Picus und Residenz: So reichst du dein Manuskript ein
Picus oder Residenz: Programm und Rückmeldung
Picus und der Residenz Verlag nehmen Einsendungen beide per Post an und schließen die E-Mail aus. Beide Häuser nennen auf ihren Seiten ein Exposé und ein Probekapitel als Teil der Unterlagen, doch bei Umfang, Rücksendung und Antwortverhalten setzt jedes Haus eigene Regeln.
Einreichweg im Vergleich: Post, Umfang und Rücksendung
Picus und der Residenz Verlag nehmen Einsendungen beide per Post an und schließen die E-Mail aus. Wer sein Werk bei einem der beiden Häuser vorlegen möchte, sollte sich vorab einen Manuskript-Check gönnen, damit Aufbau und Umfang zur jeweiligen Vorgabe passen. Bevor du den Umschlag absendest, lohnt sich ein Blick auf die Einreichung bei Picus, denn dort stehen die genauen Angaben zum Postweg und zu den Ausschlüssen.
| Frage | Picus | Residenz |
|---|---|---|
| Programm | Belletristik, Kinderbücher, Sachbücher, Reihe Picus Lesereisen | Literatur mit Schwerpunkt auf Neuentdeckungen und Sachbuch |
| Einreichweg | Nur Post | Nur Post |
| Post | Kein Einschreiben erwünscht | Nur Ausdrucke oder Kopien an die Lektoratsstelle in Wien |
| Unterlagen | Exposé, Leseprobe, Vorstellung der Person | Inhaltsangabe, biografische Notiz, Exposé, Probekapitel |
| Rückmeldung | Nur bei Interesse | Keine Antwort, keine Bewertung |
| Rücksendung | Keine Haftung, keine Rücksendung | Nur mit frankiertem Rückumschlag |
Der Picus Verlag gibt als Einreichweg ausdrücklich die Post an. Nach den Angaben des Verlags, Stand 9. Oktober 2026, werden Angebote, die per E-Mail oder auf elektronischen Datenträgern eingehen, nicht bearbeitet und auch nicht gespeichert; allein der Postweg bleibt offen. Wer also ein Manuskript an das Wiener Haus schicken will, verzichtet besser gleich auf eine E-Mail und greift stattdessen zum klassischen Briefumschlag.
Beim Residenz Verlag gilt eine ähnliche Einschränkung, allerdings mit noch mehr ausgeschlossenen Wegen: Der Verlag nimmt nur Post an und lehnt E-Mail, Diskette, CD und handschriftliche Texte ab. Erlaubt sind nach seinen Angaben, Stand 9. Oktober 2026, als Alternative dazu nur Ausdrucke oder Kopien; diese gehen an die Lektoratsstelle in Wien.
Auch bei der Haftung und der Rücksendung unterscheiden sich beide Häuser, jeweils mit Stand 9. Oktober 2026. Picus übernimmt für eingesandtes Material keine Haftung und schickt nichts zurück; zusätzlich bittet der Verlag darum, auf ein Einschreiben zu verzichten. Der Residenz Verlag geht einen anderen Weg: Er schickt Unterlagen nur zurück, wenn ein ausreichend frankierter und adressierter Rückumschlag beiliegt, und bittet Illustratorinnen und Illustratoren ausdrücklich, keine Originale zu versenden, sondern Kopien. Wer sich für einen der beiden Wege entscheidet, sollte diese Einschränkungen also vorher genau lesen, damit das Paket nicht ungeöffnet zurückkommt oder verloren geht.

Unterlagen und Rückmeldung: Was beide Häuser verlangen
Wer ein Exposé für den Roman vorbereitet, sollte wissen, dass Picus und Residenz dafür unterschiedliche Begleitunterlagen nennen. Picus möchte neben dem Exposé eine Leseprobe und eine kurze Vorstellung der einreichenden Person sehen. Die Leseprobe soll dabei höchstens 30 Seiten umfassen; wer unsicher ist, ob die eigene Probe zu lang geraten ist, kann vor dem Versand ein Buch-Lektorat nutzen, um Umfang und Sprache noch einmal zu prüfen.
Der Residenz Verlag wünscht sich als Idealfall vier Teile: eine Inhaltsangabe, eine kurze biografische Notiz, ein Exposé sowie zusätzlich ein Probekapitel mit etwa 20 Seiten Umfang. Diese vier Teile sind also nicht identisch mit der Picus-Liste, auch wenn sich Exposé und Probetext bei beiden Häusern wiederfinden. Wer parallel bei beiden Verlagen einreichen möchte, sollte die Unterlagen deshalb getrennt zusammenstellen und nicht einfach ein Paket an beide Adressen schicken.
