Zwei Kinderbuchverlage, zwei unterschiedliche Wege zur Einsendung

Ravensburger oder Thienemann: Annahmestatus, Wege und Rückmeldung

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2026 · Buch veröffentlichen

Der Ravensburger Verlag öffnet für Buchmanuskripte einen E-Mail-Weg, während die Thienemann-Esslinger Verlag GmbH Stand 4. Oktober 2026 keine unverlangt eingesandten Manuskripte annimmt. Auch bei Unterlagen, Rückmeldung und Illustration unterscheiden sich die beiden Seiten deutlich voneinander.

Annahmestatus: ein offener Weg und ein Stopp

Ravensburger und Thienemann trennen sich schon bei der Frage, ob Stand 4. Oktober 2026 überhaupt Manuskripte angenommen werden. Beim Ravensburger Verlag findet sich auf der Autorenseite eine eigens dafür eingerichtete E-Mail-Adresse, an die unverlangte Manuskripte geschickt werden können. Ein Onlineformular für Buchmanuskripte oder eine Postadresse nennt die Seite nicht, auch wenn für Illustrationen ein anderer Weg beschrieben wird. Wer vorab sicherstellen möchte, dass der eigene Text in einem belastbaren Zustand ist, kann einen Manuskript-Check nutzen, bevor überhaupt eine Adresse angeschrieben wird.

Bei Thienemann sieht die Lage anders aus. Die Thienemann-Esslinger Verlag GmbH teilt auf ihrer Seite mit, dass sie derzeit keine unverlangt eingesandten Manuskripte zur Prüfung annimmt, und bittet ausdrücklich darum, im Moment keine neuen Texte zuzuschicken. Ein Enddatum oder ein Termin, ab dem wieder angenommen wird, steht dort nicht. Es handelt sich damit um einen beschriebenen Zustand zum genannten Stichtag, nicht um eine endgültige Absage auf unbestimmte Zeit.

Eine weitere Einschränkung bei Ravensburger betrifft nicht Bücher, sondern Spielvorschläge: Diese werden Stand 4. Oktober 2026 nach Angabe der Seite nicht mehr direkt im Haus bearbeitet. Für Buchmanuskripte gilt diese Regel nach dem Wortlaut der Seite jedoch nicht, sie bleibt auf den Spielbereich beschränkt. Damit lässt sich zusammenfassen: Der eine Verlag beschreibt für Bücher einen konkreten Einreichweg, der andere bittet derzeit allgemein darum, keine Manuskripte zu schicken. Eine Aussage über Annahmequoten oder darüber, wann sich das bei Thienemann wieder ändert, liefert keine der beiden Seiten.

Ravensburger oder Thienemann: der Ablauf in drei Schritten

Wege und Unterlagen im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Fragen rund um die Einreichung gegenüber. Sie beruht ausschließlich auf den Angaben, die auf den jeweiligen Verlagsseiten zu finden sind.

Tabelle: Frage, Ravensburger, Thienemann
FrageRavensburgerThienemann
Annahmestatus Stand 4. Oktober 2026Buchmanuskripte werden per E-Mail entgegengenommenUnverlangte Manuskripte werden derzeit nicht angenommen
Weg der EinsendungE-Mail-Adresse für unverlangte ManuskripteKein Weg angegeben, da kein Annahmebetrieb
UnterlagenKeine Vorgabe zu Exposé, Leseprobe oder UmfangKeine Angaben, da derzeit keine Einreichung vorgesehen
RückmeldungKeine Rücksendung, keine Antwort an alle EinsendendenSechs-Monats-Frist nur für früher eingegangene Arbeiten
NachfragenBitte, auf telefonische und schriftliche Nachfragen zu verzichtenTelefonische Nachfragen können nicht beantwortet werden
IllustrationPortfolio über ein Onlineformular bei TypeformSprechstunden auf Messen als einziger genannter Weg

Bei den Unterlagen zeigt sich eine auffällige Gemeinsamkeit: Keine der beiden Seiten schreibt eine bestimmte Form vor. Beim Ravensburger Verlag fehlt eine Vorgabe zu Exposé, Leseprobe, Umfang oder Dateiformat, obwohl ein Annahmeweg existiert. Wer sich dennoch an gängigen Standards orientieren möchte, findet in einer Anleitung für ein Exposé für den Roman Hinweise zu Aufbau und Umfang, auch wenn der Verlag selbst nichts dazu vorschreibt. Zusätzlich hält die Seite fest, dass bei einer Veröffentlichung keine Kosten für die Urheber entstehen.

