Was eine Duden-Prüfung in Word besser macht als Word selbst
Eingebaute Prüfung, Add-in und Profi-Lizenz
Word bringt eine Rechtschreibprüfung mit, und trotzdem verkauft der Duden seit Jahren Zusatzsoftware für dasselbe Programm. Diese Übersicht zeigt, was in Word bereits eingebaut ist, was ein Duden-Add-in ergänzt, wofür die professionelle Korrektor-Linie gedacht ist, und für welche Dokumente sich der Aufwand lohnt.
Drei Stufen, die oft verwechselt werden
Unter dem Stichwort Duden-Korrektur laufen mehrere Produkte, die wenig miteinander zu tun haben. Wer das trennt, kauft nicht versehentlich eine Lizenz für ein Programm, das er gar nicht benutzt.
- Die eingebaute Word-Prüfung. Ohne Zusatzkosten, in jeder Installation vorhanden, prüft Rechtschreibung und einen Teil der Grammatik.
- Das Duden-Mentor-Add-in für Word. Setzt die Textprüfung des Duden ins Dokument, verfügbar für Word ab Version 2016 unter macOS und ab 2019 unter Windows, Anmeldung mit einem Duden-Mentor-Zugang erforderlich.
- Die Korrektor-Produktlinie. Eigenständige Kaufsoftware für professionelle Umgebungen, unter anderem für Adobe InDesign und InCopy sowie für Microsoft Office, gedacht für Redaktionen und Satzarbeitsplätze.
Für eine Abschlussarbeit kommen praktisch nur die ersten beiden Stufen infrage. Die dritte richtet sich an Menschen, die täglich fremde Texte setzen oder redigieren.
Was jede Stufe abdeckt
| Merkmal | Word-Prüfung | Duden-Mentor-Add-in | Korrektor-Linie |
|---|---|---|---|
| Kosten | in Office enthalten | Grundnutzung kostenlos, größerer Umfang kostenpflichtig | Kauflizenz je Programm |
| Wörterbuchgrundlage | herstellereigene Wortlisten | Bestand der Dudenredaktion | Bestand der Dudenredaktion |
| Zeichensetzung | teilweise, mit Lücken | eigener Prüfbereich | eigener Prüfbereich |
| Stilhinweise | rudimentär | Füllwörter, Umgangssprache, überlange Sätze, alte Schreibungen | umfangreich, konfigurierbar |
| Synonyme | einfacher Thesaurus | Thesaurus aus dem Wörterbuchbestand | Wörterbuchzugriff im Programm |
| Textlänge am Stück | unbegrenzt | je nach Stufe kontingentiert | unbegrenzt im lizenzierten Programm |
| Typischer Einsatz | alles Alltägliche | Seminar- und Abschlussarbeiten, Bewerbungen | Verlag, Redaktion, Satz |
Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht: Die Tarife und Kontingente des Anbieters ändern sich häufiger, als eine Seite ehrlich nachziehen kann. Prüfe sie vor dem Kauf direkt beim Anbieter, gemeinsam mit der Frage, ob dein Dokument überhaupt in das gewählte Kontingent passt.
Wo die eingebaute Prüfung regelmäßig aussteigt
Die Word-Prüfung ist besser als ihr Ruf, wenn es um klare Tippfehler geht. Schwächer wird sie überall dort, wo eine Entscheidung Kontext braucht. Vier Muster tauchen in fast jedem Dokument auf, das bei uns eingeht.
- Kommas bei erweiterten Infinitivgruppen und mehrgliedrigen Nebensätzen bleiben unbeanstandet.
- Getrennt- und Zusammenschreibung wird nur erkannt, wenn die falsche Form kein anderes gültiges Wort ergibt.
- Verwechslungen wie das und dass rutschen durch, weil beide Formen existieren.
- Fachwörter landen in der Fehlerliste, bis man sie einzeln ins Benutzerwörterbuch aufnimmt.
