Während mit Genitiv oder Dativ richtig verwenden
Während Genitiv einfach erklärt
Die Präposition während steht grundsätzlich mit dem Genitiv. Bei Pluralnomen ohne eindeutig erkennbare Genitivform kann der Dativ stehen. Bei unflektierten Singularformen ist der Genitiv möglich, aber weniger üblich.
Die Grundregel für während
Während ist eine Präposition und steht grundsätzlich mit dem Genitiv.
Ist ein Begleitwort vorhanden, kann dessen Form den Genitiv zeigen. Das ist etwa bei „während des Semesters“, „während der Pause“ und „während unserer Besprechung“ der Fall. des, der und unserer markieren in diesen Gruppen den Genitiv.
Auf die Frage „während dem oder während des?“ gibt die Grundregel daher eine erste Antwort: Zeigt ein Begleitwort den Genitiv, steht nach während die Genitivform.
Bei Pluralformen ist ein Dativ möglich, wenn der Genitiv nicht eindeutig vom Nominativ oder Akkusativ zu unterscheiden ist. Bei einem Singular ohne Begleitwort verbindet sich während mit einer Form ohne sichtbare Flexion; ein Genitiv ist dort ebenfalls möglich, aber weniger gebräuchlich.
Für einen konkreten Ausdruck lassen sich daher Zahlform und vorhandenes Begleitwort ansehen. So wird sichtbar, ob eine Genitivform vorliegt oder ob der beschriebene Pluralfall in Betracht kommt.
Als Merkhilfe: Ein sichtbares Genitivsignal führt zur Genitivform. Bei unklaren Pluralformen kann die Dativform vorkommen.

Während im Satz analysieren
Für die Satzanalyse wird die Gruppe mit während betrachtet: Zuerst steht die Präposition, danach folgt das Substantiv mit oder ohne Begleitwort. Dabei lässt sich erkennen, ob Singular oder Plural vorliegt und ob eine Genitivform sichtbar ist.
In „Während des Praktikums arbeitet Lina im Lesesaal“ lautet die Gruppe während des Praktikums. Das Wort des zeigt den Genitiv. während ist die Präposition; des Praktikums ist die angeschlossene Genitivform.
Auch in „Während der Konferenz blieb der Eingang geschlossen“ macht der den Genitiv kenntlich. Die Form wird hier am Begleitwort und am Substantiv zusammen sichtbar.
Ein Plural ohne Begleitwort verlangt einen genaueren Blick. In „Während Übungen arbeitet Mara im Nebenraum“ steht nach während ein Plural ohne sichtbares Genitivsignal. Für solche Fälle beschreibt die Quelle einen möglichen Dativ, wenn die Genitivform nicht eindeutig von Nominativ und Akkusativ abweicht.
Mit einem Begleitwort ist der Genitiv wieder erkennbar: „Während mehrerer Übungen notiert Mara Ergebnisse.“ mehrerer weist in dieser Gruppe auf den Genitiv hin. Der Vergleich zeigt den Unterschied zwischen einem Plural ohne und mit sichtbarer Markierung.
Auch der Singular kann ohne Begleitwort stehen: „Das Studio bleibt während Umbau geöffnet.“ Das Substantiv erscheint dort ohne sichtbare Flexion. In „Das Studio bleibt während des Umbaus geöffnet“ kennzeichnet dagegen des den Genitiv; diese Form ist ebenfalls möglich.
Die Beispiele zeigen die Präposition, die Zahlform und ein mögliches Genitivsignal direkt im Satz.
Drei analysierte Beispielsätze
Beispiel 1: „Während des Seminars sammelt Noor neue Begriffe.“
Die Präpositionalgruppe lautet während des Seminars. Das Substantiv steht im Singular. Das Begleitwort des macht den Genitiv sichtbar. Deshalb wird die Gruppe als Genitiv verwendet.
Beispiel 2: „Während der Reparatur bleibt das Gerät ausgeschaltet.“
Hier lautet die Gruppe während der Reparatur. Das Substantiv ist ein Singularwort, und der zeigt die Genitivform an. Die Satzanalyse führt daher zum Genitiv. Die Form wird durch das Zusammenspiel von Präposition, Begleitwort und Substantiv geprüft.
Beispiel 3: „Während Ausflügen liest Ben kaum Nachrichten.“
Ausflügen steht im Plural und weist die Dativform am Dativ-n aus. Die Quelle beschreibt bei einem Plural, dessen Genitiv nicht eindeutig erkennbar ist, den Ausweichgebrauch mit dem Dativ. Dieser Satz bildet diesen Fall ab. Die Gruppe wird daher als Dativgruppe analysiert.
