Reüssieren Bedeutung: Definition und Herkunft

Benjamin LohrerFachlich geprüft von Benjamin Lohrer, Lektor bei korrektur.de · Stand: 18. Oktober 2026

Herkunft, Schreibweise und Verwendung des Begriffs reüssieren

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Unter dem Suchbegriff Reüssieren Bedeutung lässt sich eine präzise Definition festhalten: Gemeint ist, mit einem Vorhaben Erfolg zu haben oder für eine Leistung spürbare Anerkennung zu finden. Seiner Herkunft nach entstammt der Ausdruck dem Französischen und gehört im heutigen Deutsch einer gehobenen, bildungssprachlichen Stilebene an. Für die praktische Verwendung ist vor allem die korrekte Schreibweise mit dem Vokal ü entscheidend, da es sich im Deutschen um einen regulären Umlaut und keineswegs um ein bloßes Trennungszeichen handelt.

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Reüssieren Bedeutung: Kompakte Definition und Einordnung

Im Kern drückt Reüssieren aus, dass eine Person oder ein Projekt erfolgreich abschneidet beziehungsweise positive Resonanz und Anerkennung erfährt. Im Satzbau wird das Verb typischerweise durch präpositionale Fügungen ergänzt, die genauer bestimmen, „bei jemandem“, in einer Funktion „als Autor“ oder „mit etwas“ Bestimmtem ein solcher Erfolg erzielt wird.

Stilistisch gilt der Ausdruck als bildungssprachlich und hebt sich deutlich von der Alltagssprache ab. Aus diesem Grund fügt er sich besonders stimmig in anspruchsvollere, formelle oder feuilletonistische und literarische Texte ein.

Sprachliche Herkunft und korrekte Schreibweise im Detail

Die wortgeschichtliche Herkunft führt direkt zum französischen Verb réussir, aus dem das Wort ins Deutsche übernommen wurde. Dieses wiederum wurzelt im italienischen riuscire, dessen ursprünglicher Wortsinn sich mit „wieder hinausgehen“ übersetzen lässt. Eine tiefere morphologische Aufspaltung in die Bestandteile ri und uscire trägt zum Verständnis der heutigen Wortbedeutung im Deutschen allerdings nichts weiter bei.

Im gegenwärtigen Sprachgebrauch kommt es für die Verwendung ausschließlich darauf an, dass damit das Erzielen von Erfolg oder das Gewinnen von Anerkennung ausgedrückt wird.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das ü innerhalb von reüssieren: Im deutschen Schriftsystem fungiert es als vollwertiger Umlautbuchstabe und nicht als diakritisches Trennungszeichen. Dementsprechend folgt auch die Worttrennung am Zeilenende dem regulären Muster re-üs-sie-ren, während das optisch ähnliche Trema in französischen Wörtern wie Noël lediglich markiert, dass zwei aufeinanderfolgende Vokale getrennt voneinander ausgesprochen werden.

Reüssieren Bedeutung
Reüssieren Bedeutung im Überblick.

Anschauliche Beispielsätze für die Verwendung von reüssieren

Typische Formulierung aus dem Kulturjournalismus und der Rezension: Das Stück reüssierte beim Publikum. Hier bringt der Satz zum Ausdruck, dass die aufgeführte Inszenierung bei den Zuschauenden großen Zuspruch, Anerkennung und sichtbaren Erfolg verbuchen konnte.

Anwendungsfall aus der Wirtschaftsberichterstattung: Das Unternehmen konnte im neuen Markt reüssieren. Diese Aussage verdeutlicht prägnant, dass der Betrieb sich in dem neu erschlossenen Marktsegment erfolgreich behauptet hat.

Verwendung im beruflichen Umfeld: Als Verhandlungsführerin konnte sie auf ganzer Linie reüssieren. Damit wird beschrieben, dass die betreffende Person in genau dieser anspruchsvollen Funktion fachliche Anerkennung gewann und ihre Ziele erfolgreich umsetzte.

