Wann werden Verben großgeschrieben?

Ein Infinitiv gilt laut Duden als substantiviert und wird

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026 · Studium-Tipps

Diese Seite erklärt, anhand welcher Merkmale du entscheidest, ob ein Verb im Satz großgeschrieben gehört.

Worum es bei der Großschreibung von Verben geht

Wer sich mit der deutschen Rechtschreibung beschäftigt, fragt sich irgendwann, wann Verben großgeschrieben werden. Nach dem Duden-Sprachratgeber gilt ein Infinitiv als substantiviert und wird großgeschrieben, sobald er Merkmale eines Substantivs trägt, etwa einen Artikel, ein Adjektiv oder eine Präposition davor. Ein Beispiel: Aus dem Verb lesen wird durch einen Artikel das Lesen, ein deutliches Substantiv. Diese Seite erklärt, welche Anhaltspunkte dabei helfen, und zeigt zugleich die Grenzen auf: Sie ersetzt keine Einzelfallprüfung und nennt keine festen Fristen oder Zahlen, weil solche Angaben hier nicht belegt sind. Wer tiefer in die Materie einsteigen will, findet über Rechtschreibregeln zusätzliche Hintergründe, und wer die Groß- und Kleinschreibung insgesamt vergleichen möchte, kann das dort vertiefen.

Die Großschreibung von Verben hängt eng mit der allgemeinen Rechtschreibung zusammen, denn substantivierte Verbformen folgen denselben Prinzipien wie andere Substantive. Wichtig ist: Nicht jedes Verb im Satz wird automatisch zum Substantiv, nur weil es an bestimmter Stelle steht. Erst das Zusammenspiel mit einem Begleitwort entscheidet darüber, ob die Großschreibung greift.

Großschreibung substantivierter Verben mit einem Ablauf aus Prüfung, Kontakt und Dokumentation

So gehst du Schritt für Schritt vor

Prüfe zuerst, ob vor dem Verb ein Begleitwort steht, etwa ein Artikel, ein Adjektiv, eine Präposition oder ein Genitivattribut. Erst wenn eines dieser Merkmale vorliegt, setzt du die Großschreibung. Steht beispielsweise ein Artikel der, die und das vor der Verbform, hast du ein klares Indiz für die Substantivierung.

Bleiben Zweifel bestehen, hilft ein kurzer Ablauf: Angenommen, du schreibst an einem Text und stolperst über die Formulierung beim Schreiben verbessern. Du markierst die unsichere Stelle, notierst dir, welches Begleitwort davorsteht, und vergleichst den Satz mit einem Nachschlagewerk. Für den konkreten Satz ermittelst du zusätzlich die zuständige Stelle anhand der jeweils geltenden Unterlagen, falls die Einordnung unklar bleibt. Halte das Ergebnis deiner Prüfung schriftlich fest, etwa in einer eigenen Liste, und lege fest, ob du die Stelle im Text änderst oder beibehältst. So bleibt dein nächster Schritt nachvollziehbar.

Ähnliche Sorgfalt lohnt sich bei verwandten Themen wie der Getrennt- und Zusammenschreibung oder der Kommasetzung. Wer regelmäßig schreibt, profitiert davon, solche Prüfschritte zur Routine zu machen.

Typische Fehler bei der Großschreibung von Verben

Ein häufiger Fehler besteht darin, jede Verbform im Satz für substantiviert zu halten. Tatsächlich bleibt ein Verb klein geschrieben, solange kein Begleitwort mit Substantiv-Merkmalen davorsteht. Bei reinen Infinitiven ohne ein solches Merkmal lässt der Duden-Sprachratgeber ausdrücklich beide Varianten zu, du kannst dich dort also nicht falsch entscheiden. Wer das übersieht, verwechselt leicht eine Annahme mit einer feststehenden Regel. Ein kurzer zweiter Blick auf den Satz hilft, diesen Unterschied zu erkennen.

Eine zweite Fehlerquelle ist, aus einem einzelnen Beispiel eine allgemeine Regel abzuleiten. Prüfe deshalb jeden Fall einzeln, statt ein Muster aus einem Text unreflektiert auf einen anderen zu übertragen. Das gilt ähnlich für die Zeichensetzung oder für Fragen zur Rechtschreibreform, bei denen frühere und aktuelle Schreibweisen nebeneinanderstehen können. Auch wer sich an alten Schulregeln orientiert, sollte prüfen, ob diese noch mit dem aktuellen Stand übereinstimmen, statt sich auf Erinnerungen zu verlassen.

