Woher das Wort Bankrott stammt
Bankrott: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Das Wort Bankrott erzählt eine Geschichte aus dem Geldwechsel der italienischen Städte und ihrem Weg in die deutsche Kaufmannssprache.
Die kurze Antwort
Bankrott geht auf italienisch banca rotta oder banco rotto zurück, wörtlich eine zerbrochene Bank, und wurde um 1500 ins Deutsche entlehnt. Das DWDS nennt nach Pfeifer diese Entlehnung um 1500 aus dem Italienischen und beschreibt dabei eine in die Brüche gegangene, zahlungsunfähige Bank. Auch das Wiktionary nennt die Entlehnung um 1500 aus dem Italienischen banco rotto oder banca rotta. Der Duden nennt dagegen italienisch banco rotto, eigentlich zerbrochener Tisch des Geldwechslers, zusammengesetzt aus banco (Bank) und rotto (zerbrochen). Beide Bilder, die zerbrochene Bank und der zerbrochene Tisch, meinen denselben Ursprung.
Im Kern bedeutet Bankrott Zahlungsunfähigkeit. Wer bankrott ist, kann seinen Zahlungspflichten nicht mehr nachkommen, und genau dieser Zustand steckt schon im italienischen Ausgangswort. Die Bank oder der Tisch des Geldwechslers war zerbrochen, ein Zeichen dafür, dass die Geschäfte nicht mehr ordentlich weitergeführt werden konnten. Das Wort wanderte aus dem italienischen Handels- und Bankwesen in die deutsche Kaufmannssprache und blieb bis heute mit genau dieser Bedeutung verbunden.
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Der Weg des Wortes ins Deutsche
Der Weg von Bankrott ins Deutsche lässt sich in mehreren Stufen nachzeichnen. Das italienische rotto geht auf lateinisch ruptum zurück und passt damit zu den Fremdwörter aus dem Lateinischen. Aus diesem lateinischen Ursprung entwickelte sich im Italienischen die Form rotto, die zerbrochen bedeutet.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | ruptum | lateinisch | ohne Datierung |
| 2 | rotto | italienisch | ohne Datierung |
| 3 | banca rotta, banco rotto | italienisch | um 1500 (Entlehnung ins Deutsche, DWDS und Wiktionary) |
| 4 | Panckarotta, Panckarott | frühneuhochdeutsch | anfangs, ohne genauere Datierung (DWDS) |
| 5 | Banquerott | frühneuhochdeutsch, unter Einfluss von französisch banque | 17. Jahrhundert (DWDS) |
| 6 | Bankrott | heutiges Deutsch | ohne Datierung |
Das Wort wurde in der Kaufmannssprache aus dem Italienischen übernommen, zunächst laut DWDS in Formen wie Panckarotta oder Panckarott. Im 17. Jahrhundert trat laut DWDS unter dem Einfluss von französisch banque die Schreibung Banquerott hinzu, bevor sich die heutige Form Bankrott durchsetzte. Das Wiktionary nennt für den Übergang ins Deutsche die Entlehnung um 1500 und das Bild des zerbrochenen Tisches des Geldwechslers.
Gesichertes und offene Punkte in der Deutung
DWDS, Duden und Wiktionary führen Bankrott übereinstimmend auf italienisch banca rotta oder banco rotto zurück. In allen drei Angaben steckt das italienische rotto, das zerbrochen bedeutet. Diese gemeinsame Linie bildet den gesicherten Kern der Herkunft: Ein zusammengesetztes italienisches Wort aus banco oder banca (Bank) und rotto (zerbrochen) wurde zum deutschen Bankrott.
Ein Vorbehalt betrifft die genaue Deutung dessen, was zerbrochen ist. Das DWDS nennt die in die Brüche gegangene, zahlungsunfähige Bank. Duden und Wiktionary sprechen dagegen vom zerbrochenen Tisch des Geldwechslers. Das Bild vom zerbrochenen Tisch nennen Duden und Wiktionary, das DWDS nicht. Beide Bilder beschreiben einen Zusammenbruch im Geldgeschäft, werden in den Quellen aber unterschiedlich benannt.
