Residenz und Haymon: Zwei Wege zum Manuskript
Residenz oder Haymon: Programm und Rückmeldung
Der Residenz Verlag und der Haymon Verlag nehmen Manuskripte an, doch die Wege unterscheiden sich deutlich. Der Residenz Verlag verlangt Ausdrucke oder Kopien per Post, der Haymon Verlag bittet um Exposé und Leseprobe per E-Mail. Zur Rückmeldung sagen beide Häuser wenig bis nichts, und genau das ist für die Vorbereitung deiner Einreichung wichtig.
Einreichweg im Vergleich
Der Residenz Verlag und der Haymon Verlag nehmen Kontakt von Autorinnen und Autoren an, verlangen aber unterschiedliche Wege. Lies die Vorgaben der jeweiligen Verlagsseite genau, denn die Wege lassen sich nicht austauschen. Ein Manuskript-Check vor dem Versand hilft dabei, die eigenen Unterlagen mit den dort genannten Formvorgaben abzugleichen, egal ob am Ende ein Brief oder eine E-Mail steht.
Laut Verlag nimmt der Residenz Verlag keine Zusendungen per E-Mail an, ebenso wenig auf Diskette oder CD, und auch keine handschriftlichen Texte. Erwünscht sind ausschließlich Ausdrucke oder Kopien, die auf dem Postweg eingereicht werden. Die Manuskripte gehen dabei an das Lektorat des Residenz Verlags in Wien, eine genaue Anschrift wird an dieser Stelle bewusst nicht ausgeschrieben. Mehr zur Einreichung bei Residenz findest du auf der eigenen Seite dazu.
Der Haymon Verlag geht einen anderen Weg. Seine Verlagsseite wünscht sich, dass Autorinnen und Autoren ihr Exposé gemeinsam mit einer Leseprobe elektronisch an die dort genannte Adresse schicken, statt ein vollständiges gedrucktes Manuskript einzureichen. Auch die Kontaktseite des Haymon Verlags nimmt auf diesen Weg Bezug: Sie bittet, Manuskriptangebote an eine gesonderte Adresse zu senden, und verweist für die eigentlichen Richtlinien auf die Manuskriptseite. Zu Umfang, Dateiformat oder einem möglichen Postweg macht der Verlag keine Angaben. Bereitest du die Einreichung bei Haymon vor, brauchst du Exposé und Leseprobe als Kernbestandteile, kein vollständiges gedrucktes Manuskript und keinen Ausdruck.
Der Residenz Verlag nennt ausschließlich den Postweg, der Haymon Verlag ausschließlich den E-Mail-Weg. Die beiden Verfahren stehen nebeneinander.
| Frage | Residenz | Haymon |
|---|---|---|
| Programm | Literatur und Sachbuch, siehe Programmabschnitt | Offen für neue Texte und Stimmen, siehe Programmabschnitt |
| Einreichweg | Nur Post | E-Mail mit Exposé und Leseprobe |
| Post | Ausdrucke oder Kopien, keine Disketten, CDs oder handschriftlichen Texte | Kein Postweg genannt |
| Unterlagen | Inhaltsangabe, biografische Notiz, Exposé, Probekapitel | Exposé und Leseprobe |
| Umfang | Probekapitel von etwa 20 Seiten | Keine Angabe |
| Rückmeldung | Keine Antwort, keine Bewertung | Keine Angabe |
Beide Häuser lassen an unterschiedlichen Stellen Angaben offen. Das ist keine Aussage über Annahme oder Ablehnung. Orientiere dich an den genannten Angaben und triff keine Annahmen über die fehlenden Punkte.

Unterlagen und Rückmeldung
Der Residenz Verlag beschreibt auf seiner Manuskriptseite, welche Unterlagen er sich idealerweise wünscht. Dazu zählen eine Inhaltsangabe, eine kurze biografische Notiz, ein Exposé für den Roman sowie ein Probekapitel von ungefähr 20 Seiten. Diese Zusammenstellung wird als wünschenswerte Form beschrieben, nicht als einzige mögliche Variante. Beim Schreiben des Exposés klärst du Aufbau und Umfang.
Zur Rückmeldung macht der Residenz Verlag eine deutliche Ansage: Einsendungen werden nicht beantwortet, und der Text wird weder mündlich noch schriftlich bewertet. Die Bearbeitung kann dabei drei bis sechs Monate dauern, wobei Nachfragen diesen Vorgang nach Angabe des Verlags nicht beschleunigen. Stell dich also auf eine lange Wartezeit ohne garantierte Antwort ein. Zusätzlich hält der Verlag fest, dass unaufgefordert eingesandte Manuskripte nicht zurückgeschickt werden, es sei denn, ein frankierter und adressierter Rückumschlag liegt der Sendung bei. Möchtest du dein Material zurückerhalten, leg den Umschlag selbst bei.
