Paper einreichen: so läuft der Ablauf beim Journal

Von den Author Guidelines bis zur Entscheidung des Editors

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Du hast monatelang geforscht, geschrieben und überarbeitet, jetzt willst du dein Paper einreichen. Der Weg von der fertigen Datei bis zur Veröffentlichung folgt beim Einreichen fast überall demselben Muster: Guidelines prüfen, formatieren, hochladen, warten. Wer diesen Ablauf einmal versteht, geht die erste Einreichung deutlich gelassener an. Diese Seite führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess, erklärt die typischen Stolperfallen und zeigt, was nach dem Klick auf Absenden wirklich passiert.

Der Überblick: was beim Einreichen wirklich zählt

Bevor du Paper einreichen in die Tat umsetzt, hilft ein klarer Blick aufs große Ganze. Eine Einreichung ist kein einzelner Klick, sondern eine Kette aus Vorbereitung, Formalien und Geduld. Am Anfang steht ein Manuskript, das inhaltlich fertig ist: Fragestellung, Methode, Ergebnisse und Diskussion stehen, die Literatur ist vollständig.

Erst dann beginnt der formale Teil. Grob durchläufst du vier Etappen: die Zielzeitschrift wählen, deren Vorgaben umsetzen, alles im Submission-System hochladen und anschließend auf die Rückmeldung der Redaktion warten. Je nach Fach und Journal dauert allein die Begutachtung mehrere Wochen bis Monate. Diese Erwartung hilft, den Prozess nicht als Sprint, sondern als planbare Strecke zu sehen. Wenn du beim Schreiben noch unsicher bist, lohnt sich vorab ein Blick darauf, wie du dein Paper schreiben und sauber strukturieren kannst.

Paper einreichen: Ablauf in 5 Schritten beim Journal
Paper einreichen im Überblick.

Author Guidelines lesen: die wichtigste Vorarbeit

Jede Zeitschrift veröffentlicht Author Guidelines, oft auch Instructions for Authors genannt. Sie sind deine wichtigste Quelle und sparen dir später viel Ärger. Lies sie komplett, bevor du etwas umformatierst. Achte besonders auf den Umfang (Wortzahl oder Zeichen), den erlaubten Aufbau, das Zitationsformat, Vorgaben zu Abbildungen und Tabellen sowie die Frage, ob anonymisiert eingereicht wird.

Üblich ist außerdem eine Liste der benötigten Dateien: Hauptmanuskript, Titelblatt, Abbildungen einzeln, manchmal eine Ethik- oder Interessenkonflikt-Erklärung. Notiere dir jede Anforderung als Checkliste. Ein häufiger Fehler ist, ein Manuskript im Stil einer anderen Zeitschrift einzureichen, das kostet unnötig eine Ablehnungsrunde. Wenn du noch schwankst, welche Zeitschrift überhaupt passt, hilft dir der Überblick dazu, wie du das richtige Journal auswählen kannst, bevor du deine Formatierung final festlegst.

Das Manuskript formatieren: Feinschliff vor dem Upload

Jetzt setzt du die Guidelines konkret um. Bringe das Manuskript in die geforderte Struktur, prüfe Seitenränder, Zeilenabstand und Schriftgröße und nummeriere Zeilen, falls das verlangt wird. Vereinheitliche die Zitationen und den Umgang mit Abkürzungen. Ein sauberes Titelblatt enthält üblicherweise Titel, alle Autorinnen und Autoren, Affiliationen und die Angabe, wer als korrespondierende Person dient. Wird doppelblind begutachtet, entferne alle Hinweise auf deine Identität aus dem Hauptdokument.

Lege Abbildungen in der geforderten Auflösung an und beschrifte Tabellen einheitlich. Ein oft unterschätzter Punkt ist Sprache und Konsistenz: Tippfehler, uneinheitliche Begriffe oder holprige Sätze lenken vom Inhalt ab. Ein systematischer Pre-Submission-Check deckt genau solche Schwachstellen auf, bevor die Redaktion sie sieht. Plane für diesen Feinschliff bewusst Zeit ein, denn Formfehler wirken schnell unprofessionell.

Paper einreichen im Submission-System: Schritt für Schritt

Fast alle Zeitschriften nutzen ein Online-Portal, oft mit Namen wie Editorial Manager oder ScholarOne. Du legst ein Konto an und arbeitest dich durch mehrere Eingabemasken. Typischerweise trägst du Titel und Abstract ein, wählst Fachkategorien und Schlagwörter, bestätigst die Reihenfolge der Autorinnen und Autoren und lädst die Dateien einzeln hoch. Häufig verlangt das System zusätzliche Angaben: vorgeschlagene oder ausgeschlossene Gutachtende, eine Erklärung zu Interessenkonflikten und eine Bestätigung, dass die Arbeit nicht parallel woanders liegt.

Wer sein Paper einreichen will, sollte außerdem einen Cover Letter beilegen, der den Beitrag kurz einordnet. Am Ende erzeugt das System ein PDF aus deinen Dateien: Prüfe es sorgfältig, denn erst mit deiner Freigabe geht die Einreichung offiziell raus. Ein vorschneller Klick auf Absenden lässt sich selten zurücknehmen.

