Wie setzt du Benchmarking in deiner Arbeit ein?

Benchmarking sauber dokumentieren: Partner, Kennzahlen und Quellen

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026 · Methodik und Forschung im Überblick

Benchmarking vergleicht Objekte systematisch mit mehreren Partnern, um Unterschiede und Verbesserungen zu erkennen. Schritte, Arten und Dokumentation helfen dir, die Methode in deiner Arbeit sauber einzusetzen.

Was Benchmarking bedeutet und wo es in deine Arbeit passt

Benchmarking gilt als Instrument zur systematischen Analyse des Wettbewerbs. Dabei werden Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Methoden fortlaufend mit mehreren Unternehmen verglichen, damit sich der Abstand zum besten Vergleichspartner verkleinert. Drei Fragen leiten diesen Vergleich: Worin liegen die Unterschiede, woher kommen sie, und welche Verbesserungen folgen daraus. Diese Grundstruktur kannst du als Ausgangspunkt für den methodischen Teil deiner Arbeit nehmen, wenn du mehrere Organisationen gegenüberstellst.

Verwandt mit dem Benchmarking ist der Betriebsvergleich. Er vergleicht betriebliche Größen planmäßig, um wirtschaftliche Sachverhalte zu beurteilen, und dient als Hilfsmittel für Planung, Kontrolle und Steuerung. Er kann einzelne Bereiche, Funktionen oder in Sonderfällen ganze Branchen betreffen. Für deine Arbeit bedeutet das: Du solltest klären, ob du eher einen umfassenden Betriebsvergleich oder ein gezieltes Benchmarking einzelner Prozesse anstrebst, denn beide Begriffe decken sich nicht vollständig.

Ob ein Vergleich passt, zeigt sich schon beim Forschungsfrage formulieren, denn nur eine Frage nach Unterschieden verlangt Vergleichspartner. Wenn deine Frage etwa lautet, wie sich zwei Unternehmen in einem bestimmten Prozess unterscheiden, liefert Benchmarking eine passende Struktur. Lautet deine Frage dagegen anders, etwa nach einem einzelnen Fall ohne Vergleichsabsicht, prüfe mit der betreuenden Person, ob Benchmarking die passende Methode ist. Prüfe deshalb zuerst, ob deine Fragestellung überhaupt einen Vergleich zwischen mehreren Partnern vorsieht, bevor du den weiteren Aufbau an Benchmarking ausrichtest. Diese Prüfung lohnt sich früh, weil sie den weiteren Aufbau deiner Arbeit beeinflusst, von der Auswahl der Partner bis zur Art der Daten, die du später brauchst.

Benchmarking in der Abschlussarbeit: der Ablauf in drei Schritten

Welche Schritte ein Benchmarking durchläuft

Ein Benchmarking folgt fünf beschriebenen Schritten: das Vergleichsobjekt auswählen, passende Vergleichsunternehmen bestimmen, Daten gewinnen, Leistungslücken samt Ursachen feststellen und Verbesserungsschritte festlegen und umsetzen. Diese Abfolge bietet dir eine klare Gliederung für den praktischen Teil deiner Arbeit, wenn du einen eigenen Vergleich durchführst.

  1. Vergleichsobjekt wählen
  2. Vergleichspartner wählen
  3. Daten gewinnen
  4. Lücken und Ursachen feststellen
  5. Verbesserungen ableiten

Je nach Fragestellung kann eine Arbeit bereits bei der Analyse der Lücken enden, ohne dass konkrete Umsetzungsschritte folgen. Das hängt davon ab, ob deine Arbeit einen theoretischen Vergleich oder einen praxisnahen Verbesserungsvorschlag anstrebt. Kläre mit der betreuenden Person, wie weit die Umsetzung in deiner Arbeit gehen soll, bevor du den letzten Schritt ausformulierst, denn die Benennung dieses Umfangs ist je Fachbereich unterschiedlich geregelt.

Für die Darstellung der Schritte bietet sich eine eigene Gliederungsebene an, in der du jeden Schritt kurz begründest. So wird für Lesende nachvollziehbar, warum du dein Vergleichsobjekt gerade so abgegrenzt hast und welche Partner du einbezogen hast. Eine solche Struktur erleichtert auch die spätere Diskussion der Ergebnisse, weil die Leistungslücken direkt auf die zuvor gewählten Partner und Daten zurückgeführt werden können.

