Was bedeutet prokrastinieren?
Prokrastinieren: Bedeutung und Verwendung
Prokrastinieren bedeutet, etwas zu vertagen, aufzuschieben oder zu verschieben. Die passende Bedeutung ergibt sich aus dem konkreten Satz und seinem Zusammenhang.
Prokrastinieren: Bedeutung
Prokrastinieren heißt, etwas aufzuschieben, zu vertagen oder zu verschieben. Dabei wird eine Handlung auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Die drei Ausdrücke geben hier nahe Bedeutungsvarianten des Fremdworts wieder.
Das Wort geht auf das lateinische procrastinare zurück. Seine Herkunft verweist auf Vertagen, Aufschieben und Verschieben. Wörtlich lässt sich der Bestandteil der Herkunft als ein Verschieben auf den nächsten Tag erklären; das beschreibt die Wortherkunft.
In einem Satz kann prokrastinieren das Verschieben einer Handlung ausdrücken. Ein neutraler Beispielsatz lautet: Sie prokrastiniert die Vorbereitung ihres Referats. Der Satz zeigt das Aufschieben einer Handlung.
Für den eigenen Satz hilft diese Prüfung: Wird eine Handlung vertagt, aufgeschoben oder verschoben? Dann beschreibt der Satz die aus der Quelle getragene Bedeutung.
Die Quelle führt außerdem die Worttrennung pro·kras·ti·nie·ren an und nennt Prokrastination als verwandte Form.

Bedeutung und Satzkontext
Die Quelle nennt eine Grundbedeutung und drei nahe Umschreibungen. Aufschieben, vertagen und verschieben stehen hier als Alternativen für denselben Bedeutungsbereich.
- Aufschieben: Eine Handlung wird auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Beispiel: Er prokrastiniert die Überarbeitung seines Textes.
- Vertagen: Eine Handlung wird später angesetzt. Beispiel: Die Gruppe prokrastiniert die Besprechung des Entwurfs.
- Verschieben: Eine Handlung erhält einen späteren Zeitpunkt. Beispiel: Sie prokrastiniert die Entscheidung über den nächsten Arbeitsschritt.
Die Beispiele illustrieren dieselbe Bedeutung mit unterschiedlichen Handlungen. Sie verbinden die Aussageabsicht des jeweiligen Satzes mit dem Aufschieben, Vertagen oder Verschieben.
Für einen konkreten Satz kann geprüft werden, ob er eine auf später verlegte Handlung beschreibt. Der Satz selbst zeigt dabei, welche Handlung gemeint ist. Aus dem Wort ergeben sich keine Angaben zu einem Grund oder einer Folge des Aufschiebens.
Die Herkunft enthält außerdem die wörtliche Vorstellung, etwas auf den nächsten Tag zu verlegen. Diese Vorstellung betrifft die Herleitung des Wortes. Für die Bedeutungsprüfung genügt es, auf Vertagen, Aufschieben oder Verschieben einer Handlung zu achten.
Zur Verwendung in deutschen Texten nennt die Quelle Belege seit dem späten 19. Jahrhundert, zunächst vor allem für Prokrastination. Für das Ende des 20. Jahrhunderts werden wenige Belege genannt. Seit den 2000er Jahren verzeichnet die Quelle wieder mehr Gebrauch, besonders im Zusammenhang mit der Arbeitsweise von Studenten.
Drei eigenständige Beispiele
Die folgenden Sätze sind neu formulierte, kurze Beispiele. Sie zeigen unterschiedliche Kontexte, in denen die belegte Grundbedeutung des Aufschiebens verständlich wird. Die Beispiele behaupten keine zusätzlichen Regeln über den Gebrauch.
- Studium: Jonas prokrastiniert die Ausarbeitung seines Referats und öffnet stattdessen ein anderes Dokument. Der Satz stellt das Erstellen der Ausarbeitung als Handlung dar, die aufgeschoben wird.
- Arbeitsalltag: Mara prokrastiniert die Prüfung des Berichts bis zu einem späteren Zeitpunkt. Hier bezeichnet das Wort das Verschieben einer Prüfung.
- Persönliche Entscheidung: Lea prokrastiniert ihre Antwort auf die Nachricht und entscheidet sich noch nicht. In diesem Satz wird die Antwort nicht sofort gegeben, sondern vertagt.
Jedes Beispiel enthält einen anderen Gegenstand: eine Ausarbeitung, eine Prüfung und eine Antwort. Gleich bleibt der Bedeutungskern. Die jeweilige Handlung wird nicht unmittelbar ausgeführt, sondern auf später verschoben. Dadurch lässt sich erkennen, warum der Satzkontext für die Auslegung wichtig ist.
