Das oder dass: Welche Schreibweise passt?
Das oder dass: richtige Schreibweise
Bei das oder dass sind zwei Schreibweisen zu unterscheiden. Die Ersatzprobe mit dies, dieses, jenes oder welches zeigt, welche Form im konkreten Satz passt.
Kurzantwort: Das oder dass?
Für die Entscheidung sind zwei Schreibweisen relevant: das und dass. In einem konkreten Satz ist genau eine dieser beiden Formen passend. Welche Form gewählt wird, richtet sich nicht allein nach dem Klang, sondern nach der Funktion des Wortes im Satz.
Das steht als bestimmter Artikel oder als Pronomen. Als Artikel begleitet es ein Substantiv. Als Pronomen kann es ein Substantiv vertreten oder auf etwas hinweisen. Dass ist eine Konjunktion. Es verbindet Sätze oder Satzglieder miteinander.
Die schnelle Entscheidung liefert die Ersatzprobe: Lässt sich das fragliche Wort durch dieses, jenes oder welches ersetzen, schreiben Sie das mit einfachem s. Lässt sich keine dieser Ersatzformen einsetzen, schreiben Sie dass mit Doppel-s.
Beispiel: In „Ich nehme das Buch“ lässt sich dieses einsetzen. Das Ergebnis „Ich nehme dieses Buch“ zeigt das. In „Ich weiß, dass du kommst“ funktioniert die Probe mit dieses, jenes oder welches nicht. Hier steht dass.
Wer seine Rechtschreibung gezielt prüfen möchte, sollte deshalb zuerst die Satzfunktion betrachten und danach die Ersatzprobe durchführen. Die Schreibweise folgt dem Ergebnis dieser Probe, nicht einer vermuteten Aussprache.
Wer einzelne Unsicherheiten systematisch prüfen möchte, kann Rechtschreibprogramme als nächsten Arbeitsschritt heranziehen.

Die Regel hinter der Ersatzprobe
Die Entscheidung beruht auf dem Unterschied zwischen Wortarten und ihren Funktionen. Ein Artikel steht als Begleiter bei einem Substantiv. Ein Pronomen kann ein Substantiv ersetzen. Eine Konjunktion verbindet dagegen Sätze oder Satzglieder. Für das konkrete Wortpaar lässt sich dieser Unterschied mit der Ersatzprobe sichtbar machen.
Prüfen Sie zuerst, ob an der fraglichen Stelle eine Ersetzung durch dieses, jenes oder welches möglich ist. Wenn die Ersetzung sprachlich passt, liegt das vor. Das gilt bei einem Artikel oder Pronomen. Wenn keine der genannten Formen eingesetzt werden kann, liegt dass als Konjunktion vor.
Die Regel lässt sich an drei Funktionen anwenden. In „Das Fenster ist offen“ begleitet das Wort das Substantiv „Fenster“. Die Ersetzung „Dieses Fenster ist offen“ funktioniert. In „Das genügt“ steht das Wort nicht als Begleiter vor einem Substantiv; die Probe mit „Dies genügt“ kann die Funktion des Pronomens sichtbar machen. In „Dass das Fenster offen ist, sehe ich“ verbindet das Wort den nachfolgenden Satz mit dem übergeordneten Satz. Eine Ersetzung durch „dieses“ verändert die Konstruktion und trägt nicht.
Die Großschreibung am Satzanfang ist davon getrennt zu beurteilen. Beginnt ein Satz mit dem Wort, lautet die Form beispielsweise „Das Fenster ist offen“. Das große D ergibt sich hier aus der Position am Satzanfang. Die Entscheidung zwischen einfachem und doppeltem s bleibt dennoch dieselbe: Prüfen Sie die Funktion und führen Sie die Ersatzprobe aus.
Für vertiefende Rechtschreibregeln ist es sinnvoll, diese beiden Fragen auseinanderzuhalten: Welche Wortart liegt vor, und welche Schreibung gehört zu dieser Wortart im Satz? Zusätzliche Annahmen über Klang, Stil oder Umgangssprache ersetzen die belegte Probe nicht.
Richtig oder falsch im Satz?
Die folgenden Vergleichspaare wenden die Ersatzprobe an. Jedes Paar zeigt eine andere Satzfunktion. Der Satzanfang wird dabei nicht mit der Entscheidung über einfaches oder doppeltes s vermischt.
| Vergleich | Einordnung | Prüfung |
|---|---|---|
| Das Bild hängt dort. / Dass Bild hängt dort. | „Das“ ist korrekt, „dass“ ist falsch. | „Dieses Bild hängt dort“ ist möglich. Das Wort begleitet das Substantiv „Bild“. |
| Ich kenne das Lied. / Ich kenne dass Lied. | „Das“ ist korrekt, „dass“ ist falsch. | „Ich kenne dieses Lied“ ist möglich. Das steht hier als Begleiter des Substantivs. |
| Ich hoffe, dass du bleibst. / Ich hoffe, das du bleibst. | „Dass“ ist korrekt, „das“ ist falsch. | Die Ersatzformen „dieses“, „jenes“ und „welches“ passen nicht. Das Wort verbindet den Satzteil „du bleibst“ mit „Ich hoffe“. |
| Das ist nicht mein Buch. / Dass ist nicht mein Buch. | „Das“ ist korrekt, „dass“ ist falsch. | „Dies ist nicht mein Buch“ ist möglich. Das ist hier ein Demonstrativpronomen. |
Im ersten und zweiten Paar steht das als Artikel vor einem Substantiv. Im dritten Paar steht dass als Konjunktion. Im vierten Paar steht das als Pronomen. Die Schreibweise am Satzanfang darf dabei nicht als eigener Beleg für die Wortart gelten. Ein großes „Das“ kann am Satzanfang sowohl zu einem Artikel als auch zu einem Pronomen gehören.
