Gendern Häftling: geschlechtergerechte Formen
Geschlechtergerechte Varianten für Häftling im Überblick
Beim Gendern Häftling lässt sich die männliche Form geschlechtergerecht ergänzen, indem die weibliche Form Häftlingin genannt oder eine neutrale Umschreibung wie inhaftierte Person verwendet wird. In Texten begegnen Ihnen dazu verschiedene Varianten: die Doppelnennung Häftlingin und Häftling, verkürzte Formen mit Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie geschlechtsneutrale Alternativen. Welche Form sich eignet, hängt vom Kontext ab, etwa von Vorgaben der Hochschule oder des Verlags, und von der gewünschten Lesbarkeit des Textes für die Leserinnen und Leser.
Gendern Häftling: die kurze Antwort
Für gendern Häftling gibt es in der geschlechtergerechten Sprache mehrere anerkannte Wege. Die klassische Variante ist die Doppelnennung, bei der die weibliche Form Häftlingin neben der männlichen Form Häftling genannt wird, etwa als Häftlingin und Häftling beziehungsweise im Plural als Häftlinginnen und Häftlinge. Daneben haben sich verkürzte Schreibweisen wie das Gendersternchen, der Doppelpunkt, der Unterstrich oder das Binnen-I etabliert, die beide Formen in einem Wort zusammenfassen. Wer eine geschlechtsneutrale Formulierung bevorzugt, kann außerdem auf eine Umschreibung wie inhaftierte Person ausweichen. Welche Variante im Einzelfall passend ist, richtet sich nach dem Textformat, der Zielgruppe und häufig auch nach den Vorgaben der jeweiligen Institution oder Hochschule.

Alle Genderformen für Häftling im Überblick
Für die Personenbezeichnung Häftling existieren mehrere geschlechtergerechte Schreibweisen, die je nach Textsorte unterschiedlich verbreitet sind. Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Varianten auf einen Blick:
- Doppelnennung: Häftlingin und Häftling (Plural: Häftlinginnen und Häftlinge)
- Gendersternchen: Häftling*innen
- Doppelpunkt: Häftling:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Häftling_innen
- Binnen-I: HäftlingInnen
Die verkürzten Formen mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich sollen zusätzlich Personen sichtbar machen, die sich weder der weiblichen noch der männlichen Form eindeutig zuordnen. Sie sind platzsparend, werden jedoch nicht von allen Institutionen anerkannt und können den Lesefluss beeinträchtigen. Das Binnen-I gilt inzwischen als weniger gebräuchlich, findet sich aber in älteren Texten noch häufig.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Häftling
Eine geschlechtsneutrale Umschreibung ist bei diesem Wort möglich, auch wenn es keine kurze Sammelbezeichnung wie bei manchen anderen Personenbezeichnungen gibt. Anstelle von Häftling beziehungsweise Häftlingin lässt sich die Formulierung inhaftierte Person oder in Haft befindliche Person verwenden. Diese Varianten benennen die Situation der betroffenen Person, ohne das Geschlecht festzulegen, und eignen sich besonders für offizielle Texte, Statistiken oder wissenschaftliche Arbeiten, in denen eine neutrale, präzise Ausdrucksweise gefragt ist. Ein Nachteil ist, dass die Umschreibung etwas länger ist als die kurze Personenbezeichnung und sich daher nicht in jedem Satz gleich elegant einfügen lässt. In vielen Fällen lohnt sich außerdem ein Blick auf gendergerechte Sprache, um weitere allgemeine Prinzipien für neutrale Formulierungen kennenzulernen.
Beispielsatz im Studien- und Unikontext
In wissenschaftlichen Arbeiten, etwa in der Kriminologie, der Rechtswissenschaft oder der Sozialarbeit, kommt die Personenbezeichnung häufig vor. Ein Beispiel für die Doppelnennung lautet: Die befragten Häftlinginnen und Häftlinge berichteten unterschiedlich über den Alltag in der Justizvollzugsanstalt. Wer eine verkürzte Schreibweise bevorzugt, kann formulieren: Die Studie untersucht, wie Häftling*innen den Kontakt zu Angehörigen erleben. Für eine neutrale Variante eignet sich dagegen: Die interviewten inhaftierten Personen schilderten ihre Erfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven. Alle drei Varianten sind sprachlich korrekt, unterscheiden sich jedoch im Stil und in der Lesbarkeit, sodass die Wahl von den Vorgaben der Arbeit oder der betreuenden Person abhängt.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler beim gendern Häftling ist die uneinheitliche Verwendung innerhalb desselben Textes, etwa wenn im ersten Kapitel die Doppelnennung und im weiteren Verlauf nur noch die männliche Form auftaucht. Ebenso problematisch ist das Mischen unterschiedlicher Kurzformen, also abwechselnd Sternchen und Doppelpunkt zu verwenden. Für Studien- und Abschlussarbeiten empfiehlt es sich, zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen, da das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard führt, viele Hochschulen sie aber ausdrücklich zulassen oder sogar verlangen. Liegt keine Vorgabe vor, ist eine konsequente Beidnennung oder eine neutrale Umschreibung die sicherste Wahl. Mehr dazu, worauf es bei akademischen Texten ankommt, erklärt der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit: geschlechtergerechte Formen im Überblick
Häftling lässt sich auf mehrere Arten geschlechtergerecht formulieren, von der ausgeschriebenen Doppelnennung Häftlingin und Häftling über die verkürzten Formen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I bis hin zur neutralen Umschreibung inhaftierte Person. Für die tägliche Praxis empfiehlt sich, innerhalb eines Textes konsequent bei einer Variante zu bleiben und diese im Zweifel mit den Vorgaben der Hochschule, des Verlags oder der Redaktion abzugleichen. So bleibt der Text lesbar und die gewählte Form nachvollziehbar, unabhängig davon, ob man sich für die Doppelnennung, eine Kurzform oder eine neutrale Formulierung entscheidet. Wichtig ist vor allem, die getroffene Wahl vom ersten bis zum letzten Kapitel beizubehalten, damit der Gesamteindruck stimmig bleibt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Verdächtiger gendern, Ermittler gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.