Einreichung bei Frontiers: Von der Relevanzangabe bis zur Publikation
Frontiers: Ablauf, Begutachtung und Open Access
Dieser Guide erklärt den spezifischen Workflow bei Frontiers. Du lernst, warum es kein klassisches Cover Letter gibt, sondern eine Angabe zu Umfang und Relevanz des Manuskripts. Die Begutachtung läuft in zwei Phasen ab: einer unabhängigen Prüfung und einer anschließenden gemeinsamen Diskussion, und die Namen der Gutachtenden erscheinen am Ende zusammen mit dem veröffentlichten Artikel. Frontiers veröffentlicht ausschließlich im Gold-Open-Access-Modell, wobei die Gebühr in mehreren Stufen gestaffelt ist. Eine offizielle Kennzahl zur durchschnittlichen Bearbeitungsdauer bis zur ersten Entscheidung findet sich auf den Autorenseiten von Frontiers nicht.
Start ohne Anschreiben: Die Relevanzangabe
Der Weg zu Frontiers beginnt nicht beim Cover Letter, denn ein klassisches gibt es hier nicht. Stattdessen erwartet der Verlag eine detaillierte Erklärung dazu, warum dein Thema relevant ist. Dieses Element bildet das Herzstück deiner Bewerbung und erfordert besondere Sorgfalt.
Diese Pflichtangabe sollte ungefähr 200 Wörter umfassen. Sie muss erklären, welchen Mehrwert deine Studie für die bestehende Fachwelt bringt. Wichtig ist dabei, dass du auf komplexe Fachsprache oder ungewöhnliche Kürzel verzichtest. So können auch Leserinnen und Leser außerhalb deines direkten Spezialfeldes den Kern deiner Arbeit verstehen. Vor der Einreichung lohnt sich ein Abgleich der eigenen Zusammenfassung mit den aktuellen Autorenhinweisen der gewählten Zeitschrift.
Zudem spielt die Transparenz über frühere Veröffentlichungen eine zentrale Rolle. Falls du deinen Text bereits als Preprint auf einem Server geteilt hast, musst du das jetzt angeben. Das geschieht über eine vollständige Zitierung im Literaturverzeichnis und einen Hinweis in der Danksagung. Achte außerdem darauf, dass Dateien, die du extern teilst, nach dem Start des Prozesses kein Logo des Verlags mehr zeigen dürfen. Beim Paper einreichen legst du also gleich zu Beginn fest, ob alle Informationen vollständig und sauber dokumentiert sind.

Zwei Phasen: Unabhängig prüfen und gemeinsam diskutieren
Das Review-Prozedere bei diesem Anbieter ist klar in zwei Etappen gegliedert. Zunächst findet eine unabhängige Phase statt. Jede beteiligte Expertin und jeder Experte erhält dafür zehn Tage Zeit. In diesem Zeitraum entsteht ein individuelles Urteil, das strikt getrennt von den Meinungen anderer Prüfer bleibt. Niemand sieht währenddessen, was die Kolleginnen und Kollegen denken.
Sobald alle Urteile vorliegen, startet die zweite Stufe. Hier öffnet sich ein gemeinsames Diskussionsforum. Innerhalb dieses digitalen Raums tauschen sich Autorinnen und Autoren, Experten und das Team direkt aus. Ihr könnt eure Argumente liefern und Rückfragen klären, bis alle offenen Punkte gelöst sind.
Besonders auffällig ist die Namensgebung. Anders als bei vielen anderen Häusern bleiben die Beteiligten nicht anonym. Die Identitäten der Prüfer und des zuständigen Teams werden zusammen mit dem endgültigen Artikel veröffentlicht. Für die finale Freigabe eines kompletten Beitrags müssen mindestens zwei positive Stimmen vorliegen. Letztendlich können Chefredaktion und der hauseigene Integritätsbeauftragte diese Entscheidung noch verändern. Veröffentlichte Namen und die geforderte Mindestzahl befürwortender Gutachten sichern damit denselben Begutachtungsprozess ab.
Automatisierte Filter und faire Vergütungsmodelle
Vor dem Kontakt zu Menschen greift zunächst eine technische Instanz. Jedes eingehende Dokument durchläuft ein spezielles System namens AIRA. Dieses Tool führt über fünfzig automatische Kontrollen durch. Es scannt den Text auf mögliche Plagiate, manipulierte Grafiken oder halluzinierte Fakten. Damit dient es als wichtiges Sicherheitsnetz, das die spätere menschliche Beurteilung unterstützt, aber keinesfalls ablöst.