Genau an diesen Stellen hilft eine zweite Prüfung mit anderer Regelbasis. Der Gewinn liegt weniger in mehr Treffern als in anderen Treffern. Wie sich die verbreiteten Werkzeuge sonst schlagen, steht im Vergleich der Rechtschreibprogramme und im Test des Duden-Mentors.
Wann sich das Aufrüsten lohnt
Für kurze Alltagstexte reicht die eingebaute Prüfung, ergänzt um einen Blick ins Wörterbuch bei Zweifelsfällen. Bei einer Bewerbung oder einer Seminararbeit lohnt das Add-in bereits, weil Zeichensetzung und Stilhinweise dort spürbar mehr finden.
Bei einer Abschlussarbeit kippt die Rechnung an anderer Stelle. Eine Prüfung, die kapitelweise arbeitet, sieht nie das ganze Dokument. Uneinheitliche Begriffe, wechselnde Zitierweisen, ein Verzeichnis, das nicht zum Text passt: Das findet kein Add-in, weil es nicht danach sucht.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Wer eine Prüfung erst zwei Tage vor Abgabe startet, hat keine Zeit mehr, die Meldungen zu bewerten. Jede automatische Prüfung produziert Fehlalarme, gerade bei Fachvokabular und langen Sätzen. Diese Meldungen zu prüfen kostet bei einer Abschlussarbeit mehrere Stunden, und ungeprüft übernommene Vorschläge verschlechtern den Text häufiger, als sie ihn verbessern.
Sinnvoll ist deshalb die Reihenfolge Programm, dann Mensch. Erst maschinell durchlaufen lassen, damit die mechanischen Fehler weg sind, danach professionell korrekturlesen lassen, damit Zusammenhang und Einheitlichkeit stimmen. Der Preis für die zweite Stufe hängt am Umfang, unsere Einordnung dazu steht im Korrektorat-Preisvergleich.
Häufige Fragen zur Duden-Prüfung in Word
Brauche ich ein Duden-Konto für das Word-Add-in?
Ja. Das Add-in wird über einen bestehenden Duden-Mentor-Zugang genutzt oder es wird ein neuer Zugang angelegt. Die Installation erfolgt über den Office-Store, unterstützt werden Word ab Version 2016 unter macOS und ab Version 2019 unter Windows.
Ersetzt das Add-in die Word-Prüfung?
Nein, es läuft daneben. Das ist der eigentliche Vorteil: Zwei Prüfungen mit unterschiedlicher Regelbasis melden unterschiedliche Stellen. Nachteil ist die doppelte Markierung, weshalb sich ein Durchgang nach dem anderen empfiehlt statt beider gleichzeitig.
Was ist der Unterschied zwischen Duden-Mentor und Duden Korrektor?
Der Duden-Mentor ist die Online-Textprüfung mit Browsererweiterungen und Word-Add-in, gedacht für den täglichen Gebrauch. Die Korrektor-Linie ist Kaufsoftware für professionelle Layout- und Redaktionsprogramme, etwa Adobe InDesign und InCopy. Für Studierende ist in der Regel der Mentor gemeint.
Reicht eine Prüfung in Word für die Bachelorarbeit?
Für die Rechtschreibung kommt man damit weit, für die Abgabe nicht. Zitierweise, Verzeichnisse, Querverweise und die einheitliche Verwendung von Fachbegriffen prüft kein Add-in. Wer die Arbeit bewertet bekommt, wird genau diese Ebenen sehen.
Gibt es eine kostenlose Alternative zum Duden-Add-in?
Ja, LanguageTool bietet ebenfalls eine Einbindung in Word und eine kostenlose Stufe. Die Regelbasis ist eine andere, die Ergebnisse decken sich nur teilweise. Ein direkter Vergleich steht unter Duden-Mentor oder LanguageTool.
Was fasst „Was eine Duden-Prüfung in Word besser macht als Word selbst“ zusammen?
In „Was eine Duden-Prüfung in Word besser macht als Word selbst“ werden die zentralen Punkte gebündelt.