Homoioteleuton: Gleich klingende Endungen erkennen
Homoioteleuton einfach erklärt
Homoioteleuton bezeichnet eine Klangfigur, bei der Endsilben aufeinanderfolgender Wörter oder Satzteile gleich klingen und sich reimen. Hier findest du die belegte Grundregel, verständliche Analysen und einen kurzen Prüfablauf.
Die zentrale Regel des Homoioteleutons
Homoioteleuton ist ein rhetorisches Stilmittel und gehört zu den Klangfiguren. Gemeint ist eine Folge gleich klingender Endsilben bei Wörtern, Satzteilen oder kürzeren Sätzen, die aufeinanderfolgen. Die Endungen reimen sich also miteinander. Der Ausdruck lässt sich aus dem Griechischen ungefähr als „gleich endigend“ verstehen. Damit verweist die Bezeichnung auf die Endungen der betreffenden sprachlichen Einheiten.
Im Satz kann die Figur bei aufeinanderfolgenden Wörtern, Satzteilen oder kürzeren Sätzen auftreten. Für die Analyse werden diese Einheiten abgegrenzt und ihre Endsilben verglichen. Erkennbar ist das Homoioteleuton an gleich klingenden Endsilben, die sich reimen. Dabei beschreibt die Figur die Klangform der aufeinanderfolgenden Einheiten.
Homoioteleuton wird auch Homöoteleuton, Homoeoteleuton oder Omoioteliton genannt. Die Stilfigur wird als mit Epipher und Binnenreim verwandt eingeordnet; die Alliteration wird als Gegenstück genannt. Beim Homoioteleuton stehen gleich klingende Endsilben im Mittelpunkt.
Die Grundregel lautet daher: Untersuche aufeinanderfolgende Wörter, Satzteile oder kurze Sätze auf gleich klingende Endsilben, die sich reimen. So wird die Form der Klangfigur am sprachlichen Material bestimmt.

Form und Funktion im Satz untersuchen
Eine Satzanalyse beginnt mit der Form. Zuerst werden die aufeinanderfolgenden Wörter oder Satzteile abgegrenzt. Danach werden ihre Endsilben miteinander verglichen. Entscheidend ist, ob die Endungen gleich klingen und sich reimen. Die Regel aus der Quelle lässt sich als Prüffolge formulieren: sprachliche Einheiten finden, ihre Enden betrachten und die Klangbeziehung feststellen.
Beispiel: „Im stillen Raum erklingt der Traum.“ Die Wörter „Raum“ und „Traum“ stehen am Ende aufeinanderfolgender Satzteile und reimen sich. Damit sind gleich klingende Endungen an den beiden Satzteilen erkennbar.
Beispiel: „Sie wollte verstehen, nicht nur bestehen.“ Die aufeinanderfolgenden Teile enden mit „verstehen“ und „bestehen“. Die Endsilben klingen gleich und reimen sich. Damit wird die Regel an zwei Satzteilen sichtbar.
Beispiel: „Der Gedanke wird klar, der Ausdruck wird wahr.“ Hier werden zwei kürzere Satzteile miteinander verglichen. „klar“ und „wahr“ reimen sich. Die gleich klingenden Endungen der Satzteile zeigen das Formmerkmal.
Als Gegenstück wird die Alliteration genannt. Für das Homoioteleuton richtet sich die Analyse auf gleich klingende Endsilben. Anfangs- und Endstruktur können bei einer Wortfolge getrennt verglichen werden.
Auch die Nähe zum Binnenreim ist für die Satzanalyse relevant. Der Binnenreim bezeichnet eine Reimfolge innerhalb einer Verszeile; dabei können Wörter aufeinanderfolgen. Homoioteleuton und Binnenreim können dieselbe Reimbeziehung beschreiben. Für die Prüfung bleibt die Grundfrage maßgeblich: Welche aufeinanderfolgenden sprachlichen Einheiten haben gleich klingende Endsilben?
Drei analysierte Beispielsätze
Beispiel 1: „Am Morgen erwacht der Klang, am Abend bleibt der Drang.“
Die Satzteile enden mit „Klang“ und „Drang“. Diese Wörter reimen sich. Damit sind gleich klingende Endungen in zwei aufeinanderfolgenden Satzteilen vorhanden.
