Gendern mit Sternchen verständlich und korrekt anwenden

Gendern Sternchen richtig gendern

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Genderformen E bis K

Das Gendersternchen ist eine von mehreren geschlechtergerechten Schreibweisen. Hier findest du belegte Formen, vollständige Satzbeispiele und eine Prüfungshilfe für Personenbezeichnungen.

Formen für geschlechtergerechte Personenbezeichnungen

Wer gendern möchte, kann zwischen mehreren Formen unterscheiden. Das Deutsche bietet dafür verschiedene Möglichkeiten, aber keine allgemein verbindliche Norm. Bei einer Bezeichnung wie „die Antragsteller“ bleibt ohne weiteren Zusammenhang offen, ob nur Männer gemeint sind oder Menschen anderer Geschlechter ebenfalls eingeschlossen werden. Genau an diesem Punkt setzt die Auswahl einer geschlechtergerechten Form an.

Das Gendersternchen steht innerhalb einer Personenbezeichnung, zum Beispiel in „Mitarbeiter*innen“. Es gehört zu den mehrgeschlechtlichen Schreibweisen mit Genderzeichen. Neben dem Sternchen nennt die Quelle den Gender-Doppelpunkt und den Gender-Gap. Diese Schreibweisen werden nicht von den offiziellen Rechtschreibregeln abgedeckt. Der Rat für deutsche Rechtschreibung bestätigte 2023 seine früheren Entscheidungen und stellte klar, dass Genderzeichen nicht der deutschen Rechtschreibung entsprechen. Außerdem weist das Amtliche Regelwerk auf mögliche grammatische Folgeprobleme hin, die noch nicht geklärt sind.

Daneben stehen Formen ohne Genderzeichen. Die vollständige Beidnennung nennt Frauen und Männer ausdrücklich, etwa „Lehrerinnen und Lehrer“. Eine verkürzte Paarform kann mit Schrägstrich, Ergänzungsstrich oder Klammern gebildet werden. Belegte Beispiele sind „Lehrer/Lehrerin“, „Lehrer/ in“ und „Lehrer(in)“, sofern die morphologische Form dies zulässt. Das Binnen-I wird außerhalb der amtlichen Rechtschreibregel als weitere Schreibweise genannt, etwa „LehrerIn“.

Eine weitere Möglichkeit besteht in einer neutralen Personenbezeichnung. Aus einer Personenbezeichnung kann beispielsweise eine Bezeichnung wie „Lehrkraft“ werden. Für die konkrete Auswahl ist zu prüfen, ob die neutrale Form die bezeichnete Personengruppe in deinem Satz tatsächlich bezeichnet. Eine einzelne Schreibweise ist damit nicht für jeden Text als verpflichtend festgelegt.

Zur Einordnung der gendergerechte Sprache gehört deshalb die Unterscheidung zwischen vollständiger Beidnennung, verkürzter Paarform, neutraler Bezeichnung und Schreibweise mit Genderzeichen. Für weitere Nachschlagearbeit kannst du das Gender-Wörterbuch A bis D, das Gender-Wörterbuch E bis K, das Gender-Wörterbuch L bis P, das Gender-Wörterbuch R bis S und das Gender-Wörterbuch T bis Z verwenden.

Konkreter Abschlusscheck zu Gendern mit Sternchen verständlich und korrekt anwenden

Welche Form passt zu welchem Satzkontext?

Im Satzkontext sollte zuerst erkennbar sein, welche Personen bezeichnet werden. Die Quelle unterscheidet zwischen Bezeichnungen, deren grammatische Form mit dem Geschlecht der bezeichneten Personen übereinstimmt, und der geschlechtsübergreifenden Verwendung maskuliner Formen. Der Ausdruck generisches Maskulinum bezeichnet dort die Verwendung eines maskulinen Wortes für alle Menschen mit dem entsprechenden Beruf, etwa Ärzte für Menschen mit medizinischer Ausbildung. Diese Einordnung bezieht sich auf die geschlechtsübergreifende Verwendung einer maskulinen Berufsbezeichnung.

Davon zu unterscheiden sind die Formen maskulin, feminin und neutral. Eine maskuline und eine feminine Form können getrennt oder zusammen genannt werden. Eine Paarform wie „Lehrerinnen und Lehrer“ benennt Frauen und Männer ausdrücklich. Die Form „ein Lehrer oder eine Lehrerin“ trennt die beiden Bezeichnungen im Satz. Eine neutrale Bezeichnung wie „Lehrkraft“ verwendet dagegen eine andere Personenbezeichnung. Ob sie inhaltlich passt, prüfst du am bezeichneten Personenkreis und am konkreten Satz.

Bei verkürzten Formen darf der Satz nicht bei einem bloßen Wortfragment stehen bleiben. Die vollständige Form „Die Lehrerinnen und Lehrer beraten die Klasse“ ist syntaktisch geschlossen. Auch „Die Lehrer/ innen beraten die Klasse“ enthält eine vollständige Satzstruktur. Eine Schreibweise wie „Lehrer(in)“ wird in der Quelle nur dort eingeordnet, wo sie morphologisch möglich ist. Die Quelle nennt ausdrücklich „Pädagog(inn)en“, grenzt aber eine Form wie „Ärzt(innen)“ außerhalb dieser Möglichkeit ab. Prüfe daher bei Klammerformen, ob die morphologische Bildung möglich ist.

