Was bedeutet „Auswertung von Interviews“?
Auswertung von Interviews: Bedeutung und Verwendung
„Auswertung von Interviews“ bezeichnet sprachlich das Auswerten von Interviewmaterial, also das Gewinnen von Ergebnissen oder Schlüssen aus bekannten Aussagen und Befunden.
Die direkte Bedeutung von „Auswertung von Interviews“
„Auswertung von Interviews“ ist eine Verbindung aus dem Substantiv „Auswertung“ und der Ergänzung „von Interviews“. Das Wort „Auswertung“ bezeichnet das Auswerten. Es kann das Ziehen von Schlüssen aus einem Befund meinen; außerdem nennt die Quelle das Gewinnen von Ergebnissen auf Grundlage bekannter Tatsachen. Bei der Verbindung „Auswertung von Interviews“ zeigt die Ergänzung, dass sich das Auswerten auf Interviews bezieht.
Die Formulierung beschreibt zunächst dieses Auswerten in Bezug auf Interviews. Sie bestimmt für sich allein weder ein Verfahren noch die befragten Personen oder eine daraus gezogene Schlussfolgerung. Solche Angaben stehen nicht in der Bedeutung des Ausdrucks selbst. Für eine genauere Aussage ist daher der jeweilige Satz maßgeblich. Er kann erläutern, welche Interviews gemeint sind oder welche Ergebnisse und Schlüsse darin behandelt werden.
„Auswertung“ ist ein feminines Substantiv. Im Singular heißt es „die Auswertung“, im Plural „die Auswertungen“. Die Flexion ändert nicht die belegte Grundbedeutung: Gemeint bleibt das Auswerten. Wenn mehrere Auswertungen genannt werden, steht die Mehrzahl. Die Wörterbücher führen außerdem Analyse, Begutachtung, Evaluation, Evaluierung, Untersuchung, Deutung und Interpretation als sinnverwandte Wörter an. Daraus folgt jedoch nicht, dass eines dieser Wörter in jedem Satz dieselbe Aussage trifft wie „Auswertung“.
Wer einen eigenen Satz formuliert, kann die Rechtschreibung und die Rechtschreibregeln beachten. Für die hier erklärte Bedeutung bleibt entscheidend, dass „Auswertung“ das Auswerten bezeichnet. Aussagen über Interviews müssen sich aus dem jeweiligen Satz oder dem behandelten Material ergeben. Der Ausdruck allein legt keine bestimmte Methode, Personengruppe oder Institution fest.
Beim wissenschaftlichen Schreiben kann die Formulierung verwendet werden, wenn ein Text das Auswerten mit Bezug auf Interviews benennt.
Passend dazu findest du weitere Hinweise im Beitrag wissenschaftliches Schreiben.

Bedeutung und Aussageabsicht im Kontext
„Auswertung“ bezeichnet das Auswerten. Die belegte Bedeutung umfasst, aus einem Befund Schlüsse zu ziehen oder aus bekannten Tatsachen Ergebnisse zu gewinnen. Diese beiden Beschreibungen erläutern dieselbe Bedeutung. Bei der Wortgruppe „Auswertung von Interviews“ bezieht sich das Auswerten im Satz auf Interviews oder auf das darin angesprochene Material. Welche Seite der Bedeutung im Vordergrund steht, zeigt die Formulierung des ganzen Satzes.
Ein Satz kann zunächst die Tätigkeit benennen: „Nach dem Gespräch beginnt die Auswertung von Interviews.“ Hier richtet sich die Aussage auf das Auswerten. Ein anderer Satz hebt den Befund hervor: „Für die Auswertung von Interviews dienen die Aussagen als Befund.“ Damit wird deutlich, woran sich das Schlussziehen orientiert. Ein dritter Satz betont den Ergebnisbezug: „Die Auswertung von Interviews soll aus bekannten Aussagen Ergebnisse gewinnen.“ Die Tätigkeit, der Befund, das Ziehen von Schlüssen und das Gewinnen von Ergebnissen sind in diesen Beispielen keine getrennten Bedeutungen. Sie machen verschiedene Seiten derselben Erklärung sichtbar.
