Was bedeutet „entgegen“ als Präposition?

Präposition entgegen bedeutung einfach erklärt

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Grammatikregeln

„Entgegen“ bezeichnet einen Gegensatz oder Widerspruch. Die Präposition steht standardsprachlich sicher mit dem Dativ; auch der Genitiv ist nach Duden erlaubt.

Die Kernregel zu „entgegen“

„Entgegen“ ist eine Präposition. Sie kann mit einer Nominalgruppe im Dativ oder im Genitiv verbunden werden. Inhaltlich bezeichnet sie einen Widerspruch oder einen Gegensatz. Eine Handlung, Aussage oder ein Geschehen steht damit einer Erwartung, Annahme, einem Rat oder einer anderen Aussage gegenüber.

Für eigene Formulierungen empfiehlt die Quelle entgegen + Dativ. Diese Verbindung ist standardsprachlich korrekt und wird im deutschsprachigen Raum häufiger verwendet. Ein selbst formulierter Satz lautet: Entgegen meinem Plan blieb ich zu Hause. Die Gruppe meinem Plan steht im Dativ. Sie nennt den Plan, zu dem ein Gegensatz besteht.

Auch entgegen + Genitiv ist möglich. Der Duden erlaubt diese Verbindung; die Quelle beschreibt sie als weniger gebräuchlich und verweist auf ihre Stützung durch die Variantengrammatik des Standarddeutschen. Für praktische Formulierungen bleibt daher der Dativ die empfohlene Wahl. Die Genitivform ist nach Duden jedoch zulässig.

Die Kernregel lässt sich so zusammenfassen: „Entgegen“ drückt Gegensatz oder Widerspruch aus und kann Dativ oder Genitiv regieren. Für eigene Texte wird die Dativverbindung empfohlen. Aus der vorliegenden Erklärung folgen keine weiteren Bedeutungen oder Regeln.

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So erkennt man die Funktion im Satz

Bei der Satzanalyse wird entgegen als Präposition bestimmt. Danach kann die mit ihr verbundene Nominalgruppe abgegrenzt und ihr Kasus benannt werden. Im Dativ zeigt sich die von der Quelle empfohlene Verbindung. Im Genitiv liegt die ebenfalls zulässige, aber weniger gebräuchliche Variante vor.

Im Satz Entgegen meinem Vorschlag nahm das Team den anderen Weg. ist entgegen die Präposition. Meinem Vorschlag ist die verbundene Wortgruppe und steht im Dativ. Sie bezeichnet den Vorschlag, zu dem die Handlung im Gegensatz steht. Damit werden Form und Funktion gemeinsam sichtbar: Dativ nach „entgegen“ und ein Gegensatz zum Vorschlag.

Ein weiteres Beispiel lautet: Entgegen ihrer Erwartung begann die Sitzung pünktlich. Die Gruppe ihrer Erwartung steht im Dativ. Sie nennt die Erwartung, zu der das Geschehen einen Gegensatz bildet. So wird die Bedeutung der Präposition am Satz deutlich, ohne eine zusätzliche Regel anzunehmen.

Auch die Genitivvariante kann am Satz untersucht werden: Entgegen des ursprünglichen Plans wurde der Text später geändert. Auf entgegen folgt hier die Genitivgruppe des ursprünglichen Plans. Der Satz setzt die Änderung zum ursprünglichen Plan in Gegensatz. Diese Kasusverbindung ist nach Duden erlaubt; die Quelle kennzeichnet sie als weniger gebräuchlich als die Dativverbindung.

Für die Untersuchung der Beispiele kann man daher die Präposition, die verbundene Wortgruppe und deren Kasus benennen. Anschließend lässt sich erklären, worauf sich der im Satz ausgedrückte Gegensatz oder Widerspruch bezieht. Auf diese Weise treten Form und Funktion im jeweiligen Satz hervor.

Drei eigene Beispielsätze mit Analyse

Beispiel 1: Entgegen meinem Eindruck war der Raum bereits leer. Die Präposition lautet „entgegen“. Die Wortgruppe meinem Eindruck steht im Dativ. Sie nennt den Eindruck, dem die beobachtete Situation widerspricht: Der Eindruck und der tatsächliche Zustand stehen gegeneinander. Der Satz verwendet damit die von der Quelle empfohlene Verbindung mit dem Dativ.

Beispiel 2: Entgegen ihrer Bitte veröffentlichte sie die Notiz. Nach „entgegen“ steht ihrer Bitte. Diese Wortgruppe ist hier die Dativverbindung. Die Bitte bildet den Bezugspunkt des Gegensatzes, weil die Veröffentlichung nicht mit der Bitte übereinstimmt. Die Erklärung der Form und die Satzfunktion gehören direkt zusammen: Dativ nach der Präposition, Gegensatz zur genannten Bitte.

Beispiel 3: Entgegen des bekannten Entwurfs wählte die Gruppe eine andere Fassung. In diesem Satz steht des bekannten Entwurfs im Genitiv. Die Wortgruppe bezeichnet den Entwurf, dem die Auswahl gegenübersteht. Die Form zeigt daher die Genitivvariante von „entgegen“. Nach der Quelle ist diese Verbindung erlaubt, aber seltener als „entgegen“ mit Dativ.

Die drei Sätze machen den Unterschied sichtbar: In den ersten beiden Beispielen folgt der Dativ, im dritten Beispiel der Genitiv. Die Bedeutung bleibt jeweils ein Gegensatz oder Widerspruch. Für einen eigenen Text lässt sich daraus die belegte Entscheidung ableiten, den Dativ zu wählen, wenn eine klare standardsprachliche Form gewünscht ist. Der Genitiv sollte nicht als unzulässig bezeichnet werden, weil die Quelle ihn ausdrücklich als erlaubt einordnet.

