Grounded Theory sicher anwenden und erklären
Grounded Theory anwenden
Grounded Theory ist nach dem Leipziger Methodenportal ein ergebnisoffener Forschungsstil, der durch das enge Zusammenspiel von Deduktion und Induktion eine datengestützte Theoriebildung ermöglichen soll.
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Qualitative Daten auswerten: Merkzettel mit Checkliste
Die Anwendung der Grounded Theory als Thema, Transkription und Kategorienbildung im Kern, dazu Varianten qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring sowie induktive und deduktive Kategorienbildung, die Gütekriterien qualitativer Forschung als Zugabe.
Grounded Theory im wissenschaftlichen Arbeiten einordnen
Das Leipziger Methodenportal beschreibt Grounded Theory als Forschungsstil und nicht als Methode im klassischen Sinn, sondern als ergebnisoffene Reihe methodischer Operationen. Sie soll eine Theoriebildung ermöglichen, die sich auf Daten stützt. Für Studium und wissenschaftliches Arbeiten: Vergleiche die Beschreibung des eigenen Vorgehens mit diesen Merkmalen.
Prüfe beim wissenschaftlichen Schreiben, ob deine Erläuterung Grounded Theory als Forschungsstil bezeichnet, die Ergebnisoffenheit nennt und den Datenbezug der Theoriebildung beschreibt. Beim Arbeitsschritt Forschungsfrage formulieren prüfst du, ob zusätzliche Aussagen durch deine Unterlagen belegt sind. Als Einordnung genügt: Grounded Theory verknüpft deduktive Ableitungen aus Material mit induktiven Elementen der Theoriebildung.
Bei den Arbeitsschritten Hausarbeit schreiben und Masterarbeit schreiben vergleichst du die Erklärung mit dem tatsächlich beschriebenen Vorgehen. Ermittle Aussagen über Studienordnungen, Fristen, Zulassung, Kosten oder institutionelle Vorgaben aus offiziellen Unterlagen, bevor du sie aufnimmst.
Nutze wissenschaftliches Schreiben, um die Formulierung deiner methodischen Erläuterung zu prüfen.

Begriff, Merkmale und Bestandteile ordnen
Die Erklärung beginnt mit dem Begriff Grounded Theory. Nach dem Leipziger Methodenportal folgt die Einordnung als Forschungsstil, nicht als Methode im klassischen Sinn. Anschließend beschreibst du die Ergebnisoffenheit, die datengestützte Theoriebildung und das enge Zusammenspiel von Deduktion und Induktion.
Diese vier ineinandergreifenden Aspekte lassen sich in folgenden Fragen zusammenfassen:
- Einordnung: Wird Grounded Theory einem Forschungsstil zugeordnet?
- Offenheit: Wird der Prozess als offen für das Ergebnis dargestellt?
- Datenbezug: Wird erläutert, dass die Theoriebildung auf empirischen Daten beruht?
- Verknüpfung: Werden Deduktion und Induktion als eng miteinander verbundene Elemente erläutert?
Für die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit, die Gliederung einer Hausarbeit und die wissenschaftliche Argumentation prüfst du, ob diese vier Punkte zu deinen belegten Unterlagen passen.
Die Quelle führt Grounded Theory im Bereich Analyse und Auswertung auf. Prüfe daher, ob dein Text einen Abschnitt zu Analyse oder Auswertung enthält, und ordne die Erklärung nur dann dort ein, wenn deine Unterlagen diese Zuordnung stützen.
Grounded Theory Schritt für Schritt anwenden
Die folgenden Schritte sind eine fachliteraturgestützte Orientierung; ihre konkrete Ausgestaltung kann je nach Variante der Grounded Theory abweichen. Wende Grounded Theory auf dein vorhandenes Material an, indem du Datenauswertung und Theoriebildung miteinander verbindest. Das Leipziger Methodenportal beschreibt eine enge Verschränkung von Deduktion, also methodisch gewonnenen Ableitungen aus Materialien, und Induktion, also theoriegenerierenden Elementen. Das Ergebnis wird dabei nicht vorab festgelegt.
