Einreichung bei SAGE: Vom Konto bis zur Begutachtung

SAGE: Konto, Anonymisierung, Begutachtung und Open Access

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 27. September 2026 · Wissenschaftlich publizieren

Die Einreichung bei SAGE läuft über SAGE Track, wofür SAGE ein eigenes Konto je Zeitschrift verlangt und die Anmeldung über ORCID empfiehlt. Je nachdem, welche der vier von SAGE beschriebenen Begutachtungsarten gilt, unterscheiden sich Anschreiben und Anonymisierung. Für Open Access nennt SAGE drei Wege, Gold, Choice und Green, jeweils mit eigenen Bedingungen zu Gebühren und Nutzung.

Start über SAGE Track und das richtige Konto

Der Weg zu SAGE beginnt nicht beim Hochladen, sondern beim eigenen Konto der Zeitschrift. Viele SAGE-Titel setzen dafür auf SAGE Track, ein Portal, das technisch auf ScholarOne Manuscripts basiert und von Silverchair betrieben wird. Dieses System bündelt sämtliche Schritte der Begutachtung für Redaktion, Gutachtende und Autorinnen und Autoren an einem Ort.

Eine zentrale Besonderheit besteht darin, dass jede Zeitschrift auf SAGE Track ein eigenes Konto mit eigenem Login verlangt. Ein bei einem Titel angelegtes Konto gilt also nicht automatisch für eine andere Zeitschrift des Verlags. Bevor jemand ein Paper einreichen möchte, lohnt daher die Prüfung, ob für die gewählte Zeitschrift bereits ein Profil existiert. Zur Anmeldung empfiehlt SAGE die Nutzung von ORCID.

Ein einmal angelegtes Konto ist keine Abkürzung für die nächste SAGE-Zeitschrift. Die Profile werden strikt getrennt geführt und lassen sich nicht übertragen. Deshalb steht die Kontofrage vor dem ersten Upload, nicht danach. Wer das frühzeitig klärt, vermeidet Verzögerungen im weiteren Einreichungsprozess.

Paper bei SAGE einreichen: der Ablauf in drei Schritten

Anschreiben verfassen und korrekt anonymisieren

Ob zusätzliche Dokumente erforderlich sind, richtet sich nach den Vorgaben der jeweiligen Redaktion. Ein Cover Letter kann verlangt werden, in dem dargelegt wird, warum sich das Manuskript für die Zeitschrift eignet. Wurde beim Verfassen Unterstützung durch Dritte in Anspruch genommen, gehört dieser Hinweis sowohl in die Danksagung als auch ins Cover Letter.

Tabelle: Baustein, Belegte Vorgabe, Worauf zu achten ist
BausteinBelegte VorgabeWorauf zu achten ist
Cover LetterKann zur Darlegung der Eignung verlangt werdenHinweis auf externe Unterstützung aufnehmen
DanksagungExterne Unterstützung beim Verfassen muss genannt werdenAuch im Cover Letter erwähnen, falls vorhanden
Autorennamen, E-Mail-Adressen und AffiliationenBei doppelt anonymisierten Einreichungen aus dem Manuskript zu entfernenVollständige Entfernung sicherstellen
SelbstzitateBei doppelt anonymisierten Einreichungen in der dritten Person formulierenEigene Werke nicht in der ersten Person zitieren
Separates TitelblattEnthält die entfernten Angaben; wird Gutachtenden nicht vorgelegtStrikt vom anonymisierten Manuskript trennen

Für doppelt anonymisierte Zeitschriften müssen Autorennamen, E-Mail-Adressen, Affiliationen und die Danksagung aus dem Manuskript entfernt werden. Die entfernten Angaben kommen auf ein separates Titelblatt, das die Gutachtenden nicht erhalten. Je nach Begutachtungsart kann das Einreichungspaket damit aus mehr als einer Datei bestehen. Diese Aufteilung steht fest, bevor das Anschreiben verfasst wird. Ein Pre-Submission-Check prüft vor dem Hochladen, welche Dateien die gewählte Zeitschrift verlangt.

