Wie du im Bibliothekskatalog Schritt für Schritt nach Literatur suchst
Im OPAC recherchieren: So findest du Bücher für deine Arbeit
Der OPAC ist der Katalog deiner eigenen Bibliothek. Hier erfährst du, wie du Bücher und Zeitschriften mit Stichwort und Schlagwort findest, wie du Signatur und Verfügbarkeit liest und wo Discovery-System und Fachdatenbanken sinnvoll ergänzen.
Was der OPAC leistet und was nicht
OPAC steht für Online Public Access Catalogue; gemeint ist ein öffentlich zugänglicher Online-Katalog. Für den Gesamtablauf deiner Suche, also von der Themenklärung bis zur Auswahl passender Titel, ist der OPAC ein Baustein der Literaturrecherche für die Bachelorarbeit, der Bücher und Zeitschriften nachweist. Der OPAC weist selbständige Werke wie Bücher und Zeitschriften nach.
Als Beispiel der TH Nürnberg umfasst der OPAC den Bestand der Hochschulbibliothek: Bücher, E-Books, Zeitschriften und Zeitungen, gedruckt wie elektronisch, dazu Medien wie CDs und DVDs. Aufsätze und Artikel lassen sich über diesen Katalog nicht recherchieren. Die Universitätsbibliothek Rostock beschreibt in einem Reader für die Altertumswissenschaften einen ähnlichen Befund: Der Katalog dort verzeichnet nur selbständige Publikationen, also Bücher, Zeitschriften und Zeitungen; Aufsätze findest du dort nicht.
Ein Zeitschriftentitel kann im Katalog stehen, während der Aufsatz darin nicht nachgewiesen ist. Unterscheide beim Suchen zwischen dem Heft als Ganzem und dem einzelnen Beitrag. Frage bei der Auskunft deiner Bibliothek nach, wie der Katalog abgegrenzt ist. Offene Punkte kläre außerdem mit deiner betreuenden Person oder mit dem Leitfaden deines Fachbereichs.

Suchfelder, Stichwort und Schlagwort richtig nutzen
Im OPAC kannst du mit Stichwörtern suchen, also mit Begriffen, die du selbst wählst. Ein Schlagwort dagegen ist ein normierter Begriff, der den Inhalt eines Werkes beschreibt. Eine Schulungsunterlage der Bibliothek der TH Nürnberg hält fest, dass man mit passenden Schlagwörtern auch Treffer findet, die das Stichwort nicht im Titel tragen. Laut dieser Unterlage verzeiht der OPAC keine Tippfehler. Prüfe deshalb die Schreibweise deiner Begriffe, bevor du eine Suche als erfolglos wertest. Die Namen der Suchfelder unterscheiden sich je Katalog; schaue deshalb zuerst in die Suchmaske deiner Bibliothek.
- Suchbegriffe sammeln: Notiere dein Thema in eigenen Worten und ergänze Synonyme. Erfundenes Beispiel: Lernmotivation, Motivation im Studium, Hochschullehre.
- Einfache Suche mit Stichwörtern: Starte mit wenigen Begriffen und sieh dir an, welche Titel erscheinen.
- Passende Schlagwörter in den Trefferdaten finden: Öffne einen brauchbaren Treffer und lies die Schlagwörter in seinen Angaben.
- Erweiterte Suche mit Schlagwort: Übernimm das gefundene Schlagwort in das passende Feld der erweiterten Suche.
- Treffermenge eingrenzen: Ergänze weitere Kriterien, bis die Trefferliste zu deinem Thema passt.
Wenn du Suchbegriffe sinnvoll verknüpfst, prüfe in der Hilfe deines Katalogs, welche booleschen Operatoren die erweiterte Suche anbietet, bevor du die Trefferliste auswertest.
Ein Beispiel (erfunden): Du schreibst über Lernmotivation in Hochschulkursen. Ein passendes Schlagwort kann dir Werke zeigen, deren Titel das Stichwort nicht enthält. Notiere dir nach jedem brauchbaren Treffer das Schlagwort, und gleiche es mit weiteren Titeln ab.
Signatur, Verfügbarkeit und Fernleihe lesen
Eine Signatur besteht aus Buchstaben und Zahlen, unter denen ein Buch in einer Bibliothek geführt wird. Der Duden erklärt den Begriff im Bibliothekswesen so, dass man das Buch anhand dieser Zeichen findet. Die TH Nürnberg ergänzt in ihrer Schulungsunterlage, dass die Signatur als Standortnachweis dient. Nach derselben Unterlage sind Bücher nach Themenbereichen sortiert, sodass Werke zu einem Thema nebeneinanderstehen. Ob die Signaturen deiner Bibliothek gleich aufgebaut sind, prüfst du an einem Titel aus deinem eigenen Katalog. Notiere Titel und Signatur gemeinsam, bevor du zum Regal gehst.
