Was bedeutet „opportunistisch“?

Opportunistisch: Bedeutung und Verwendung

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Wortbedeutungen

Im beschriebenen politischen Zusammenhang kann „opportunistisch“ bedeuten, dass eigene Pläne oder Meinungen zugunsten einer Zusammenarbeit oder erwarteten Zustimmung zurücktreten.

Opportunistisch im politischen Zusammenhang

Im beschriebenen politischen Zusammenhang kann „opportunistisch“ ein Vorgehen meinen, bei dem Beteiligte eigene Pläne oder Ansichten zurückstellen. Das kann der Zusammenarbeit mit einer anderen Partei dienen oder darauf zielen, einen eigenen Punkt des Wahlprogramms durchzusetzen.

Der Quellenauszug beschreibt außerdem den Fall, dass die eigene Auffassung in den Hintergrund tritt und eine andere befürwortet wird, weil dafür eine breitere Zustimmung erwartet wird.

Prüfe für die Verwendung den vollständigen Satz: Beschreibt er eine politische Verhandlung und das Zurückstellen eigener Pläne oder Meinungen zugunsten von Zusammenarbeit, einem Wahlprogrammpunkt oder erwarteter Zustimmung? Fehlen diese Angaben, ordne dem Ausdruck keine weitergehende Bedeutung aus diesem Auszug zu.

Als Gegenfigur nennt der Auszug den Ideologen. Dessen Handeln richtet sich dort nach grundsätzlichen Prinzipien, moralischen Vorstellungen und eigenen Werten.

Opportunistisch: Bedeutung und Verwendung mit Bedeutung und passender Verwendung im Vergleich

Bedeutungsrichtungen im Kontext

Für die Prüfung sind die folgenden, im Auszug beschriebenen Möglichkeiten getrennt zu betrachten. Sie sind Alternativen und keine gemeinsamen Pflichtmerkmale.

  1. Zusammenarbeit: Eigene Pläne oder Meinungen werden zurückgestellt, um mit einer anderen Partei zusammenarbeiten zu können. Die Fraktion stellte ihren ursprünglichen Plan für die Vereinbarung mit der anderen Partei zurück.
  2. Wahlprogrammpunkt: Pläne oder Meinungen treten zurück, damit ein eigener Aspekt des Wahlprogramms durchgesetzt werden kann. Die Partei stellte ihre ursprüngliche Meinung zurück, um einen eigenen Programmpunkt durchzusetzen.
  3. Erwartete Zustimmung: Die eigene Meinung tritt in den Hintergrund; eine andere wird bejaht, weil eine größere allgemeine Zustimmung erwartet wird. Er befürwortete die andere Position, weil er mit größerer allgemeiner Zustimmung rechnete.

Verbinde die Aussageabsicht mit den Angaben im Satz: Suche nach einer politischen Verhandlung sowie nach Zusammenarbeit, einem Wahlprogrammaspekt oder der erwarteten Zustimmung. Trifft keine dieser Beschreibungen zu, verwende die besondere politische Einordnung aus dem Auszug nicht.

Der Auszug nennt politischen Opportunismus als besondere Form. Prüfe daher vor dieser Einordnung, ob der Text eine politische Handlung oder Meinung beschreibt.

Drei eigenständige Beispiele

Die folgenden kurzen Sätze sind eigenständige Beispiele. Sie veranschaulichen unterschiedliche Kontexte, ohne Quellenbeispiele zu übernehmen.

  1. Zusammenarbeit: Im Gespräch über die gemeinsame Erklärung wirkte die Entscheidung opportunistisch, weil der ursprüngliche Vorschlag zugunsten einer Einigung zurücktrat. Hier steht die Anpassung eines Plans im Zusammenhang mit einer Zusammenarbeit.
  2. Wahlprogramm: Die Gruppe verfolgte den eigenen Programmpunkt opportunistisch weiter, nachdem sie eine andere Forderung aus dem Entwurf genommen hatte. In diesem Satz liegt der Schwerpunkt auf dem Versuch, einen eigenen Aspekt eines Wahlprogramms durchzusetzen.
  3. Erwartete Zustimmung: Die Abgeordnete stimmte opportunistisch für die andere Position, weil sie dort eine breitere Zustimmung vermutete. Dieses Beispiel stellt die eigene zurücktretende Meinung und die erwartete allgemeine Zustimmung heraus.