- Material und Fragestellung prüfen: Lege nachvollziehbar dar, welches Material du untersuchst und welche Fragestellung die Analyse leitet. Passe beides nur begründet an den Erkenntnisprozess an und halte Änderungen für die weitere Kategorienentwicklung fest.
- Material codieren: Analysiere die Daten schrittweise mit einem begründeten Codierverfahren. Halte fest, wie aus Textstellen Codes, Konzepte oder Kategorien entstehen.
- Theoretisch sampeln: Prüfe anhand der bisherigen Analyse, ob weiteres Material nötig ist. Ergänze oder verändere die Datengrundlage nur, wenn dies zur Entwicklung und Prüfung der Kategorien beiträgt.
- Fortlaufend vergleichen: Vergleiche Material, Konzepte, Kategorien und theoretische Überlegungen wiederholt miteinander. So bleiben Deduktion und Induktion im Forschungsprozess verbunden.
- Memos und Theorieentwicklung dokumentieren: Halte theoretische Überlegungen und Entscheidungen fortlaufend in Memos fest. Verdichte und integriere die Kategorien zu einer entstehenden Theorie, richte sie an der Datengrundlage aus und kennzeichne vorläufige Deutungen als solche. Beende Datenerhebung und Analyse erst begründet, wenn zusätzliche Vergleiche keine für die Kategorien relevante neue Erkenntnis mehr ergeben; konkrete Codier- und Integrationsverfahren können je nach Variante der Grounded Theory abweichen.
Bei Methoden wissenschaftlicher Arbeiten kannst du den Zugang im Anschluss an das Leipziger Methodenportal als Forschungsstil beschreiben. Das Portal bezeichnet ihn nicht als Methode im klassischen Sinn. Für qualitative und quantitative Forschung liefert dieser Abschnitt keine pauschale Abgrenzung; er erklärt nur die hier dargestellten Merkmale der Grounded Theory.
Für den Arbeitsschritt Literaturverzeichnis erstellen und für Zitierweisen richtest du dich nach den Vorgaben deiner Hochschule oder deiner Aufgabe. Die Zitierform ändert weder das Material noch die methodische Begründung. Belege Aussagen zu Vorgehen und Ergebnissen mit den dafür einschlägigen Quellen.
Durchgängiges Beispiel zur Anwendung
Angenommen, für ein offen bearbeitetes Thema liegen mehrere kurze Textstellen als Material vor. Die Verfasserin hält fest, welches Material sie auswertet und welche Fragestellung sie verfolgt. Sie behandelt die Textstellen nicht als Beleg für eine bereits feststehende Erklärung, sondern als Ausgangspunkt für die weitere Analyse. Sie codiert die Textstellen, bündelt ähnliche Codes zu Kategorien und wählt anhand dieser Kategorien weiteres Material aus. Sie vergleicht Material, Codes und Kategorien fortlaufend, hält theoretische Überlegungen in Memos fest und verdichtet die Kategorien zu einer vorläufigen Theorie. Die Analyse beendet sie erst begründet, wenn weiteres Material keine für die Kategorien relevante neue Erkenntnis mehr ergibt.
In einer Textstelle findet sie die Aussage, dass eine Person eine Entscheidung mit Unsicherheit verbindet. In einer zweiten Textstelle wird dieselbe Entscheidung als Möglichkeit beschrieben. Daraus formuliert sie eine materialbezogene Ableitung: Im vorliegenden Material erscheinen Unsicherheit und Möglichkeit nebeneinander. Diese Aussage bleibt bewusst auf die beiden Textstellen begrenzt. Sie behauptet weder, dass dies für andere Materialien gilt, noch dass damit das Thema abschließend erklärt ist.