Welche Arten von Vergleich sich unterscheiden lassen

Benchmarking lässt sich grundsätzlich in drei Grundformen unterteilen: den Vergleich innerhalb des eigenen Unternehmens zwischen verschiedenen Abteilungen oder Standorten, den Vergleich mit direkten Mitbewerbern aus derselben Branche und den funktionalen Vergleich mit Unternehmen aus anderen Branchen. Welche dieser Formen für deine Arbeit passt, hängt von deiner Fragestellung und von den Daten ab, die dir zugänglich sind.

Die folgende Tabelle zeigt die drei Formen mit je einem gedachten Beispiel für eine Abschlussarbeit.

Tabelle: Art, Vergleichspartner, Beispiel für die Arbeit
ArtVergleichspartnerBeispiel für die Arbeit
InternAbteilungen oder Standorte desselben UnternehmensGedachtes Beispiel: zwei Filialen einer Handelskette im Umsatz vergleichen
WettbewerbDirekte Konkurrenten derselben BrancheGedachtes Beispiel: drei Anbieter eines Marktsegments gegenüberstellen
FunktionalUnternehmen anderer BranchenGedachtes Beispiel: einen Logistikprozess mit einer fremden Branche vergleichen

Ein verwandter, aber nicht gleichbedeutender Begriff ist die Konkurrenzanalyse. Sie ermittelt am Markt tätige Anbieter und untersucht deren Struktur und Maßnahmen, ebenso Ersatzartikel und bedarfsfremde Anbieter, die denselben Bedarf decken könnten. Wer Wettbewerber untersucht, findet im Beitrag zur Wettbewerbsanalyse weitere Werkzeuge, die sich gezielt für den Vergleich mit Konkurrenten eignen. Für deine Arbeit lohnt sich diese Unterscheidung, weil Benchmarking und Konkurrenzanalyse unterschiedliche Schwerpunkte setzen und sich inhaltlich nicht gegenseitig ersetzen können. Prüfe deshalb im Einzelfall, welche der beiden Methoden zu deiner Fragestellung passt, und begründe die Wahl im Methodenteil.

Wie du Vergleichsdaten gewinnst und dokumentierst

Daten für ein Benchmarking stammen aus vorhandenen Informationen oder aus eigener Erhebung, etwa durch Betriebsbesichtigungen. Für deine Arbeit bedeutet das, dass du vor der Datensammlung festlegen solltest, welche der beiden Quellen du nutzt, und diese Wahl im Methodenteil begründest.

Ein Arbeitspapier der Universität Graz zeigt, wie das in der Praxis aussehen kann: Es vergleicht eine Universitätsbibliothek mit weiteren Bibliotheken aus mehreren Ländern und stützt diesen Vergleich auf quantitative Messgrößen, die es als Kennzahlen bezeichnet und einzeln erklärt. Das Arbeitspapier hält zudem fest, dass sich in der Literatur sehr verschiedene Definitionen von Benchmarking finden, und legt deshalb für die eigene Untersuchung ein eigenes Verständnis offen fest. Diese Offenlegung zeigt dir, wie du mit uneinheitlichen Begriffen in deiner eigenen Arbeit umgehen kannst.

Wie du Daten holst, richtet sich nach den Datenerhebungsmethoden, die deine Frage tragen. Lege im Methodenteil offen, wie du deine Vergleichspartner ausgewählt hast, welche Kennzahlen du verwendest und aus welchen Datenquellen diese stammen. Gedachtes Beispiel: Du vergleichst drei Onlineshops anhand von Lieferzeit, Retourenquote und Bewertung; zu jedem Wert notierst du Quelle und Abrufdatum in einer Tabelle, damit jeder Wert später nachvollzogen werden kann.

Benchmarking in der Abschlussarbeit: Prüfliste mit vier Punkten

Wie Benchmarking in den Methodenteil deiner Arbeit passt

Im Methodenteil deiner Arbeit bietet es sich an, Ziel, Vergleichsobjekt, Partnerauswahl, Datenquellen und Grenzen des Vergleichs nachvollziehbar zu beschreiben. Dieser Aufbau passt in die Methodik der Bachelorarbeit, wenn du die Partnerauswahl begründest und offenlegst, warum gerade diese Organisationen für deinen Vergleich geeignet sind.