Die Beispiele zeigen, dass dasselbe Wort durch unterschiedliche Satzumgebungen näher bestimmt wird. Im ersten Satz geht es um eine Einigung, im zweiten um einen eigenen Programmaspekt, im dritten um eine andere Position mit erwarteter Zustimmung. Diese Kontexte dürfen nicht zu einer einzigen zwingenden Gesamtdefinition verschmolzen werden.

Bei der eigenen Anwendung sollte deshalb nicht nur das Wort selbst betrachtet werden. Achte auf die Handlung, die im Satz beschrieben wird: Wird ein Plan verändert, eine Meinung zurückgestellt oder eine andere Position bejaht? Ebenso wichtig ist der Anlass, den der Satz nennt. Eine Zusammenarbeit, ein Wahlprogramm oder eine erwartete breite Zustimmung führt zu unterschiedlichen Schwerpunkten.

Ein weiterer neutraler Prüfsatz kann helfen: Die Beschreibung nennt die Entscheidung opportunistisch und erklärt zugleich, welche eigene Position zurückgestellt wurde. Dieser Satz behauptet keine zusätzliche Bedeutung, sondern macht sichtbar, dass die Erklärung im konkreten Kontext stehen muss.

Abgrenzung ohne unbelegte Zusatzdeutung

„Opportunistisch“ sollte nicht pauschal mit jedem anpassungsfähigen, taktischen oder zustimmenden Verhalten gleichgesetzt werden. Die Quelle trägt nur die Bedeutungsrichtungen, die mit dem Zurückstellen von Plänen oder Meinungen, einer möglichen Zusammenarbeit, einem eigenen Aspekt des Wahlprogramms oder einer erwarteten allgemeinen Zustimmung verbunden sind.

Auch eine bloße Meinungsänderung reicht für die Einordnung nicht automatisch aus. Prüfe, ob der konkrete Satz den für die Quelle wichtigen Zusammenhang herstellt. Wenn der Text keine Zusammenarbeit, keinen politischen Programmaspekt und keine erwartete größere allgemeine Zustimmung erkennen lässt, sollte keine zusätzliche Fachbedeutung erfunden werden.

Die Gegenüberstellung mit dem Ideologen ist ebenfalls eng zu lesen. Die Quelle beschreibt den Ideologen als jemanden, der sich beim Handeln an grundsätzlichen Prinzipien, Moralvorstellungen und eigenen Werten orientiert. Daraus folgt lediglich ein Kontrast zur im Quellenabschnitt beschriebenen Orientierung an einer möglichen Zusammenarbeit oder Zustimmung. Daraus folgt nicht, dass jede Person eindeutig nur einer der beiden Bezeichnungen zugeordnet werden muss.

Ebenso darf „politischer Opportunismus“ nicht pauschal auf alle politischen Entscheidungen übertragen werden. Die Quelle bezeichnet ihn als spezielle Form und verbindet ihn mit dem beschriebenen politischen Zusammenhang. Für die Abgrenzung ist daher der konkrete Satz zu prüfen: Wird eine politische Verhandlung, ein Wahlprogramm oder eine erwartete allgemeine Zustimmung genannt?

Vermeide außerdem unbelegte Herkunftsangaben und zusätzliche Wertungen. Die vorliegende Quelle nennt zwar eine Herkunft im Stichwort, der bereitgestellte Auszug trägt für diesen Entwurf jedoch keine ausformulierte Herkunftserklärung. Eine solche Erklärung darf daher nicht ergänzt werden. Wenn ein Text eine andere Bedeutung nahelegt, prüfe die verwendete Quelle und den vollständigen Kontext, statt die Lücke durch eine Vermutung zu füllen.

