Woher stammt das Wort Backbord?
Backbord: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Backbord ist die in Fahrtrichtung linke Seite eines Schiffes. Das Wort kommt aus dem Niederdeutschen, von mittelniederdeutsch backbort, und meint eigentlich Bord im Rücken.
Die kurze Antwort
Backbord stammt aus dem Niederdeutschen, genauer aus mittelniederdeutsch backbort, und bedeutet eigentlich Bord im Rücken, nach dem früheren Standort des Steuermanns. Gemeint ist die in Fahrtrichtung linke Seite eines Schiffes, vom Steuer aus gesehen.
Laut DWDS, das sich dabei auf Pfeifer beruft, gelangte das Wort in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche; mittelniederdeutsch ist es seit dem 15. Jahrhundert belegt. Das Wiktionary nennt für die Entlehnung das 17. Jahrhundert. Der Duden führt das Wort auf bak, Rücken, und Bord zurück und verweist dabei auf die Verwandtschaft mit Backe.
Alle drei Nachschlagewerke erklären den Namen mit dem Standort des Steuermanns. Nach dem DWDS kehrte er auf kleinen Fahrzeugen zur Bedienung des Steuers der linken Schiffsseite den Rücken zu. Duden und Wiktionary verlegen seinen Platz auf die rechte Seite, sodass ihm die linke im Rücken lag. Beide Darstellungen beziehen sich auf denselben Standort.
Backbord gehört zum Wortschatz der Seefahrt, in dem auch die Herkunft von Klabautermann als Thema seinen Platz hat.

Der Weg ins Hochdeutsche
Das Wort Backbord durchlief mehrere Sprachstufen, bevor es im Hochdeutschen ankam.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| früheste Bezeugung, Rückseite | bæcbord | Altenglisch | ohne Datierung |
| Quelle der Entlehnung | ba(c)kbort | Mittelniederdeutsch | seit dem 15. Jahrhundert |
| Nachbarform | bakboord | Niederländisch | ohne Datierung |
| Schriftsprache | Backbord | Hochdeutsch | erste Hälfte 17. Jahrhundert |
| Nebenform | Backbordseite | Hochdeutsch | erste Hälfte 18. Jahrhundert |
Nach dem DWDS war das Wort an den Küsten von Nord- und Ostsee schon lange vor seiner Aufnahme vertraut. Aus dem Niederdeutschen kam Backbord ins Hochdeutsche, und ähnliche Wege beschreibt auch die Herkunft von Zapfenstreich. Damit beschreibt das DWDS eine Entlehnung und keinen Vorgang innerhalb des Hochdeutschen.
Die Erklärung setzt bei den Bestandteilen an, bak für den Rücken und Bord, wie der Duden angibt. Nach dem DWDS kehrte der Steuermann auf kleinen Fahrzeugen zur Bedienung des Steuers der linken Schiffsseite den Rücken zu, während Duden und Wiktionary seinen Platz auf der rechten Seite beschreiben, sodass ihm die linke im Rücken lag. Beide Darstellungen beziehen sich damit auf denselben Standort.
Deutungen und Vorbehalte
Alle drei Quellen führen Backbord auf mittelniederdeutsch backbort zurück und erklären den Namen mit dem Rücken des Steuermanns. Das DWDS sagt, dass das Wort aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche übernommen wurde und dass der Steuermann der linken Seite den Rücken zukehrte. Der Duden nennt bak, Rücken, und Bord als Bestandteile. Das Wiktionary spricht von einer Entlehnung im 17. Jahrhundert aus mittelniederdeutsch ba(c)kbort, eigentlich Bord im Rücken.
- mittelniederdeutsch backbort (DWDS, Duden, Wiktionary)
- bak (Rücken) und Bord (Duden)
- altenglisch bæcbord (nur DWDS)
- Standort des Steuermanns (DWDS, Duden, Wiktionary)
- niederländisch bakboord (nur DWDS)
Den altenglischen Beleg bæcbord und das niederländische bakboord nennt nur das DWDS. Ein Weg über das Altenglische steht damit allein beim DWDS, das den Beleg als eigentlich Rückseite deutet.
Die Jahreszahlen stehen nur beim DWDS und beim Wiktionary. Das DWDS nennt die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts für die Aufnahme und das 15. Jahrhundert für mittelniederdeutsch, das Wiktionary das 17. Jahrhundert. Wann das Wort ins Hochdeutsche aufkam, nennt der Duden nicht.
