Ausschlaggebende für die Einstellung war ihre Erfahrung.“ enthält den Artikel „das“ und die substantivierte Form „Ausschlaggebende“. „Er hat nichts Bedeutendes geschrieben.“ enthält „nichts“ und „Bedeutendes“.

„Das ist das einzig Richtige, was du tun kannst.“ enthält den Artikel „das“ vor „einzig Richtige“. Die Beispiele zeigen den belegten Zusammenhang: Der Artikel oder das unbestimmte Pronomen steht vor einer Form, die im Satz als Substantiv gebraucht wird.

Wann üblich klein bleibt

„Üblich“ bleibt klein, wenn es als Adjektiv ein Substantiv näher beschreibt. In „die üblichen Ausreden“ steht „üblichen“ vor dem Substantiv „Ausreden“. In „wir verfahren nach der üblichen Methode“ steht „üblichen“ vor dem Substantiv „Methode“. In beiden Sätzen ist die Form nicht selbstständig substantiviert.

Auch „das ist hier so üblich“ gehört zur Kleinschreibung. Hier steht „üblich“ nach dem Verb „ist“ und beschreibt den Zustand oder die Art des Sachverhalts. Es folgt kein Substantiv, aber die Form ist dadurch nicht automatisch substantiviert. Die Duden-Angabe zu „üblich“ führt diesen Satz als kleingeschriebenes Beispiel auf.

Von diesen Fällen sind adverbiale Formen zu unterscheiden. „Üblicherweise“ wird kleingeschrieben. Der Duden nennt die Wendung „eine üblicherweise tödlich verlaufende Krankheit“. „Üblicherweise“ ist darin eine eigene adverbiale Form und keine substantivierte Form von „üblich“.

Auch „wie üblich“ wird kleingeschrieben. Die Wendung steht für sich als adverbiale Verwendung. Sie ist deshalb von „das Übliche“ abzugrenzen. Die beiden Ausdrücke sehen ähnlich aus, erfüllen aber nicht dieselbe Funktion im Satz.

Die Gegenüberstellung bleibt überschaubar: „das Übliche“ steht als substantivierte Form nach einem Artikel und wird großgeschrieben. „die üblichen Ausreden“ und „wir verfahren nach der üblichen Methode“ enthalten ein Adjektiv vor einem Substantiv und werden kleingeschrieben. „wie üblich“ und „üblicherweise“ sind adverbiale Formen und werden ebenfalls kleingeschrieben.

Groß oder klein: die Fälle im Vergleich

Tabelle: Wendung, Schreibung, Grund
WendungSchreibungGrund
das ÜblichegroßSubstantivierung nach Artikel
alles GutegroßSubstantivierung nach Pronomen
das einzig RichtigegroßSubstantivierung nach Artikel
nichts BedeutendesgroßSubstantivierung nach Pronomen
die üblichen AusredenkleinAdjektiv vor Substantiv
wir verfahren nach der üblichen MethodekleinAdjektiv vor Substantiv
das ist hier so üblichkleinAdjektiv nach dem Verb
üblicherweisekleinAdverb
wie üblichkleinadverbiale Wendung

Die Tabelle ordnet die belegten Wendungen nach ihrer Funktion im Satz. Bei „das Übliche“, „alles Gute“, „das einzig Richtige“ und „nichts Bedeutendes“ steht die jeweilige Form selbstständig. Artikel oder Pronomen stehen davor. Deshalb erscheint der Anfangsbuchstabe in diesen Beispielen groß. Das Muster betrifft nicht jedes Auftreten von „üblich“, sondern die Form, die im Satz als Substantiv gebraucht wird.

Anders funktionieren „die üblichen Ausreden“ und „wir verfahren nach der üblichen Methode“. Dort begleitet „üblich“ jeweils ein vorhandenes Substantiv. Auch der Satz „das ist hier so üblich“ steht in der Tabelle auf der Seite der Kleinschreibung. Er zeigt, dass kein Substantiv hinter dem Wort stehen muss, damit die Form klein bleibt. Für die Entscheidung ist daher die vollständige Wendung wichtig.

Die adverbialen Fälle sind getrennt aufgeführt. „Üblicherweise“ ist ein Adverb; als Beispiel nennt der Duden eine üblicherweise tödlich verlaufende Krankheit. „Wie üblich“ ist ebenfalls eine adverbiale Wendung. Beide Fälle gehören nicht zu „das Übliche“. Die Tabelle erleichtert den Vergleich, weil Artikel oder Pronomen, ein folgendes Substantiv und adverbiale Formen nebeneinander stehen.

Für einen Vergleich mit einem verwandten Fall können Sie alles Gute nachlesen. Die Seite Folgendes behandelt einen weiteren Fall der Substantivierung. Die Wortart selbst wird auf der Seite Adjektive erklärt.

Fehler erkennen und berichtigen

Ein möglicher Fehler ist die Kleinschreibung in „das übliche“, wenn die Form selbstständig gebraucht wird. Die richtige Form lautet „das Übliche“. Als Gegenmaßnahme dient die Probe mit einem eindeutigen Substantiv: Ersetzen Sie die fragliche Form gedanklich durch „das Essen“. Wenn die Satzstelle ein selbstständiges Wort verlangt, vergleichen Sie die Form mit „das Übliche“.