Bei Thienemann fehlen Angaben zu Unterlagen aus einem anderen Grund: Weil derzeit kein Annahmebetrieb stattfindet, enthält die Seite auch keine Hinweise zu Exposé, Leseprobe, Format oder Anschreiben. Wer dort nach einem Weg zur Kontaktaufnahme für neue Manuskripte sucht, wird nicht fündig, denn weder eine Mailadresse noch ein Formular noch eine Adresse zur postalischen Zusendung sind auf dieser Seite verzeichnet. Während bei Ravensburger die fehlende Vorgabe also trotz offenem Weg besteht, erklärt sich das Fehlen bei Thienemann aus dem beschriebenen Annahmestopp.

Für Leserinnen und Leser, die beide Angebote nüchtern miteinander vergleichen wollen, lohnt sich ein Blick auf die praktischen Folgen dieser Unterschiede. Wer heute ein Buchmanuskript bei Ravensburger einsenden möchte, kann das über den genannten E-Mail-Weg tun, auch ohne feste Vorlage für Exposé oder Leseprobe; eine Zusage ist damit nicht verbunden. Wer dagegen an Thienemann denkt, sollte den aktuellen Stopp einkalkulieren und entweder abwarten oder sich nach anderen Verlagen umsehen. Diese Tabelle kann daher als erste Orientierung dienen; vor einer Einsendung lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Originalseiten beider Verlage.

Rückmeldung und Nachfragen: unterschiedliche Erwartungen

Beim Ravensburger Verlag ist die Erwartungshaltung klar beschrieben: Manuskripte werden nach eigener Angabe nicht zurückgeschickt, und der Verlag kann nicht allen Einsendenden antworten. Die Seite bittet deshalb, auf telefonische und schriftliche Nachfragen zu verzichten. Gemeldet wird sich laut Seite nur, wenn die eingereichte Geschichte zum Programm passt und überzeugt. Eine Frist, nach der automatisch von einer Absage auszugehen wäre, nennt die Seite nicht, sodass offenbleibt, wie lange eine Rückmeldung grundsätzlich dauern kann.

Bei Thienemann gilt eine andere Regel, die sich ausdrücklich nur auf Arbeiten bezieht, die vor dem aktuellen Annahmestopp eingegangen sind. Für diese früher eingereichten Manuskripte nennt die Seite eine Prüffrist von sechs Monaten. Bleibt eine Meldung nach Ablauf dieser Frist aus, bedeutet das laut Wortlaut kein Interesse. Für neu eingesandte Manuskripte gilt diese Frist nach dem Wortlaut jedoch nicht, da aktuell ohnehin keine neuen Einsendungen angenommen werden.

Auch beim Thema Nachfragen ähneln sich beide Häuser in der Grundhaltung, auch wenn die Begründung verschieden ausfällt. Thienemann teilt mit, telefonische Anfragen zu bereits eingesandten Manuskripten nicht beantworten zu können, und nennt keinen anderen Weg für Statusanfragen. Wer sich zusätzlich über Alternativen zum direkten Verlagsweg informieren möchte, kann eine Literaturagentur finden als weitere Option in Betracht ziehen, auch wenn dazu auf den beiden Verlagsseiten selbst nichts steht. Zusammengefasst bitten beide Verlage darum, von Nachfragen abzusehen, doch nur bei Thienemann ist eine konkrete Frist belegt, und diese betrifft ausdrücklich nur ältere Einsendungen.