Ein Vorbehalt betrifft auch die Seite. Duden und Wiktionary verlegen den Steuermann auf die rechte Seite, das DWDS spricht vom Rücken der linken Seite. Beide meinen denselben Standort, doch die Formulierungen unterscheiden sich.
Backbord ist ein Beispiel für Lehnwörter, die aus dem Niederdeutschen in die hochdeutsche Schriftsprache aufgenommen wurden.
Verwandte Wörter und Varianten
Das Gegenwort zu Backbord ist Steuerbord, das DWDS und Wiktionary gleichermaßen nennen. Backbordseite nennt das DWDS mit der Datierung auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. Backbordlaterne, Backbordlicht und Backbordmotor führt der Duden unter den Nachbarwörtern.
Die Form lautet das Backbord, österreichisch der Backbord, wie der Duden angibt. Das DWDS führt das oder der Backbord. Der Duden erwähnt zudem Backe als verwandtes Wort zu bak, das für den Rücken steht.
- Steuerbord (DWDS, Wiktionary)
- Backbordseite (DWDS)
- Backbordlicht (Duden)
- bak (Duden)
- Bord (Duden)
Die Wortherkunft von Backbord zeigt, wie ein Körperteil, der Rücken, zu einer Seitenbezeichnung auf dem Schiff wurde.
Das altenglische bæcbord steht in der Wortgeschichte des Backbords neben Fremdwörter aus dem Englischen als früheste bekannte Bezeugung, die das DWDS anführt.
Backbordlaterne, Backbordlicht und Backbordmotor sind Zusammensetzungen mit Backbord als Grundwort, die der Duden als Nachbarwörter aufführt. Die Backbordseite führt das DWDS mit der Datierung auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, sodass diese Form jünger ist als Backbord im 17. Jahrhundert.
Gebrauch heute
Backbord ist ein sächliches Substantiv, also das Backbord. Österreichisch heißt es nach dem Duden auch der Backbord. Gemeint ist die in Fahrtrichtung linke Seite eines Schiffes, und nach dem Wiktionary gilt dasselbe für ein Luftfahrzeug. Das Gegenwort lautet Steuerbord. Die Seite wird vom Standort des Steuermanns aus gesehen benannt.
- Der Lotse meldete das Hindernis an Backbord, also auf der linken Seite des Schiffes.
- Das Schiff drehte nach Steuerbord, während die Ladung an Backbord verrutschte.
- Vom Steuerstand aus lag die Küste an Backbord.
In allen Beispielen steht Backbord als Ortsangabe bei einem Vorgang auf dem Schiff. Auf dem Schiff gehört Backbord zu den Fachwörtern der Seefahrt, in einem Themenfeld, zu dem auch die Herkunft von Klabautermann zählt.
Backbord bezeichnet die linke Seite in Fahrtrichtung, Steuerbord die rechte. Der Duden führt es als Rechtschreibstichwort, das DWDS als sächliches Substantiv mit der Bedeutung linke Schiffsseite. Die Schreibweise mit großem Anfangsbuchstaben steht in allen drei Nachschlagewerken.

Was offen bleibt
Bei der Herkunft von Backbord bleiben einige Punkte offen, die das Wort selbst betreffen.
- Ob der altenglische Beleg bæcbord auf dieselbe Schiffsseite zielte, ist nicht geklärt.
- Wann genau im 15. Jahrhundert das mittelniederdeutsche Wort aufkam, ist nicht geklärt.
- Wie sich bak und Backe sonst zueinander verhalten, nennt der Duden nur als Verwandtschaft.
Gesichert ist nach den drei Angaben der Weg von mittelniederdeutsch backbort ins Hochdeutsche und die Erklärung mit dem Rücken des Steuermanns. Offen bleibt dagegen die genaue Zeit und die Frage, ob das altenglische Wort dieselbe Seite meinte.
Das DWDS führt bæcbord als früheste Bezeugung mit der Bedeutung Rückseite, und die Schiffsseite bleibt daran offen. Die Verwandtschaft mit Backe stammt aus dem Duden und steht dort als Zusatz. Die Bestandteile bak und Bord erklären den Namen, auch wenn einzelne Stufen unklar bleiben.
Merksatz: aus mittelniederdeutsch backbort (Bord im Rücken) zu Backbord.
Quellen und Stand
- DWDS: Backbord, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-06)
- Duden: Backbord, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Wiktionary: Backbord, Herkunft, Bedeutung: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-06)