Die Beispiele sind eigenständig formuliert. Sie dienen nur dazu, die belegte Kasusverteilung und die Funktion im Satz zu zeigen. Aus ihnen wird keine zusätzliche allgemeine Gebrauchsregel abgeleitet.

Was die Quelle ausdrücklich begrenzt

Die Quelle nennt zwei Kasus, die nach „entgegen“ verwendet werden können: Dativ und Genitiv. Diese Angabe darf nicht zu einer weitergehenden Liste anderer Kasus erweitert werden. Für einen Satz, dessen Form nicht eindeutig als Dativ oder Genitiv bestimmt werden kann, ist daher eine Prüfung an einer verlässlichen Grammatikquelle erforderlich.

Auch bei der Bewertung der beiden Varianten ist eine genaue Formulierung wichtig. Die Dativverbindung wird im gesamten deutschsprachigen Raum meistens verwendet und von der Quelle empfohlen. Die Genitivverbindung ist nach Duden erlaubt und wird von der Variantengrammatik des Standarddeutschen gestützt. Sie wird in der Quelle als seltener bezeichnet. Daraus folgt nicht, dass der Genitiv falsch wäre, und ebenso wenig folgt daraus eine zusätzliche Regel für jeden denkbaren Schreibkontext.

Die Quelle weist außerdem darauf hin, dass manche Nachschlagewerke bei „entgegen“ nur die Dativvariante aufführen. Dieser Unterschied zwischen Nachschlagewerken ist selbst kein Beleg dafür, eine nicht genannte Form als falsch zu erklären. Wer eine konkrete redaktionelle oder wissenschaftliche Vorgabe erfüllen muss, sollte deshalb die dort verlangte Referenz prüfen.

Bei der Bedeutung bleibt die Erklärung ebenfalls begrenzt: Belegt sind „im Widerspruch“ und „im Gegensatz zu“. Andere Bedeutungen werden hier nicht ergänzt. Wenn „entgegen“ in einem Satz scheinbar eine andere Funktion hat, sollte die Bedeutung anhand einer geeigneten Fachquelle geprüft werden, statt eine neue Bedeutungsangabe zu vermuten.

Eine Ausnahme wird in der Quelle nicht genannt. Deshalb wird keine zusätzliche Ausnahme formuliert. Ebenso werden keine Aussagen über besondere Zeiten, Textsorten, Regionen außerhalb der genannten Einordnung oder weitere stilistische Wirkungen ergänzt.

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Kurzcheck für die Anwendung

Prüfe einen Satz mit „entgegen“ in vier Schritten.

  1. Regel prüfen: Markiere „entgegen“ als Präposition und frage, ob die Verbindung einen Widerspruch oder einen Gegensatz ausdrückt.
  2. Satzfunktion prüfen: Grenze die Wortgruppe ab, die zu „entgegen“ gehört. Bestimme, welche Erwartung, welcher Rat, welcher Eindruck, welche Bitte oder welcher andere Bezugspunkt dem Geschehen gegenübersteht.
  3. Kasus prüfen: Ermittle, ob die angeschlossene Wortgruppe im Dativ oder im Genitiv steht. Der Dativ ist die empfohlene Verbindung. Der Genitiv ist nach der Quelle erlaubt und wird als seltener eingeordnet.
  4. Beispielvergleich prüfen: Vergleiche die eigene Form mit einer Dativkonstruktion wie entgegen meinem Eindruck oder einer Genitivkonstruktion wie entgegen des bekannten Entwurfs. Beurteile die Form nur innerhalb der belegten Dativ- oder Genitivverbindung.

Typische Fehler lassen sich mit diesem Ablauf eingrenzen. Ein Fehler wäre, „entgegen“ nicht als Präposition zu erkennen oder den angeschlossenen Bezugspunkt nicht zu bestimmen. Ebenfalls problematisch wäre die pauschale Behauptung, der Genitiv sei falsch. Die Quelle erlaubt ihn. Wer eine sichere Standardform einsetzen möchte, prüft den Satz auf Dativ und verwendet die von der Quelle empfohlene Dativverbindung.

Wenn die Bedeutung im konkreten Satz nicht als Gegensatz oder Widerspruch erklärbar ist, sollte die betreffende Verwendung in einer verlässlichen Sprachquelle nachgeschlagen werden. Wenn der Kasus weder klar als Dativ noch als Genitiv bestimmt werden kann, ist ebenfalls eine konkrete Quellenprüfung erforderlich. So bleibt der Prüfablauf bei den belegten Angaben und ergänzt keine unbelegte Sprachregel.

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Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Präposition entgegen bedeutung einfach erklärt

Was bedeutet „entgegen“ als Präposition?

„Entgegen“ bezeichnet einen Widerspruch oder einen Gegensatz.

Welcher Kasus folgt auf „entgegen“?

„Entgegen“ kann den Dativ oder den Genitiv regieren. Die Quelle empfiehlt die Verbindung mit dem Dativ.

Ist „entgegen“ mit Genitiv erlaubt?

Ja. Die Genitivverbindung ist nach Duden erlaubt und wird in der Quelle als seltener bezeichnet.

Welche Form ist bei „entgegen“ die sichere Empfehlung?

Empfohlen wird „entgegen“ mit Dativ, weil diese Verbindung als standardsprachlich korrekt beurteilt wird.

Ist der Genitiv nach „entgegen“ falsch?

Nein. Die Quelle führt die Genitivverbindung als erlaubt auf.

Wie prüfe ich einen Satz mit „entgegen“?

Bestimme die Präposition, grenze die angeschlossene Wortgruppe ab, prüfe Dativ oder Genitiv und erkläre den ausgedrückten Gegensatz oder Widerspruch.

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