Prüfe bei einem eigenen Satz, welche Handlung aufgeschoben werden soll. Ergänze einen Grund, eine Wertung oder eine Folge nur, wenn der Satz diese Aussage selbst enthält.
Ein weiterer neutraler Vergleich kann helfen: Die Besprechung wird verschoben und Die Besprechung wird vertagt geben den von der Quelle genannten Bedeutungsbereich in anderer Wortwahl wieder. Das Beispiel zeigt die Nähe der Ausdrücke, ohne sie pauschal in jeder Verwendung gleichzusetzen.
Aus prokrastinieren lässt sich in den Beispielen nur das Aufschieben der genannten Handlung bestimmen. Prüfe deshalb neben dem einzelnen Wort auch die Aussage, die der gesamte Satz machen soll.
Abgrenzung zu ähnlichen Ausdrücken
Bei ähnlichen Ausdrücken ist es sinnvoll, den einzelnen Satz genau zu prüfen. Prokrastinieren lässt sich mit aufschieben, vertagen oder verschieben wiedergeben. Diese Wörter sollten jedoch nicht automatisch in jedem Satz als vollständig gleich behandelt werden.
Auch vor sich herschieben und auf den letzten Drücker erledigen gehören zu den genannten Ausdrücken im Umfeld des Wortes. Für eine eigene Formulierung kann der Satzkontext zeigen, welcher Ausdruck dort passt. Eine weitergehende Fachbedeutung oder Wertung lässt sich daraus nicht ableiten.
Prokrastination ist ebenfalls eine belegte Form des Wortes in deutschen Texten. Das Wort ist dort ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert besonders in dieser Form nachweisbar. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts gibt es dafür nur wenige Belege; seit den 2000er Jahren wird es wieder häufiger verwendet, vor allem mit Blick auf die Arbeitsweise von Studierenden.
Die Herkunft liefert nur einen begrenzten Anhaltspunkt für die Bedeutung. Das lateinische procrastinare kann mit vertagen, aufschieben oder verschieben wiedergegeben werden. Es geht auf procrastinatio zurück und verbindet pro- mit crastinus, also dem Bezug auf den folgenden Tag. Wörtlich geht es damit um ein Verschieben auf morgen.
Für die Abgrenzung genügt daher eine vorsichtige Verwendung: Den konkreten Satz lesen, einen passenden der genannten Ausdrücke wählen und keine zusätzliche Herkunft, Wertung oder Fachbedeutung ergänzen. So bleibt die Erklärung bei dem, was für das Wort und seine belegten Formen tatsächlich angegeben ist.

Kurzer Check für den eigenen Satz
Prüfe die Verwendung in drei Schritten:
- Kernbedeutung prüfen: Wird eine Handlung vertagt, aufgeschoben oder verschoben? Wenn dieser Bedeutungskern nicht erkennbar ist, prüfe die Wortwahl erneut.
- Kontext prüfen: Welche Handlung wird im Satz genannt, und worauf bezieht sich die Aussageabsicht? Ordne die passende Umschreibung danach als Aufschieben, Vertagen oder Verschieben ein.
- Verwechslungen prüfen: Wird ein ähnlicher Ausdruck wie aufschieben, vor sich herschieben oder verschieben verwendet? Setze ihn nicht pauschal gleich, sondern prüfe den konkreten Satz.
- Quelle prüfen: Vergleiche die beabsichtigte Aussage mit der belegten Erklärung des Fremdworts und mit dem konkreten Satzkontext. Ergänze keine Herkunft, Wertung, Fachbedeutung oder Folge, die dort nicht ausgedrückt ist.
Ein sicherer Kurztest lautet: Lässt sich der Satz mit aufschieben, vertagen oder verschieben verständlich paraphrasieren? Wenn ja, liegt der belegte Bedeutungsbereich nahe. Wenn nein, ermittle zunächst die beabsichtigte Aussage und prüfe anschließend die Quelle oder eine passende weitere Quelle.
Bei historischen oder thematischen Aussagen ist zusätzlich der genaue Rahmen zu beachten. Die Quelle verbindet frühere Belege mit der Form Prokrastination und nennt ab den 2000er Jahren eine häufigere Verwendung, besonders im Zusammenhang mit Studenten. Diese Einordnung darf nicht ohne Prüfung auf jeden Satz, jede Personengruppe oder jeden Zeitraum übertragen werden.
Der letzte Check betrifft die Formulierung selbst: Verwende das Wort nur mit der Bedeutung, die der Satz tatsächlich trägt. Wo der Kontext unklar bleibt, ist die konkrete Prüfhandlung sicherer als eine Vermutung über eine weitere Bedeutung.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: wortwuchs.net (geprüft am 2026-08-15)