Passende Synonyme und treffende Alternativen im Kontext

Steht der reine Erfolg eines Vorhabens im Mittelpunkt, lassen sich je nach Satzzusammenhang Wendungen wie Erfolg haben, sich durchsetzen oder ankommen heranziehen. Welche Formulierung den Ton am besten trifft, richtet sich danach, ob eher das Erreichen eines Ziels, die erworbene Anerkennung oder die positive Resonanz betont werden soll.

Soll hingegen stärker der Moment des Gelingens hervorgehoben werden, bieten sich bei entsprechender Satzkonstruktion vor allem Ausdrücke wie gelingen, glücken sowie Anklang finden als Ersatz an. Gerade die Wendung „Anklang finden“ eignet sich hervorragend, sobald die wohlwollende Aufnahme durch ein Publikum gemeint ist.

Geht es um einen beruflichen oder gesellschaftlichen Aufstieg, greifen Schreibende oft auf Alternativen wie sich etablieren und Fuß fassen zurück. Allerdings kennzeichnen diese beiden Ausdrücke primär einen länger andauernden Prozess der Festigung, wohingegen reüssieren deutlich allgemeiner das Eintreten von Erfolg oder Wertschätzung benennt.

Hinweise zur Verwendung und Abgrenzung von Verwechslungen

Wichtig für die korrekte Schreibweise im Deutschen: Verbindlich ist allein die Form reüssieren mit dem Umlaut ü, während Varianten wie reussieren ohne Punkte oder reüßieren mit Eszett von der amtlichen Rechtschreibung abweichen. Lediglich dort, wo technische Eingabesysteme keinen Umlaut verarbeiten können, dient reuessieren als Behelfsschreibung; regulär im Fließtext gehört jedoch stets reüssieren.

Ein Blick auf Silbenbau und Aussprache zeigt: Da das Verb in die vier Silben re-üs-sie-ren gegliedert wird, werden das e der Vorsilbe und das nachfolgende ü getrennt artikuliert, weshalb die bisweilen anzutreffende Form reussieren auch lautlich nicht der deutschen Standardschreibung entspricht.

Mit Blick auf das sprachliche Register ist Augenmaß gefragt: Da es sich um ein bildungssprachliches Wort handelt, hängt sein sinnvoller Einsatz in Bewerbungsschreiben oder wissenschaftlichen Texten maßgeblich von den Adressaten, der jeweiligen Textgattung und der angestrebten Tonalität ab; im Zweifel wirken direkte Ausdrücke wie „Erfolg haben“ oder „sich durchsetzen“ oft unmittelbarer.

Was mögliche regionale Gebrauchsunterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz angeht, liefern die gängigen Wörterbücher und Sprachkorpora keine belastbaren Vergleichsdaten für eine unterschiedliche Verbreitung. Unabhängig vom Sprachraum empfiehlt es sich daher immer, die Formulierung konsequent auf Textsorte und Leserschaft abzustimmen.

Besondere Vorsicht gilt der Abgrenzung zu dem ähnlich klingenden Verb resümieren, welches inhaltlich zusammenfassen oder Bilanz ziehen heißt. Zwar teilen beide Fremdwörter die Anfangssilbe re sowie die französische Sprachherkunft, doch ihre Bedeutungen haben keinerlei Berührungspunkte.

Reüssieren Bedeutung

Stilberatung: Wann gehobene Ausdrücke einen Text bereichern

Ausdrücke wie reüssieren verleihen Absätzen unweigerlich einen gehobenen, bildungssprachlichen Klang. Ob eine solche Färbung dem jeweiligen Beitrag guttut, entscheidet sich stets im Zusammenspiel von Textgattung, angesprochener Leserschaft und der beabsichtigten stilistischen Wirkung.

Richtet sich ein Beitrag an eine möglichst breite Öffentlichkeit, können seltene Fremdwörter mitunter sperrig oder wenig vertraut wirken. Wer in solchen Fällen zugunsten einer raschen Verständlichkeit auf ein geläufigeres Alltagswort ausweicht, senkt damit keineswegs die sprachliche Qualität, sondern orientiert sich klug an den Bedürfnissen der Zielgruppe.

