Schlamassel oder Schlammassel: Was ist richtig?
Schlammassel Schlamassel: richtige Schreibweise
Richtig ist Schlamassel mit nur einem m. Die Variante Schlammassel gilt in der belegten Erklärung als falsch.
Die richtige Schreibweise ist Schlamassel
Die korrekte Schreibweise lautet Schlamassel. Das Wort steht mit einem m nach dem „a“ beziehungsweise ohne die zusätzliche Buchstabenfolge „mm“. Schlammassel ist die falsche Form.
Wenn in einer Formulierung von Schlamm die Rede ist, prüfen Sie dennoch, ob für eine verfahrene Situation oder ein Unglück Schlamassel geschrieben ist. Ein Zusammenhang mit dem Stoff „Schlamm“ ist für diese Schreibweise nicht maßgeblich.
Direkt sichtbar lautet die Antwort daher: Schlamassel, nicht Schlammassel. Diese Unterscheidung kann im eigenen Text an kurzen Beispielen geprüft werden. Prüfen Sie dabei, ob die belegte Form Schlamassel verwendet wird.
Prüfbeispiel: „Das ist ein Schlamassel.“ Die zu prüfende Schreibweise lautet auch hier Schlamassel.

Die Wortherkunft erklärt das einzelne m
Die belegte Erklärung bezieht die Schreibweise auf die Herkunft des Wortes. Schlamassel bezeichnet danach eine verfahrene Situation beziehungsweise ein Unglück. Die Form gelangte aus dem Rotwelschen in die Umgangssprache und geht auf Bestandteile aus dem Jiddischen und Hebräischen zurück.
Für die Schreibentscheidung ist besonders wichtig: In dieser Herkunftserklärung steckt nicht das Wort „Schlamm“. Deshalb wird die Form nicht zu Schlammassel erweitert. Richtig ist Schlamassel; falsch ist Schlammassel.
Die Regel lässt sich an Beispielen anwenden. Richtig: „Nach dem Missverständnis entstand ein Schlamassel.“ Falsch: „Nach dem Missverständnis entstand ein Schlammassel.“ Richtig: „Sie musste den Schlamassel selbst ausbaden.“ Falsch: „Sie musste den Schlammassel selbst ausbaden.“
Prüfen Sie die Form in jedem Beispielsatz unabhängig von Satzanfang, Artikel oder Verb. Die Schreibprüfung richtet sich darauf, ob dort Schlamassel mit einem „m“ oder die falsche Form Schlammassel mit zwei „m“ steht.
Für einen eigenen Satz genügt die Prüfung, ob die geschriebene Form mit der belegten Form Schlamassel übereinstimmt.
Richtig und falsch im direkten Vergleich
Bei jedem Paar steht zuerst der Satzanfang, danach folgt die eigentliche Schreibentscheidung. So bleibt getrennt erkennbar, dass nicht der Satzanfang die Regel trägt, sondern das fragliche Wort.
| Richtig | Falsch |
|---|---|
| „Der Schlamassel ist noch nicht beendet.“ | „Der Schlammassel ist noch nicht beendet.“ |
| „Wir müssen diesen Schlamassel klären.“ | „Wir müssen diesen Schlammassel klären.“ |
| „Am Ende badete er den Schlamassel selbst aus.“ | „Am Ende badete er den Schlammassel selbst aus.“ |
Im ersten Paar lautet der Satzanfang „Der“. Die Regel betrifft aber nicht den Artikel, sondern die Schreibweise des folgenden Wortes: Schlamassel ist richtig, Schlammassel falsch.
Im zweiten Paar steht vor dem Wort „diesen“. Auch dieser Satzanfang beziehungsweise die Begleiterform ist nicht die Ursache der Entscheidung. Maßgeblich bleibt wieder das einzelne „m“ in Schlamassel.
Im dritten Paar verändert die Verbform „badete“ den Satz. Sie hat keinen Einfluss auf die Buchstabenfolge des Substantivs. Richtig bleibt Schlamassel. Die zusätzliche Verdopplung in Schlammassel macht die Form in diesem Vergleich falsch.
Die drei Paare wenden dieselbe belegte Schreibentscheidung an: Der Ausdruck wird mit einem „m“ geschrieben. Die Satzumgebung darf dabei wechseln, die korrekte Wortform bleibt gleich.
Schreibweise nicht aus „Schlamm“ ableiten
Leite die Schreibweise nicht von „Schlamm“ ab. Die belegte Herkunftserklärung führt Schlamassel nicht auf „Schlamm“ zurück. Deshalb ist Schlamassel richtig und Schlammassel falsch.
Auch Aussprache oder Umgangssprache entscheiden die Schreibweise nicht. Prüfe im eigenen Text die Buchstabenfolge: Steht dort Schlamassel mit einem „m“, entspricht die Form der belegten Schreibweise.
Vergleiche die eigene Form ausdrücklich mit Schlammassel. Das zusätzliche „m“ kennzeichnet die falsche Variante. So wird die Schreibweise geprüft, ohne sie aus dem Klang oder einer Verbindung zu „Schlamm“ abzuleiten.

Der kurze Merkcheck für den eigenen Text
Für eine schnelle Prüfung genügen vier Schritte:
- Schreibweise prüfen: Suche die Buchstabenfolge und kontrolliere, ob Schlamassel mit nur einem „m“ geschrieben ist.
- Regel prüfen: Denke daran, dass die belegte Erklärung das Wort nicht aus „Schlamm“ herleitet. Die zusätzliche Verdopplung ist deshalb nicht die richtige Form.
- Beispielsatz prüfen: Setze das Wort probeweise in einen Satz wie „Der Schlamassel belastet die Planung.“ Danach kontrollierst du erneut die Buchstabenfolge.
- Verwechslung prüfen: Vergleiche die eigene Form ausdrücklich mit Schlammassel. Stehen dort zwei „m“, liegt die falsche Variante vor.
Der anwendbare Prüfweg lautet somit: Wort ansehen, das „m“ zählen, die Herkunftserklärung ohne Schlammbezug berücksichtigen und anschließend einen kurzen Beispielsatz kontrollieren. Der Satzanfang wird dabei getrennt von der Regel betrachtet. Ob vor dem Wort „der“, „ein“, „diesen“ oder kein Begleiter steht, ändert nichts an der Schreibweise.
Als Merksatz genügt: Schlamassel schreibt sich mit einem m. Wer die Form im eigenen Text findet, kann sie direkt mit der belegten Schreibweise vergleichen. Die Form Schlammassel wird dabei als Verwechslung erkannt und nicht übernommen.
So sind Schreibweise, Regel, Anwendung und die naheliegende Verwechslung in einem kurzen Check verbunden. Eine zusätzliche Behauptung über Aussprache, Häufigkeit oder Gebrauch ist für diese Prüfung nicht erforderlich.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: www.vogt-text.ch (geprüft am 2026-08-15)