Mitgesendet oder mitgesandt: Orientierung am Grundverb

mitgesendet oder mitgesandt: beide Formen und ihr Unterschied

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. September 2026 · Rechtschreibung: Zweifelsfälle im Überblick

Viele Nutzer fragen sich, ob man schreibt mitgesendet oder mitgesandt. Beim Grundverb senden stehen die Partizipformen gesandt und gesendet. Da für das Präfixverb mitsenden keine eigene Regel vorliegt, dient die belegte Regelung des Grundverbs senden als Orientierung. Dieser Leitfaden erklärt die grammatikalischen Hintergründe und hilft, die passende Variante im Alltag sicher zu wählen.

Definition und Herkunft der Formen

Bei gesendet oder gesandt lautet die belegte Antwort zunächst für das Grundverb senden: Duden führt zwei parallele Partizipformen, gesandt und gesendet. Senden ist dort als unregelmäßiges Verb verzeichnet. In der Bedeutung des Schickens sind die Formen mit a, also etwa sandte und gesandt, laut Duden häufiger. Für Technik sowie Rundfunk nennt Duden dagegen nur Formen mit e.

Diese Angabe beantwortet nicht unmittelbar jede Frage zu mitgesendet oder mitgesandt. Für das Präfixverb mitsenden ist keine eigene belegte Regel zur Verteilung der Formen vorhanden. Das DWDS zeigt dafür keinen eigenen lexikalischen Bedeutungseintrag, aber Korpusstellen mit mitgesendet. Daraus folgt nur, dass diese Form in solchen Texten vorkommt; über mitgesandt und über die Häufigkeit beider Formen entscheidet dieser Nachweis nicht.

Als praktische Einordnung lässt sich die belegte Unterscheidung des Grundverbs vorsichtig übertragen: Beim Thema Schicken, etwa eines Briefs, Pakets, einer Datei oder eines Anhangs, gehören beim Grundverb beide Formenreihen dazu. Bei einer Sendung, die in Rundfunk oder Fernsehen ausgestrahlt wird, stehen beim Grundverb die e-Formen. Für mitsenden bleibt das eine abgeleitete Orientierung und keine feste Regel. Entscheidend ist deshalb, klar zwischen den Angaben zu senden und einer bloßen Übertragung auf das Präfixverb zu unterscheiden.

mitgesendet oder mitgesandt: der Ablauf in drei Schritten

Grammatischer Aufbau und Konjugation

Beim Thema unregelmäßige Verben nennt der Duden-Eintrag senden als unregelmäßiges Verb. Belegt sind dort die Formen ich sandte oder sendete, du sandtest oder sendetest sowie er hat gesandt oder gesendet. Das DWDS führt ebenfalls zwei Formenreihen. Diese Angaben beschreiben das Grundverb senden. Sie sind keine unmittelbar nachgewiesene Flexionstabelle für mitsenden.

Tabelle: Zeitform, Form mit a, Form mit e
ZeitformForm mit aForm mit e
Präteritumsandtesendete
Partizip IIgesandtgesendet

Die Tabelle steht zwischen zwei Absätzen und ordnet ausschließlich die belegten Formen von senden. Duden nennt außerdem die Worttrennung sen-den und die Imperativform send[e]!. Das DWDS beschreibt mitsenden als Bildung aus mit und senden und zeigt dazu eine automatisch erzeugte Grammatikangabe mit der Worttrennung mit|sen|den. Einen eigenen lexikalischen Bedeutungseintrag führt es dafür nicht.

Wer mitgesendet oder mitgesandt prüfen möchte, kann die Tabelle daher nur als abgeleitete Orientierung am Grundverb lesen. Sie belegt weder eine Übernahme dieser Formen noch eine abweichende Flexion von mitsenden. Die Korpusbelege des DWDS zeigen mitgesendet, liefern aber keine vollständige Formenregel für das Präfixverb. Für die Einordnung hilft anschließend die beim Grundverb belegte Unterscheidung zwischen Schicken und Ausstrahlung in Rundfunk oder Fernsehen.