Gleichzeitig achtet der Herausgeber stark auf ethische Standards in der Bezahlung. Ehrenamtliche Helfer und freiwillige Prüfer erhalten keinerlei Geld für ihren Einsatz. Auch die leitenden Redakteure verdienen nicht pro veröffentlichtem Stück. Ihre Entlohnung hängt vielmehr an Einreichzahlen und projektbezogenen Tätigkeiten, ausdrücklich nicht an der Zahl angenommener Artikel.
Automatisierte Vorprüfung und eine von Annahmequoten getrennte Vergütung sollen so gemeinsam gegen finanzielle Fehlanreize wirken. Wer unsichere Quellen vermeiden möchte, sollte lernen, wie man seriöse Plattformen von unseriösen Angeboten trennt. Genau deshalb lohnt es sich, tiefer in die Materie einzusteigen, um Predatory Journals erkennen zu können und falschen Versprechen nicht Glauben zu schenken.
Spezialisierte Bereiche statt breiter Sammelbände
Die Struktur der Publikationen folgt einem speziellen Prinzip. Statt großer, allumfassender Magazine gibt es fein geschnittene Themenbereiche. Jeder dieser Abschnitte besitzt sein eigenes, autonomes Leitungsgremium. Diese Trennung sorgt dafür, dass die Zuständigkeiten klar definiert sind und die Entscheidungen schnell fallen können.
Eine interessante Besonderheit betrifft die Zuordnung. Manche Themengebiete sind gleichzeitig in verschiedenen Titeln aktiv. Als Beispiel lässt sich die Krebsgenetik nennen, die parallel in genetischen und onkologischen Blättern geführt wird. Dieses Konzept ermöglicht es Forschenden, den perfekten Kontext für ihre Daten zu wählen. Bei der Suche nach freien Kapazitäten helfen spezielle Tools, die passende Projekte anzeigen. Neue Kandidaten müssen allerdings erst geprüft werden, bevor sie tätig werden dürfen.
Die Wahl des Fachabschnitts entscheidet dabei über das zuständige Redaktionsgremium, nicht allein der Name der Zeitschrift. Um die richtige Wahl zu treffen, hilft es, verschiedene Optionen nebeneinanderzustellen. Ein Blick auf aktuelle Zeitschriften zeigt dir, welche Schwerpunkte gerade gesetzt werden und wo deine Arbeit am besten aufgehoben ist.
Gold Standard: Transparente Finanzierung ohne Alternativen
Hier herrscht Klarheit bei der Zugänglichkeit. Frontiers ist ein reiner Gold-Open-Access-Verlag: Alle Artikel erscheinen sofort und dauerhaft frei zugänglich im Netz. Die Veröffentlichung wird über eine Article Processing Charge finanziert, die einzige Einnahmequelle des Verlags. Diese Gebühr fällt nur an, wenn ein Manuskript die Begutachtung besteht und zur Veröffentlichung angenommen wird. Üblicherweise tragen Forschungseinrichtungen oder Fördermittelgeber diese Summe. Bezahlt wird in Schweizer Franken, gestaffelt in vier Kategorien je nach Reifegrad der Zeitschrift.
| Baustein | Belegte Vorgabe | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Kategorie 1 | Eine von vier APC-Kategorien, gestaffelt nach Reifegrad der Zeitschrift | Konkrete Kategorie der Zielzeitschrift in den aktuellen Autorenhinweisen nachsehen |
| Kategorie 2 | Eine von vier APC-Kategorien, gestaffelt nach Reifegrad der Zeitschrift | Zuordnung der Zeitschrift zur Kategorie ist auf dieser Seite nicht beziffert |
| Kategorie 3 | Eine von vier APC-Kategorien, gestaffelt nach Reifegrad der Zeitschrift | Keine Rangfolge der Kategorien nach Höhe belegt |
| Kategorie 4 | Eine von vier APC-Kategorien, gestaffelt nach Reifegrad der Zeitschrift | Gebühr wird nur bei Annahme des Artikels fällig |
| Hybrid-Option | Existiert bei Frontiers nicht | Nur der Gold-Weg steht zur Verfügung |
Ein Hybrid-Modell und einen separaten Green-Weg über eine abonnementbasierte Zeitschrift gibt es bei Frontiers nicht, weil der Verlag ausschließlich Gold Open Access anbietet. Wenn du dich fragst, wie man generell Open Access publizieren kann: Bei diesem Verlag läuft die Frage von vornherein auf einen einzigen, gebührenpflichtigen Weg zu, statt sich wie bei anderen Verlagen auf mehrere Wege zu verteilen. Welche Kategorie für eine bestimmte Zeitschrift gilt und wie hoch die Gebühr in Schweizer Franken ausfällt, klärst du am besten direkt in den aktuellen Autorenhinweisen der gewählten Zeitschrift.
