Woher das Wort Bikini wirklich stammt
Bikini: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Der Name Bikini klingt nach Mode, stammt aber ursprünglich von einem Atoll der Marshallinseln im Pazifik. Dieser Artikel zeigt anhand von DWDS, Duden und Wiktionary, wie das Wort seinen Weg ins Deutsche fand.
Woher kommt das Wort Bikini?
Bikini ist der Name eines Atolls der Marshallinseln im Pazifik, der 1946 für ein neues Kleidungsstück übernommen wurde und Anfang der 1950er Jahre ins Deutsche kam. Der Weg führt also nicht von einer Modebezeichnung zum Ortsnamen, sondern umgekehrt: Ein geografischer Name wurde zum Namen für ein Kleidungsstück.
Das DWDS (nach Pfeifer) beschreibt, wie das Atoll 1946 durch amerikanische Atombombenversuche bekannt wurde. Kurz danach griff der französische Modedesigner Réard diesen Atollnamen auf und gab damit seiner neuesten Entwicklung in der Damenmode diesen Namen. Der Duden beschreibt es knapper als Fantasiebezeichnung, die nach dem Südseeatoll gleichen Namens entstand, nachdem dieses durch die ersten großen Atomversuche weltweite Bekanntheit erlangt hatte. Beide Wörterbücher stimmen also darin überein, dass der Atollname Ausgangspunkt der Bezeichnung ist, auch wenn sie das mit unterschiedlichen Worten beschreiben.
Bikini gelangte über das Französische ins Deutsche, ähnlich wie andere Fremdwörter aus dem Französischen, die im Alltag inzwischen selbstverständlich klingen. Wer sich die beiden Quellenangaben nebeneinander ansieht, erkennt: Die Jahreszahl 1946 gilt sowohl für die Atomversuche als auch für die Übernahme des Namens in die Mode, während das deutsche Wort selbst erst etwas später, Anfang der 1950er Jahre, belegt ist. Eine genauere Datierung als diese nennen die Wörterbücher nicht, deshalb bleibt es bei dieser groben zeitlichen Einordnung.
Wer sich für Lehnwörter im Deutschen interessiert, findet in der Wortgeschichte von Bikini ein anschauliches Beispiel für diesen Übernahmeweg aus einer anderen Sprache.

Welchen Weg hat das Wort ins Deutsche genommen?
Der Weg des Wortes lässt sich in mehreren Stufen nachzeichnen, von der geografischen Bezeichnung bis zum heutigen deutschen Wort. Bikini ist damit eines der Lehnwörter mit einer geografischen Herkunft, und die einzelnen Stationen dieses Weges sind in den Wörterbüchern unterschiedlich gut dokumentiert. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die belegten Stationen.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Bikini (Atollname) | Marshallinseln, Pazifik | ohne Datierung |
| 2 | Bikini (Atombombenversuch auf dem Atoll) | amerikanisch | 1946 |
| 3 | bikini (Damenbadebekleidung) | Französisch | 1946, Vorführung laut Wiktionary am 5. Juli 1946 |
| 4 | Bikini | Deutsch | Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts |
| 5 | Burkini, Minibikini, Monokini | Deutsch | ohne Datierung |
Laut Wiktionary geht das deutsche Wort auf das gleichbedeutende französische bikini zurück, das im 20. Jahrhundert ins Deutsche entlehnt wurde. Als der, der als Erfinder des Bikinis gilt, nennt das Wiktionary Louis Réard und bezeichnet ihn als französischen Maschinenbauingenieur; das DWDS nennt ihn an anderer Stelle Modedesigner. Beide Berufsangaben stehen damit nebeneinander, ohne dass sich die Quellen in diesem Punkt decken, und keine der beiden Angaben lässt sich als die allein richtige herausstellen. Das Ergebnis dieses Entlehnungsweges ist ein deutsches Wort, dessen Ursprung ein Atoll im Pazifik ist. Die Übernahme über das Französische als Zwischenstufe macht diesen Weg besonders klar nachvollziehbar.
Warum wurde der Name gewählt?
Warum ausgerechnet der Name eines Atolls für ein Kleidungsstück gewählt wurde, lässt sich nicht als gesicherte Tatsache beschreiben, sondern nur als Deutung der Wörterbücher. Das DWDS formuliert das vorsichtig: Das Motiv der Benennung dürfte damit zusammenhängen, dass die Wirkung der Trägerin mit einer Explosion verglichen wurde. Zusätzlich erleichtere der Anklang der ersten Silbe an die in Fremdwörtern gebräuchliche Vorsilbe bi eine solche Verbindung, ohne dass dies als eigener Benennungsgrund gilt. Beide Formulierungen, dürfte und erleichtere, zeigen deutlich: Hier wird eine mögliche Erklärung angeboten, keine bewiesene Tatsache. Die Silbe bi ist demnach kein Grund der Benennung, sondern erleichtert nach dieser Deutung nur die sprachliche Verbindung zwischen Lautbild und benanntem Objekt.
Der Duden beschreibt den Namen knapper als Fantasiebezeichnung nach dem Atoll, das durch die Atomversuche weltbekannt wurde. Das Wiktionary spricht von einem bewusst provokanten Namen, den Réard für seine Badebekleidung gewählt habe, angelehnt an das Pazifik-Atoll, auf dem kurz zuvor eine Atombombe zu Testzwecken gezündet worden war.