Unterschiedliche Formen der Qualitätsprüfung

SAGE beschreibt vier Begutachtungsarten, die sich in der Transparenz über beteiligte Personen unterscheiden. Beim Single-Anonymized-Verfahren bleibt der Name der Gutachtenden dem Autorenteam verborgen. Beim Double-Anonymized-Verfahren bleiben beide Seiten anonym füreinander. Das Triple-Anonymized-Verfahren geht noch weiter: Hier kennt auch die Redaktion die Namen der Beteiligten nicht.

Im Rahmen des Transparent-Peer-Review-Programms werden Gutachten zusammen mit dem Artikel veröffentlicht; Gutachtende können dabei je nach eigener Präferenz namentlich genannt werden. Als seltenste Form nennt SAGE das Post-Publication-Peer-Review, eine fortlaufende öffentliche Diskussion nach der Veröffentlichung. Welches dieser vier Modelle gilt, legen die jeweiligen Zeitschriften eigenständig fest.

Diese Modelle verlangen unterschiedliche Unterlagen. Ein anonymisiertes Verfahren erfordert andere Dateien als ein offenes Verfahren. Deshalb steht die Klärung der Begutachtungsart vor der Vorbereitung des Manuskripts. Wer die Vorgaben der angesteuerten Zeitschriften frühzeitig kennt, kann die Einreichungsunterlagen von Beginn an passend zusammenstellen.

Kostenfreiheit erreichen und Optionen wählen

Gold-Open-Access-Zeitschriften von SAGE finanzieren sich über eine Article Processing Charge, die Autorinnen, Autoren, die Institution oder Fördermittelgeber tragen können. Für die Finanzierung nennt SAGE auch eine Open-Access-Vereinbarung der Institution mit SAGE, ein vorab bezahltes Open-Access-Konto der Institution sowie institutionell bedingte Rabatte.

Im Programm Sage Choice können Autorinnen und Autoren ihren Artikel in einer abonnementbasierten SAGE-Zeitschrift Open Access veröffentlichen. Die Option steht laut SAGE erst nach Annahme des Manuskripts zur Verfügung, damit die Wahl keinen Einfluss auf die Begutachtung nimmt. Fast alle SAGE-Zeitschriften bieten Sage Choice an; einzelne Titel, vor allem solche in Partnerschaft mit wissenschaftlichen Gesellschaften, sind ausgenommen und können zusätzlich eigene Gebühren erheben.

Beim Green-Weg dürfen Autorinnen und Autoren die eingereichte oder die angenommene Fassung nach der Annahme teilen, sofern der Zugang kostenlos bleibt und die Zeitschrift als Erstveröffentlichung vollständig zitiert wird. Der Zeitpunkt der Hybridentscheidung und der Zeitpunkt des Teilens einer Fassung fallen damit auseinander. Keine Gebührenhöhe folgt allein aus dem Verlagsnamen; wer Open Access publizieren will, muss die Bedingungen der gewählten Zeitschrift gesondert prüfen.

Zeitwerte verstehen und richtig interpretieren

SAGE misst die Bearbeitungsdauer mit einer eigenen Kennzahl: Time to First Decision. Das ist der Median der Tage zwischen Einreichung und erster redaktioneller Entscheidung. Diese erste Entscheidung kann eine Ablehnung ohne Begutachtung sein, eine Weiterleitung an eine andere Zeitschrift oder die Einladung von Gutachtenden.

Auf denselben Seiten veröffentlicht SAGE außerdem die mediane Zeit im ersten Begutachtungsdurchlauf, die mediane Zeit von der Einreichung bis zur Annahme sowie die Annahmequote der Manuskripte, die im vorangegangenen Kalenderjahr eine endgültige Entscheidung erhalten haben.

Ein Median ist etwas anderes als ein Mittelwert: Er reagiert kaum auf einzelne extreme Ausreißer und bleibt deshalb stabiler als ein einfacher Durchschnitt. Trotzdem zeigt jede dieser Kennzahlen nur eine Tendenz über viele Manuskripte hinweg, keine Aussage über den eigenen Einreichfall. Ein Blick auf Wissenschaftsverlage im Vergleich kann bei der groben Einordnung helfen, ersetzt aber nicht die Angaben der konkreten Zeitschrift, bei der eingereicht wird.