Zusatzbeispiel: „Während mehrerer Ausflüge fotografiert Ben die Landschaft.“
Das Begleitwort mehrerer macht den Genitiv sichtbar. Deshalb wird hier die Genitivform verwendet. Das Beispiel zeigt, dass bei einem Plural mit fallanzeigendem Begleitwort die Genitivform verwendet wird.
Zusatzbeispiel: „Das Café bleibt während Renovierung geschlossen.“
Das Substantiv steht im Singular und folgt ohne fallanzeigendes Begleitwort. Die Quelle beschreibt für diese Form die Verbindung mit dem unflektierten Substantiv.
Zusatzbeispiel: „Das Café bleibt während der Renovierung geschlossen.“
In dieser Variante steht das Begleitwort der vor dem Substantiv. Der Genitiv ist dadurch sichtbar. Die Gruppe wird als Genitivform bestimmt.
Wo die Quelle ausdrücklich unterscheidet
Die Quelle unterscheidet Konstellationen für Singular und Plural sowie für Nominalgruppen mit und ohne fallanzeigendes Begleitwort.
Bei einem Substantiv im Plural ist der Dativ nicht als allgemeine Alternative einzusetzen. Der beschriebene Dativgebrauch betrifft den Fall, dass die Genitivform des Substantivs nicht eindeutig ist. Das ist nach der Quelle dann der Fall, wenn die Pluralform im Genitiv mit der Pluralform im Nominativ beziehungsweise Akkusativ identisch ist. Die Dativform wird dabei häufig durch das Dativ-n erkennbar.
Ein fallanzeigendes Begleitwort verändert die Prüfung. Sobald ein solches Wort den Genitiv sichtbar macht, wird nach der Quelle die Genitivform verwendet. Das gilt auch bei Pluralgruppen. Aus einem Pluralbeispiel mit Dativ folgt daher nicht, dass Pluralformen nach während stets im Dativ stehen.
Auch der Singular ohne Begleitwort braucht eine begrenzte Darstellung. Die Quelle beschreibt dort die Verbindung mit dem unflektierten Substantiv. Gleichzeitig nennt sie den Genitiv als möglich, aber weniger üblich. Für andere Konstruktionen enthält der vorliegende Auszug keine Regel.
Prüfe bei einer Form, die nicht eindeutig einer der beschriebenen Gruppen zugeordnet werden kann, die konkrete Konstruktion in einer Grammatikquelle. Ergänze keine Ausnahme aus den hier beschriebenen Fällen.
Für die dargestellten Unterschiede werden Präposition, Numerus, ein fallanzeigendes Begleitwort und die erkennbare Form des Substantivs geprüft.

Prüfablauf für während im eigenen Text
Mit dem folgenden Ablauf lässt sich eine Konstruktion mit während prüfen.
- Präposition markieren: Suche die Wortgruppe, die mit während beginnt. Bestimme das zugehörige Substantiv.
- Numerus bestimmen: Entscheide, ob das angeschlossene Substantiv im Singular oder Plural steht.
- Begleitwort suchen: Prüfe, ob vor dem Substantiv ein fallanzeigendes Begleitwort steht. Prüfe anschließend, ob dieses Wort den Genitiv sichtbar macht.
- Grundregel anwenden: Wenn der Genitiv erkennbar ist, verwende die Genitivform. Die Quelle beschreibt während grundsätzlich als genitivregierend.
- Pluralfall prüfen: Liegt ein Plural ohne eindeutige Genitivform vor, prüfe die Dativform. Achte dabei auf die in der Quelle genannte Erkennbarkeit am Dativ-n.
- Singularfall prüfen: Folgt ein Singular ohne fallanzeigendes Wort, prüfe die Verbindung mit dem unflektierten Substantiv. Die Quelle nennt den Genitiv hierfür als möglich, aber weniger üblich.
- Gruppe benennen: Schreibe die vollständige Präpositionalgruppe auf, etwa während des Semesters oder während Ausflügen.
- Verwechslungen ausschließen: Setze nicht bei jedem Plural automatisch den Dativ ein. Prüfe stattdessen, ob der Genitiv erkennbar ist oder ob die beschriebene uneindeutige Pluralform vorliegt.
Zum Schluss vergleiche den eigenen Satz mit einer Form mit sichtbarem Genitivsignal, einer Pluralform ohne eindeutiges Signal oder einer Singularform ohne Begleitwort. So werden Regel, Form und die beschriebenen Verwechslungen geprüft.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: www.vogt-text.ch (geprüft am 2026-08-15)