Opportunistisch: Bedeutung und Verwendung mit Checkliste für Unterlagen und nächste Schritte

Kurzer Check für die richtige Verwendung

Mit den folgenden Fragen lässt sich die Verwendung von „opportunistisch“ am konkreten Satz prüfen:

  1. Kernbedeutung prüfen: Beschreibt der Satz, dass eigene Pläne, Meinungen oder Gesichtspunkte zurückgestellt werden?
  2. Kontext prüfen: Geht es um eine Zusammenarbeit mit einer anderen Partei, um einen eigenen Aspekt eines Wahlprogramms oder um eine andere Meinung, von der eine größere allgemeine Zustimmung erwartet wird?
  3. Bedeutungsrichtung prüfen: Welche der genannten Alternativen steht im Vordergrund? Der Satz muss nicht alle Bedeutungsrichtungen zugleich enthalten.
  4. Politischen Zusammenhang prüfen: Wird der Ausdruck als politische Einordnung oder im Zusammenhang mit einer politischen Verhandlung verwendet? Nur dann ist die von der Quelle genannte spezielle Form des politischen Opportunismus einschlägig.
  5. Verwechslungen prüfen: Wird „opportunistisch“ nur deshalb eingesetzt, weil jemand seine Meinung ändert oder zustimmt? Suche im Satz nach dem konkret belegten Zusammenhang, bevor du die Bezeichnung verwendest.
  6. Quelle prüfen: Wenn die Bedeutung aus einem erklärenden Text übernommen wird, prüfe die Quelle und den konkreten Satzkontext. Fehlt ein tragender Zusammenhang, formuliere keine zusätzliche Bedeutung als Tatsache.

Der Kurzcheck führt damit von der Kernbedeutung über den Kontext zur Abgrenzung. Erst wird die beschriebene Zurückstellung erkannt. Danach wird bestimmt, ob Zusammenarbeit, Wahlprogramm oder erwartete Zustimmung den Satz prägt. Zum Schluss wird geprüft, ob eine Verwechslung mit einer bloßen Meinungsänderung oder einer unbelegt ergänzten Fachbedeutung vorliegt.

Für einen eigenen Text kann eine knappe Formulierung genügen: Opportunistisch bezeichnet hier die Zurückstellung der eigenen Position zugunsten einer erwarteten Zusammenarbeit oder Zustimmung. Diese Formulierung sollte nur verwendet werden, wenn der konkrete Kontext genau diese Aussage trägt. Andernfalls ist die Quelle erneut zu prüfen.

Passende nächste Schritte

Quellen und Stand

Du möchtest deinen Text vor der Abgabe sprachlich prüfen lassen?

Datei hochladen

Häufige Fragen zu Opportunistisch: Bedeutung und Verwendung

Was bedeutet „opportunistisch“?

Im beschriebenen politischen Zusammenhang kann „opportunistisch“ ein Handeln bezeichnen, bei dem eigene Pläne oder Meinungen zugunsten einer Zusammenarbeit oder erwarteten größeren allgemeinen Zustimmung zurücktreten.

Ist „opportunistisch“ immer politisch gemeint?

Die Quelle nennt einen politischen Zusammenhang und den politischen Opportunismus als spezielle Form. Für den konkreten Satz muss geprüft werden, welcher Kontext tatsächlich vorliegt.

Was bedeutet „opportunistisch“ im Zusammenhang mit einem Wahlprogramm?

Gemeint sein kann, dass ein eigener Aspekt des Wahlprogramms durchgesetzt werden soll, während andere Pläne oder Meinungen zurückgestellt werden.

Wie unterscheidet sich „opportunistisch“ vom Ideologen?

Die Quelle stellt dem Opportunisten den Ideologen gegenüber. Der Ideologe orientiert sich dort an grundsätzlichen Prinzipien, Moralvorstellungen und eigenen Werten beim Handeln.

Kann eine erwartete Zustimmung eine opportunistische Haltung erklären?

Ja, im genannten politischen Zusammenhang kann die eigene Meinung in den Hintergrund treten, wenn eine andere Meinung wegen erwarteter größerer allgemeiner Zustimmung bejaht wird.

Welche Verwechslung sollte man vermeiden?

Eine bloße Meinungsänderung sollte nicht automatisch als opportunistisch bezeichnet werden. Prüfe den konkreten Satz auf den von der Quelle getragenen Zusammenhang.

Unsere Partner