Illustration: Formular hier, persönlicher Termin dort

Für Illustratorinnen, Grafikdesigner und Covergestalterinnen beschreibt der Ravensburger Verlag einen eigenen Weg. Gewünscht wird ein professionelles Portfolio oder aussagekräftige Arbeitsproben, die über ein Onlineformular bei Typeform eingereicht werden. Der Verlag weist darauf hin, dass Einreichungen, die diese Anforderungen nicht erfüllen, möglicherweise ohne Reaktion bleiben. Wer sich zusätzlich mit der sprachlichen Seite eines Manuskripts befasst, kann unabhängig davon ein Buch-Lektorat heranziehen, um den Text vor der Einreichung durchzusehen, auch wenn dieser Schritt auf keiner der beiden Verlagsseiten gefordert wird.

Thienemann beschreibt für neue Angebote von Illustratorinnen und Illustratoren einen gänzlich anderen Zugang: Sprechstunden auf einschlägigen Messen gelten als einziger genannter Weg. Welche Messen konkret gemeint sind und zu welchen Terminen diese Sprechstunden stattfinden, lässt die Seite offen. Ein Anmeldeweg oder eine Kontaktadresse für diesen Zweck wird ebenfalls nicht genannt.

Im Ergebnis stehen sich damit zwei grundsätzlich verschiedene Formate gegenüber: ein digitales Formular auf der einen und ein persönlicher Termin auf einer Messe auf der anderen Seite. Für Texteinreichungen von Autorinnen und Autoren lässt sich aus der Illustrationsregel von Thienemann nichts ableiten, da sich diese Angabe ausdrücklich nur auf Illustrierende bezieht und nicht auf Manuskripte im Textbereich übertragen werden kann.

Verlagsprofil und Programm im Hintergrund

Für die Einordnung beider Häuser lohnt ein Blick auf ihre Geschichte, auch wenn daraus keine Aussage zur aktuellen Annahme folgt. Die Geschichtsseite der Ravensburger Gruppe nennt Otto Maier als Gründer des Unternehmens im Jahr 1883 unter dem Namen Otto Maier Verlag, das erste Gesellschaftsspiel kam demnach 1884 auf den Markt. Als Marke für Kinder- und Jugendbücher im deutschsprachigen Raum führt die Gruppe das blaue Dreieck an, während die Marke F. X. Schmid heute im Bereich von Kinderbüchern und Spielkarten innerhalb der Gruppe verwendet wird.

Der Buchbereich auf der Autorenseite wird mit der Frage eingeleitet, ob das eigene Erstlingswerk bereit für eine größere Bühne ist. Welche Altersstufen oder Genres konkret gesucht werden, nennt die Seite für Buchmanuskripte allerdings nicht. Wer sich parallel einen Überblick über weitere Häuser verschaffen möchte, kann einen Verlag finden, der zum eigenen Projekt passt, auch wenn beide hier verglichenen Verlage jeweils eigene, unterschiedliche Wege beschreiben.

Thienemann wiederum ist laut eigener Angabe ein Tochterunternehmen von Bonnier Media Deutschland und entstand Anfang 2014 aus einer Fusion. Die Gründung des Hauses Thienemann geht auf Karl Ludwig Christian Thienemann zurück, der seinen Verlag am 1. Juni 1849 gründete. Das Programm reicht laut Verlagsseite vom Bilderbuch bis zum Roman für junge Erwachsene und deckt damit Kinder- und Jugendbücher für ein breites Altersspektrum ab. Unter dem gemeinsamen Dach stehen sechs Programmbereiche: Thienemann, Esslinger, Planet!, Gabriel, Aladin und Loomlight. Beide Häuser sind damit im Kinderbuchbereich zu Hause, doch Gründungsjahr, Konzernzugehörigkeit und Markenstruktur unterscheiden sich deutlich und sagen jeweils nur für den betreffenden Verlag etwas über das Profil aus, nicht über die Chancen einer Einsendung.

Ravensburger oder Thienemann: Prüfliste mit vier Punkten

Offene Fragen vor einer Entscheidung

Vor einer Einsendung an einen der beiden Verlage lohnt sich eine eigene Klärung mehrerer Punkte, ohne dass daraus eine Bewertung folgt, welches Haus die bessere Wahl wäre. Zunächst steht die Frage, ob ein Verlag Stand 4. Oktober 2026 überhaupt annimmt: Bei Thienemann ist dies nach eigener Angabe derzeit nicht der Fall, während der Ravensburger Verlag Buchmanuskripte über die dafür eingerichtete E-Mail-Adresse entgegennimmt.

