Teilnehmer und Teilnehmerinnen klar formulieren
Teilnehmer und Teilnehmerinnen richtig gendern
Hier finden Sie belegte Ausgangsformen, konkrete Prüfhandlungen und vollständige Beispielsätze für die Formulierung mit Teilnehmer und Teilnehmerinnen.
Belegte Ausgangsformen und Formulierungen prüfen
Der Wörterbucheintrag nennt für Teilnehmer den Genitiv des Teilnehmers und den Plural die Teilnehmer. Für eine ausgeschriebene Paarform kann ein vollständiger Beispielsatz so aussehen: „Teilnehmer und Teilnehmerinnen lesen den Text.“ Prüfen Sie in Ihrem eigenen Satz anschließend Artikel, Fall, Anzahl und Verbbezug. Wenn Sie diese Paarform verwenden, schreiben Sie beide Bestandteile vollständig aus.
Der Eintrag führt außerdem Anwesender, Anwesende, Besucher und Besucherin im Umfeld von Teilnehmer auf. Diese Wörter können in eigenen Beispielsätzen stehen, wenn ihr jeweiliger Personenbezug passt: „Ein Anwesender wartet.“ „Eine Anwesende wartet.“ „Ein Besucher wartet.“ „Eine Besucherin wartet.“ Prüfen Sie vor dem Einsetzen, ob der Satz genau diese Bezeichnung verlangt; die Wörter werden dadurch nicht zu austauschbaren Benennungen.
| Form im Satz | Beispielsatz | Prüfung |
|---|---|---|
| Genitiv | „Der Name des Teilnehmers fehlt.“ | Kontrollieren Sie Fall und Artikel. |
| Plural | „Die Teilnehmer warten.“ | Kontrollieren Sie, ob mehrere Personen gemeint sind. |
| Paarform | „Teilnehmer und Teilnehmerinnen lesen.“ | Kontrollieren Sie beide ausgeschriebenen Bestandteile. |
| Benennung aus dem Eintrag | „Eine Besucherin wartet.“ | Kontrollieren Sie den Personenbezug. |
Für Hinweise zu gendergerechte Sprache, Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit, Gendersternchen, Gender-Doppelpunkt, Binnen-I, Gender-Schrägstrich und Gender-Unterstrich prüfen Sie den vollständigen eigenen Satz sowie eine passende Sprachreferenz. Übernehmen Sie eine Schreibweise erst, nachdem Sie ihre Form im Satz kontrolliert haben. Der vorliegende Eintrag liefert dafür die genannten Formen von Teilnehmer und die aufgeführten Personenbezeichnungen, aber keine Vorgabe für die Auswahl in einem einzelnen Text. Formulieren Sie deshalb erst einen vollständigen Satz, lesen Sie ihn erneut und prüfen Sie den Bezug jeder Personenbezeichnung. Bei Unsicherheit können Sie das gewählte Wort in einem Wörterbuch nachschlagen und danach den Satz noch einmal kontrollieren.

Personenbezeichnungen im vollständigen Satz einordnen
Unterscheiden Sie zunächst die im Eintrag genannten Personenbezeichnungen voneinander: Teilnehmer, Anwesender, Anwesende, Besucher und Besucherin stehen als vollständige Wörter zur Verfügung. Verwenden Sie keine abgeschnittenen Wortteile aus einer Fundstelle. Schreiben Sie stattdessen einen vollständigen Satz mit Artikel, Personenbezeichnung und Verb. So bleibt sichtbar, welche Form Sie gerade prüfen.
Für eine Paarform können Sie die vollständige Wortfolge Teilnehmer und Teilnehmerinnen im eigenen Satz ausschreiben. Prüfen Sie danach, ob das Verb zum Subjekt passt und ob sich ein Pronomen eindeutig auf die Personenbezeichnung bezieht. Für eine neutrale Benennung ermitteln Sie zunächst das passende Wort für den konkreten Personenbezug, statt einen Ausdruck ohne Prüfung zu ersetzen. Die Seite maskulin, feminin und neutral kann als zusätzlicher Prüfweg dienen.
Der Wörterbucheintrag verweist darauf, dass bei Teilnehmer die Frage bestehen kann, ob nur männliche Personen oder auch andere gemeint sind; zugleich nennt er eine Diskussion über sprachliche Alternativen. Daraus folgt für diesen Text keine Vorgabe für eine einzige Schreibweise. Prüfen Sie den beabsichtigten Personenbezug Ihres Satzes und formulieren Sie die gewählte Bezeichnung anschließend grammatisch vollständig.
Wenn eine weitere Personenbezeichnung gesucht wird, können Sie Gender-Wörterbuch A bis D, Gender-Wörterbuch E bis K, Gender-Wörterbuch L bis P, Gender-Wörterbuch R bis S und Gender-Wörterbuch T bis Z als Nachschlagewege nutzen. Für die konkrete Bezeichnung einer kontaktierbaren Person prüfen Sie außerdem Ansprechperson. Übernehmen Sie einen dort gefundenen Ausdruck erst nach der Prüfung von Artikel, Kasus, Singular oder Plural und Satzbezug.