Für wissenschaftliche Texte kannst du beim Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit zunächst feststellen, ob der Satz eine konkrete Person, eine Gruppe von Frauen und Männern oder Menschen unabhängig vom Geschlecht bezeichnet. Danach vergleichst du die grammatisch vollständige Form mit dem Satzbau. Diese Prüfung betrifft den eigenen Satz und begründet keine allgemeine Vorschrift für alle Texte.

Die Formulierung „Ansprechperson“ wird in diesem Abschnitt nicht weiter behandelt.

Belegte Alternativen zum Gendersternchen

Eine Alternative zum Sternchen ist die vollständige Paarform. Sie nennt Männer und Frauen in einer gemeinsamen Bezeichnung, beispielsweise „Lehrerinnen und Lehrer“. Die Quelle unterscheidet dabei eine zusammenfassende Paarform von einer trennenden Form wie „ein Lehrer oder eine Lehrerin“ und einer unterscheidenden Form mit „beziehungsweise“. Diese Varianten sind direkt aus der Quelle ableitbar und können im Satz vollständig ausgeschrieben werden.

Eine verkürzte Paarform arbeitet mit orthographischen Hilfszeichen. Genannt werden der Schrägstrich in „Lehrer/Lehrerin“, der Ergänzungsstrich in „Lehrer/ in“ und die Klammerform „Lehrer(in)“, wenn die morphologische Bildung passt. Der Gender-Schrägstrich gehört damit in den Bereich der verkürzten Paarformen. Die Klammerform darf nicht automatisch auf jede Personenbezeichnung übertragen werden, weil die Quelle ihre Verwendung an die morphologische Möglichkeit bindet.

Als weitere Schreibweise nennt die Quelle das Binnen-I, zum Beispiel „LehrerIn“. Die Schreibweise mit Genderzeichen umfasst neben dem Sternchen den Doppelpunkt und den Gender-Gap. Wenn du den Begriff Gender-Unterstrich prüfst, vergleiche ihn deshalb mit der in der Quelle genannten Bezeichnung Gender-Gap und bewerte die konkrete Schreibweise anhand deiner Textvorgaben.

Eine neutrale Alternative kann eine eigenständige Personenbezeichnung sein. Die Quelle nennt „Lehrkraft“ als Beispiel dafür, aus „Lehrer“ eine andere Bezeichnung zu machen. Die Formulierung „Ansprechperson“ wird hier nicht als neutrale Alternative eingeordnet. Eine neutrale Lösung darf nicht allein deshalb eingesetzt werden, weil sie kürzer wirkt. Entscheidend ist, ob sie die bezeichnete Personengruppe sachlich trifft und grammatisch in den Satz passt.

Keine dieser Formen wird durch das Quellenmaterial als überall verpflichtend oder für jeden Satz als immer passend dargestellt. Wenn eine Einrichtung oder ein Auftraggeber eine bestimmte Schreibweise vorgibt, ermittle diese Vorgabe aus den offiziellen Unterlagen. Ohne eine solche direkt geprüfte Vorgabe bleibt die Auswahl an der Ausgangsform, dem Personenbezug, der Zielgruppe und der Lesbarkeit des eigenen Textes auszurichten.

Drei vollständige Beispielsätze mit unterschiedlichen Formen

Die folgenden Sätze zeigen unterschiedliche, grammatisch vollständige Formen. Sie sind eigenständige Beispiele und schreiben keine einzelne Variante für alle Texte vor.

  1. Die Mitarbeiter*innen beraten die Besucherinnen und Besucher am Eingang.

  2. Die Lehrerinnen und Lehrer besprechen den neuen Unterrichtsplan.

  3. Jede Lehrkraft erhält die Unterlagen für die Sitzung.

  4. Ein Lehrer oder eine Lehrerin stellt die Ergebnisse vor.

  5. Die Lehrer/ innen beantworten die Fragen der Klasse.

Im ersten Satz steht das Gendersternchen innerhalb der Personenbezeichnung. Im zweiten Satz steht eine vollständige Paarform. Im dritten Satz wird eine neutrale Bezeichnung verwendet. Der vierte Satz trennt die feminine und maskuline Form ausdrücklich. Der fünfte Satz zeigt eine verkürzte Paarform mit Ergänzungsstrich. Welche Variante du in einem eigenen Text übernimmst, kannst du am Satzkontext und an der gewünschten Lesbarkeit prüfen.

Die Beispiele stellen Formen nebeneinander, die unterschiedlich aufgebaut sind. Lies deshalb den vollständigen Beispielsatz, bevor du eine Personenbezeichnung für deinen eigenen Satz auswählst. Wenn du „Gendersternchen“ nachschlagen möchtest, kannst du die konkrete Schreibweise getrennt von einer vollständigen Paarform oder einer neutralen Bezeichnung betrachten. Den Begriff Gender-Doppelpunkt kannst du ebenso als weitere Schreibweise ansehen.