Ein dritter Fehler entsteht, wenn man ein Begleitwort übersieht, das eigentlich schon vorhanden ist, etwa ein kleines Adjektiv direkt vor dem Verb. Lies den Satz deshalb einmal laut und achte bewusst darauf, ob ein solches Wort tatsächlich fehlt oder nur leicht versteckt steht. Ebenso kann eine vorangestellte Präposition leicht übersehen werden, obwohl sie den Ausschlag für die Großschreibung geben kann. Solche kleinen Wörter machen den entscheidenden Unterschied zwischen Klein- und Großschreibung aus.

Verschiebe Nachweise und Rückfragen nicht auf später. Wenn du dir bei einer Formulierung unsicher bist, kläre die Frage direkt, statt dich allein auf dein Sprachgefühl zu verlassen. Auch Rechtschreibprogramme können eine Schreibung vorschlagen, ersetzen aber keine eigene Prüfung anhand der oben beschriebenen Merkmale. Wer regelmäßig schreibt, profitiert davon, sich eine kleine Liste eigener Zweifelsfälle anzulegen und diese bei Gelegenheit noch einmal zu überprüfen.

Großschreibung substantivierter Verben mit einer themenspezifischen Checkliste

Checkliste zur Großschreibung von Verben

Gehe vor dem Abschluss deine Notizen noch einmal durch: Steht ein Begleitwort wie ein Artikel, ein Adjektiv oder eine Präposition vor der Verbform? Zeigt die Stelle damit ein Merkmal eines Substantivs? Stimmt deine Beispielschreibung mit diesem Befund überein? Notiere reine Infinitive ohne ein solches Begleitwort als Fälle, bei denen zwei Schreibungen zulässig bleiben, und entscheide dich bewusst für eine Variante, statt sie offenzulassen.

Vermerke außerdem, welche Quelle oder welche Stelle du für die Prüfung herangezogen hast, damit du später nachvollziehen kannst, worauf deine Entscheidung beruht. Für Texte im Rahmen von wissenschaftliches Schreiben lohnt sich ein eigenes Verzeichnis solcher Prüfstellen. Lege deinen persönlichen nächsten Schritt fest, etwa eine weitere Kontrolle oder eine Rückfrage. Wer parallel Abkürzungen richtig schreiben möchte, kann dieselbe Systematik nutzen: erst das Begleitwort oder den Kontext prüfen, dann die Schreibung festlegen.

Die gleiche Prüflogik lässt sich auf weitere Bereiche übertragen, etwa wenn du Wortbedeutungen und Abkürzungen klären willst oder eine korrekte Pluralbildung suchst.

Ebenso hilfreich ist sie, wenn du passende Synonyme abwägst oder unterschiedliche Textformen miteinander vergleichst. So wird aus einer einzelnen Regel eine Arbeitsweise, die du auf viele Schreibfragen anwenden kannst.

Quellen und Stand

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Fragen und Antworten zum Thema Großschreibung substantivierter Verben

Ist jedes Verb nach einem Artikel automatisch großgeschrieben?

Ja, nach dem Duden-Sprachratgeber genügt ein Artikel vor dem Infinitiv als Merkmal eines Substantivs, damit die Großschreibung gilt. Prüfe dennoch jeden Satz einzeln, bevor du die Schreibung festlegst.

Was gilt für einen Infinitiv ohne Artikel, Adjektiv oder Präposition?

Fehlen solche Begleitwörter, handelt es sich um einen reinen Infinitiv. Der Duden-Sprachratgeber lässt dafür ausdrücklich beide Schreibungen zu, Groß- und Kleinschreibung sind dann gleichermaßen möglich.

Reicht ein einzelnes Adjektiv vor dem Verb schon als Hinweis?

Ein Adjektiv zählt zu den Merkmalen, die laut Duden-Sprachratgeber einen Infinitiv als substantiviert ausweisen. Vergleiche die Stelle trotzdem mit einem Beispiel, bevor du die Großschreibung setzt.

Woran erkenne ich ein Genitivattribut als Hinweis auf die Großschreibung?

Ein Genitivattribut steht laut Duden-Sprachratgeber ebenfalls unter den Merkmalen, die einen Infinitiv als Substantiv kennzeichnen. Prüfe, ob ein solches Attribut direkt zum Verb gehört, bevor du entscheidest.

Warum reicht ein Nachschlagewerk allein manchmal nicht aus?

Ein Nachschlagewerk zeigt die allgemeine Regel, ersetzt aber nicht die Prüfung des konkreten Satzes. Kläre bei anhaltender Unsicherheit die Stelle mit einer zuständigen Person oder Stelle, etwa im Schreibzentrum.

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