Auch die Aussageabsicht lässt sich am Kontext erkennen. „Die Auswertung von Interviews ist noch nicht abgeschlossen“ spricht vom laufenden Auswerten. „Aus dem Befund werden Schlüsse gezogen“ beschreibt ausdrücklich einen Teil der erläuterten Bedeutung. „Aus bekannten Tatsachen entstehen Ergebnisse“ rückt den anderen in der Quelle genannten Aspekt in den Mittelpunkt. Der Zusammenhang entscheidet somit, ob der Satz vor allem die Tätigkeit, den Befund, die Schlüsse oder die Ergebnisse hervorhebt.
Als sinnverwandte Wörter nennt die Quelle unter anderem „Analyse“, „Begutachtung“, „Evaluation“, „Evaluierung“ und „Untersuchung“. Diese Wörter sind keine weiteren Bedeutungen von „Auswertung“. In einem Satz können sie eine ähnliche Bezeichnung anbieten; die konkrete Aussageabsicht bleibt jedoch aus dem jeweiligen Zusammenhang zu bestimmen.
Bei der sprachlichen Gestaltung helfen Groß- und Kleinschreibung sowie Getrennt- und Zusammenschreibung. Auch die Kommasetzung und die allgemeine Zeichensetzung können geprüft werden. Sie verändern die hier erläuterte Bedeutung von „Auswertung“ nicht.
Drei eigenständige Beispiele zur Verwendung
Die folgenden Sätze zeigen unterschiedliche Kontexte. Sie sind eigenständige Beispiele und legen keine bestimmte Auswertungsmethode fest.
- Beispiel aus einer Untersuchung: „Die Auswertung von Interviews ordnet die Aussagen nach den im Text genannten Themen.“ Der Satz beschreibt das Auswerten von Aussagen aus Interviews.
- Beispiel zum Gewinnen eines Schlusses: „Die Auswertung von Interviews hilft dabei, einen Schluss aus den Aussagen zu ziehen.“ Hier steht „Auswertung“ für das Auswerten, aus dem ein Schluss gewonnen werden kann.
- Beispiel in einer Arbeitsbeschreibung: „Nach dem Gespräch beginnt die Auswertung von Interviews.“ In diesem Satz bezeichnet die Verbindung das Auswerten der Interviews.
Die drei Beispiele haben unterschiedliche Satzumgebungen: Das erste nennt das Ordnen von Aussagen, das zweite das Gewinnen eines Schlusses und das dritte den Beginn des Auswertens. Die gemeinsame sprachliche Grundlage bleibt, dass „Auswertung“ auf das Auswerten sowie auf das Gewinnen von Ergebnissen oder Schlüssen bezogen ist.
Wer solche Sätze in einem Studium oder beim wissenschaftlichen Schreiben verwendet, sollte prüfen, was im jeweiligen Satz tatsächlich ausgesagt wird. Für einzelne Schreibfragen können Abkürzungen richtig schreiben, Wortbedeutungen und Abkürzungen sowie der passende Artikel der, die und das relevant sein. Bei „Auswertung“ lautet der Artikel „die“.
Auch die Form „Auswertungen“ ist belegt. Ein eigener Satz kann daher lauten: „Mehrere Auswertungen von Interviews stehen im selben Kapitel.“ Damit wird der Plural verwendet, ohne eine zusätzliche Aussage über Umfang, Qualität oder Ergebnis dieser Auswertungen zu behaupten.
Abgrenzung zu ähnlichen Ausdrücken
„Auswertung von Interviews“ sollte nicht pauschal mit jedem Ausdruck gleichgesetzt werden, der eine Betrachtung von Aussagen bezeichnet. Die Quelle nennt zwar sinnverwandte Wörter wie „Analyse“, „Begutachtung“, „Evaluation“, „Evaluierung“, „Untersuchung“, „Deutung“ und „Interpretation“. Sinnverwandtschaft bedeutet jedoch nicht, dass alle Ausdrücke in jedem Satz vollständig austauschbar sind.
