Das oder dass richtig unterscheiden
Das oder dasss: richtige Schreibweise
Bei der Frage „das oder dasss“ sind die Schreibungen das und dass zu prüfen. Entscheidend sind Wortart und Funktion im Satz.
Kurzantwort: das oder dass?
Für die gemeinte Unterscheidung sind genau zwei Schreibungen zu prüfen: das und dass. Die Form „dasss“ wird dabei nicht als dritte Schreibung verwendet. Das DWDS ermittelte bei einer Suche nach „dasss“ den Wörterbuchartikel zu dass als passend. Ob im eigenen Satz das oder dass steht, entscheidet die Funktion des Wortes.
Das kann als bestimmter Artikel oder als Pronomen auftreten. Als Artikel begleitet es ein Substantiv, etwa in einem neutralen Beispielsatz wie: „Das Buch liegt auf dem Tisch.“ Als Pronomen kann es ein Substantiv ersetzen oder auf etwas hinweisen. Dass ist eine Konjunktion. Es verbindet Sätze oder Satzteile und leitet einen Gliedsatz ein.
Eine praktische Entscheidungshilfe ist die Ersatzprobe: Lässt sich das fragliche Wort durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen, spricht der belegte Test für das. Führt diese Probe nicht zu einer passenden Satzbedeutung und verbindet das Wort stattdessen einen Gliedsatz, ist dass zu prüfen.
Wer seine Rechtschreibung sicherer machen möchte, sollte daher nicht nur den Klang beachten. Beide Wörter werden gleich ausgesprochen. Die Schreibung ergibt sich aus Wortart und Satzfunktion.

Die Regel über Wortart und Funktion
Die belegte Regel trennt die beiden Wörter nicht nach ihrer Aussprache, sondern nach ihrer grammatischen Aufgabe. Das gehört zu den Formen, die als bestimmter Artikel oder als Pronomen verwendet werden. Ein Artikel steht als Begleiter bei einem Substantiv. Ein Pronomen kann ein Substantiv ersetzen oder auf etwas verweisen.
Dass gehört dagegen zur Wortart der Konjunktionen. In dieser Funktion verbindet es Sätze oder Satzglieder. Das DWDS beschreibt „dass“ unter anderem als Einleiter eines Subjektsatzes, Objektsatzes, Attributsatzes, Adverbialsatzes oder Prädikativsatzes. Auch ein selbstständiger Satz mit der Wortstellung eines Gliedsatzes kann mit „dass“ eingeleitet werden; das Wörterbuch nennt hierfür außerdem bestimmte umgangssprachliche Verwendungen.
Die Regel lässt sich beim Überarbeiten eines Textes anwenden: Zuerst wird die fragliche Stelle vollständig gelesen. Danach wird geprüft, ob das Wort einen Namen oder Gegenstand begleitet, einen solchen Ausdruck ersetzt oder auf etwas zeigt. Dann kommt die Ersatzprobe mit „dieses“, „jenes“ oder „welches“ hinzu. Ist die Funktion hingegen die Verbindung eines Gliedsatzes, wird die Schreibung „dass“ geprüft.
Diese Unterscheidung gehört zu den Rechtschreibregeln, die mit Grammatik verbunden sind. Sie ist keine Frage der Groß- und Kleinschreibung und auch keine Regel der Getrennt- und Zusammenschreibung. Für die Entscheidung zählt die Funktion im konkreten Satz.
Richtig, kontextabhängig oder falsch
Die folgenden Vergleichspaare zeigen drei eigenständige Entscheidungen. Der Satzanfang wird dabei getrennt von der eigentlichen Regel betrachtet: Ein Wort kann am Anfang eines Satzes großgeschrieben werden, ohne dass dadurch die Wahl zwischen „das“ und „dass“ entschieden wird.
| Vergleich | Einordnung | Begründung |
|---|---|---|
| „Das Fenster ist offen.“ / „Dass Fenster ist offen.“ | „Das“ korrekt, „Dass“ falsch. | „Das“ begleitet das Substantiv „Fenster“ als bestimmter Artikel. „Dass“ erfüllt dort nicht die Funktion einer Konjunktion. |
| „Ich sehe das Bild.“ / „Ich sehe dass Bild.“ | „Das“ korrekt, „dass“ falsch. | Das Wort steht beim Substantiv „Bild“ und wird als Artikel verwendet. Die Konjunktion „dass“ würde an dieser Stelle keinen Gliedsatz einleiten. |
| „Ich weiß, dass du kommst.“ / „Ich weiß, das du kommst.“ | „Dass“ korrekt, „das“ falsch. | „Dass“ verbindet den übergeordneten Satz mit dem folgenden Gliedsatz. „Das“ ist hier weder Artikel noch Pronomen. |
| „Das gefällt mir.“ / „Dass gefällt mir.“ | „Das“ korrekt, „dass“ falsch. | „Das“ steht als Pronomen und verweist auf etwas. „Dass“ kann diese pronominale Funktion nicht übernehmen. |
Bei jedem Paar wird also nicht die Aussprache zum Maßstab genommen. Beide Wörter klingen gleich, ihre Wortarten und Funktionen unterscheiden sich jedoch. Die passende Kommasetzung kann zusätzlich geprüft werden, sie ersetzt aber nicht die Entscheidung über die Schreibung. Auch allgemeine Zeichensetzung beantwortet nicht automatisch die Wortartfrage.