Unterschiede bei starken und schwachen Verben

Der Ausdruck starke und schwache Verben hilft hier nur bei der Einordnung: Ablaut ist ein Merkmal starker Verben, nicht schwacher Verben. Für senden sind jedoch die vom Wörterbuch aufgeführten Formen entscheidend. Duden und DWDS unterscheiden beim Grundverb zwei Bedeutungen. Zum einen kann senden heißen, etwas oder jemanden zu schicken. Zum anderen geht es um das Ausstrahlen einer Sendung über Rundfunk oder Fernsehen.

Beim Schicken nennt Duden als Beispiele unter anderem Brief, Paket, Gruß und Blumen. Auch eine Datei lässt sich in diesem Sinn als etwas Geschicktes einordnen. Für diese Bedeutung sind beim Grundverb die Formen mit a laut Duden häufiger; zugleich stehen beide Formenreihen zur Verfügung. Die Form mit e ist also nicht allein deshalb festgelegt, weil eine Datei digital übermittelt wird.

Anders ist der abgegrenzte Bereich Rundfunk, Fernsehen und technische Ausstrahlung. Dafür verwendet Duden beim Grundverb nur die Formen mit e. Das DWDS beschreibt ebenfalls das Senden einer Sendung über einen Sender als eigene Bedeutung neben dem Schicken. Diese Gegenüberstellung erklärt die Formen von senden. Für mitgesendet und mitgesandt ist sie nur eine abgeleitete Orientierung, denn für mitsenden ist keine eigene Regel zu dieser Verteilung belegt.

Nachweise im Korpus für mitgesendet

Beim Partizip 2 liefert das DWDS für mitsenden keinen eigenen lexikalischen Wörterbucheintrag. Sichtbar ist eine automatisch erzeugte Grammatikangabe mit Worttrennung und Wortzerlegung. Daneben stellt der Beispielextraktor Korpusstellen bereit. In diesen Stellen erscheint die Form mitgesendet. Damit ist diese Form in echten Texten nachweisbar, ohne dass daraus eine vollständige Formenregel für mitsenden folgt.

Eine der Stellen stammt aus Die Welt und ist auf 2005 datiert. Sie beschreibt, dass zusammen mit etwas anderem ein Bild eines ungewöhnlichen Wesens verschickt wird. Eine weitere Stelle findet sich in der Fachzeitschrift c't von 2000; dort geht es um digital ausgestrahlte Programme und eine mitübertragene Information. Die beiden Fundstellen stammen somit aus unterschiedlichen Publikationen und Jahren, nicht aus unterschiedlichen Jahrzehnten.

Die Korpusstellen belegen mitgesendet, aber sie entscheiden nicht über mitgesandt. Insbesondere lassen sich aus zwei Beispielen weder eine Häufigkeit noch eine Regel für das Präfixverb ableiten. Der fehlende eigene Bedeutungseintrag beim DWDS ist ebenfalls kein Beweis gegen eine andere Form. Wer beide Formen einordnen möchte, kann daher nur die belegten Angaben zum Grundverb senden als Orientierung nutzen und muss diese Einordnung von einer eigenen Regel für mitsenden unterscheiden.

Anwendungsfälle und praktische Übungen

Bei E-Mail oder Email geht es in diesem Beispiel um einen Anhang: „Ich habe Ihnen die Datei mitgesendet.“ Der Satz ist selbst formuliert und zeigt die in Korpustexten belegte Form mitgesendet. Aus der digitalen Übermittlung folgt dabei keine allgemeine technische Rundfunkbedeutung. Für das Grundverb senden gehört ein Anhang vielmehr zum Sinn des Schickens; dafür sind beide Formenreihen belegt.

Ein zweites, ebenfalls selbst formuliertes Beispiel lautet: „Dem Brief habe ich einen Rückumschlag mitgesandt.“ Auch ein Paket lässt sich entsprechend verwenden: „Der Bestellung wurde ein Hinweisblatt mitgesandt.“ Diese Sätze mit mitgesandt sind keine Aussage über eine fest belegte Formenregel des Präfixverbs. Sie übertragen die beim Grundverb belegten Formen vorsichtig auf mitsenden.

