Dass sie oder das sie: Welche Schreibweise passt?

Dass sie oder das sie: richtige Schreibweise

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Rechtschreibtipps

„Dass sie“ und „das sie“ können beide korrekt sein. Entscheidend ist die Funktion von „das“ oder „dass“ im jeweiligen Satz.

„Dass sie“ oder „das sie“: Beides ist möglich

Für die Wortfolge sind zwei Schreibweisen zulässig: „dass sie“ und „das sie“. Welche Form korrekt ist, hängt vom Satzbau und von der Funktion des fraglichen Wortes ab. Die beiden Schreibweisen sind deshalb nicht beliebig austauschbar. „Dass“ ist eine Konjunktion. Es verbindet Sätze oder Satzglieder miteinander und leitet unter anderem einen Gliedsatz ein. „Das“ kann dagegen als bestimmter Artikel oder als Pronomen verwendet werden.

In „Ich glaube, dass sie recht hat“ leitet „dass“ den folgenden Gliedsatz ein. In „Das Bild, das sie betrachtet, ist groß“ steht das zweite „das“ als Relativpronomen. Die Folge „das sie“ ist also korrekt, wenn „das“ eine entsprechende pronominale Funktion oder die Funktion eines Artikels erfüllt und „sie“ danach ein eigenes Satzglied bildet. Die Folge „dass sie“ ist korrekt, wenn „dass“ einen nachfolgenden Satz oder Satzteil einleitet.

Eine Ersatzprobe hilft bei der Entscheidung: Lässt sich „das“ durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen, spricht das für die Schreibung „das“. Diese Probe bezieht sich auf die Funktion im konkreten Beispielsatz, nicht auf die bloße Aussprache. Für die eigene Rechtschreibung ist daher die Satzfunktion der entscheidende Prüfpunkt.

Die Schreibweisen stehen nicht für zwei beliebige Varianten desselben Wortes. Sie gehören zu unterschiedlichen Wortarten und übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Wer im eigenen Text zwischen „dass sie“ und „das sie“ entscheidet, sollte daher zuerst den ganzen Satz betrachten und erst danach die Buchstabenfolge auswählen.

Konkreter Abschlusscheck zu Dass sie oder das sie

Die Regel folgt der Wortart und der Satzfunktion

Die belegte Regel unterscheidet „das“ und „dass“ nach ihrer Funktion. „Das“ kommt als bestimmter Artikel und als Pronomen vor. Als Artikel begleitet es ein Substantiv. Als Pronomen kann es ein Substantiv ersetzen. Zum pronominalen Gebrauch gehören unter anderem das Relativpronomen und das Demonstrativpronomen. „Dass“ gibt es als Konjunktion. Es leitet einen Gliedsatz ein oder kann einen selbstständigen Satz mit der Wortstellung eines Gliedsatzes einleiten.

Auf die Frage „Dass sie oder das sie?“ wird die Regel angewendet, indem die Satzstruktur untersucht wird. Beginnt mit der fraglichen Stelle ein neuer inhaltlicher Satzteil, prüft man die Konjunktion „dass“. Bezieht sich „das“ dagegen auf ein Substantiv, ersetzt es ein Substantiv oder weist es auf etwas hin, prüft man die Schreibung „das“. Die Stellung am Satzanfang entscheidet dabei nicht allein über die Schreibweise. Maßgeblich bleibt die Funktion.

Die Ersatzprobe konkretisiert diese Unterscheidung. Kann „das“ durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzt werden, liegt die Schreibung „das“ nahe. Das gilt beispielsweise bei einem Relativpronomen: „Der Bericht, das sie meint“ wäre grammatisch nur dann zu prüfen, wenn der Bezug und die Form tatsächlich zusammenpassen. Die Probe ersetzt keine Satzanalyse, sondern richtet den Blick auf die pronominale Funktion.

Für vertiefende Rechtschreibregeln ist dieselbe Trennung hilfreich: Zuerst wird die sprachliche Funktion bestimmt, anschließend wird die passende Schreibung gewählt. Fragen der Groß- und Kleinschreibung, der Getrennt- und Zusammenschreibung oder der Kommasetzung entscheiden hier nicht über den Unterschied zwischen „das“ und „dass“. Auch die allgemeine Zeichensetzung ersetzt nicht die Prüfung der Wortart.

