Rechtliche Rahmenbedingungen fürs Praktikum in der Elternzeit
Praktikum in der Elternzeit: Arbeitsverhältnis, Teilzeit
Wer während der Elternzeit ein Praktikum absolviert, sollte die gesetzlichen Grundlagen kennen. Dieser Leitfaden erklärt die Voraussetzungen nach dem BEEG und die Lohnansprüche nach dem MiLoG klar und verständlich.
Grundlagen des Anspruchs auf Freistellung
Nach § 15 BEEG haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf Elternzeit, wenn sie mit ihrem Kind zusammenleben und es selbst betreuen und erziehen. Voraussetzung ist ein bestehendes Arbeitsverhältnis. Bei einem Praktikum ist daher zu prüfen, ob das Praktikumsverhältnis rechtlich als Arbeitsverhältnis im Sinn dieser Vorschrift einzuordnen ist. Der Gesetzestext beantwortet nicht, ob jedes Praktikum diese Voraussetzung erfüllt.
Elternzeit im Studium planen und einordnen hilft schon vor der Suche nach einem Praktikum. Prüfe anhand der Vertragsunterlagen, welches Arbeitsverhältnis besteht und welche Tätigkeit geplant ist. Elterngeld im Studium richtig verstehen kann als Nachbarseite für Fragen zu dieser Leistung dienen. Für die Einordnung der Elternzeit bleibt maßgeblich, ob die im Gesetz genannten Voraussetzungen vorliegen.

Teilzeittätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber
Das Familienportal des Bundes erläutert für Beschäftigte in Elternzeit eine Teilzeittätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber. Danach darf die wöchentliche Arbeitszeit 32 Stunden nicht überschreiten. Den Umfang können Beschäftigte und Arbeitgeber vereinbaren. Kommt keine Einigung zustande, muss der Arbeitgeber eine Ablehnung innerhalb von vier Wochen begründen. Die Quelle beschreibt außerdem unter Voraussetzungen ein Recht auf Teilzeit: Dazu gehören mehr als sechs Monate Betriebszugehörigkeit und mehr als 15 Beschäftigte im Betrieb. Dieses Recht betrifft mindestens 15 und höchstens 32 Wochenstunden für mindestens zwei Monate.
| Regelfall | Bedingung | Wochenstunden |
|---|---|---|
| Allgemeine Teilzeitgrenze | Teilzeit beim bisherigen Arbeitgeber während der Elternzeit | höchstens 32 |
| Frühere Obergrenze | Kind vor dem 1. September 2021 geboren | höchstens 30 |
Für Kinder mit Geburt vor dem 1. September 2021 nennt die Quelle noch eine Grenze von 30 Wochenstunden. Die Aussage des Familienportals bezieht sich auf Teilzeit beim Arbeitgeber; daraus folgt keine gleiche Grenze für ein Praktikum bei einem anderen Praktikumsgeber. Die Krankenversicherung im Studium klären kann als Nachbarseite ergänzend gelesen werden. Für den eigenen Fall sollten Arbeitsvertrag, Geburtsdatum des Kindes und die geplanten Wochenstunden miteinander abgeglichen werden.
Sozialrechtliche Behandlung kleiner Jobs
Das Familienportal des Bundes beschreibt die Sozialversicherung bei einem Minijob während der Elternzeit. Übt eine Person einen Minijob bis zur jeweils geltenden Verdienstgrenze aus, zahlt der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag an die gesetzliche Krankenversicherung. Die beschäftigte Person muss nach dieser Darstellung in der Regel keine eigenen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Die Angaben betreffen damit einen Minijob innerhalb der jeweils geltenden Grenze.
Die Quelle nannte bei ihrer Veröffentlichung 556 Euro monatlich und weist zugleich auf eine jährliche Anpassung der Grenze hin. Dieser Betrag ist daher lediglich der damalige Quellenstand, nicht ein Wert für die aktuelle Prüfung. Ermittle den derzeit geltenden Grenzwert anhand aktueller Unterlagen und kläre weitergehende Fragen mit der zuständigen Krankenkasse, wie es die Seite vorsieht. Minijob und Studium sauber trennen kann als Nachbarseite bei der Einordnung der beiden Themen helfen.
Vergütungsansprüche bei praktischen Übungen
§ 22 MiLoG ordnet Praktikantinnen und Praktikanten grundsätzlich den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu; damit besteht grundsätzlich ein Anspruch auf gesetzlichen Mindestlohn. Entscheidend ist nicht der Name des Vertrags, sondern seine tatsächliche Gestaltung. Der Gesetzestext beschreibt ein Praktikum als zeitlich begrenztes Aneignen praktischer Kenntnisse zur Vorbereitung auf eine berufliche Tätigkeit. Für ein Praktikum während der Elternzeit ist diese Einordnung relevant, weil sie über den Mindestlohnanspruch entscheidet.