Als verlässliche Entscheidungshilfe beim Schreiben dient die Frage nach dem konkreten inhaltlichen Mehrwert: Drückt das gewählte Fremdwort eine Nuance aus, die bei einer schlichten Formulierung verloren ginge? Gerade bei reüssieren kann das mitschwingende Element „Anerkennung finden“ genau diesen feinen Unterschied ausmachen, während in zahlreichen anderen Kontexten ein schlichtes „Erfolg haben“ völlig ausreicht.

Auch beim Verfassen akademischer Abschlussarbeiten sollte das Vokabular sorgfältig auf die jeweilige Fachsprache und Textsorte abgestimmt werden. Terminologische Fachausdrücke sind immer dann unverzichtbar, wenn sie den untersuchten Gegenstand exakt erfassen, wohingegen allgemein bildungssprachliche Raritäten nur wohldosiert und sachlich passend einfließen sollten.

Dabei lohnt sich eine klare Unterscheidung: Ein echter Fachbegriff verfügt innerhalb einer wissenschaftlichen Disziplin über eine fest umrissene Definition und gehört dort zum etablierten Fachwortschatz. Ein selten gebrauchtes Wort des gehobenen Stils ist zwar nicht grundsätzlich verkehrt, muss sich im Satzgefüge aber stets durch präzise Bedeutung, gute Lesbarkeit und eine klare Funktion rechtfertigen.

Fazit: Reüssieren Bedeutung, Definition und Herkunft im Überblick

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Reüssieren bedeutet, mit einem Vorhaben Erfolg zu haben oder bei anderen Anerkennung zu finden. Sprachgeschichtlich stammt das Verb vom französischen réussir ab und reicht über das italienische riuscire bis zur ursprünglichen Grundbedeutung „wieder hinausgehen“ zurück.

In der deutschen Rechtschreibung steht das ü in reüssieren als regulärer Umlaut und nicht als Trennungszeichen, wobei die korrekte Silbentrennung re-üs-sie-ren lautet. Sollen Texte eine möglichst breite Leserschaft ohne Umwege erreichen, erweist sich die vertraute Wendung „Erfolg haben“ häufig als die treffendere und klarere Lösung.

Eng verwandt im Wortfeld rund um Leistung, Gelingen und öffentliches Ansehen sind außerdem die Begriffe ambitioniert, souverän sowie Reputation.

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Stand: 18. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 18. Oktober). Reüssieren Bedeutung: Definition, Herkunft und Verwendung. korrektur.de. https://korrektur.de/reuessieren-bedeutung

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Häufige Fragen zu Reüssieren Bedeutung

Was bedeutet reüssieren?

Das Verb reüssieren trägt die Bedeutung, mit etwas Erfolg zu haben oder öffentliche Anerkennung zu finden. Im Satz wird der Ausdruck meist durch Angaben ergänzt, die verdeutlichen, bei welchem Publikum, in welcher Funktion oder womit jemand erfolgreich ist.

Warum steht ein Trema auf dem u?

In der deutschen Schreibung handelt es sich beim ü um einen vollwertigen Umlautbuchstaben und nicht um ein französisches Trennungszeichen. Die reguläre Trennung nach Silben erfolgt nach dem Muster re-üs-sie-ren.

Woher kommt das Wort reüssieren?

Entlehnt wurde der Begriff aus dem französischen Verb réussir, das seinerseits auf das italienische Wort riuscire mit der ursprünglichen Bedeutung „wieder hinausgehen“ zurückgeht.

Ist reüssieren in Deutschland gebräuchlich?

Gängige deutsche Standardwörterbücher führen reüssieren als Verb der gehobenen Bildungssprache. Belastbare Rückschlüsse darauf, wie häufig das Wort im Vergleich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz tatsächlich verwendet wird, erlaubt diese stilistische Einordnung jedoch nicht.

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