Gendern Therapeut: Formen im Überblick
Doppelnennung, Sonderzeichen und neutrale Alternativen im Vergleich
Gendern Therapeut lässt sich auf mehrere Arten umsetzen: durch die Doppelnennung Therapeutin und Therapeut, durch verkürzte Formen wie Therapeut*innen, Therapeut:innen oder Therapeut_innen sowie durch geschlechtsneutrale Umschreibungen. Am gebräuchlichsten in Fließtexten ist die Doppelnennung, weil sie ohne Sonderzeichen auskommt und von den meisten Hochschulen akzeptiert wird. Sonderzeichen wie Gendersternchen oder Doppelpunkt machen zusätzlich Personen sichtbar, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen, während eine neutrale Formulierung wie therapierende Person ganz auf Endungen mit Genus verzichtet. Welche Variante im Einzelfall sinnvoll ist, richtet sich nach den Vorgaben der jeweiligen Institution.
Gendern Therapeut: die kurze Antwort
Gendern Therapeut bedeutet, die männliche Berufsbezeichnung so zu formulieren, dass auch Frauen und Personen anderer Geschlechtsidentitäten sprachlich sichtbar werden. Die gebräuchlichste und stilistisch unauffälligste Lösung ist die Doppelnennung: Therapeutin und Therapeut, im Plural Therapeutinnen und Therapeuten. Wer eine kürzere Schreibweise bevorzugt, kann auf Sonderzeichen wie Gendersternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich zurückgreifen, etwa Therapeut*innen, Therapeut:innen oder Therapeut_innen. Diese Formen sind kompakter, gelten aber nicht in jeder Hochschule oder Institution als zulässig. Wer Sonderzeichen ganz vermeiden möchte, kann stattdessen eine neutrale Umschreibung wählen, auch wenn diese für Therapeut weniger etabliert ist als bei manchen anderen Berufsbezeichnungen.

Alle Genderformen im Überblick
Für die Personenbezeichnung Therapeut existieren mehrere gebräuchliche Schreibweisen, die sich in Formalität und Sichtbarkeit unterscheiden. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten:
- Doppelnennung: Therapeutin und Therapeut (Singular), Therapeutinnen und Therapeuten (Plural)
- Gendersternchen: Therapeut*in (Singular), Therapeut*innen (Plural)
- Doppelpunkt: Therapeut:in (Singular), Therapeut:innen (Plural)
- Unterstrich (Gender-Gap): Therapeut_in (Singular), Therapeut_innen (Plural)
- Binnen-I: TherapeutIn (Singular), TherapeutInnen (Plural)
Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich gelten als Sammelformen, weil sie neben Frauen und Männern auch nichtbinäre Personen einschließen sollen. Das Binnen-I dagegen bezieht sich sprachlich nur auf die weibliche und männliche Form und wird heute seltener verwendet als die neueren Sonderzeichen.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Therapeut
Eine geschlechtsneutrale Alternative zu Therapeut ist im Deutschen schwieriger zu bilden als etwa Studierende zu Student, weil sich aus dem Verb therapieren kein ebenso gebräuchliches Partizip etabliert hat. Möglich ist dennoch die Umschreibung mit einer therapierenden Person oder, im Plural, den Therapierenden, sofern der Kontext eindeutig bleibt. Ebenso verwendbar sind Sammelbegriffe wie therapeutisches Fachpersonal oder die Formulierung Person, die eine Therapie durchführt. Ehrlich betrachtet ist keine dieser Varianten so etabliert und alltagstauglich wie die Doppelnennung oder die Sonderzeichen-Formen, weshalb sie sich eher für Texte mit wenigen Wiederholungen eignet als für solche, in denen die Berufsbezeichnung häufig vorkommt. Weitere Grundlagen zu neutralen Formulierungen erklärt der Beitrag zu gendergerechte Sprache.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
Im wissenschaftlichen Schreiben lässt sich die geschlechtergerechte Formulierung anhand konkreter Beispielsätze gut veranschaulichen. Mit Doppelnennung könnte ein Satz lauten: Die befragten Therapeutinnen und Therapeuten gaben an, dass sich ihr Arbeitsalltag durch digitale Anwendungen verändert hat. Mit Gendersternchen wäre die gleiche Aussage möglich als: Die befragten Therapeut*innen gaben an, dass sich ihr Arbeitsalltag verändert hat. Und mit einer neutralen Umschreibung ließe sich formulieren: Die befragten Therapierenden gaben an, dass sich ihr Arbeitsalltag verändert hat. Alle drei Varianten sind inhaltlich gleichwertig, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit und darin, ob sie den Vorgaben der jeweiligen Prüfungsordnung entsprechen. Vor dem Schreiben lohnt sich daher ein Blick in den Leitfaden der Hochschule.

Häufige Fehler beim Gendern Therapeut
Ein häufiger Fehler beim Gendern Therapeut ist der Wechsel zwischen mehreren Schreibweisen innerhalb derselben Arbeit, etwa wenn im ersten Kapitel Therapeut*innen und im dritten Kapitel Therapeut:innen verwendet wird. Ebenso problematisch ist es, die gewählte Form nur unregelmäßig anzuwenden und an anderen Stellen zur rein männlichen Form zurückzukehren. Zu beachten ist außerdem, dass das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung Gendersternchen und Doppelpunkt bislang nicht als Standard führt, auch wenn zahlreiche Hochschulen diese Formen ausdrücklich erlauben oder sogar verlangen. Für eine wissenschaftliche Arbeit empfiehlt es sich deshalb, zunächst die Vorgaben der eigenen Hochschule oder des Betreuers zu prüfen und andernfalls konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Formulierung zu bleiben. Ausführliche Hinweise dazu bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zur geschlechtergerechten Formulierung
Für die Personenbezeichnung Therapeut stehen mit der Doppelnennung, den Sonderzeichen-Formen und der neutralen Umschreibung mehrere sachlich gleichwertige Wege zur Verfügung, geschlechtergerecht zu formulieren. Welche Variante die richtige ist, hängt weniger vom persönlichen Geschmack als von den Vorgaben der jeweiligen Institution, des Verlags oder der Prüfungsordnung ab. Innerhalb eines Textes sollte die gewählte Form konsequent durchgehalten werden, damit der Text einheitlich und gut lesbar bleibt und keine Verwirrung durch wechselnde Schreibweisen entsteht. Wer unsicher ist, welche Schreibweise für die eigene Arbeit passt, findet Orientierung in den Stilrichtlinien der Hochschule oder in einer sprachlichen Überprüfung vor der Abgabe.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Physiotherapeut gendern, Krankenpfleger gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.