Vergleichspaare für „dass sie“ und „das sie“

Die folgenden Paare zeigen, wie sich die beiden Schreibungen im Satz unterscheiden. Der Satzanfang wird dabei getrennt von der eigentlichen Regel betrachtet: Ob die Wortgruppe am Anfang, in der Mitte oder nach einem Komma steht, entscheidet nicht selbst über „das“ oder „dass“. Entscheidend ist, ob eine Konjunktion oder ein Artikel beziehungsweise Pronomen vorliegt.

Tabelle: Vergleich, Einordnung, Begründung
VergleichEinordnungBegründung
Ich weiß, dass sie anruft.korrekt„Dass“ leitet den folgenden Gliedsatz ein.
Ich weiß, das sie anruft.falschDie Stelle verlangt hier die Konjunktion, nicht Artikel oder Pronomen.
Das Foto, das sie sendet, ist unscharf.korrekt„Das“ steht als Relativpronomen und bezieht sich auf „Foto“.
Das Foto, dass sie sendet, ist unscharf.falschDie Stelle beschreibt einen Bezug auf ein Substantiv und keinen durch „dass“ eingeleiteten Gliedsatz.
Das Buch, das sie auswählt, liegt auf dem Tisch.korrekt„Das“ ist ein Relativpronomen und bezieht sich auf „Buch“.
Dass sie das Buch auswählt, überrascht mich.korrekt„Dass“ leitet einen Gliedsatz ein, der hier vor dem Hauptsatz steht.

Im ersten Paar verbindet „dass“ den Hauptsatz mit dem folgenden Gliedsatz. Im zweiten Paar übernimmt „das“ eine pronominale Funktion. Das dritte Paar zeigt, dass dieselbe Lautfolge unterschiedliche Schreibungen zulassen kann, wenn sich die Satzfunktion ändert. Die beiden Formen sind dabei im jeweiligen Satz nicht austauschbar: Die Funktion der Wortgruppe entscheidet über die Schreibung.

Die Rechtschreibreform ist für diese konkrete Entscheidung nicht als zusätzliche Erklärung erforderlich. Ebenso liefern Rechtschreibprogramme allein keine Begründung für die Wortart. Bei einem Text für wissenschaftliches Schreiben sollte die gewählte Form deshalb am Satzbau überprüft werden, statt nur auf den Klang zu achten.

Typische Verwechslungen sicher einordnen

Die größte Stolperfalle ist die gleiche Aussprache. „Das“ und „dass“ werden gleich ausgesprochen, gehören aber unterschiedlichen Wortarten an. Aus dem Klang lässt sich deshalb keine sichere Schreibweise ableiten. Auch eine umgangssprachliche Gewohnheit ist kein ausreichender Grund, eine Variante in einem geschriebenen Satz einzusetzen. Die Entscheidung muss aus der Funktion im Satz hervorgehen.

Eine weitere Verwechslung entsteht, wenn „das“ vorschnell als Konjunktion gelesen wird. Steht danach „sie“, muss zunächst geprüft werden, ob „das“ auf ein zuvor genanntes Substantiv verweist, dieses ersetzt oder auf etwas hinweist. In „Das Ergebnis, das sie erklärt, überzeugt“ ist das zweite „das“ ein Relativpronomen. In „Sie sagt, dass sie kommt“ verbindet „dass“ den vorangehenden Satz mit dem folgenden Inhalt.

Auch der Satzanfang kann irritieren. „Dass sie kommt, überrascht mich“ beginnt mit einem durch „dass“ eingeleiteten Satzteil. „Das siebte Kapitel“ beginnt dagegen mit „Das“ als Artikel vor einem Substantiv. Die Position am Anfang ist nicht die eigentliche Regel. Der anschließende Satzbau und die Funktion des Wortes müssen geprüft werden.

Die Wortfolge „das sie“ darf außerdem nicht automatisch mit einem Artikel gleichgesetzt werden. Ein Artikel begleitet ein Substantiv. Ein Pronomen kann ein Substantiv ersetzen. Deshalb ist bei „das sie“ zu fragen, ob nach „das“ ein Substantiv folgt, ob „das“ auf etwas zurückweist oder ob ein Relativbezug vorliegt. Für Abkürzungen richtig schreiben, Wortbedeutungen und Abkürzungen, Artikel der, die und das oder die Pluralbildung gelten andere Prüfgegenstände; sie verändern die hier maßgebliche Unterscheidung nicht.