Die Konkurrenzanalyse kann hier als ergänzender Baustein dienen, weil sie Struktur und Maßnahmen der untersuchten Anbieter als eigenen Untersuchungsgegenstand nennt. Wenn dein Vergleich Wettbewerber einschließt, kannst du diese Perspektive im Methodenteil erwähnen, ohne Benchmarking und Konkurrenzanalyse gleichzusetzen. Eine Stärken-Schwächen-Sicht ergänzt den Vergleich, etwa mit der SWOT-Analyse, wenn du neben den reinen Kennzahlen auch qualitative Einschätzungen der verglichenen Organisationen einbeziehen möchtest.

Was die Quellen nicht festlegen, etwa die Zahl der einzubeziehenden Partner oder der genaue Umfang des Vergleichs, solltest du als offene Frage an die betreuende Person oder an den Leitfaden deines Fachbereichs mitnehmen. So vermeidest du, dass du eine Vorgabe annimmst, die für deinen Fachbereich gar nicht gilt. Beschreibe im Methodenteil zusätzlich, welche Grenzen dein Vergleich hat, etwa weil Daten nur aus bestimmten Quellen verfügbar waren, damit Lesende die Aussagekraft deines Benchmarkings richtig einordnen können.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zum Benchmarking

Ist Benchmarking dasselbe wie ein Betriebsvergleich?

Nein. Der Betriebsvergleich vergleicht betriebliche Größen planmäßig, um wirtschaftliche Sachverhalte zu beurteilen, und dient als Hilfsmittel für Planung, Kontrolle und Steuerung. Benchmarking ist dagegen als Instrument der Wettbewerbsanalyse beschrieben, bei dem Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Methoden fortlaufend mit mehreren Unternehmen verglichen werden. Beide Begriffe überlappen sich, sind aber nicht gleichzusetzen.

Welche Fragen leiten ein Benchmarking?

Drei Fragen stehen im Zentrum: Worin liegen die Unterschiede zwischen den Vergleichspartnern, woher kommen diese Unterschiede, und welche Verbesserungen lassen sich daraus ableiten. Diese drei Fragen kannst du als roten Faden für den Vergleichsteil deiner Arbeit nutzen.

Woher stammen die Daten für ein Benchmarking?

Daten stammen entweder aus vorhandenen Informationen oder aus eigener Erhebung, etwa durch Betriebsbesichtigungen. Welche Variante für deine Arbeit sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Informationen zu deinen gewählten Vergleichspartnern zugänglich sind.

Was unterscheidet die drei Arten des Benchmarkings?

Unterschieden werden der interne Vergleich zwischen Abteilungen oder Standorten, der Vergleich mit direkten Wettbewerbern derselben Branche und der funktionale Vergleich mit Unternehmen anderer Branchen. Jede Art verlangt andere Vergleichspartner und andere Zugangswege zu den Daten.

Wie hängen Benchmarking und Konkurrenzanalyse zusammen?

Die Konkurrenzanalyse ermittelt Anbieter und untersucht deren Struktur und Maßnahmen, ebenso Ersatzartikel und bedarfsfremde Anbieter. Sie ist ein verwandter Begriff zum Benchmarking, aber kein Synonym dafür, da sie einen eigenen Untersuchungsgegenstand beschreibt.

Warum legt das Arbeitspapier aus Graz ein eigenes Verständnis von Benchmarking fest?

Weil sich in der Literatur sehr verschiedene Definitionen von Benchmarking finden, legt das Arbeitspapier der Universität Graz für die eigene Untersuchung einer Universitätsbibliothek im Vergleich mit weiteren Bibliotheken aus mehreren Ländern ein eigenes Verständnis offen fest, bevor es seinen Vergleich auf Kennzahlen stützt.

Muss meine Arbeit bis zur Umsetzung von Verbesserungen gehen?

Die beschriebenen fünf Schritte reichen bis zum Festlegen und Umsetzen von Verbesserungen. Ob deine Arbeit je nach Fragestellung bereits bei der Feststellung der Lücken endet oder die Umsetzung einschließt, solltest du mit der betreuenden Person klären, da die Quellen diesen Umfang nicht einheitlich festlegen.

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