Daneben entwickelt sie eine vorläufige theoretische Überlegung: Die Verbindung von Unsicherheit und Möglichkeit könnte für die Erklärung des Materials bedeutsam sein. Dieser Gedanke ersetzt die materialbezogene Ableitung nicht. Sie dokumentiert ihn als Memo und prüft ihn im weiteren Vergleich mit dem Material.
Für den Methodikabschnitt kann sie die Anwendung knapp beschreiben: „Die Untersuchung verwendet Grounded Theory als ergebnisoffenen Forschungsstil. Aus dem Material werden Ableitungen entwickelt und mit theoriegenerierenden Überlegungen verbunden.“ Danach erläutert sie an den beiden Textstellen, worauf sich ihre Ableitung bezieht und welchen vorläufigen Gedanken sie daraus entwickelt. Die Formulierung schreibt dem Material kein festes Ergebnis zu.
Im fertigen Absatz prüft sie, ob die Ableitung beim Material bleibt und ob der theoriegenerierende Gedanke als vorläufige Einordnung erkennbar ist. Sie prüft außerdem, ob sie ihre methodische Einordnung mit einer geeigneten Quelle begründet. Für deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise ermittelt sie die passende Vorgabe aus den Unterlagen zu ihrer Aufgabe. Beim Plagiat vermeiden kennzeichnet sie übernommene Gedanken nach dieser Vorgabe.

Definition, Abgrenzung und formale Prüfung trennen
Der Qualitätscheck prüft drei klar getrennte Bereiche: die Definition, die Abgrenzung und die formale Gestaltung.
Definition und zentrale Merkmale:
- Ordnet man Grounded Theory als Stil ein?
- Wird erklärt, dass dieser Forschungsstil aus mehreren methodischen Operationen besteht?
- Ist erkennbar, wie die Theoriebildung auf den analysierten Daten beruht?
- Bleibt das Ergebnis offen, statt ein finales Urteil anzukündigen?
- Erscheinen beide Denkrichtungen als ineinandergreifende Komponenten innerhalb des Gesamtprozesses?
- Wird bei der Deduktion der Bezug zu Ableitungen aus dem untersuchten Material sichtbar?
- Wird bei der Induktion die Entwicklung theoretischer Überlegungen verständlich gemacht?
Abgrenzung:
- Vermeidet man explizit die Bezeichnung von Grounded Theory als klassische Methode?
- Bleibt die Erklärung bei Forschungsstil, methodischem Vorgehen, Datenbezug und Theoriebildung?
- Behauptet man keine Eigenschaften, die sich nicht aus der genannten Quelle herleiten lassen?
Formale Prüfung:
- Achte darauf, dass der Terminus im ganzen Abschnitt konsistent gebraucht wird.
- Stelle sicher, dass erläuternde Sätze am untersuchten Material und an den verwendeten Quellen nachvollziehbar verankert sind.
- Prüfe beim Arbeitsschritt Quellenangaben richtig zitieren, ob die gewählte Form zu den Vorgaben deiner konkreten Arbeit passt.
- Verwende die Fachbegriffe eindeutig und vermeide unnötige Wiederholungen im weiteren Verlauf.
- Vergewissere dich, dass keine unbelegten Wertungen oder zusätzlichen Tatsachenbehauptungen in den Inhalt eingedrungen sind.
Kann ein Prüfpunkt anhand der vorhandenen Unterlagen nicht beantwortet werden, formuliere keine Vermutung. Markiere stattdessen die offene Stelle und kläre sie mit einer dafür vorgesehenen Unterlage. So bleiben die inhaltliche Abgrenzung und die formale Kontrolle getrennt, während die Erklärung auf den belegten Merkmalen des Forschungsstils beruht.
Quellen und Stand
- Grounded Theory: Uni Leipzig; PMC6318722 (2018)
Die Einordnung „Grounded Theory sicher anwenden und erklären“ fasst zentrale Merkmale des hier beschriebenen Forschungsstils zusammen.