Paper einreichen: Entscheidungstypen der Redaktion nach Peer Review

Nach dem Upload: Editor-Check, Review und Decision-Typen

Nach dem Absenden bekommt zuerst die Redaktion dein Manuskript. In einem ersten Editor-Check prüft sie, ob das Thema zur Zeitschrift passt, die Formalien stimmen und die Qualität für eine Begutachtung reicht. Passt etwas grundsätzlich nicht, folgt ein Desk-Reject, also eine Absage ohne externe Gutachten. Andernfalls geht dein Beitrag in die Begutachtung. Wie das Peer-Review-Verfahren genau abläuft, unterscheidet sich je nach Fach und Zeitschrift.

Am Ende steht eine Entscheidung, und die kennt meist mehrere Typen: Annahme (selten sofort), Minor Revision (kleine Änderungen), Major Revision (umfangreiche Überarbeitung, oft mit neuen Analysen) und Ablehnung. Minor und Major Revision sind gute Nachrichten, denn sie öffnen die Tür zur Veröffentlichung. Antworte darauf strukturiert und Punkt für Punkt, statt nur einzelne Kommentare aufzugreifen. Genau hier entscheidet sich oft, ob aus einem Beitrag am Ende eine Publikation wird.

Fazit: von der ersten Datei bis zur Annahme

Eine Einreichung wirkt beim ersten Mal schnell überwältigend, folgt aber im Kern immer einem klaren Muster. Wenn du die Guidelines ernst nimmst, sauber formatierst, das Submission-System sorgfältig durchklickst und die Rückmeldung als Teil des Prozesses begreifst, verliert das Verfahren seinen Schrecken. Rechne mit Wartezeit, plane Revisionen von vornherein ein und sieh jede Rückmeldung als Chance, deinen Beitrag besser zu machen.

Selbst eine Ablehnung liefert oft wertvolle Hinweise für die nächste Zeitschrift. Mit guter Vorbereitung wird aus dem anfangs einschüchternden Formular ein überschaubarer Prozess, den du sicher steuerst. Wer den Ablauf beim Journal kennt, kann sein Paper Schritt für Schritt einreichen: so läuft die Einreichung planbar ab, und der ganze Weg wird für dich nachvollziehbar erklärt.

Mehr zum wissenschaftlichen Publizieren: Cover Letter fürs Journal, Peer-Review-Verfahren und Wissenschaftlich publizieren: der Überblick.

Bevor dein Manuskript ins Submission-System geht, lohnt sich ein prüfender Blick von außen: Beim Korrekturlesen deines wissenschaftlichen Artikels glätten wir Sprache, Stil und Konsistenz, damit inhaltliche Stärke nicht an Formfehlern scheitert.

Datei hochladen

Häufige Fragen zum Paper einreichen

Wie lange dauert es nach dem Einreichen bis zur Entscheidung?

Das variiert stark je nach Fach und Zeitschrift. Nach der Einreichung meldet sich die Redaktion oft binnen weniger Tage mit dem Ergebnis des Editor-Checks. Die eigentliche Begutachtung zieht sich üblicherweise über mehrere Wochen bis Monate. Plane großzügig und frage höflich nach, wenn deutlich mehr Zeit vergeht als angekündigt.

Was ist der Unterschied zwischen Minor und Major Revision?

Bei einer Minor Revision reichen kleinere Korrekturen an Sprache, Darstellung oder Argumentation, die Studie selbst bleibt unangetastet. Eine Major Revision verlangt tiefergehende Änderungen, manchmal zusätzliche Analysen oder Experimente. Beide sind positiv, denn sie bedeuten, dass die Zeitschrift grundsätzliches Interesse hat und dir die Chance zur Überarbeitung gibt.

Brauche ich zum Paper einreichen wirklich einen Cover Letter?

In den allermeisten Fällen ja. Der Cover Letter richtet sich an die Redaktion und erklärt in wenigen Sätzen, warum dein Beitrag zur Zeitschrift passt und was neu daran ist. Halte ihn knapp und sachlich. Manche Portale integrieren ihn als Textfeld, andere erwarten eine separate Datei laut Guidelines.

Kann ich mein Manuskript gleichzeitig bei mehreren Zeitschriften einreichen?

Nein. Parallele Einreichungen desselben Manuskripts gelten als schwerer Verstoß gegen die wissenschaftliche Praxis und werden bei Bekanntwerden zurückgezogen. Reiche immer nur bei einer Zeitschrift ein und warte deren Entscheidung ab. Erst nach einer Absage darfst du dein Manuskript woanders einreichen, meist leicht angepasst an die neuen Vorgaben.

Was bedeutet ein Desk-Reject und wie gehe ich damit um?

Ein Desk-Reject ist eine Absage durch die Redaktion, ohne dass externe Gutachtende dein Manuskript sehen. Gründe sind meist mangelnde Passung zum Profil, formale Mängel oder zu geringe Neuheit. Nimm es nicht persönlich, prüfe die kurze Begründung und wähle eine besser passende Zeitschrift. Oft geht der nächste Versuch dann schneller.

Sollte ich mein Paper vor der Einreichung Korrektur lesen lassen?

Ein prüfender Blick von außen ist fast immer sinnvoll. Nach Monaten am eigenen Text überliest du Fehler leicht. Ein professionelles Lektorat glättet Sprache, Stil und Konsistenz, ohne inhaltlich einzugreifen. Gerade bei englischsprachigen Beiträgen lohnt sich eine muttersprachliche Prüfung, damit die Redaktion sich voll auf deinen Inhalt konzentrieren kann.

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