Wie setzt du Benchmarking in deiner Arbeit ein?
Benchmarking sauber dokumentieren: Partner, Kennzahlen und Quellen
Benchmarking vergleicht Objekte systematisch mit mehreren Partnern, um Unterschiede und Verbesserungen zu erkennen. Schritte, Arten und Dokumentation helfen dir, die Methode in deiner Arbeit sauber einzusetzen.
Was Benchmarking bedeutet und wo es in deine Arbeit passt
Benchmarking gilt als Instrument zur systematischen Analyse des Wettbewerbs. Dabei werden Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Methoden fortlaufend mit mehreren Unternehmen verglichen, damit sich der Abstand zum besten Vergleichspartner verkleinert. Drei Fragen leiten diesen Vergleich: Worin liegen die Unterschiede, woher kommen sie, und welche Verbesserungen folgen daraus. Diese Grundstruktur kannst du als Ausgangspunkt für den methodischen Teil deiner Arbeit nehmen, wenn du mehrere Organisationen gegenüberstellst.
Verwandt mit dem Benchmarking ist der Betriebsvergleich. Er vergleicht betriebliche Größen planmäßig, um wirtschaftliche Sachverhalte zu beurteilen, und dient als Hilfsmittel für Planung, Kontrolle und Steuerung. Er kann einzelne Bereiche, Funktionen oder in Sonderfällen ganze Branchen betreffen. Für deine Arbeit bedeutet das: Du solltest klären, ob du eher einen umfassenden Betriebsvergleich oder ein gezieltes Benchmarking einzelner Prozesse anstrebst, denn beide Begriffe decken sich nicht vollständig.
Ob ein Vergleich passt, zeigt sich schon beim Forschungsfrage formulieren, denn nur eine Frage nach Unterschieden verlangt Vergleichspartner. Wenn deine Frage etwa lautet, wie sich zwei Unternehmen in einem bestimmten Prozess unterscheiden, liefert Benchmarking eine passende Struktur. Lautet deine Frage dagegen anders, etwa nach einem einzelnen Fall ohne Vergleichsabsicht, prüfe mit der betreuenden Person, ob Benchmarking die passende Methode ist. Prüfe deshalb zuerst, ob deine Fragestellung überhaupt einen Vergleich zwischen mehreren Partnern vorsieht, bevor du den weiteren Aufbau an Benchmarking ausrichtest. Diese Prüfung lohnt sich früh, weil sie den weiteren Aufbau deiner Arbeit beeinflusst, von der Auswahl der Partner bis zur Art der Daten, die du später brauchst.

Welche Schritte ein Benchmarking durchläuft
Ein Benchmarking folgt fünf beschriebenen Schritten: das Vergleichsobjekt auswählen, passende Vergleichsunternehmen bestimmen, Daten gewinnen, Leistungslücken samt Ursachen feststellen und Verbesserungsschritte festlegen und umsetzen. Diese Abfolge bietet dir eine klare Gliederung für den praktischen Teil deiner Arbeit, wenn du einen eigenen Vergleich durchführst.
- Vergleichsobjekt wählen
- Vergleichspartner wählen
- Daten gewinnen
- Lücken und Ursachen feststellen
- Verbesserungen ableiten
Je nach Fragestellung kann eine Arbeit bereits bei der Analyse der Lücken enden, ohne dass konkrete Umsetzungsschritte folgen. Das hängt davon ab, ob deine Arbeit einen theoretischen Vergleich oder einen praxisnahen Verbesserungsvorschlag anstrebt. Kläre mit der betreuenden Person, wie weit die Umsetzung in deiner Arbeit gehen soll, bevor du den letzten Schritt ausformulierst, denn die Benennung dieses Umfangs ist je Fachbereich unterschiedlich geregelt.
Für die Darstellung der Schritte bietet sich eine eigene Gliederungsebene an, in der du jeden Schritt kurz begründest. So wird für Lesende nachvollziehbar, warum du dein Vergleichsobjekt gerade so abgegrenzt hast und welche Partner du einbezogen hast. Eine solche Struktur erleichtert auch die spätere Diskussion der Ergebnisse, weil die Leistungslücken direkt auf die zuvor gewählten Partner und Daten zurückgeführt werden können.
Welche Arten von Vergleich sich unterscheiden lassen
Benchmarking lässt sich grundsätzlich in drei Grundformen unterteilen: den Vergleich innerhalb des eigenen Unternehmens zwischen verschiedenen Abteilungen oder Standorten, den Vergleich mit direkten Mitbewerbern aus derselben Branche und den funktionalen Vergleich mit Unternehmen aus anderen Branchen. Welche dieser Formen für deine Arbeit passt, hängt von deiner Fragestellung und von den Daten ab, die dir zugänglich sind.