- Ausgenommen sind Pflichtpraktika, die auf schulrechtlichen, hochschulrechtlichen oder ausbildungsrechtlichen Vorgaben beruhen.
- Ausgenommen sind Orientierungspraktika von bis zu drei Monaten vor Ausbildung oder Studium.
- Für die Einordnung zählt die tatsächliche Ausgestaltung des Vertragsverhältnisses, nicht seine Bezeichnung.
- Diese Einordnung ist auch bei einem während der Elternzeit aufgenommenen Praktikum maßgeblich.
Die Vergütung im Pflichtpraktikum nachlesen kann als Nachbarseite genutzt werden. Prüfe für das geplante Praktikum den Zweck, die Dauer und die tatsächliche Gestaltung anhand von Vertrag und den einschlägigen Vorgaben. Aus § 22 MiLoG folgt jedoch nicht, dass ein Praktikum während der Elternzeit automatisch ein Pflichtpraktikum ohne Mindestlohnanspruch ist. Die gesetzliche Einordnung muss für das konkrete Praktikumsverhältnis erfolgen.
Zeiträume und Anrechnungsregeln
Für den Anspruch auf Elternzeit setzt § 15 BEEG ein bestehendes Arbeitsverhältnis voraus. Nach dem Gesetz reicht der Anspruch bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Bis zu 24 Monate können in den Zeitraum vom dritten Geburtstag bis zur Vollendung des achten Lebensjahres gelegt werden. Für die Elternzeit der Mutter wird die Mutterschutzfrist nach dem Mutterschutzgesetz auf diese Begrenzung angerechnet.
Diese Zeitangaben beantworten nicht die Vorfrage, ob ein Praktikumsverhältnis ein Arbeitsverhältnis im Sinn des § 15 BEEG ist. Prüfe deshalb zunächst die rechtliche Einordnung des bestehenden Vertragsverhältnisses. Ein Arbeitszeugnis als Werkstudentin verstehen kann als Nachbarseite für das Thema Arbeitszeugnis dienen. Für die Planung der Elternzeit bleiben die gesetzlichen Altersgrenzen und die Anrechnung der Mutterschutzfrist zu berücksichtigen.

Drei Schritte zur sicheren Umsetzung
Prüfe zuerst, ob ein bestehendes Arbeitsverhältnis nach § 15 BEEG vorliegt. Bei einem Praktikum ist zu klären, ob das Verhältnis rechtlich als Arbeitsverhältnis im Sinn dieser Vorschrift einzuordnen ist. Berücksichtige beim bisherigen Arbeitgeber die Teilzeitgrenze: Das Familienportal nennt bis zu 32 Wochenstunden, für Kinder vor dem 1. September 2021 30 Wochenstunden. Halte außerdem fest, ob eine Vereinbarung zum Umfang der Teilzeit besteht und ob die Voraussetzungen für ein Teilzeitrecht erfüllt sein können.
Kläre danach, ob ein Minijob während der Elternzeit sozialversicherungsrechtlich infrage kommt. Ermittle die geltende Verdienstgrenze in aktuellen Unterlagen, weil die vom Familienportal genannte Grenze von 556 Euro jährlich angepasst wird. Bei weitergehenden Versicherungsfragen beziehe die zuständige Krankenkasse ein.
Prüfe zuletzt das geplante Praktikum nach § 22 MiLoG. Entscheidend sind die tatsächliche Ausgestaltung, der Zweck und die Dauer, nicht nur die Bezeichnung. Gleiche diese Punkte mit den Regeln für Pflichtpraktika und Orientierungspraktika ab, bevor du einen Mindestlohnanspruch einordnest. Diese Seite bietet nur eine allgemeine Einordnung und keine Sozialversicherungs- oder Steuerberatung; bei rechtlichen Zweifeln hol dir zusätzlich Rechtsberatung ein. Zum Abschluss bieten Elternzeit im Studium planen und einordnen sowie Elterngeld im Studium richtig verstehen weitere Einordnung zu Elternzeit und Elterngeld.
Quellen und Stand
- Quelle: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), Paragraf 15, gesetze-im-internet.de: www.gesetze-im-internet.de (geprüft am 2026-09-16)
- Quelle: Familienportal des Bundes, Kann ich während der Elternzeit Teilzeit arbeiten?: familienportal.de (geprüft am 2026-09-16)
- Quelle: Familienportal des Bundes, Arbeit und Versicherung in der Elternzeit: familienportal.de (geprüft am 2026-09-16)
- Quelle: Mindestlohngesetz (MiLoG), Paragraf 22, gesetze-im-internet.de: www.gesetze-im-internet.de (geprüft am 2026-09-16)
Das Thema „Rechtliche Rahmenbedingungen fürs Praktikum in der Elternzeit“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.