Auch die Groß- und Kleinschreibung ist deshalb eine getrennte Prüffrage. Das Wort wird am Satzanfang großgeschrieben, während die Unterscheidung zwischen das und dass über die Satzfunktion und die Ersatzprobe erfolgt. Die Kommasetzung kann im Beispiel mit der Konjunktion zusätzlich sichtbar sein, sie entscheidet aber nicht allein über die Schreibweise. Für die gesamte Zeichensetzung bleibt die jeweilige Satzstruktur gesondert zu prüfen.
Typische Stolperfallen bei das und dass
Die Schreibweise lässt sich nicht allein aus Aussprache oder Umgangssprache ableiten. Entscheidend sind die Funktion an der konkreten Stelle im Satz und das Ergebnis der Ersatzprobe.
Nehmen Sie die Probe im vollständigen Satz vor: Ersetzen Sie das fragliche Wort versuchsweise durch dieses, jenes oder welches. Lässt sich eine dieser Formen einsetzen, schreiben Sie das mit einfachem s. Funktioniert keiner dieser Ersatzversuche, prüfen Sie dass als Konjunktion. Die Probe betrifft die einzelne Stelle im Satz, nicht den Klang des Wortes.
Verwechseln Sie dabei nicht die möglichen Funktionen von das. Als Artikel begleitet es ein Substantiv, etwa in „Das Fenster ist offen“. Es kann auch für ein Substantiv stehen, etwa in „Das genügt“. In einem Relativsatz kann die Ersatzprobe ebenfalls helfen: Setzen Sie an der fraglichen Stelle versuchsweise welches ein und prüfen Sie, ob der Satz damit noch funktioniert. So bleibt die Entscheidung bei der Schreibweise und der konkreten Satzstelle.
Eine weitere Verwechslung betrifft die ältere Form daß. Die Konjunktion wurde bis zur Rechtschreibreform 1996 mit ß geschrieben; danach ist diese Schreibweise nicht mehr korrekt. Prüfen Sie für die heutige Entscheidung daher nur die Formen das und dass.
Lesen Sie anschließend den ganzen Satz noch einmal. Bei einer ersetzbaren Stelle wählen Sie das; ohne möglichen Ersatz wählen Sie dass als Konjunktion. Entscheiden Sie erst nach dieser Probe und nicht nach einer vermuteten Aussprache.

Merkcheck für den eigenen Text
Nutzen Sie für jede fragliche Stelle diesen kurzen Prüfweg:
- Schreibweise markieren: Suchen Sie die Stelle mit das, dass oder der älteren Form daß.
- Satz vollständig lesen: Beurteilen Sie nicht nur den Klang des einzelnen Wortes. Prüfen Sie den Zusammenhang mit dem folgenden und vorhergehenden Satzteil.
- Ersatzprobe durchführen: Setzen Sie nacheinander dieses, jenes oder welches ein.
- Regel anwenden: Passt eine Ersatzform, schreiben Sie das. Passt keine Ersatzform, schreiben Sie dass als Konjunktion.
- Satzanfang getrennt prüfen: Entscheiden Sie die Großschreibung wegen der Position am Satzanfang unabhängig von der s-Schreibung.
- Beispielsatz vergleichen: Vergleichen Sie Ihre Konstruktion mit einem passenden Muster wie „Dieses Kapitel ist kurz“ oder „Ich denke, dass das Kapitel genügt“.
- Verwechslung ausschließen: Prüfen Sie besonders, ob ein Artikel, ein Pronomen oder eine Konjunktion vorliegt. Die Form „daß“ gehört nicht zur belegten aktuellen Schreibung der Konjunktion.
Die Prüfung lässt sich auch auf Texte im Studium und auf wissenschaftliches Schreiben übertragen, sofern Sie die konkrete Satzfunktion untersuchen. Bei Fragen zu Abkürzungen richtig schreiben, zu Wortbedeutungen und Abkürzungen oder zu Artikel der, die und das handelt es sich um andere Prüfbereiche. Auch Pluralbildung, Synonyme und Textformen beantworten nicht die Frage, ob an einer bestimmten Stelle das oder dass steht. Für die hier behandelte Stelle bleibt die Ersatzprobe der knappe, anwendbare Weg.
Wer zusätzlich die Getrennt- und Zusammenschreibung prüft, sollte diese Aufgabe ebenfalls getrennt von der das-dass-Entscheidung behandeln. So bleibt klar, welche Regel gerade angewendet wird.
Quellen und Stand
- „das“ oder „dass“? | So liegen Sie immer richtig | Duden: www.duden.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)
- Rechtschreibung, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)