Ein zweiter möglicher Fehler ist die Großschreibung in „die Üblichen Ausreden“. Die richtige Form lautet „die üblichen Ausreden“. Hier steht das Adjektiv vor dem Substantiv „Ausreden“. Die Probe mit „das Essen“ macht den Unterschied sichtbar: „die üblichen Ausreden“ beschreibt ein Substantiv, während „das Übliche“ selbstständig steht.

Ein dritter möglicher Fehler ist „wie Üblich“. Die richtige Form lautet „wie üblich“. Diese Wendung ist adverbial und wird kleingeschrieben. Auch hier hilft der Vergleich mit einem eindeutigen Substantiv. Die Form „wie das Essen“ zeigt nur die Ersatzprobe; sie ersetzt nicht die belegte Wendung „wie üblich“.

Prüfen Sie bei jeder Stelle außerdem die vollständige Wendung. Der einzelne Buchstabe am Wortanfang entscheidet nicht ohne den Satzkontext. „das Übliche“ und „die üblichen Ausreden“ enthalten verwandte Wörter, aber unterschiedliche Funktionen. Die erste Form ist substantiviert, die zweite beschreibt ein Substantiv.

Die Korrektur besteht daher aus zwei sichtbaren Teilen: zuerst die beanstandete Form notieren, danach die passende Form danebenstellen. So stehen „das übliche“ und „das Übliche“, „die Üblichen Ausreden“ und „die üblichen Ausreden“ sowie „wie Üblich“ und „wie üblich“ unmittelbar im Vergleich.

Das Übliche: groß oder klein?: Prüfliste mit vier Punkten

Die Schreibung in drei Schritten prüfen

Prüfen Sie zuerst, ob direkt vor der fraglichen Form ein Artikel oder ein Pronomen steht. Achten Sie auf „das“ und „dem“ als Artikel. Achten Sie außerdem auf die unbestimmten Pronomen „alles“, „nichts“, „etwas“ und „viel“. Ein solcher Begleiter kann anzeigen, dass die folgende Form als Substantiv gebraucht wird.

Prüfen Sie zweitens, ob hinter „üblich“ ein Substantiv steht. In „die üblichen Ausreden“ folgt „Ausreden“. In „wir verfahren nach der üblichen Methode“ folgt „Methode“. Dann beschreibt „üblich“ ein Substantiv und bleibt klein. In „das ist hier so üblich“ wird die Form ebenfalls kleingeschrieben.

Prüfen Sie drittens, ob die Stelle zu einer adverbialen Form gehört. „Üblicherweise“ bleibt klein. Auch „wie üblich“ bleibt klein. Beide Formen sind von der substantivierten Form „das Übliche“ zu unterscheiden.

Wenn Zweifel bleiben, machen Sie die Ersatzprobe mit einem echten Substantiv. Setzen Sie an derselben Stelle testweise „das Essen“ ein. Danach vergleichen Sie die Satzfunktion mit „das Übliche“. Die Probe soll klären, ob die fragliche Form selbstständig steht oder ein anderes Substantiv beschreibt.

Zum Schluss lesen Sie die vollständige Wendung noch einmal. Die drei Fragen lauten: Steht ein Artikel oder ein Pronomen wie „alles“, „nichts“ oder „etwas“ direkt davor? Steht ein Substantiv dahinter? Ist es eine feste adverbiale Wendung? Die Antworten führen zu „das Übliche“, „die üblichen Ausreden“, „wir verfahren nach der üblichen Methode“, „üblicherweise“ oder „wie üblich“.

Quellen und Stand

Die Einordnung „Das Übliche: Groß- oder Kleinschreibung erklärt“ berücksichtigt außerdem „Regel“.

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Häufige Fragen zu das Übliche groß oder klein

Warum wird „das Übliche“ großgeschrieben?

„Übliche“ wird großgeschrieben, weil das Adjektiv nach dem Artikel „das“ als Substantiv gebraucht wird. Der Duden nennt das Beispiel „seine Rede enthielt nur das Übliche“ unter D 72.

Was bedeutet Substantivierung?

Substantivierung bedeutet, dass ein Wort einer anderen Wortart im Satz als Substantiv gebraucht wird. Paragraf 57 (1) nennt dafür die Großschreibung.

Welche Signalwörter können davorstehen?

Beispiele sind die Artikel „das“ und „dem“ sowie die unbestimmten Pronomen „alles“, „nichts“, „etwas“ und „viel“.

Wann bleibt „üblich“ klein?

„Üblich“ bleibt klein, wenn es ein Substantiv beschreibt, etwa in „die üblichen Ausreden“ oder „wir verfahren nach der üblichen Methode“. Auch „das ist hier so üblich“ wird kleingeschrieben.

Wie schreibt man „wie üblich“ und „üblicherweise“?

„Wie üblich“ und „üblicherweise“ werden kleingeschrieben. Der Duden nennt „eine üblicherweise tödlich verlaufende Krankheit“ als Beispiel.

Welche Ersatzprobe hilft bei Zweifel?

Setzen Sie testweise ein eindeutiges Substantiv wie „das Essen“ ein und vergleichen Sie die Satzfunktion mit „das Übliche“.

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