Die folgende Tabelle zeigt die drei Formen mit je einem gedachten Beispiel für eine Abschlussarbeit.
| Art | Vergleichspartner | Beispiel für die Arbeit |
|---|---|---|
| Intern | Abteilungen oder Standorte desselben Unternehmens | Gedachtes Beispiel: zwei Filialen einer Handelskette im Umsatz vergleichen |
| Wettbewerb | Direkte Konkurrenten derselben Branche | Gedachtes Beispiel: drei Anbieter eines Marktsegments gegenüberstellen |
| Funktional | Unternehmen anderer Branchen | Gedachtes Beispiel: einen Logistikprozess mit einer fremden Branche vergleichen |
Ein verwandter, aber nicht gleichbedeutender Begriff ist die Konkurrenzanalyse. Sie ermittelt am Markt tätige Anbieter und untersucht deren Struktur und Maßnahmen, ebenso Ersatzartikel und bedarfsfremde Anbieter, die denselben Bedarf decken könnten. Wer Wettbewerber untersucht, findet im Beitrag zur Wettbewerbsanalyse weitere Werkzeuge, die sich gezielt für den Vergleich mit Konkurrenten eignen. Für deine Arbeit lohnt sich diese Unterscheidung, weil Benchmarking und Konkurrenzanalyse unterschiedliche Schwerpunkte setzen und sich inhaltlich nicht gegenseitig ersetzen können. Prüfe deshalb im Einzelfall, welche der beiden Methoden zu deiner Fragestellung passt, und begründe die Wahl im Methodenteil.
Wie du Vergleichsdaten gewinnst und dokumentierst
Daten für ein Benchmarking stammen aus vorhandenen Informationen oder aus eigener Erhebung, etwa durch Betriebsbesichtigungen. Für deine Arbeit bedeutet das, dass du vor der Datensammlung festlegen solltest, welche der beiden Quellen du nutzt, und diese Wahl im Methodenteil begründest.
Ein Arbeitspapier der Universität Graz zeigt, wie das in der Praxis aussehen kann: Es vergleicht eine Universitätsbibliothek mit weiteren Bibliotheken aus mehreren Ländern und stützt diesen Vergleich auf quantitative Messgrößen, die es als Kennzahlen bezeichnet und einzeln erklärt. Das Arbeitspapier hält zudem fest, dass sich in der Literatur sehr verschiedene Definitionen von Benchmarking finden, und legt deshalb für die eigene Untersuchung ein eigenes Verständnis offen fest. Diese Offenlegung zeigt dir, wie du mit uneinheitlichen Begriffen in deiner eigenen Arbeit umgehen kannst.
Wie du Daten holst, richtet sich nach den Datenerhebungsmethoden, die deine Frage tragen. Lege im Methodenteil offen, wie du deine Vergleichspartner ausgewählt hast, welche Kennzahlen du verwendest und aus welchen Datenquellen diese stammen. Gedachtes Beispiel: Du vergleichst drei Onlineshops anhand von Lieferzeit, Retourenquote und Bewertung; zu jedem Wert notierst du Quelle und Abrufdatum in einer Tabelle, damit jeder Wert später nachvollzogen werden kann.

Wie Benchmarking in den Methodenteil deiner Arbeit passt
Im Methodenteil deiner Arbeit bietet es sich an, Ziel, Vergleichsobjekt, Partnerauswahl, Datenquellen und Grenzen des Vergleichs nachvollziehbar zu beschreiben. Dieser Aufbau passt in die Methodik der Bachelorarbeit, wenn du die Partnerauswahl begründest und offenlegst, warum gerade diese Organisationen für deinen Vergleich geeignet sind.
Die Konkurrenzanalyse kann hier als ergänzender Baustein dienen, weil sie Struktur und Maßnahmen der untersuchten Anbieter als eigenen Untersuchungsgegenstand nennt. Wenn dein Vergleich Wettbewerber einschließt, kannst du diese Perspektive im Methodenteil erwähnen, ohne Benchmarking und Konkurrenzanalyse gleichzusetzen. Eine Stärken-Schwächen-Sicht ergänzt den Vergleich, etwa mit der SWOT-Analyse, wenn du neben den reinen Kennzahlen auch qualitative Einschätzungen der verglichenen Organisationen einbeziehen möchtest.
Was die Quellen nicht festlegen, etwa die Zahl der einzubeziehenden Partner oder der genaue Umfang des Vergleichs, solltest du als offene Frage an die betreuende Person oder an den Leitfaden deines Fachbereichs mitnehmen. So vermeidest du, dass du eine Vorgabe annimmst, die für deinen Fachbereich gar nicht gilt. Beschreibe im Methodenteil zusätzlich, welche Grenzen dein Vergleich hat, etwa weil Daten nur aus bestimmten Quellen verfügbar waren, damit Lesende die Aussagekraft deines Benchmarkings richtig einordnen können.
Quellen und Stand
- Gabler Wirtschaftslexikon: Benchmarking: wirtschaftslexikon.gabler.de (geprüft am 2026-10-09)
- Gabler Wirtschaftslexikon: Betriebsvergleich: wirtschaftslexikon.gabler.de (geprüft am 2026-10-09)
- Gabler Wirtschaftslexikon: Konkurrenzanalyse: wirtschaftslexikon.gabler.de (geprüft am 2026-10-09)
- Universität Graz: Benchmarking für die UB Graz (PDF): static.uni-graz.at (geprüft am 2026-10-09)
- Haufe Akademie: Benchmarking (Glossar eines Weiterbildungsanbieters): www.haufe-akademie.de (geprüft am 2026-10-09)