Woher das Wort Apotheke stammt

Apotheke: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026 · Wortherkunft

Das Wort Apotheke hat eine lange Reise hinter sich, vom griechischen Aufbewahrungsort bis zum heutigen Arzneigeschäft.

Kurze Antwort

Apotheke geht über mittellateinisch apotheca auf griechisch apothḗkē zurück, den Ort, an dem etwas aufbewahrt wird, und wurde im 13. Jahrhundert ins Deutsche übernommen. Im Mittelhochdeutschen erscheint das Wort als apotēke mit der Bedeutung Spezereiladen, Apotheke. Diese Form stammt aus mittellateinisch apotheca, das wiederum auf griechisch apothḗkē zurückgeht, einen Aufbewahrungsort oder Speicher. Diese Kette lässt sich so nachzeichnen, dass ein Wort für einen reinen Lagerplatz am Ende ein Geschäft bezeichnet, in dem Arzneimittel verkauft werden. Die Jahreszahl 13. Jahrhundert für die deutsche Übernahme wird genannt, eine Jahreszahl für die lateinische oder griechische Stufe dagegen nicht.

Apotheke gehört zur Gruppe der Fremdwörter aus dem Griechischen, die über das Lateinische ins Deutsche kamen. Das zeigt sich schon daran, dass zwischen dem griechischen Ursprung und dem deutschen Wort eine lateinische Zwischenstufe steht, ohne die der Weg nicht denkbar wäre. Heute bezeichnet eine Apotheke ein Geschäft, in dem Arzneimittel verkauft und zum Teil auch hergestellt werden. Der ursprüngliche Sinn, ein Ort zum Aufbewahren, ist im heutigen Gebrauch kaum noch erkennbar, auch wenn er die Grundlage der ganzen Wortgeschichte bildet. Vom allgemeinen Lagerort führte der Weg zum spezialisierten Verkaufsort für Heilmittel. Diese Verschiebung selbst ist nicht beschrieben. Am Anfang steht ein griechisches Wort für Aufbewahrung, am Ende ein deutsches Wort für ein Arzneigeschäft, und zwischen beiden liegt die lateinische Form apotheca.

Apotheke: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Der Weg ins Deutsche

Der Weg des Wortes Apotheke lässt sich in mehreren Stufen beschreiben, von einer griechischen Verbform bis zur deutschen Form des Mittelalters. Über das Mittellatein kam das Wort ins Deutsche, wie viele Fremdwörter aus dem Lateinischen, die im Mittelalter den Weg aus dem Mittelmeerraum nach Norden fanden.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
1apotithenaialtgriechischohne Datierung
2apothḗkēaltgriechischohne Datierung
3apothēcalateinischohne Datierung
4apothecamittellateinischohne Datierung
5apotēkemittelhochdeutsch13. Jahrhundert

Am Anfang steht das griechische Verb apotithenai, weg- oder ablegen, das mit tithenai, setzen, stellen, legen, verbunden ist. Aus diesem Verb entstand das Substantiv apothḗkē für einen Aufbewahrungsort, einen Speicher oder ein Lager. Lateinisch übernahm diese Bedeutung in apothēca, einem Ort, an dem etwas aufbewahrt wird, und im Mittellatein verengte sich der Sinn zu apotheca, einem Spezereiladen, also einem Geschäft für Gewürze und ähnliche Waren. Aus diesem mittellateinischen Wort entstand im 13. Jahrhundert das mittelhochdeutsche apotēke mit der Bedeutung Spezereiladen, Apotheke. So wurde aus einer allgemeinen Handlung des Ablegens zunächst ein Ort der Lagerung und aus diesem Lagerort schließlich ein Laden, in dem Gewürze und bald auch Arzneien gehandelt wurden. Weitere Zwischenstufen oder genauere Zeitangaben für die griechischen und lateinischen Formen sind nicht überliefert, nur für die deutsche Übernahme steht das 13. Jahrhundert fest. Die Verbindung zwischen dem Ablegen und dem späteren Lagerbegriff zeigt, wie eng Sprache und praktischer Alltag miteinander verwoben waren, denn ein Ort zum Ablegen von Gütern wurde sprachlich zum festen Ausdruck für diesen Ort selbst.

Deutungen und Vorbehalte

Die Herkunftskette von Apotheke ist übereinstimmend beschrieben: mittelhochdeutsch apotēke geht auf mittellateinisch apotheca zurück, das wiederum von griechisch apothḗkē abstammt. Diese drei Stufen bilden den gesicherten Kern der Wortgeschichte. Apotheke ist eines der Lehnwörter, die schon im Mittelalter aus dem Mittellatein kamen.

