Gendern Zuhörer geschlechtergerecht formulieren
Alle Genderformen für Zuhörer im Überblick
Gendern Zuhörer bedeutet, die männliche Form Zuhörer so zu ersetzen oder zu ergänzen, dass sich alle Geschlechter angesprochen fühlen, etwa durch die Doppelnennung Zuhörerinnen und Zuhörer, verkürzte Formen wie Zuhörer*innen oder Zuhörer:innen oder die neutrale Alternative Zuhörende. Welche Variante geeignet ist, hängt vom Kontext und von den Vorgaben der Hochschule oder des Verlags ab. Dieser Ratgeber stellt die gängigen Möglichkeiten übersichtlich vor und nennt praktische Beispiele für die wissenschaftliche Arbeit.
Gendern Zuhörer: die kurze Antwort
Wer gendern Zuhörer möchte, kann zwischen mehreren korrekten Formen wählen. Am gebräuchlichsten ist die Doppelnennung „Zuhörerinnen und Zuhörer”, die beide Geschlechter ausdrücklich nennt und in praktisch jedem Kontext akzeptiert wird. Daneben haben sich verkürzte Schreibweisen wie Zuhörer*innen, Zuhörer:innen oder Zuhörer_innen etabliert, die alle Geschlechter in einem Wort zusammenfassen. Wer auf Sonderzeichen verzichten möchte, greift zur geschlechtsneutralen Formulierung Zuhörende. Welche Form im Einzelfall passend ist, hängt vom Textformat, vom Publikum und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, von den Vorgaben der jeweiligen Hochschule ab. Entscheidend ist in jedem Fall, dass die gewählte Schreibweise vom ersten bis zum letzten Kapitel konsequent beibehalten wird, damit der Text einheitlich wirkt.

Diese Genderformen gibt es für Zuhörer
Für die Personenbezeichnung Zuhörer stehen mehrere geschlechtergerechte Varianten zur Verfügung. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Schreibweisen mit ihrer weiblichen Grundform Zuhörerin (Plural: Zuhörerinnen):
- Doppelnennung: Zuhörerinnen und Zuhörer
- Gendersternchen: Zuhörer*innen
- Doppelpunkt: Zuhörer:innen
- Unterstrich (Gendergap): Zuhörer_innen
- Binnen-I: ZuhörerInnen
Alle verkürzten Formen sprechen aus, dass neben Männern auch Frauen und weitere Geschlechter gemeint sind, ohne den vollständigen Ausdruck jedes Mal auszuschreiben. Sie unterscheiden sich vor allem in der Lesbarkeit und in der Frage, ob Sonderzeichen im jeweiligen Textformat erwünscht sind. In gesprochenen Texten wird das Sternchen oder der Doppelpunkt häufig durch eine kurze Pause hörbar gemacht, während die Doppelnennung ganz ohne solche Zusätze auskommt.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Zuhörer
Eine geschlechtsneutrale Umschreibung ist bei Zuhörer gut möglich: Das Partizip Präsens Zuhörende (Singular: die zuhörende Person) bezeichnet alle Personen, die einer Rede, einem Vortrag oder einer Veranstaltung folgen, unabhängig vom Geschlecht. Diese Form gilt als besonders gut lesbar, da sie ohne Sonderzeichen auskommt und grammatisch wie ein gewöhnliches Substantiv funktioniert. Alternativ lässt sich je nach Kontext auch mit einem Sammelbegriff wie „das Publikum” oder „die Zuhörerschaft” arbeiten. Grundlagen zu dieser Art der Umschreibung erklärt der Beitrag gendergerechte Sprache ausführlicher. Für Texte, die möglichst flüssig und ohne Sonderzeichen lesbar bleiben sollen, ist Zuhörende häufig die praktischste Lösung.
Beispielsatz im Studien- und Unikontext
In wissenschaftlichen Texten lässt sich die geschlechtergerechte Form direkt im Satz anwenden. Mit Doppelnennung: Die Zuhörerinnen und Zuhörer im Hörsaal stellten im Anschluss an den Vortrag zahlreiche Fragen. Mit Gendersternchen: Die Zuhörer*innen wurden gebeten, ihre Fragen schriftlich einzureichen. Mit der neutralen Alternative: Die Zuhörenden verfolgten die Präsentation aufmerksam bis zum Schluss. Alle drei Varianten sind sprachlich korrekt und in der Praxis gebräuchlich. Für eine einheitliche Abschlussarbeit ist wichtig, sich für eine Form zu entscheiden und diese durchgängig zu verwenden, statt innerhalb desselben Kapitels zwischen mehreren Schreibweisen zu wechseln. So bleibt der Text für die Leserinnen und Leser übersichtlich und wirkt sprachlich aus einem Guss.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Genderformen innerhalb derselben Arbeit, etwa wenn an einer Stelle Zuhörer*innen und wenige Seiten später Zuhörer:innen oder ZuhörerInnen steht. Auch eine falsch gebildete weibliche Form, etwa ohne das notwendige Suffix „in”, zählt zu den typischen Stolpersteinen. Das amtliche Regelwerk führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen solche Schreibweisen jedoch ausdrücklich. Empfehlenswert ist daher, zunächst die Vorgaben der eigenen Hochschule zu prüfen und andernfalls konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Formulierung zu bleiben. Weiterführende Hinweise bietet der Ratgeber Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zu gendern Zuhörer
Für die Personenbezeichnung Zuhörer stehen mit Doppelnennung, Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich, Binnen-I und der neutralen Form Zuhörende gleich mehrere geschlechtergerechte Möglichkeiten zur Wahl. Keine dieser Varianten ist grundsätzlich falsch, entscheidend ist die konsequente und einheitliche Anwendung im gesamten Text. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich ein Blick in die Vorgaben der Hochschule, da einzelne Fachbereiche bestimmte Schreibweisen vorschreiben oder ausschließen. Fehlt eine verbindliche Vorgabe, sind die Doppelnennung und die neutrale Umschreibung eine sichere Wahl, weil beide Formen unabhängig vom persönlichen Standpunkt allgemein verständlich und gut lesbar sind.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Hörer gendern, Abonnent gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.