Beim Haymon Verlag liest sich die Ansprache anders. Die Verlagsseite schreibt, dass sie sich freut, wenn Autorinnen und Autoren, die an einem passenden Manuskript arbeiten, Kontakt aufnehmen. Diese Formulierung beschreibt eine offene Haltung gegenüber neuen Einsendungen, ohne dabei etwas über die konkrete Bearbeitung oder eine Antwortzusage zu sagen. Der Verlag nennt dazu nichts. Eine fehlende Angabe ist keine Absage.
Prüfe deine Unterlagen vorab sorgfältig. Ein Buch-Lektorat vor dem Versand kann helfen, Text und Begleitmaterial in eine überzeugende Form zu bringen, bevor die Einreichung bei Haymon oder beim Residenz Verlag erfolgt.
Der Residenz Verlag spricht die fehlende Rückmeldung offen an, der Haymon Verlag äußert sich dazu nicht. Verlass dich deshalb nicht auf eine bestimmte Reaktionszeit und sieh die Einreichung als offenen Vorgang.

Programm und Unterschiede
Der Residenz Verlag beschreibt sein Literaturprogramm mit jungen Neuentdeckungen aus dem deutschsprachigen Raum, der Betreuung des Gesamtwerks renommierter österreichischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie ausgewählten Übersetzungen. Im Sachbuchbereich nennt der Verlag Themen wie Zeitgeschichte, Nachhaltigkeit, Kunst und Biografien. Gegründet wurde der Residenz Verlag 1956 von Wolfgang Schaffler in Salzburg.
Der Haymon Verlag beschreibt seine eigene Entstehung anders: Nach eigener Angabe wurde er 1982 gegründet und besteht seit mehr als 40 Jahren. Als Mission beschreibt der Verlag, verschiedenen Stimmen Raum zu geben und Bücher zu gestalten, die zum Nachdenken anregen, im besten Fall sogar zu einem Umdenken führen. Zusätzlich beschreibt sich der Haymon Verlag als offen für neue Texte, Stimmen und Blickwinkel. Diese Selbstbeschreibung sagt etwas über die Haltung des Hauses aus, nicht jedoch darüber, welche konkreten Manuskripte angenommen werden. Lies die Mission als Orientierung, nicht als Zusage.
Neben dem Haymon Verlag führt die Kontaktseite auch Haymon Krimi als eigenes Programm mit eigenen Ansprechpersonen. Frag dich vor der Einreichung, welcher Programmbereich inhaltlich am besten passt.
Die Impressen beider Häuser geben zusätzlich Aufschluss über die Firmenstruktur: Für den Residenz Verlag nennt das Impressum eine GmbH mit Sitz in Salzburg, für den Haymon Verlag eine Ges.m.b.H. mit Sitz in Innsbruck. Diese Angaben beschreiben lediglich Firmenform und Ort, ohne etwas über Einreichwege oder Programme auszusagen. Sie zeigen aber, dass es sich um zwei eigenständige Unternehmen mit unterschiedlichem Sitz handelt, auch wenn beide Häuser in Österreich ansässig sind.
Miss dein Manuskript am Programm beider Häuser, statt es wahllos an mehrere Adressen zu schicken. Passt dein Projekt weder zum Profil des Residenz Verlags noch zu dem des Haymon Verlags, kann es sinnvoll sein, dich über Literaturagentur finden beraten zu lassen, statt direkt bei einem Verlag einzureichen. Ebenso kann es helfen, über Verlag finden systematisch einen Verlag zu suchen, der besser zu deinem Text passt, bevor du Unterlagen verschickst. Für die Außendarstellung des eigenen Projekts lohnt sich außerdem ein überzeugender Klappentext, der die Kernidee des Manuskripts knapp zusammenfasst und sowohl für eine Agentur als auch für einen Verlag hilfreich sein kann. So lässt sich die eigene Einreichung gezielter vorbereiten, unabhängig davon, welches der beiden Häuser am Ende die passendere Adresse ist.
Quellen und Stand
- Residenz Verlag, Manuskripte: www.residenzverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Residenz Verlag, Über uns: www.residenzverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Residenz Verlag, Verlagsgeschichte: www.residenzverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Residenz Verlag, Impressum: www.residenzverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Haymon Verlag, Manuskripte: www.haymonverlag.at (geprüft am 2026-10-09)
- Haymon Verlag, Kontakt: www.haymonverlag.at (geprüft am 2026-10-09)
- Haymon Verlag, Das ist Haymon: www.haymonverlag.at (geprüft am 2026-10-09)
- Haymon Verlag, Impressum: www.haymonverlag.at (geprüft am 2026-10-09)