Vermeide daher zwei ungesicherte Abkürzungen des Denkens: „Es klingt wie dass, also schreibe ich dass“ und „Nach einem Komma kommt immer dass“. Beide Wege prüfen die Satzfunktion nicht. Eine belastbare Entscheidung entsteht erst durch die Funktionsprobe und, bei „das“, durch die Ersatzprobe.

Konkrete Regel und vollständige Beispielsätze zu Dass sie oder das sie

Der schnelle Prüfweg für den eigenen Satz

Für die Entscheidung zwischen „dass sie“ und „das sie“ genügt ein kurzer Prüfweg:

  1. Schreibweise prüfen: Markiere die fragliche Stelle und lies den vollständigen Satz, nicht nur die Wortfolge „sie“ mit dem vorausgehenden Wort.
  2. Regel prüfen: Frage, ob das Wort einen Gliedsatz oder einen selbstständigen Satz mit Gliedsatzwortstellung einleitet. Dann steht „dass“.
  3. Funktion von „das“ prüfen: Frage, ob „das“ ein Substantiv begleitet, ein Substantiv ersetzt, auf etwas hinweist oder sich als Relativpronomen auf ein Substantiv bezieht.
  4. Ersatzprobe anwenden: Ersetze „das“ versuchsweise durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“. Passt eine dieser Formen, spricht das für „das“.
  5. Beispielsatz vergleichen: Vergleiche die eigene Struktur mit einem Satz wie „Ich hoffe, dass sie kommt“ oder „Das Buch, das sie liest, ist kurz“. Im zweiten Satz bezieht sich „das“ als Relativpronomen auf „Buch“.
  6. Verwechslung ausschließen: Entscheide nicht nach Aussprache, Satzanfang oder Umgangssprache. Prüfe ausschließlich die Funktion im konkreten Satz.

Ein knapper Merkpunkt lautet: „Dass“ verbindet, „das“ begleitet, ersetzt oder weist. Wenn die Ersatzprobe nicht eindeutig wirkt, sollte der vollständige Satz grammatisch neu gelesen werden. Für passende Synonyme oder unterschiedliche Textformen kann eine gesonderte Prüfung nötig sein; die Entscheidung zwischen „das“ und „dass“ bleibt jedoch an die hier beschriebene Wortart und Satzfunktion gebunden.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Dass sie oder das sie

Wann schreibt man „dass sie“?

„Dass sie“ steht, wenn „dass“ als Konjunktion einen folgenden Gliedsatz oder einen selbstständigen Satz mit der Wortstellung eines Gliedsatzes einleitet. Beispiel: „Ich weiß, dass sie kommt.“

Wann ist „das sie“ korrekt?

„Das sie“ ist korrekt, wenn „das“ als Artikel oder Pronomen verwendet wird und „sie“ danach ein eigenes Satzglied bildet. Als Pronomen kann „das“ unter anderem auf etwas hinweisen oder einen Bezug zu einem Substantiv herstellen.

Hilft die Ersatzprobe bei „das“?

Ja. Lässt sich „das“ im konkreten Satz durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen, spricht das für die Schreibung „das“. Die Probe bezieht sich auf die Funktion des Wortes.

Entscheidet der Satzanfang über „das“ oder „dass“?

Nein. Auch am Satzanfang entscheidet die Funktion. „Dass“ kann einen eingeleiteten Satzteil beginnen, während „das“ dort als Artikel oder Pronomen stehen kann.

Warum werden „das“ und „dass“ verwechselt?

Beide Wörter werden gleich ausgesprochen. Ihre Schreibweise lässt sich deshalb nicht allein aus dem Klang ableiten. Entscheidend sind die unterschiedliche Wortart und die Funktion im Satz.

Sind „das“ und „dass“ austauschbare Varianten?

Nein. „Das“ kann Artikel oder Pronomen sein, „dass“ ist eine Konjunktion. Welche Schreibung passt, ergibt sich aus der Funktion im jeweiligen Satz.

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