Zur Verfügbarkeit gehört die Frage, ob ein Titel im Haus vorhanden ist. Prüfe in der Trefferanzeige deines Katalogs, welche Angaben zu Standort und Verfügbarkeit dort stehen. Bei der Fernleihe wird Literatur aus einer anderen Bibliothek beschafft. An der TH Nürnberg, als Beispiel einer Hochschule, ist sie nur nach Anmeldung im OPAC möglich, nicht aber, wenn der Titel an einer Nürnberger Bibliothek vorhanden ist. Die Lieferfrist schwankt dort und beträgt bis zu zwei Wochen; die Wartezeit ist einzuplanen. Die Universitätsbibliothek Rostock beschreibt in ihrem Reader, dass Titel anderer Bibliotheken anschließend per Fernleihe ausgeliehen werden können. Prüfe vor einer Fernleihe, ob der Titel im eigenen Haus nachgewiesen ist, und kläre, wie viel Zeit bis zur Lieferung bleibt.
Wer an mehreren Hochschulen Bücher ausleihen will, klärt bei den jeweiligen Bibliotheken, ob ein Bibliotheksausweis für mehrere Hochschulen möglich ist; das hängt von den Bibliotheken ab. Für die praktische Nutzung vor Ort gilt: Mit der Signatur findest du das Buch, wenn du die Hochschulbibliothek nutzen willst. Die Angaben zu Bedingungen, Kosten und Fristen der Fernleihe beziehen sich auf die TH Nürnberg; frage bei deiner Bibliothek nach, was bei dir gilt. Lege dir eine kurze Liste mit Titel, Signatur und Standort an.

OPAC, Discovery-System und Datenbanken im Vergleich
Der OPAC ist nicht das einzige Werkzeug, das dir für deine Arbeit zur Verfügung steht. Am Beispiel der Universitätsbibliothek Rostock lässt sich der Unterschied zeigen: Der Katalog dort weist keine Aufsätze nach, das Discovery-System durchsucht dort den Gesamtbestand und findet zusätzlich Aufsätze und Volltexte aus Zeitschriften sowie aus einigen Datenbanken. Titel anderer Bibliotheken lassen sich nach demselben Reader im Anschluss per Fernleihe ausleihen.
Das Datenbank-Infosystem (DBIS) beschreibt die Universitätsbibliothek Rostock als kooperativen Dienst zur Nutzung wissenschaftlicher Datenbanken. Dort findest du unter anderem Aufsatzdatenbanken, Volltextdatenbanken und Fachdatenbanken. Für den Zugriff auf lizenzierte Inhalte musst du im Universitätsnetz sein.
| Werkzeug | Findet | Eignet sich für |
|---|---|---|
| OPAC | Bücher, E-Books, Zeitschriften und Zeitungen, CDs und DVDs im Bestand der Bibliothek | Nachweis, ob ein Titel im Bestand vorhanden ist |
| Discovery-System | Gesamtbestand, dazu Aufsätze und Volltexte | Prüfen, ob Aufsätze und Volltexte zum Thema vorliegen |
| Fachdatenbank | Eine Datenbank mit Fachbezug, die über DBIS auffindbar ist | Prüfen, welche Fachdatenbanken DBIS für dein Fach nennt |
Für Aufsätze und Fachartikel, die der Katalog nicht nachweist, bietet sich die Literaturrecherche in Datenbanken an. Prüfe dort, ob die Treffer im Universitätsnetz zugänglich sind, bevor du sie einplanst.
Daraus folgt für eine Arbeit, dass du mehrere Werkzeuge kombinieren kannst: den OPAC für Bücher und Zeitschriftentitel, das Discovery-System für einen ersten Überblick und Fachdatenbanken für die gezielte Aufsatzsuche, soweit deine Bibliothek sie anbietet. Wie diese Werkzeuge bei deiner Bibliothek heißen, weicht je Bibliothek ab. Kläre die Benennung bei der Auskunft und stimme dein Vorgehen mit deiner betreuenden Person ab.
Quellen und Stand
- Universität Rostock, ADITUS-Reader: OPAC-Recherche der Universitätsbibliothek (PDF): www.altertum.uni-rostock.de (geprüft am 2026-10-06)
- TH Nürnberg, Bibliothek: Literaturrecherche, Schulungsunterlage (PDF): www.th-nuernberg.de (geprüft am 2026-10-06)
- Duden: Signatur: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)