Paarformen und neutrale Benennungen gezielt prüfen
Der Eintrag führt bei Teilnehmer die Bezeichnungen Anwesender, Anwesende, Besucher und Besucherin auf. Daraus lassen sich ausgeschriebene Gegenüberstellungen bilden, ohne die Wörter im eigenen Text als gleichbedeutend zu behandeln. Prüfen Sie jeweils am ganzen Satz, ob die bezeichneten Personen wirklich gemeint sind.
- Ausgeschriebene Paarform: „Teilnehmer und Teilnehmerinnen lesen den Text.“ Die beiden Personenbezeichnungen stehen hier vollständig im Satz.
- Im Eintrag genannte Paarform: „Ein Anwesender und eine Anwesende warten.“ Prüfen Sie dabei Artikel und Bezug im Satz.
- Weitere im Eintrag genannte Paarform: „Ein Besucher und eine Besucherin kommen später.“ Verwenden Sie diese Wörter nur, wenn ihr Bezug zum Satz passt.
- Pluralform aus dem Eintrag: „Die Teilnehmer warten.“ Prüfen Sie, ob Ihr Satz mehrere Personen bezeichnet.
Die Quelle nennt die einzelnen Wörter, jedoch keine Auswahlvorgabe für einen bestimmten Text. Verwenden Sie deshalb nicht Anwesender, Anwesende, Besucher oder Besucherin als bloßen Ersatz für Teilnehmer. Lesen Sie nach dem Einsetzen den vollständigen Satz und prüfen Sie Artikel, Singular oder Plural, Verb und Pronomenbezug. Bei Unsicherheit schlagen Sie Rechtschreibung, Bedeutung und Grammatik des gewählten Wortes nach. Beim Begriff generisches Maskulinum bleibt ebenfalls der konkrete Satz maßgeblich: Formulieren Sie einen eigenen vollständigen Beispielsatz und kontrollieren Sie, ob die Benennung zu den beschriebenen Personen passt. So wird die Paarform sichtbar ausgeschrieben, während die im Eintrag genannten Alternativen nur dort stehen, wo ihre Bedeutung im Satz zutrifft.
Drei vollständige Beispielsätze mit verschiedenen Formen
Die folgenden Sätze sind kurze eigene Beispiele. Sie zeigen unterschiedliche vollständige Formulierungen, ohne eine davon als immer passend festzulegen.
- Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lesen den Hinweis.
- Die Anwesende beantwortet die Frage.
- Der Besucher wartet im Raum.
Prüfen Sie beim ersten Beispiel die ausgeschriebene Paarform als gesamtes Subjekt. Beim zweiten Beispiel stehen Artikel, Personenbezeichnung und Verb in einer vollständigen Satzform. Beim dritten Beispiel wird Besucher als im Eintrag genanntes Wort verwendet. Für Ihren eigenen Text ersetzen Sie weder Personenbezug noch Satzinhalt blind anhand dieser Beispiele. Formulieren Sie zuerst Ihren Satz, markieren Sie die Personenbezeichnung und kontrollieren Sie danach Kongruenz, Kasus und Pronomenbezug.
Wenn Sie eine Schreibweise mit Sonderzeichen erwägen, schreiben Sie zusätzlich eine vollständige Vergleichsfassung aus und prüfen Sie beide Fassungen Satz für Satz. Bei Unsicherheit ermitteln Sie die genaue Schreibung im Wörterbuch. Damit bleibt die Entscheidung an den eigenen Satz gebunden, statt aus einem Beispiel eine allgemeine Regel abzuleiten.

Vor der Auswahl vier Punkte kontrollieren
Gehen Sie vor der Formulierung vier Fragen durch. Erstens: Welche Ausgangsform steht im Satz, etwa Teilnehmer? Zweitens: Welchen Personenbezug soll die Bezeichnung im konkreten Satz tragen? Drittens: Für welche Zielgruppe schreiben Sie den Text? Viertens: Lässt sich der vollständige Satz nach Ihrer Auswahl klar lesen?
- Schreiben Sie die Ausgangsform mit Artikel und Verb auf.
- Benennen Sie den Personenbezug in einem vollständigen Satz.
- Lesen Sie den Satz aus Sicht Ihrer Zielgruppe und prüfen Sie die Lesbarkeit.
- Kontrollieren Sie Artikel, Adjektiv, Substantiv, Kasus, Singular oder Plural sowie Pronomenbezug.
- Schlagen Sie eine unklare Form nach, bevor Sie sie in den Text übernehmen.
Der Eintrag nennt für Teilnehmer die Genitivform des Teilnehmers und den Plural die Teilnehmer. Nutzen Sie diese Angaben als konkrete Kontrollpunkte, wenn genau diese Formen in Ihrem Satz vorkommen. Für andere gewünschte Formen führen Sie eine gezielte Nachschlageprüfung durch. Treffen Sie die Wahl erst nach dieser Prüfung von Ausgangsform, Personenbezug, Zielgruppe und Lesbarkeit.
Quellen und Stand
- Teilnehmer ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden: www.duden.de (geprüft am 2026-08-23)