Literaturdatenbanken: Scholar, Scopus und Web of Science
Abdeckung, Qualitätsfilter und Nachvollziehbarkeit der Suche
Wer nur eine Datenbank nutzt, findet einen Ausschnitt und hält ihn für den Forschungsstand. Die drei großen Zugänge unterscheiden sich darin, was sie überhaupt enthalten und wie streng sie auswählen. Genau das macht sie zu Ergänzungen, nicht zu Alternativen.
Google Scholar: die größte Breite, die geringste Kontrolle
Scholar durchsucht neben Zeitschriftenartikeln auch Preprints, Hochschulschriften, Konferenzbeiträge und graue Literatur. Der Zugang ist frei, die Trefferzahl hoch, und die Zitationszählung erfasst mehr als die kuratierten Datenbanken.
Der Preis ist die fehlende Qualitätskontrolle: Was gefunden wird, ist nicht automatisch begutachtet. Für einen ersten Überblick und für die Suche nach älterer oder deutschsprachiger Literatur ist Scholar trotzdem oft der schnellste Weg.

Scopus und Web of Science: ausgewählt statt vollständig
Beide sind kostenpflichtig und laufen in der Regel über die Lizenz deiner Hochschule. Sie erfassen einen definierten Bestand begutachteter Zeitschriften, was die Treffer belastbarer macht und Auswertungen über Fachgebiete hinweg erlaubt.
Die Abdeckung unterscheidet sich zwischen beiden spürbar, besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften und bei nicht-englischer Literatur. Wer nur eine davon nutzt, sollte das in den Grenzen der Arbeit benennen.
Warum eine Datenbank nie reicht
Jede Datenbank hat einen Rand: Scholar fehlt die Kontrolle, den kuratierten Diensten fehlt ein Teil des Bestands, und fachspezifische Datenbanken wie PubMed oder PsycInfo decken ihr Gebiet gründlicher ab als die generalistischen.
Im Vergleich zeigt sich das schnell: Dieselbe Suche liefert je nach Zugang unterschiedliche Treffermengen und teilweise andere Spitzentitel.
Für eine belastbare Recherche kombinierst du deshalb mindestens zwei Zugänge und ergänzt sie um die Literaturverzeichnisse der wichtigsten Treffer. Dieser Schritt rückwärts durch die Zitate findet regelmäßig die Arbeiten, die keine Stichwortsuche zutage fördert.
Die Suche dokumentieren, nicht nur durchführen
In empirischen und systematischen Arbeiten ist die Recherche selbst Teil der Methode. Dazu gehören: durchsuchte Datenbanken, Suchbegriffe mit Verknüpfungen, Zeitraum, Sprachen, Ein- und Ausschlusskriterien sowie das Datum der Suche.
Ohne Datum ist eine Recherche nicht reproduzierbar, weil sich Bestände laufend ändern. Wer diese Angaben mitschreibt, spart sich außerdem die Rekonstruktion, wenn drei Monate später eine Nachrecherche verlangt wird.

Zugang über die Hochschule
Lizenzen laufen meist über das Hochschulnetz oder einen Zugang von außerhalb. Wer von zu Hause ohne diesen Zugang sucht, sieht Treffer, kommt aber nicht an die Volltexte und weicht dann auf frei zugängliche Fassungen aus.
Das ist zulässig, verlangt aber Sorgfalt: Preprint und veröffentlichte Fassung können sich unterscheiden, teils bis in die Ergebnisse. Zitiere die Fassung, die du tatsächlich gelesen hast, und weise sie als solche aus. Weiterführend: Perplexity und Google Scholar, Literaturrecherche für die Bachelorarbeit und Literaturverwaltung.
Was wir am Ende prüfen
Wir bewerten deine Quellenauswahl nicht, das ist fachliche Arbeit. Wir prüfen die formale Seite: ob jede im Text genannte Quelle im Verzeichnis steht, ob die Angaben vollständig und einheitlich sind und ob Abrufdaten bei Onlinequellen vorhanden sind.
Auch die Namen der Datenbanken schreiben wir einheitlich, weil sie in Arbeiten regelmäßig in drei Varianten auftauchen, etwa als Web of Science, WoS und Web of Knowledge. Dasselbe gilt für Fachdatenbanken, deren Schreibweise sich zwischen Anbieterseite und Zitierstil unterscheidet.
Ein wiederkehrender Befund betrifft Onlinequellen: Die URL steht im Verzeichnis, das Abrufdatum fehlt. Bei Seiten, die sich laufend ändern, etwa Statistikportalen oder Behördenseiten, ist die Angabe der Punkt, an dem die Quelle überhaupt überprüfbar bleibt.
Das Korrektorat kostet 1,90 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen, das Lektorat 4,90 €. Eine Probeseite bearbeiten wir kostenlos, sinnvollerweise eine Seite mit besonders vielen Belegen, weil sich dort am schnellsten zeigt, wie einheitlich deine Zitation bereits ist.