„Analyse“ kann im konkreten Satz eine ähnliche Richtung haben, ersetzt aber nicht automatisch die gesamte Verbindung. „Interpretation“ und „Deutung“ führt die Quelle als sinnverwandte Wörter auf. Ob eines dieser Wörter passt, ist im konkreten Satz zu prüfen. Ohne einen solchen Kontext sollte keine zusätzliche Fachbedeutung aus einem ähnlichen Wort abgeleitet werden.
Ebenso darf aus der Verbindung keine bestimmte Herkunft, Bewertung oder institutionelle Funktion erschlossen werden. Der Ausdruck sagt allein, dass Interviews den Bezugspunkt der Auswertung bilden. Er belegt weder eine bestimmte Personengruppe noch einen bestimmten Ort, ein bestimmtes Fachverfahren oder einen bestimmten Verwendungszweck.
Auch die Rechtschreibreform ist für die Bedeutungsbestimmung nicht automatisch ausschlaggebend. Rechtschreibprogramme können bei der Form des eigenen Textes unterstützen, liefern aber aus den hier zugrunde gelegten Angaben keine zusätzliche Definition. Wer nach Synonymen sucht, sollte deshalb den konkreten Satz vergleichen und nicht nur ein einzelnes ähnliches Wort einsetzen.
Eine weitere Abgrenzung betrifft die Pluralbildung. „Die Auswertung“ bezeichnet den Singular, „die Auswertungen“ den Plural. Diese Formen unterscheiden sich grammatisch, nicht durch eine neu belegte Fachbedeutung. Für die Wahl zwischen beiden Formen ist daher die Zahl der bezeichneten Auswertungen im eigenen Satz zu prüfen.
Passend dazu findest du weitere Hinweise im Beitrag Synonyme.

Kurzer Check für den eigenen Satz
Prüfe zuerst die Kernbedeutung: Bezeichnet „Auswertung von Interviews“ tatsächlich das Auswerten von Interviewaussagen oder das Gewinnen eines daraus abgeleiteten Schlusses beziehungsweise Ergebnisses? Wenn der Satz keinen solchen Bezug erkennen lässt, sollte die Formulierung erneut geprüft werden.
- Prüfe den konkreten Satzkontext. Zeigt die Umgebung, dass das Auswerten oder das Gewinnen eines Schlusses aus Aussagen gemeint ist?
- Prüfe die Quelle des Ausdrucks im eigenen Text. Bezieht sich „von Interviews“ tatsächlich auf das Material, dessen Aussagen oder Befunde ausgewertet werden?
- Prüfe mögliche Verwechslungen. Wird ein sinnverwandtes Wort wie „Analyse“, „Untersuchung“, „Deutung“ oder „Interpretation“ verwendet, ohne dass der Satz dessen genaue Aussage trägt?
- Prüfe die Grammatik. Heißt es „die Auswertung“ im Singular und „die Auswertungen“ im Plural?
- Prüfe den Satz auf zusätzliche Aussagen, die nicht aus der Bedeutung des Ausdrucks oder aus dem konkreten Kontext hervorgehen.
Für die Formulierung eines eigenen Textes können Textformen eine Rolle spielen, weil ein Abschnitt, eine Beschreibung oder eine Ergebnisdarstellung unterschiedliche Satzumgebungen erzeugen kann. Daraus folgt aber keine feste Regel für jeden Text. Entscheidend bleibt die Prüfung des konkreten Satzes.
Wenn Unsicherheit bleibt, ermittle die Bedeutung anhand der verwendeten Quelle und lies den vollständigen Satz erneut. Prüfe anschließend, ob die beabsichtigte Aussage mit „Auswertung von Interviews“ tatsächlich ausgedrückt wird. So lassen sich Kernbedeutung, Kontext und mögliche Verwechslungen getrennt betrachten.
Quellen und Stand
- Auswertung ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden: www.duden.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
- Auswertung, Wiktionary: de.wiktionary.org (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)