- italienisch rotto (zerbrochen, DWDS, Duden)
- lateinisch ruptum (zerbrochen, DWDS)
- das Bild vom zerbrochenen Tisch des Geldwechslers (Duden, Wiktionary)
- um 1500 als Zeitpunkt der Entlehnung ins Deutsche (DWDS, Wiktionary)
Der Bankrott gehört zu den Lehnwörter aus dem Italienischen. In der Grundaussage stimmen die Wörterbücher überein: Ein zusammengesetztes italienisches Wort für eine zerbrochene Bank oder einen zerbrochenen Tisch wurde zum deutschen Bankrott. Was genau zerbrochen war, ist nicht einheitlich geklärt.
Verwandte Wörter und Varianten
Rund um Bankrott hat sich im Deutschen eine kleine Wortfamilie gebildet. Der Genitiv lautet des Bankrott(e)s, der Plural die Bankrotte, beides nach DWDS und Duden. Als veraltete Nebenform nennt das DWDS Bankerott. Daneben ist das Adjektiv bankrott bereits im 16. Jahrhundert belegt, ebenso die Bezeichnung Bankrotteur für eine Person, die Bankrott macht.
Früher schrieb man außerdem Panckarott aus der früheren Zeit und Banquerott aus dem 17. Jahrhundert, beide als Vorläufer der heutigen Form. Das Wiktionary führt eine Reihe von Synonymen auf: Falliment, Insolvenz, Konkurs, Pleite, Zahlungseinstellung und Zahlungsunfähigkeit. Als Unterbegriff nennt das Wiktionary zudem Staatsbankrott, mit dem der Bankrott eines Staates statt einer einzelnen Firma oder Person bezeichnet wird.
- Bankrotte (DWDS, Duden)
- bankrott (DWDS)
- Bankrotteur (DWDS)
- Staatsbankrott (Wiktionary)
- Zahlungsunfähigkeit (Wiktionary)
- Pleite (Wiktionary)
Mehr zu einem anderen Wort: Herkunft von Zucker. Die Wortfamilie reicht vom Genitiv des Bankrott(e)s und dem Plural die Bankrotte über die veraltete Nebenform Bankerott bis zum Adjektiv bankrott, zur Bezeichnung Bankrotteur und zum zusammengesetzten Staatsbankrott.
Gebrauch des Wortes heute
Bankrott ist im heutigen Deutsch ein männliches Substantiv: der Bankrott, des Bankrott(e)s, die Bankrotte. Der Duden gibt als Bedeutung Zahlungsunfähigkeit an, genauer die Einstellung aller Zahlungen eines Schuldners gegenüber seinen Gläubigern. Daneben existiert das Adjektiv bankrott, das denselben Zustand beschreibt, aber eine Person oder ein Unternehmen direkt kennzeichnet.
Die Firma meldete nach Jahren roter Zahlen schließlich ihren Bankrott an. Der Kaufmann stand am Ende bankrott vor seinen Gläubigern. Nach dem Zusammenbruch der Währung sprach man vom drohenden Staatsbankrott.
Ursprünglich war das Wort ein Bild für eine zahlungsunfähige Bank (DWDS) oder für den zerbrochenen Tisch eines Geldwechslers (Duden, Wiktionary). Die Wortherkunft des Bankrotts reicht vom italienischen Geldwechsel bis zur heutigen Zahlungsunfähigkeit

Was offenbleibt
Bei der Herkunft von Bankrott bleiben einige Punkte offen.
- Ob das Bild von der zerbrochenen Bank oder vom zerbrochenen Tisch zuerst da war, ist nicht geklärt, denn das DWDS und der Duden beschreiben es verschieden.
- Wie genau das Wort im 16. Jahrhundert ins Deutsche kam, ist nur grob beschrieben.
- Wann die Schreibung mit französischem Einfluss aufkam, ist nur für das 17. Jahrhundert beim DWDS genannt und darüber hinaus nicht genauer bekannt.
Aus lateinisch ruptum führt der Weg über italienisch rotto zu banca rotta oder banco rotto, um 1500 entlehnt zu Bankrott.
Quellen und Stand
- DWDS: Bankrott, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-09)
- Duden: Bankrott, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-09)
- Wiktionary: Bankrott, Herkunft: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-09)