Offen bleibt dagegen, wie sich die Bedeutung vom allgemeinen Lager zum spezialisierten Arzneigeschäft entwickelte. Dieser Bedeutungswandel selbst ist nicht beschrieben, nur Anfangs- und Endpunkt der Kette sind belegt. Auch bei der Datierung gilt Vorsicht: Die Jahreszahl 13. Jahrhundert gehört zur deutschen Übernahme des Wortes, nicht zu seiner lateinischen oder griechischen Herkunft. Diese Zeitangabe ist nicht für jede Stufe der Wortgeschichte gleich gut belegt, denn für die griechische und lateinische Form findet sich keine entsprechende Jahreszahl.

  • Griechisch apothḗkē bedeutet Aufbewahrungsort
  • Mittellateinisch apotheca bedeutet Spezereiladen
  • Die Verbindung zu tithenai, setzen, stellen, legen, erklärt den Wortstamm
  • Das 13. Jahrhundert gilt für die Übernahme ins Deutsche

Diese Punkte zusammen zeigen, dass die Grundzüge der Herkunft klar nachvollziehbar sind, während die genaueren Umstände des Bedeutungswandels im Dunkeln bleiben. Wie aus dem Lagerort ein Arzneigeschäft wurde, ist nicht überliefert. Die sprachliche Kette selbst, vom griechischen apothḗkē über das Mittellatein bis zum mittelhochdeutschen apotēke, lässt sich dagegen vollständig nachzeichnen, auch wenn der historische Hintergrund dieses Wandels offen bleibt.

Verwandte Wörter und Varianten

Rund um Apotheke hat sich im Deutschen eine kleine Wortfamilie gebildet, die auf dieselbe Herkunft zurückgeht. Die Apotheke selbst wird im Genitiv zu der Apotheke und im Plural zu die Apotheken. Daneben steht Apotheker, mittelhochdeutsch apoteker, Spezereienhändler, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, das auf lateinisch apotecarius zurückgeht, einen Lagerverwalter. Auch die Herkunft von Zucker führt in den Handel mit Spezereien und Heilmitteln.

Als veraltetes Synonym für Apotheke nennen die Wörterbücher Offizin. Weitere Begriffe aus demselben Wortfeld sind Arzneiausgabe und Arzneimittelhandel. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Zusammensetzungen, die jeweils eine bestimmte Art von Apotheke bezeichnen, etwa für den häuslichen Gebrauch, für den Einsatz im Feld, für Reisen oder für den Versand von Arzneimitteln.

  • Apotheker (DWDS, Wiktionary)
  • Offizin (DWDS, Duden, Wiktionary)
  • Hausapotheke (Wiktionary)
  • Feldapotheke (Wiktionary)
  • Reiseapotheke (Wiktionary)
  • Versandapotheke (Wiktionary)
  • Arzneiausgabe (Duden)

Diese Wortfamilie zeigt, wie produktiv der ursprüngliche Lagerbegriff im Deutschen wurde. Aus einem einzigen entlehnten Wort entstanden Berufsbezeichnungen, Zusammensetzungen für besondere Einsatzorte und ein ganzes Feld von Synonymen und Nebenformen. Dabei bleibt der gemeinsame Kern erkennbar: Es geht immer um einen Ort oder eine Person, die mit der Aufbewahrung und Abgabe von Arzneimitteln oder früher auch Gewürzen zu tun hat. Die Vielfalt der Zusammensetzungen zeigt außerdem, wie flexibel das Grundwort Apotheke mit anderen Begriffen kombiniert werden kann, um jeweils einen bestimmten Zweck oder Einsatzort zu benennen, etwa bei einer Reise oder im häuslichen Umfeld.

Gebrauch heute

Im heutigen Deutsch ist Apotheke ein weibliches Substantiv: die Apotheke, der Apotheke, die Apotheken. Die Hauptbedeutung bezeichnet ein Geschäft, in dem Arzneimittel verkauft und zum Teil auch hergestellt werden. Daneben gibt es eine übertragene Verwendung, etwa in der Wendung die Apotheke der Natur, die auf heilende Pflanzen und Stoffe verweist. Die Wortherkunft von Apotheke beginnt bei einem Lagerraum und endet beim Arzneigeschäft, das wir heute kennen.