Beim Thema häufige Zweifelsfälle hilft deshalb die Bedeutungsprüfung. Handelt der Satz vom Schicken eines Briefs, Pakets, einer Datei oder eines Anhangs, kann die Orientierung am Grundverb beide Formen berücksichtigen; dort sind a-Formen laut Duden häufiger. Beschreibt er beim Grundverb eine Ausstrahlung in Rundfunk oder Fernsehen, stehen dort nur e-Formen. Für mitsenden selbst zeigen die verfügbaren Korpustexte nur mitgesendet, nicht aber eine vollständige Regel für beide Varianten.

mitgesendet oder mitgesandt: Prüfliste mit vier Punkten

Schritt-für-Schritt-Analyse der Schreibweise

Prüfen Sie zuerst, welche Bedeutung Ihr Satz hat: Geht es um das Schicken eines Briefs, Pakets, einer Datei oder eines Anhangs? Oder beschreibt der Satz die Ausstrahlung einer Sendung in Rundfunk oder Fernsehen? Diese Unterscheidung betrifft unmittelbar das Grundverb senden. Für mitsenden gibt es keine eigene belegte Formenregel. Die folgenden Schritte sind daher nur eine vom Grundverb übertragene Orientierung.

  1. Ordnen Sie den Satz dem Schicken oder der Ausstrahlung zu. Beim Grundverb senden nennt Duden für das Schicken beide Formenreihen; die Formen mit a kommen dort häufiger vor.
  2. Geht es beim Grundverb um Rundfunk, Fernsehen oder technische Ausstrahlung, ziehen Sie nur die Formen mit e heran. Das ist keine Aussage über jede technische oder digitale Zustellung.
  3. Übertragen Sie das Ergebnis vorsichtig auf mitgesendet oder mitgesandt. Korpusbelege zeigen mitgesendet, begründen aber keine eigene Regel für mitsenden.

Am Ende führt die Prüfung wieder zum Grundverb senden. Sie liefert eine begrenzte Orientierung für mitsenden, ohne eine Häufigkeit der beiden Präfixformen zu behaupten.

Quellen und Stand

Unter dem Titel „Mitgesendet oder mitgesandt: Richtige Wahl“ ordnet dieser Beitrag „Mitgesendet oder mitgesandt: Orientierung am Grundverb“ ein.

Soll jemand prüfen, ob dein Text die Formen von senden und mitsenden richtig verwendet?

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Häufige Fragen zu mitgesendet oder mitgesandt

Ist mitgesandt ein Tippfehler?

Mitgesandt ist im Sinn der Formen des Grundverbs senden kein Tippfehler: Duden nennt gesandt und gesendet. Für mitsenden selbst ist mitgesandt jedoch nicht als eigene Form belegt; die Einordnung bleibt eine Orientierung am Grundverb.

Warum wird im Rundfunk nur mit e geschrieben?

Für senden belegt Duden im Bereich Technik sowie Rundfunk und Fernsehen nur die Formen mit e. Diese Aussage gilt unmittelbar für das Grundverb. Bei mitsenden kann sie deshalb lediglich als Orientierung dienen, nicht als eigene belegte Formenregel.

Gilt die Regel für mitsenden genauso wie für senden?

Für mitsenden gibt es beim DWDS keinen eigenen lexikalischen Bedeutungseintrag, sondern eine automatisch erzeugte Grammatikangabe. Die Formen von senden lassen sich nur als abgeleitete Orientierung heranziehen; eine Übernahme der Regeln für mitsenden ist nicht belegt.

Was sagt das Digitale Wörterbuch zu mitsenden?

Das DWDS zeigt automatisch erzeugte Grammatikdaten und Korpusbelege. Darin steht mitgesendet in Texten aus Die Welt von 2005 und c't von 2000. Diese Belege zeigen nur diese Form im Korpus, nicht eine Formenregel für mitsenden.

Sollte ich in E-Mails lieber mitgesendet schreiben?

Bei einer E-Mail mit Datei oder Anhang geht es nach der Orientierung am Grundverb um schicken. Dort nennt Duden für senden beide Formenreihen; die Formen mit a sind häufiger. Die ausschließliche e-Form betrifft dagegen technische Ausstrahlung in Rundfunk oder Fernsehen.

Wie erkenne ich den richtigen Moment für die a-Form?

Bei Briefen, Paketen, Dateien und Anhängen können Sie sich am Grundverb senden in der Bedeutung schicken orientieren: Dort sind beide Formenreihen belegt, die a-Formen häufiger. Nur bei Ausstrahlung in Rundfunk oder Fernsehen nennt Duden für senden die e-Formen. Für mitsenden ist dies keine eigene Regel.

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