Typische Verwechslungen vermeiden
Eine zentrale Stolperfalle ist die gleiche Aussprache. Aus dem Klang allein lässt sich keine der beiden Schreibungen ableiten. Wer nur hört, wie ein Satz klingt, hat noch keine Entscheidung getroffen. Die Prüfung setzt deshalb am geschriebenen Satz und an der Funktion des fraglichen Wortes an.
Verwechslungen entstehen auch, wenn „das“ und „dass“ als austauschbare Formen behandelt werden. Die belegte Unterscheidung liegt bei den Wortarten: „das“ kann bestimmter Artikel oder Pronomen sein, „dass“ ist eine Konjunktion. Ein Artikel steht als Begleiter bei einem Substantiv. Ein Pronomen kann ein Substantiv ersetzen oder auf etwas hinweisen. Eine Konjunktion verbindet Sätze oder Satzglieder.
Für den eigenen Satz hilft eine Ersatzprobe. Lässt sich das fragliche Wort durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen, spricht das für „das“. Funktioniert diese Ersetzung nicht, sollte geprüft werden, ob das Wort einen Gliedsatz einleitet; dann ist „dass“ zu prüfen. Die Probe ersetzt nicht das Lesen des ganzen Satzes, sondern macht die Wortfunktion sichtbar.
Auch Umgangssprache liefert keine eigenständige Begründung für eine Schreibweise. Die Entscheidung darf nicht aus einer mündlichen Gewohnheit abgeleitet werden. Beim Nachschlagen ist zudem zu beachten, dass die DWDS-Suche nach „dasss“ zum Artikel „dass“ führt. Die eingegebene Suchform ist damit keine dritte Schreibvariante, die ohne Prüfung übernommen werden sollte.
Die Begriffe Rechtschreibreform, Rechtschreibprogramme und wissenschaftliches Schreiben entscheiden die Frage nicht. Prüfe stattdessen im konkreten Satz, ob „das“ einen Artikel oder ein Pronomen bildet oder ob „dass“ als Konjunktion einen Satz einleitet.

Schneller Merkcheck für den eigenen Satz
Der folgende Prüfweg verbindet Schreibweise, Regel, Beispielsatz und häufige Verwechslung:
- Schreibweise markieren: Unterstreiche die fragliche Stelle und prüfe zunächst, ob dort „das“, „dass“ oder versehentlich „dasss“ steht.
- Wortart bestimmen: Begleitet das Wort ein Substantiv, wird „das“ als Artikel geprüft. Ersetzt es ein Substantiv oder weist es auf etwas hin, wird „das“ als Pronomen geprüft. Verbindet es Sätze oder Satzteile, wird „dass“ als Konjunktion geprüft.
- Ersatzprobe durchführen: Setze testweise „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ein. Ergibt sich ein passender Satz, spricht der belegte Test für „das“.
- Beispielsatz vergleichen: Stelle den eigenen Satz neben ein neutrales Muster wie „Das Ergebnis ist sichtbar“ oder „Ich weiß, dass das Ergebnis sichtbar ist“. Vergleiche dabei die Funktion, nicht nur den Klang.
- Verwechslung ausschließen: Prüfe, ob die Stelle tatsächlich einen Gliedsatz verbindet oder ob ein Artikel beziehungsweise Pronomen vorliegt.
Dieser Merkcheck behandelt ausschließlich die Entscheidung zwischen „das“ und „dass“. Fragen zu Abkürzungen richtig schreiben, zu Wortbedeutungen und Abkürzungen, zu Artikel der, die und das, zur Pluralbildung, zu Synonymen oder zu Textformen sind davon getrennte Prüfbereiche. Für die konkrete Stelle bleibt die Reihenfolge gleich: Schreibweise ansehen, Regel anwenden, Beispielsatz vergleichen und die naheliegende Verwechslung ausschließen.
Passend dazu findest du weitere Hinweise im Beitrag Synonyme.
Quellen und Stand
- „das“ oder „dass“? | So liegen Sie immer richtig | Duden: www.duden.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)
- dass, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)