- Atoll als Namengeber, laut DWDS und Duden der Ausgangspunkt der Bezeichnung
- Explosionsvergleich, laut DWDS nur als Vermutung mit dem Wort dürfte formuliert
- Anklang an bi-, der laut DWDS die Verbindung erleichtert, aber kein eigenständiger Benennungsgrund ist
Nur das Wiktionary ergänzt, der Name Bikini bedeute in der Sprache der pazifischen Ureinwohner Land der vielen Kokosnüsse. DWDS und Duden nennen diese Bedeutung nicht, deshalb steht sie hier ausdrücklich als Zusatz nur einer Quelle und nicht als übereinstimmend belegte Aussage. Das Wiktionary nennt Zweiteiler als Synonym für Bikini. Weitere Ausdrücke lassen sich über Synonyme kostenlos finden nachschlagen.
Welche Wortbildungen gibt es?
Aus dem Wort Bikini sind weitere Wörter entstanden, die den Wortteil -kini als gemeinsames Element tragen. Das DWDS führt Burkini, Minibikini und Monokini als Wortbildungen mit Bikini als Letztglied. Das Wiktionary nennt als Unterbegriffe Burkini, Minibikini oder Minikini, Monokini und Tankini. Der Plural von Bikini lautet in beiden Quellen Bikinis.
In diesen neueren Wörtern wurde der Wortteil -kini aus Bikini gelöst und mit anderen Bestandteilen neu verbunden, soweit das aus der Wortbildung der beiden Quellen hervorgeht. Eine darüberhinausgehende eigene Erklärung, etwa zu einzelnen Bedeutungsnuancen dieser Wörter, tragen DWDS und Wiktionary nicht, deshalb bleibt es bei dieser knappen Beschreibung der Wortbildung. Anders als echte Komposita sind Burkini oder Tankini Mischbildungen, deren zweiter Teil aus Bikini stammt.
- Burkini (DWDS und Wiktionary)
- Minibikini, auch Minikini genannt (Wiktionary), beziehungsweise Minibikini (DWDS)
- Monokini (DWDS und Wiktionary)
- Tankini (Wiktionary)
Diese Übersicht zeigt, dass sich Bikini als Ausgangswort für mehrere jüngere Bildungen eignet, deren zweiter Wortbestandteil jeweils an das ursprüngliche Wort erinnert.
Wie wird das Wort heute verwendet?
Nach dem DWDS bezeichnet Bikini einen zweiteiligen knappen Badeanzug für Damen. Der Duden beschreibt ihn ähnlich als knappen, aus Ober- und Unterteil bestehenden Damenbadeanzug. Grammatisch ist Bikini ein Maskulinum mit dem Genitiv Bikinis und dem Plural Bikinis. Als Beispiel führt das DWDS eine Wendung in der Art von sich im Bikini sonnen an, die den alltäglichen Gebrauch des Wortes zeigt.
Im eigenen Sprachgebrauch lässt sich das Wort in ganz verschiedenen Sätzen unterbringen. Zum Beispiel: Sie packte für die Reise an die Küste zwei Bikinis ein. Oder: Der Bikini lag noch feucht auf dem Balkon. Ebenso denkbar: Im Geschäft hingen mehrere Modelle von Bikinis in verschiedenen Farben.
Damit ist Bikini ein Wort, das aus einem Ortsnamen zu einem allgemeinen Gattungswort für ein Kleidungsstück wurde. Diese Entwicklung von der geografischen Bezeichnung zum Alltagswort macht den Reiz der Wortgeschichte aus. Bikini gehört in eine Fremdwörterliste, weil das Wort aus dem Französischen übernommen wurde. Die Wörterbücher beschreiben damit ein Wort, dessen Ursprung ein konkreter Ort ist, während seine heutige Bedeutung allein das Kleidungsstück betrifft.
Das Wort wird heute als allgemeines Substantiv für das Kleidungsstück verwendet, ohne dass der Ortsname im Bewusstsein der Schreibenden stehen muss. Diese Verschiebung von der geografischen Eigenbezeichnung zum Gattungswort ist bei Bikini durch die Wörterbucheinträge von DWDS, Duden und Wiktionary belegt.

Was bleibt offen?
Einige Punkte rund um die Herkunft von Bikini lassen sich aus den vorliegenden Wörterbüchern nicht abschließend klären, sondern nur als offene Fragen benennen. Die drei Quellen DWDS, Duden und Wiktionary ergänzen sich zwar in mehreren Punkten, widersprechen sich aber in Details oder schweigen zu bestimmten Fragen ganz.
- Das Motiv der Namengebung beschreibt das DWDS nur mit dem Wort dürfte, also als Vermutung und nicht als gesicherte Erklärung für die Wahl des Namens.
- Der Anklang der ersten Silbe an bi erleichtert laut DWDS die sprachliche Verbindung, ist dabei aber ausdrücklich kein belegter Grund für die Namenswahl selbst, sondern nur eine begleitende Beobachtung.
- Die Bedeutung des Atollnamens, Land der vielen Kokosnüsse, steht nur im Wiktionary, und die Berufsbezeichnung von Réard wird in DWDS und Wiktionary unterschiedlich angegeben, einmal als Modedesigner, einmal als Maschinenbauingenieur.
In einem Satz führt der Weg des Wortes vom Atoll im Pazifik 1946 über Frankreich ins Deutsche, Anfang der 1950er Jahre. Offen bleibt dabei, warum der Badeanzug gerade nach dem Atoll benannt wurde.
Quellen und Stand
- DWDS: Bikini, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-02)
- Duden: Bikini, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-02)
- Wiktionary: Bikini, Herkunft, Synonyme: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-02)
Die Einordnung „Woher das Wort Bikini wirklich stammt“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.