Datenquellen jenseits der Startseite
Auffällig ist, was auf den offiziellen Infoseiten fehlt. Dort sucht man vergeblich nach Durchschnittswerten für die Bearbeitungszeit. Es gibt keine publizierte Statistik darüber, wie lange von der Einsendung bis zur ersten Reaktion vergeht.
Trotzdem lassen sich zuverlässige Infos finden, wenn man externe Register konsultiert. Nehmen wir das Fachblatt für Psychologie als Referenz. Dort listet das internationale Verzeichnis ein einfach anonymisiertes Verfahren. Zudem wird eine Obergrenze für Gebühren genannt, nämlich 3150 Schweizer Franken. Die Lizenz lautet Creative Commons BY, und die Spanne beträgt rund vierzehn Wochen. Ähnliches zeigt sich beim immunologischen Pendant. Auch dort stimmen die Parameter überein: gleiche Lizenz, gleicher Maximalsatz und ähnliche zeitliche Distanz.
Daraus ergibt sich eine wichtige Erkenntnis. Solche Metriken gelten nie global für den gesamten Konzern, sondern jeweils nur für die einzelne Zeitschrift. Wer genaue Zahlen benötigt, muss daher gezielt recherchieren, häufig über solche externen Verzeichnisse. Indem du Wissenschaftsverlage im Vergleich stellst, erkennst du Unterschiede in der Transparenz und den Rahmenbedingungen, die für deine Karriereplanung relevant sein könnten.

Neuanfang: Strategien nach negativem Bescheid
Leider endet nicht jede Reise erfolgreich. Sollte dein Antrag scheitern, stehen dir zwei Wege offen. Erstens kannst du alles überarbeiten und erneut beim gleichen Band versuchen. Zweitens suchst du dir ein anderes Medium heraus, das thematisch vielleicht besser passt. Einen automatischen Umschub in eine Schwesterpublikation beschreibt der Verlag an dieser Stelle nicht. Du bestimmst also selbst, wohin die nächste, eigenständig vorbereitete Einreichung geht.
Sei achtsam bei der Nutzung moderner Hilfsmittel. Künstliche Intelligenz darf niemals als Mitautor auftreten. Bei einem Einsatz von KI für Haupttext oder Abbildungen verlangt Frontiers eine Offenlegung mit Name, Version, Modell und Quelle des Werkzeugs im Danksagungs- oder Methodenteil, auch bei jeder neuen Einreichung erneut. Die Verantwortung für die Wahrheit liegt trotzdem immer ganz bei dir persönlich.
Denke daran, dass eine formale Anpassung keine Garantie für Erfolg ist. Ein professioneller Feinschliff verbessert die Lesbarkeit, ersetzt aber keine fachliche Begutachtung und keine inhaltliche Prüfung. Deshalb empfiehlt es sich, frühzeitig Unterstützung zu holen. Daher lohnt es sich, rechtzeitig ein Korrekturlesen deines wissenschaftlichen Artikels durchführen zu lassen, um Missverständnissen vorzubeugen.
Quellen und Stand
- Frontiers in Public Health: Submission checklist: www.frontiersin.org (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: Peer review guidelines: www.frontiersin.org (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: Peer review: www.frontiersin.org (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: Fee policy: www.frontiersin.org (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: Open Access: www.frontiersin.org (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: Policies and publication ethics: www.frontiersin.org (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: Policies and publication ethics: www.frontiersin.org (weitere Quelle) (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: Policies and publication ethics: www.frontiersin.org (Quelle 2) (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: What to do if your manuscript is rejected: www.frontiersin.org (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: Peer review (review system): www.frontiersin.org (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: Peer review (review system): www.frontiersin.org (weitere Quelle) (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: How we publish: www.frontiersin.org (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: How we publish: www.frontiersin.org (weitere Quelle) (geprüft am 2026-09-27)
- Frontiers: How we publish: www.frontiersin.org (Quelle 2) (geprüft am 2026-09-27)
- DOAJ: Frontiers in Psychology: doaj.org (geprüft am 2026-09-27)
- DOAJ: Frontiers in Immunology: doaj.org (geprüft am 2026-09-27)
Unter dem Titel „Paper bei Frontiers einreichen: Ablauf und OA“ ordnet dieser Beitrag „Einreichung bei Frontiers: Von der Relevanzangabe bis zur Publikation“ ein.