Beispiel 2: „Sie suchten zu lesen, sie lernten zu lösen.“
Die aufeinanderfolgenden Teile enden mit „lesen“ und „lösen“. Die Endsilben klingen gleich und bilden einen Reim. Damit zeigt das Beispiel das Formmerkmal an zwei Satzteilen.
Beispiel 3: „Der kurze Bericht war knapp, der lange Absatz war schlapp.“
Die aufeinanderfolgenden Satzteile enden mit „knapp“ und „schlapp“. Die Wörter reimen sich. Damit ist das Formmerkmal der Klangfigur an den Endungen der Satzteile erkennbar.
Die drei Beispiele folgen demselben Prüfweg. Zuerst werden aufeinanderfolgende Einheiten bestimmt. Danach werden die Endsilben auf Gleichklang und Reim geprüft. Maßgeblich bleiben jeweils Aufeinanderfolge, Endsilbe und Reim.
Was sich aus der Quelle nicht ableiten lässt
Die Quelle ordnet das Homoioteleuton als rhetorisches Stilmittel und Klangfigur ein. Sie nennt aufeinanderfolgende Wörter, Satzteile und kürzere Sätze als mögliche sprachliche Einheiten. Für die Prüfung wird deshalb der Klang der Endsilben betrachtet.
Der vorliegende Auszug nennt keine einzelne Ausnahme. Wenn eine Wortfolge keine klar aufeinanderfolgenden Einheiten mit gleich klingenden Endsilben enthält, wird die konkrete Klangbeziehung erneut geprüft.
Die Quelle nennt eine Verwandtschaft mit Epipher und Binnenreim sowie ein Gegenstück in der Alliteration. Sicher beschrieben ist: Die Alliteration bezieht sich auf gleiche Anfangsbuchstaben, das Homoioteleuton auf gleich klingende Endsilben. Beim Binnenreim wird eine Reimfolge innerhalb einer Verszeile genannt.
Der Auszug bestimmt keine konkrete Wirkung, die auf jeden Satz übertragen werden kann. Bei einer Analyse wird daher zunächst das erkennbare Formmerkmal beschrieben: aufeinanderfolgende Einheiten, gleich klingende Endsilben und Reim.
Der Auszug erwähnt Aristoteles und ein Werk über Rhetorik, bricht die Darstellung jedoch ab. Daraus wird hier keine weitere historische Aussage abgeleitet.

Der kurze Prüfablauf
- Einheiten markieren: Grenze die aufeinanderfolgenden Wörter, Satzteile oder kürzeren Sätze ab, die du untersuchen möchtest.
- Enden vergleichen: Lies die Endsilben dieser Einheiten und prüfe, ob sie gleich klingen und sich reimen.
- Form benennen: Wenn das Merkmal erfüllt ist, ordne die Klangfigur als Homoioteleuton ein. Die Bezeichnung Homöoteleuton oder eine der weiteren genannten Varianten bezeichnet dieselbe Figur.
- Satzstellen festhalten: Benenne konkret, welche aufeinanderfolgenden Wörter oder Satzteile du verglichen hast und welche Endsilben sich reimen.
- Anfangsbuchstaben getrennt prüfen: Untersuche gleiche Anfangsbuchstaben als eigenes Merkmal der Alliteration. Sie ersetzen nicht den Nachweis gleich klingender Endsilben.
- Grenzen beachten: Wenn der Endklang nicht eindeutig zugeordnet werden kann, prüfe die betreffende Wort- oder Satzteilgrenze erneut und formuliere keine sichere Einordnung.
- Ergebnis festhalten: Schreibe abschließend, welche sprachlichen Einheiten aufeinanderfolgen und welche Endsilben sich reimen.
Der Ablauf prüft die belegte Regel anhand eigener Beispiele und hält die Grenze der Aussage fest: Beschrieben wird das Formmerkmal aus Endsilben, Aufeinanderfolge und Reim.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: wortwuchs.net (geprüft am 2026-08-15)