Ein Beispielsatz zur gewöhnlichen Bedeutung: Die Apotheke am Marktplatz hat auch am Wochenende Nachtdienst. Ein zweites Beispiel zeigt die Verwendung im häuslichen Zusammenhang: Eine gut sortierte Hausapotheke erleichtert die schnelle Versorgung zu Hause. Daneben kennt die Sprache auch eine umgangssprachlich abwertende Bedeutung: ein Geschäft, das für hohe Preise bekannt ist. Ein entsprechender Beispielsatz dafür wäre: Dieser Laden ist eine richtige Apotheke, so teuer sind die Preise dort.

Ursprünglich meinte das Wort nur einen Lagerort, einen Platz, an dem Dinge aufbewahrt wurden, ohne jeden Bezug zu Arzneimitteln. Erst im Laufe der sprachlichen Entwicklung wurde aus diesem allgemeinen Lagerbegriff ein spezialisiertes Wort für ein Geschäft, das Arzneimittel verkauft. Diese Entwicklung lässt sich an den belegten Stufen der Wortgeschichte ablesen, auch wenn die genauen Umstände des Wandels nicht überliefert sind. Heute bezeichnet Apotheke im Alltag ein konkretes Arzneigeschäft; die übertragene und die abwertende Verwendung gehören ebenfalls zum Wortgebrauch. Die beiden zusätzlichen Bedeutungsebenen zeigen, wie ein ursprünglich neutrales Herkunftswort im Lauf der Zeit zusätzliche, teils wertende Nebenbedeutungen entwickeln kann, ohne dass die Grundbedeutung dabei verschwindet.

Apotheke: Herkunft und Wortgeschichte: Prüfliste mit vier Punkten

Offene Fragen

Trotz der klaren Herkunftskette bleiben bei der Wortgeschichte von Apotheke einige Punkte ungeklärt.

  • Wie der Weg vom allgemeinen Lager zum spezialisierten Arzneigeschäft verlief, ist nicht geklärt
  • Warum das mittelalterliche Wort zunächst einen Spezereiladen und nicht sofort ein Arzneigeschäft meinte, ist nicht erklärt
  • Wann genau im 13. Jahrhundert das Wort ins Deutsche aufkam, ist nicht bekannt

Als Merksatz lässt sich die gesamte Kette so zusammenfassen: aus griechisch apothḗkē über mittellateinisch apotheca zum mittelhochdeutschen apotēke und schließlich zur heutigen Apotheke. Diese Kette verbindet einen antiken Lagerbegriff mit einem modernen Geschäft für Arzneimittel und zeigt, wie stabil manche Wortkerne über viele Jahrhunderte hinweg bleiben können, auch wenn sich die konkrete Bedeutung im Alltag deutlich verändert. Der Übergang zwischen den einzelnen Sprachstufen, also wann und warum sich die Bedeutung jeweils verschob, ist nicht überliefert. Auch die Frage, warum ein Wort für Lagerung im Deutschen zu einem Fachbegriff für Arzneimittelgeschäfte wurde, bleibt ohne Antwort.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zur Herkunft von Apotheke

Was bedeutete das griechische Ausgangswort von Apotheke?

Das griechische apothḗkē bezeichnete einen Aufbewahrungsort, einen Speicher oder ein Lager, ohne jeden Bezug zu Arzneimitteln.

Welche Rolle spielt das Lateinische bei Apotheke?

Lateinisch apothēca übernahm die griechische Bedeutung eines Orts, an dem etwas aufbewahrt wird, und im Mittellatein verengte sich dies zu apotheca, einem Spezereiladen.

Seit wann gibt es das Wort Apotheke im Deutschen?

Die deutsche Form apotēke ist im Mittelhochdeutschen des 13. Jahrhunderts belegt, entlehnt aus mittellateinisch apotheca.

Was bezeichnet Apotheke in der abwertenden Verwendung?

Umgangssprachlich abwertend bezeichnet Apotheke ein Geschäft, das für hohe Preise bekannt ist, zum Beispiel in einem Satz wie: Dieser Laden ist eine richtige Apotheke.

Woher stammt die Bezeichnung Apotheker?

Apotheker geht auf mittelhochdeutsch apoteker, Spezereienhändler, aus dem 13. Jahrhundert zurück und entspricht der mittellateinischen Bedeutung von apotecarius, einem Lagerverwalter.

Welches veraltete Synonym gibt es für Apotheke?

Als veraltetes Synonym für Apotheke nennen die Wörterbücher Offizin.

Was bedeutet die Wendung die Apotheke der Natur?

Diese übertragene Verwendung von Apotheke verweist auf heilende Pflanzen und Stoffe, die als natürliche Quelle von Arzneimitteln verstanden werden.

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