Passiv und Aktiv richtig einsetzen

Benjamin LohrerFachlich geprüft von Benjamin Lohrer, Lektor bei korrektur.de · Stand: 28. Oktober 2026

So vermeidest du schwerfällige Formulierungen

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Passiv und Aktiv in der wissenschaftlichen Arbeit erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das Passiv kann sachlich wirken und die Handlung hervorheben, während das Aktiv Aussagen klar und direkt vermittelt. Häufen sich passive Formulierungen, wird ein Text jedoch schnell schwerfällig. Diese Anleitung erklärt anhand konkreter Beispiele, wie sich beide Formen unterscheiden und wie du Passiv und Aktiv richtig einsetzen kannst, ohne auf einen seriösen wissenschaftlichen Stil zu verzichten.

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Passiv vermeiden: Alternativen mit Wirkung

Passiv und Aktiv in der wissenschaftlichen Arbeit, dazu zum Herunterladen über zwanzig Passivmuster aus wissenschaftlichen Arbeiten, je mit Alternative für den Satz, sowie Passiv richtig bei handelnder unwichtig und Methodenbeschreibung.

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Was das Passiv in wissenschaftlichen Texten leistet

Beim Passiv steht die Handlung im Mittelpunkt, während die handelnde Person in den Hintergrund tritt. Das zeigt die Formulierung Die Daten wurden erhoben. Der Satz betont die Erhebung und nicht die Person, die sie durchgeführt hat. Dadurch kann die Aussage sachlicher wirken. Genau deshalb gilt das Passiv als typisch für wissenschaftliche Texte und passt besonders häufig in den Methodenteil. Dort kann es sinnvoll sein, einen Vorgang sachlich zu beschreiben, wenn die Handlung wichtiger ist als der Handelnde. Prüfe also, worauf der Satz den Blick lenken soll: auf den Ablauf oder auf jemanden, der handelt.

Vergleich von Passiv und Aktiv in wissenschaftlichen Arbeiten
Passiv und Aktiv richtig einsetzen im Überblick.

Woran du zu viel Passiv erkennst

Einzelne Passivkonstruktionen können durchaus funktionieren. In großer Zahl wirken sie aber schnell schwerfällig und blass. Deutlich wird das Problem bei Kettierungen wie Es wurde festgestellt, dass … untersucht wurde, indem … vorgegangen wurde. Zwar bleibt die Tätigkeit sichtbar, doch wird der Handelnde häufig nicht genannt. Zudem können Sätze schwerfällig wirken, wenn gleiche Muster dicht nebeneinanderstehen. Berücksichtige beim Überarbeiten nicht nur Einzelstellen, sondern immer den Gesamtkontext. Stehen viele passive Sätze am Stück, prüfe, welche davon aktiv und unpersönlich umgestellt werden können.

In welchen Situationen das Aktiv klarer und direkter wirkt

Das Aktiv kann präzise und unmittelbare Aussagen ermöglichen. Typische Beispiele lauten Diese Arbeit untersucht … Kapitel 3 zeigt … Neutrale Begriffe wie Arbeit, Kapitel oder Studie tragen hier die aktive Rolle. So bleibt der Ton sachlich, obwohl nicht im Passiv geschrieben wird. Dieser Weg eignet sich besonders, wenn du deine Leser strukturiert durch Argumentationsketten oder Abschnitte führst. Die aktive Form benennt direkt, welche Leistungen die Studie oder ein bestimmtes Kapitel erbringen. Das Passiv hingegen bleibt relevant, wenn tatsächlich der Vorgang und nicht der Handelnde im Zentrum stehen soll.

Beispiel für korrekten Wechsel zwischen Passiv und Aktiv

Richtige Mischung bei der Überarbeitung finden

Ein guter wissenschaftlicher Stil besteht weder ausschließlich aus Passiv noch ausschließlich aus Aktiv. Entscheidend ist eine bewusste Mischung. Suche bei der Überarbeitung zunächst nach Passiv-Häufungen. Prüfe dann bei einzelnen Konstruktionen, ob eine aktive Form mit unpersönlichem Subjekt den beabsichtigten Fokus besser setzt. Kontrolliere dabei, ob die neue Fassung die gewünschte Aussage beibehält. Der Aktiv-Passiv-Umwandler unterstützt dich beim Umformen. Passiv und Aktiv richtig einsetzen bedeutet also, beide Satzformen gezielt zu verbinden. Ein Korrekturlesen kann die stilistische Balance im gesamten Text prüfen. Welche Perspektive dabei sinnvoll ist, erläutert der Beitrag zu ich oder man.

Prüfe beim Überarbeiten jeden Abschnitt: Führt eine aktive Formulierung klar durch den Gedankengang oder hebt eine passive Form einen bestimmten Vorgang hervor? Kommt dieselbe Struktur zu oft vor? Ist eindeutig, worauf die Aussage abzielt? Nähere Details zum akademischen Stil liefern Nominalstil und Verbalstil sowie Beiträge zu Ich oder man. Ein Korrekturlesen oder das Stil-Lektorat kann den kompletten Entwurf prüfen. Wenn dir geeignete Wortwendungen fehlen, gibt die Liste wissenschaftlicher Satzanfänge praktische Anregungen.

So zitierst du diese Seite

Stand: 28. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 28. Oktober). Passiv und Aktiv in der wissenschaftlichen Arbeit. korrektur.de. https://korrektur.de/passiv-und-aktiv-wissenschaftliche-arbeit

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Häufige Fragen zu Passiv und Aktiv

Ist Passiv in wissenschaftlichen Arbeiten Pflicht?

Nein. Das Passiv kann zwar neutral klingen, ist aber keine Notwendigkeit. Eine übermäßige Nutzung passiver Strukturen kann den Lesefluss beeinträchtigen. Eine ausgewogene Kombination aus Passiv und Aktiv kann das Verständnis und eine klare Darstellung unterstützen.

Wann sollte ich Aktiv verwenden?

Verwende die aktive Form dort, wo du die Aufmerksamkeit deiner Leser zielgerichtet steuern willst. Beispiele wie Diese Arbeit untersucht … oder Kapitel 3 zeigt … gelten als aktive Formulierungen und bleiben durch ihre unpersönlichen Subjekte trotzdem sachlich.

Warum kann zu viel Passiv den Text schwerfällig machen?

Eine dichte Ansammlung passiver Strukturen kann Sätze farblos und schwerfällig wirken lassen. Der Handelnde wird dabei häufig nicht genannt; repetitive Muster können sich aneinanderreihen und die Transparenz des gesamten Textes beeinträchtigen.

Wie finde ich die richtige Mischung?

Identifiziere zuerst bestehende Passiv-Häufungen. Prüfe dann bei jeder Konstruktion, ob eine aktive Form mit unpersönlichem Subjekt den beabsichtigten Fokus besser setzt und den Absatz verständlicher macht.

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