Daran schließt sich die Frage an, welcher Einreichweg überhaupt belegt ist. Bei Ravensburger ist das die genannte E-Mail-Adresse für unverlangte Manuskripte, bei Thienemann gibt es aktuell keinen entsprechenden Weg, da kein Annahmebetrieb stattfindet. Wer dennoch ein Projekt vorbereiten möchte, steht vor der Frage, welche Form der Unterlagen gewählt wird, da keine der beiden Seiten eine Vorgabe macht. Auch der Klappentext für das eigene Werk lässt sich in dieser Phase bereits vorbereiten, auch wenn keine der Verlagsseiten dazu eine Vorgabe macht.

Schließlich bleibt die Frage, wie mit einer möglicherweise ausbleibenden Antwort umzugehen ist. Beide Seiten beschreiben Situationen, in denen keine Rückmeldung erfolgt, allerdings mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlicher Reichweite der jeweiligen Angabe. Eine Wertung, welcher der beiden Verlage vorzuziehen ist oder wo eine Einsendung mehr Aussicht hätte, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.

Quellen und Stand

„Zwei Kinderbuchverlage, zwei unterschiedliche Wege zur Einsendung“ erscheint auf dieser Seite unter dem Titel „Ravensburger vs. Thienemann: Manuskript einreichen 2026“.

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Häufige Fragen zu Ravensburger und Thienemann

Nimmt der Ravensburger Verlag auch Spielideen über die Manuskript-Mailadresse an?

Nein. Die E-Mail-Adresse für unverlangte Manuskripte betrifft laut Verlagsseite Buchmanuskripte. Für Spielvorschläge gilt Stand 4. Oktober 2026 eine eigene Einschränkung: Diese werden nicht mehr direkt im Haus bearbeitet, die Seite verweist dafür auf persönliche Vorstellungen bei Veranstaltungen.

Gibt es bei Thienemann einen Weg, um ein neues Manuskript trotzdem vorzustellen?

Für Manuskripte beschreibt die Seite derzeit keinen Weg, da unverlangt eingesandte Manuskripte Stand 4. Oktober 2026 nicht angenommen werden. Für Illustrationen nennt die Seite dagegen Sprechstunden auf Messen als Möglichkeit, Mappen und Projekte persönlich zu zeigen.

Muss ein Manuskript für Ravensburger ein Exposé enthalten?

Die Autorenseite von Ravensburger macht dazu keine Vorgabe. Weder ein Exposé noch eine Leseprobe, ein bestimmter Umfang oder ein Dateiformat werden dort genannt, die Form bleibt den Einsendenden überlassen.

Was passiert, wenn nach der Sechs-Monats-Frist bei Thienemann keine Antwort kommt?

Laut Verlagsseite bedeutet ausbleibende Rückmeldung nach Ablauf dieser Frist kein Interesse. Die Frist gilt ausdrücklich nur für Arbeiten, die vor dem aktuellen Annahmestopp eingegangen sind, nicht für neu eingesandte Manuskripte.

Entstehen bei einer Veröffentlichung durch Ravensburger Kosten für die Urheber?

Nach Angabe der Verlagsseite entstehen bei einer Veröffentlichung keine Kosten für die Urheber. Zu Honorarhöhe, Vorschuss oder weiteren Vertragsdetails äußert sich die Seite nicht.

Kann man sich bei Thienemann telefonisch nach dem Stand eines Manuskripts erkundigen?

Laut Verlagsseite können telefonische Anfragen zu bereits eingesandten Manuskripten nicht beantwortet werden. Ein anderer Weg für Statusanfragen wird auf der Seite nicht genannt.

Gehört die Marke F. X. Schmid noch zu Ravensburger?

Ja, laut Markenübersicht der Ravensburger Gruppe wird die Marke F. X. Schmid heute im Bereich der Kinderbücher und Spielkarten von Ravensburger verwendet.

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