Paper bei SAGE einreichen: Prüfliste mit vier Punkten

Früherstellung, Hilfsmittel und Alternativen

SAGE verlangt von Autorinnen und Autoren, jede vorherige Verbreitung des eingereichten Materials offenzulegen, auch wenn der Text zuvor als Preprint oder Working Paper auf einer entsprechenden Plattform stand. SAGE unterstützt eine solche frühe Verbreitung grundsätzlich. Gleichzeitig weist der Verlag darauf hin, dass manche Zeitschriften ein Manuskript mit vorheriger Preprint-Veröffentlichung nicht annehmen. Besonders bei doppelt anonymisierter Begutachtung kann ein öffentlich zugänglicher Preprint die Anonymität gegenüber Gutachterinnen und Gutachtern gefährden.

Bei Künstlicher Intelligenz unterscheidet die Richtlinie zwei Fälle. Werkzeuge, die nur Sprache, Grammatik oder Struktur unterstützend verbessern, müssen nicht offengelegt werden. Erzeugt eine KI dagegen eigenständig Referenzen, Textpassagen oder Abbildungen, muss dies bei der Einreichung angegeben werden, damit die Redaktion den Inhalt einordnen kann.

Stuft eine Redaktion ein Manuskript als fachlich nicht passend ein, kann es über den kostenlosen Dienst Sage Path an zuvor ausgewählte Zeitschriften weitergeleitet werden. Autorinnen und Autoren wählen die Zielzeitschriften dafür selbst aus einer Trefferliste aus. Einzelne teilnehmende Zeitschriften können ihre Redaktion vorübergehend pausieren und nehmen dann trotz Anzeige keine neuen Transfers an. Jede Zielredaktion entscheidet dabei eigenständig über Annahme oder Ablehnung.

Die Frage nach einem Preprint hängt damit eng mit der gewählten Begutachtungsart zusammen: Wer double-anonymized einreicht, sollte die Anonymitätsfrage vorab klären. Ein Korrekturlesen deines wissenschaftlichen Artikels ersetzt dabei nicht die fachliche Begutachtung durch die Redaktion und die Gutachterinnen und Gutachter. Weder eine sprachliche Prüfung noch der Transfer über Sage Path garantieren eine Annahme, beide sind organisatorische Hilfen auf dem Weg dorthin.

Quellen und Stand

Soll dein Paper vor der Einreichung sprachlich geprüft werden?

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Häufige Fragen zur Einreichung bei SAGE

Brauche ich für mehrere SAGE-Zeitschriften separate Logins?

Ja. Jede Zeitschrift auf SAGE Track verwaltet eine eigene Nutzerdatenbank. Ein bei einem Titel angelegtes Konto gilt nicht automatisch für eine andere Zeitschrift desselben Verlags. Neue Registrierungen erfolgen somit titelbezogen.

Muss ich meinen Begleitbrief unbedingt mitschicken?

Das hängt davon ab, ob die betreffende Redaktion dies fordert. Falls ja, dient er dazu, den Mehrwert des Manuskripts zu erklären. Externe Hilfsleistungen gehören dort hinein, wenn sie stattfanden.

Darf ich meinen Vorabdruck online stellen, bevor ich einsende?

Grundsätzlich unterstützt der Verlag frühes Teilen. Allerdings müssen solche Aktionen offengelegt werden, und manche Titel berücksichtigen solche Vorgänge gar nicht, speziell bei blinden Verfahren drohen Probleme.

Zählt meine Grammatikkorrektur per App als KI-Einsatz?

Nein, reine Werkzeugnutzung zur Stilverbesserung ohne Inhaltsgeneration erfordert keine Meldung. Anders sieht es aus, wenn Programme ganze Sätze oder Quellenlisten selbst erschaffen.

Was passiert, wenn mein Thema nicht passt?

Über den kostenlosen Transferkanal kann der Text an priorisierte alternative Zeitschriften gesendet werden. Dort entscheiden die zuständigen Redaktionen anschließend eigenständig über Annahme oder Ablehnung.

Ist die Entscheidungszeit gleich der Gesamtbearbeitungsdauer?

Keineswegs. Dieser Indikator markiert nur den Moment der ersten redaktionellen Handlung, egal ob diese positiv, negativ oder neutral ausfällt. Bis zur finalen Zustimmung vergehen üblicherweise weitere Etappen.

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