Eine Form mit Gender-Schrägstrich oder Binnen-I ist ebenfalls eine andere Schreibweise. Vergleiche die Form jeweils im vollständigen Satz und entscheide dann, welche der gezeigten Möglichkeiten zu deinem Text passt.

Konkrete Regel und vollständige Beispielsätze zu Gendern mit Sternchen verständlich und korrekt anwenden

Auswahl prüfen: Ausgangsform, Bezug, Zielgruppe und Lesbarkeit

Beginne mit der Ausgangsform. Steht dort eine maskuline Personenbezeichnung wie „Arzt“ oder „Ärzte“, kannst du den Personenbezug des konkreten Satzes bestimmen. Die Quelle bezeichnet die geschlechtsübergreifende Verwendung einer maskulinen Form für Menschen eines Berufs als „generisches Maskulinum“. Diese Einordnung kann dir helfen, die Ausgangsform von anderen möglichen Formulierungen zu unterscheiden.

Prüfe danach, welche Personen dein Satz bezeichnen soll. Eine vollständige Paarform kann Männer und Frauen ausdrücklich nennen. Daneben kannst du eine neutrale Bezeichnung oder eine Schreibweise mit Genderzeichen betrachten. Für geschlechtergerechte Formulierungen gibt es mehrere Möglichkeiten; eine allgemeine Norm für die Auswahl nennt das Quellenmaterial nicht.

Berücksichtige bei deiner Auswahl auch Zielgruppe und Lesbarkeit. Lies deinen vollständigen Satz und prüfe, ob die gewählte Personenbezeichnung für deine beabsichtigte Aussage verständlich ist. Vergleiche dazu die Ausgangsform mit einer Paarform, einer neutralen Bezeichnung oder einer Form mit Genderzeichen. So bleibt die Auswahl an den konkreten Satz und seinen Personenbezug gebunden.

Bei Klammerformen kannst du zusätzlich prüfen, ob die morphologische Bildung möglich ist. Für Genderzeichen hält die Quelle fest, dass sie nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie gehören. Sie weist außerdem darauf hin, dass grammatische Folgeprobleme bei ihrer Setzung noch nicht geklärt sind. Berücksichtige diese Einordnung, wenn du eine solche Schreibweise mit den anderen Formen vergleichst.

Eine kurze Entscheidungshilfe lautet daher: Ausgangsform ansehen, Personenbezug klären, Zielgruppe und Lesbarkeit berücksichtigen und den vollständigen Satz mit mehreren möglichen Formen vergleichen. Wähle keine Form allein deshalb aus, weil sie in einem anderen Satz vorkommt. Beim Thema Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit kannst du dieselben Punkte am jeweiligen Satz anwenden: Ausgangsform, Bezug der bezeichneten Personen, Zielgruppe und Lesbarkeit. Die Beispiele dienen dabei als unterschiedliche Formulierungswege, nicht als Vorgabe für jeden Text.

Quellen und Stand

Der Überblick „Gendern mit Sternchen verständlich und korrekt anwenden“ ordnet das Thema vollständig ein.

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Häufige Fragen zu Gendern Sternchen richtig gendern

Was bezeichnet das Gendersternchen?

Das Gendersternchen ist eine mehrgeschlechtliche Schreibweise innerhalb einer Personenbezeichnung, zum Beispiel in „Mitarbeiter*innen“. Die Quelle ordnet solche Genderzeichen als Schreibweisen ein, die nicht von den offiziellen Rechtschreibregeln abgedeckt sind.

Ist das Gendersternchen nach den offiziellen Rechtschreibregeln abgedeckt?

Nein. Die Quelle führt aus, dass Genderzeichen nicht der deutschen Rechtschreibung entsprechen. Sie nennt außerdem mögliche grammatische Folgeprobleme, die noch nicht geklärt sind.

Welche Alternative nennt die Quelle zum Gendersternchen?

Genannt werden vollständige Paarformen wie „Lehrerinnen und Lehrer“, getrennte Formen wie „ein Lehrer oder eine Lehrerin“, verkürzte Paarformen mit Schrägstrich oder Ergänzungsstrich sowie neutrale Personenbezeichnungen wie „Lehrkraft“.

Was ist beim generischen Maskulinum zu prüfen?

Die Quelle bezeichnet als „generisches Maskulinum“ die geschlechtsübergreifende Verwendung eines maskulinen Wortes für alle Menschen mit dem entsprechenden Beruf. Im eigenen Satz ist deshalb zu prüfen, ob diese geschlechtsübergreifende Bedeutung tatsächlich gemeint ist.

Wann kann eine Klammerform verwendet werden?

Die Quelle nennt Klammerformen wie „Lehrer(in)“ und ordnet sie ein, sofern die morphologische Bildung möglich ist. Diese Bedingung ist an der konkreten Personenbezeichnung zu prüfen.

Welche Punkte sollte ein vollständiger Beispielsatz erfüllen?

Prüfe, ob die Personenbezeichnung den gemeinten Personenkreis bezeichnet. Bei Klammerformen prüfe, ob die morphologische Bildung möglich ist.

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