Beim Thema Rückmeldung zeigen sich die größten Unterschiede. Picus braucht nach eigener Angabe wegen der großen Zahl an Einsendungen einige Zeit für die Prüfung, wünscht sich dabei aber keine Nachfragen zum Stand, und eine Antwort gibt es ausschließlich dann, wenn der Verlag an einem Angebot interessiert ist. Eine feste Frist gibt Picus nicht an.
Der Residenz Verlag nennt dagegen einen konkreten Zeitraum von drei bis sechs Monaten für die Bearbeitung und weist darauf hin, dass Nachfragen diesen Vorgang nicht beschleunigen. Darüber hinaus erklärt der Verlag ausdrücklich, dass er Einsendungen wegen des hohen Verwaltungsaufwands weder beantwortet noch bewertet, weder mündlich noch schriftlich. Wer hier auf eine inhaltliche Rückmeldung zum eigenen Text hofft, sollte diese Angabe also ernst nehmen und die Erwartung entsprechend anpassen. Eine Einreichung bei Picus und eine Einreichung bei Residenz folgen damit zwar einer ähnlichen Grundidee, nämlich dem Postweg mit Exposé und Probetext, doch im Detail der Rückmeldung trennen sich die beiden Häuser deutlich.

Programm und Herkunft: Zwei eigenständige Verlagshäuser
Picus und Residenz unterscheiden sich nicht nur beim Einreichweg, sondern auch im Programm und in der eigenen Geschichte. Wer vor dem Versand noch unsicher ist, welches der beiden Häuser zum eigenen Text passt, kann zusätzlich eine Literaturagentur finden und deren Einschätzung einholen, bevor das Manuskript auf die Post geht.
Das Programm von Picus umfasst nach Angaben des Verlags Belletristik, Kinderbücher, Sachbücher und eine eigene Reihe mit Reisethemen. Gleichzeitig nennt der Verlag mehrere Sparten, die ausdrücklich nicht verlegt werden, darunter Lyrik, Fantasy und Science-Fiction sowie Märchen, Jugendbücher, Ratgeber und Fotobände. Wer ein Fantasy-Manuskript einreichen möchte, sollte vorab einen Blick in diese Liste der ausgeschlossenen Sparten werfen, denn Picus verlegt keine Fantasy.
Zur Herkunft von Picus gehört ein Sitz in Wien; gegründet wurde der Verlag 1984 von Dorothea Löcker und Alexander Potyka. Laut dem Verlagsporträt arbeitet das Haus mit drei Mitarbeiterinnen, bringt jährlich rund dreißig Titel heraus und hat insgesamt mehr als 1200 Bücher veröffentlicht. Das Porträt beschreibt den Verlag außerdem als nach wie vor unabhängig. Im Impressum steht dazu eine Ges.m.b.H. mit Geschäftsführung durch Alexander Potyka, ohne Muttergesellschaft, und das zuständige Ministerium führt für den Verlag Mittel aus der Kunstförderung auf.
Der Residenz Verlag beschreibt sein Profil anders: Er nennt junge Neuentdeckungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, die Betreuung des Gesamtwerks renommierter österreichischer Autorinnen und Autoren, ausgewählte Übersetzungen sowie ein Sachbuchprogramm. Gegründet wurde das Haus 1956 in Salzburg. Seit Juli 2015 gehört der Verlag nach eigener Angabe vollständig der Salzburger PDP Holding; davor war seit Dezember 2003 das Niederösterreichische Pressehaus Eigentümer. Im Impressum steht als Sitz der Stadtteil Salzburg-Gnigl.
Wer die eigene Textidee noch nicht festgelegt hat, kann zusätzlich einen passenden Verlag finden, bevor die endgültige Entscheidung für Picus oder Residenz fällt. Auch ein kurzer, treffender Klappentext kann vor dem Versand helfen, die eigene Geschichte in wenigen Sätzen vorzustellen, da beide Verlage eine kurze Vorstellung der eingereichten Arbeit erwarten.
Quellen und Stand
- Picus Verlag, Kontakt: www.picus.at (geprüft am 2026-10-09)
- Picus Verlag, Verlagsportrait: www.picus.at (geprüft am 2026-10-09)
- Picus Verlag, Impressum: www.picus.at (geprüft am 2026-10-09)
- Residenz Verlag, Manuskripte: www.residenzverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Residenz Verlag, Über uns: www.residenzverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Residenz Verlag, Verlagsgeschichte: www.residenzverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Residenz Verlag, Impressum: www.residenzverlag.com (geprüft am 2026-10-09)